Sauglattismus

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belegt ist bisher nur eine ironisierende substantivierung, nicht ein umgangssprachlicher gebrauch des substantivs --toktok 14:29, 9. Apr. 2010 (CEST)

Sauglattismus ist ein Modewort, das in den Neunzigerjahren in der Deutschschweiz geprägt wurde, bis heute verwendet wird und eigentlich unübersetzbar ist. Am passendsten lässt es sich mit «postmoderner Hedonismus» übersetzen. Die Denotation ist negativ und moralisierend. Es ist vom Adjektiv sauglatt abgeleitet, das so viel wie „sehr lustig“ oder „zu lustig“ bezeichnet.

Primär werden also mit Sauglattismus „Auswüchse“ der heutigen Freizeitgesellschaft ironisiert. Das Wort wird von verschiedenen politischen Lagern verwendet und dient öfters zur Ironisierung staatlich subventionierter Gebrauchskunst.

In linken Kreisen wird der Begriff im Rahmen einer Kritik der Fun- und Spassgesellschaft verwendet, so hat der Schriftsteller Peter Bichsel in der Begründung seines 1996 erfolgten Austritts aus der Sozialdemokratischen Partei des Kantons Solothurn, deren Wahlkampagne (mit dem Slogan «Kussecht und vogelfrei») als postmodernen Sauglattismus bezeichnet.

Das Wort ist durchaus nicht, wie sonst so vieles in der Schweiz, an kantonale Grenzen gebunden. Obwohl Sauglattismus zur Umgangssprache gehört, wird es auch von seriösen Medien benutzt wie etwa von dem St. Galler Tagblatt[1], der Neuen Zürcher Zeitung[2] und der Tagesschau des Schweizer Fernsehens[3].

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wasser als Kreiselschmuck Artikel des St.Galler Tagblatts vom 10. November 2009
  2. Werbedeutsch, Moralinsäure und Überfallkontrollen Artikel der NZZ vom 22. Mai 2007
  3. Calmy-Rey verwahrt sich gegen Sauglattismus Beitrag der Tagesschau vom 22. März 2007
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