Sarntal
| Sarntal | |||
|---|---|---|---|
| (ital.: Sarentino) | |||
|
|||
| Staat: | Italien | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Bezirksgemeinschaft: | Salten-Schlern | ||
| Einwohner: (VZ 2011/31.12.2011) |
6.896/6.920 | ||
| Sprachgruppen: (laut Volkszählung 2011) |
98,07 % deutsch 1,82 % italienisch 0,10 % ladinisch |
||
| Koordinaten | 46° 38′ N, 11° 21′ O46.63333333333311.35966Koordinaten: 46° 38′ N, 11° 21′ O | ||
| Meereshöhe: | 570–2781 m s.l.m. (Zentrum: 966 m s.l.m.) | ||
| Fläche: | 302,5 km² | ||
| Dauersiedlungsraum: | 28,5 km² | ||
| Fraktionen: | Aberstückl, Agratsberg, Astfeld, Auen, Außerpens, Dick, Durnholz, Essenberg, Gebracksberg, Gentersberg, Glern, Innerpens, Kandelsberg, Muls, Niederwangen, Nordheim, Öttenbach, Putzen, Rabenstein, Reinswald, Riedelsberg, Sarnthein, Steet, Trienbach, Unterreinswald, Vormeswald, Weißenbach, Windlahn | ||
| Nachbargemeinden: | Franzensfeste, Freienfeld, Hafling, Jenesien, Klausen, Mölten, Ratschings, Ritten, St. Leonhard in Passeier, Schenna, Vahrn, Villanders, Vöran | ||
| Partnerschaft mit: | Rückersdorf (Mittelfranken) | ||
| Postleitzahl: | 39058 | ||
| Vorwahl: | 0471 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021086 | ||
| Steuernummer: | 80009170210 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2010): | Franz Locher (SVP) | ||
Sarntal (italienisch: Sarentino) ist eine von der Talfer durchflossene Gemeinde mit 6920 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) nördlich von Bozen in Südtirol (Italien). Sie nimmt einen Großteil des gleichnamigen Gebirgstals ein. Sarntal ist die flächenmäßig größte Gemeinde Südtirols und besteht aus insgesamt 28 Fraktionen. Hauptort ist Sarnthein.
Bekannt ist das Sarntal für das Kunsthandwerk der Federkielstickerei.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Es gibt zwei Hauptzufahrten in das Sarntal: Vom Bozner Talkessel aus durch die Sarner Schlucht und von Sterzing aus über das Penser Joch und das Pensertal, den Oberlauf der Talfer. Dieser Pass ist jedoch im Winter meist vier bis fünf Monate gesperrt. Eine weitere Zufahrt verläuft über den Ritten/Wangen. Diese Straße ist wegen ihrer engen, kurvenreichen und steilen Abschnitte für Busse (außer für Linienbusse bei Sperrung der Staatsstraße) und LKW gesperrt und mündet nach der Sarner Schlucht in die von Bozen kommende Staatsstraße. Trotzdem hat diese Zufahrt schon oft ihre Wichtigkeit bewiesen, verblieb sie doch in der Vergangenheit oft als einziger noch befahrbarer Zugang zum Tal, wenn die Staatsstraße wegen Steinschlages gesperrt war und für das Joch noch die Wintersperre bestand.
Durch einige Großprojekte wurde die Sarntaler Staatsstraße (SS 508) mehr und mehr durch Tunnel geführt und die verbliebenen gefährdeten Abschnitte durch Felssicherungsarbeiten abgesichert. Somit sind Sperren heute seltener geworden.
Die höchste Erhebung des Gemeindegebiets ist der Hirzer (2781 m s.l.m.).
Gewässer [Bearbeiten]
- Talfer
- Durnholzer See und Bach
- Tanzbach
- Öttenbach
- Rötenbach
- Weißenbach
- Runggener Bachl
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Das Sarntal ist stark bäuerlich geprägt. Die Viehwirtschaft, im Großteil auf Bergbauernhöfen unter oft sehr schwierigen geografischen Bedingungen, herrscht vor. Oft besitzen Bauern neben dem traditionellen Südtiroler Grauvieh (einer Rinderrasse) auch Pferde der traditionellen Südtiroler Rasse der Haflinger. Viele Kleinbauern betreiben den Hof nur als Nebenerwerb und gehen tagsüber einer anderen Arbeit nach.
Handwerksberufe sind ein weiteres wirtschaftliches Standbein des Sarntales.
In der Handwerkerzone des Hauptortes Sarnthein wurde vor einigen Jahren ein Fernheizwerk errichtet, das von den örtlichen Bauern und einigen Verbrauchern als Genossenschaft geführt wird. Hier wird ausschließlich für die Holzindustrie nicht verwertbares Holz aus dem Tal in effizienter Weise verheizt. In der Fraktion Reinswald besteht ein Skigebiet, das in den letzten Jahren modernisiert und geringfügig erweitert wurde.
Kultur [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sprache [Bearbeiten]
Der Sarner Dialekt ist durch die relative Abgeschiedenheit (im Vergleich zu anderen Gemeinden Südtirols) noch sehr traditionell und wenig vom Italienischen beeinflusst.
Traditionen [Bearbeiten]
Das Sarntal ist ein sehr traditioneller Ort. Die Sarner sind eine von wenigen Volksgruppen, die sich noch immer regelmäßig mit ihrer Tracht bekleiden. Sie sind außerdem sehr religiös. Die Bevölkerung des Sarntales ist (kunst)handwerklich sehr geschickt; so gibt es viele Kunsthandwerke im Sarntal: die Federkielstickerei, die Holzbildhauerei, die Herstellung der beliebten Sarnar Topar, sowie andere Arbeiten mit Loden. Auch Produkte der Sarner Latschenkiefer sind bei Touristen aber auch bei Einheimischen sehr beliebt.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Der Sarner Alpenadvent findet jedes Adventwochenende statt. Dort stellen die Sarner Produzenten ihre Waren vor oder man genießt eine heiße Tasse Glühwein bei besinnlicher Musik und Lagerfeuer. Auch eine Märchensuchaktion für Kinder ist organisiert. Das Klöckeln wird an jedem Donnerstagabend im Advent, den sog. Klöckelnächten zelebriert. Die Sarner Männer und Jungen treiben in einer alten abgenutzten Tracht und unter einer selbstgebastelten Maske (Lorf) aus natürlichen Produkten wie Baumbart in Gruppen (Kut, pl: Kutn) ihr Unwesen um die Bösen Geister zu vertreiben und Jesus´ Weg zu Weihnachten zu bereiten.
Auch der traditionelle Bauernmarkt (samstags im Sommer) und der Sarner Kirchtag (erstes Wochenende im September) werden von den Sarnern organisiert.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Erika Kustatscher: Die Deutschordenspfarre Sarnthein (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 17), Lana: Tappeiner, 1996. ISBN 3-7708-1075-9
- Leo Andergassen: Sarntaler Kirchenkunst, Lana: Tappeiner, 1996. ISBN 88-7073-214-2
- Rudi Hofer: Die Freiwillige Feuerwehr Sarnthein und ihr Heimattal (Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum der FFS), 2007
- Außerer, Burger, Thurner: Die Tradition Verpflichtet - den blick voraus (200 Jahre Musikkapelle Sarnthein), 2009
Videodokumente [Bearbeiten]
- Wo die Welt noch fast in Ordnung ist - Das Sarntal in Südtirol - D 1994 - Regie: Hans-Dieter Hartl (Länge ca. 45 Minuten)
Weblinks [Bearbeiten]
Abtei | Ahrntal | Aldein | Algund | Altrei | Andrian | Auer | Barbian | Bozen | Branzoll | Brenner | Brixen | Bruneck | Burgstall | Corvara | Deutschnofen | Enneberg | Eppan | Feldthurns | Franzensfeste | Freienfeld | Gais | Gargazon | Glurns | Graun im Vinschgau | Gsies | Hafling | Innichen | Jenesien | Kaltern | Karneid | Kastelbell-Tschars | Kastelruth | Kiens | Klausen | Kuens | Kurtatsch | Kurtinig | Laas | Lajen | Lana | Latsch | Laurein | Leifers | Lüsen | Mals | Margreid | Marling | Martell | Meran | Mölten | Montan | Moos in Passeier | Mühlbach | Mühlwald | Nals | Naturns | Natz-Schabs | Neumarkt | Niederdorf | Olang | Partschins | Percha | Pfalzen | Pfatten | Pfitsch | Plaus | Prad | Prags | Prettau | Proveis | Rasen-Antholz | Ratschings | Riffian | Ritten | Rodeneck | Salurn | Sand in Taufers | Sarntal | Schenna | Schlanders | Schluderns | Schnals | Sexten | St. Christina in Gröden | St. Leonhard in Passeier | St. Lorenzen | St. Martin in Passeier | St. Martin in Thurn | St. Pankraz | St. Ulrich in Gröden | Sterzing | Stilfs | Taufers im Münstertal | Terenten | Terlan | Tiers | Tirol (Südtirol) | Tisens | Toblach | Tramin | Truden | Tscherms | Ulten | Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix | Vahrn | Villanders | Villnöß | Vintl | Völs am Schlern | Vöran | Waidbruck | Welsberg-Taisten | Welschnofen | Wengen | Wolkenstein in Gröden
Deutschnofen | Jenesien | Karneid | Kastelruth | Mölten | Ritten | St. Christina in Gröden | St. Ulrich in Gröden | Sarntal | Tiers | Völs am Schlern | Welschnofen | Wolkenstein