Scatman John

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Scatman John (* 13. März 1942[1] in El Monte, Kalifornien[2]; † 3. Dezember 1999 in Los Angeles, Kalifornien[3]; bürgerlich John Paul Larkin[1]) war ein US-amerikanischer Musiker. Er sang und musizierte im Scat- und Jazz-Bereich.

Scatman John war Stotterer. Seine Markenzeichen waren sein Schlapphut und sein Schnauzer.[3] Bekannt wurde er durch seinen weltweit erfolgreichen Hit Scatman (Ski Ba Bop Ba Dop Bop). Bei allen Veröffentlichungen mischte Scatman John seinen Scat-Gesang mit Europop und -dance.[4] Er verkaufte über 20 Millionen Platten.[3]

Leben[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Scatman John wurde am 13. März 1942 in El Monte (Kalifornien) als John Paul Larkin geboren. Er wuchs in El Sereno, etwa 20 Kilometer von seiner Geburtsstadt entfernt,[5] auf.[1] Schon als Grundschüler litt er unter seinem Stottern, weil Mitschüler sich über ihn lustig machten und ihn nachäfften.[6] Eine angefangene Therapie brach er wegen Minderwertigkeitsgefühlen ab, er versuchte, Reden zu vermeiden.[6] Mit 14 Jahren begann Larkin das Klavierspielen; dies half ihm, seine sprachlichen Defizite zu kompensieren und künstlerische Fähigkeiten zu entdecken. [6]

Ab 1970 arbeitete er als Jazzpianist, hauptsächlich im Großraum Los Angeles. 1986 erschien sein Debütalbum John Larkin; heute sind nur noch wenige Exemplare davon erhalten. Zu dieser Zeit begann auch sein Alkohol- und Drogenmissbrauch. Als sein Musikerpartner Joe Farrell 1986 am Drogenkonsum starb, entschied sich Larkin, seine Sucht zu bekämpfen. Mit Hilfe seiner neuen Ehefrau Judy gelang ihm der Ausstieg aus der Drogensucht.

Die „Geburt“ von Scatman John[Bearbeiten]

1990 ging Larkin nach Berlin, um seine Karriere weiter auszubauen. Wegen der ausgeprägten Jazzkultur in der Stadt machte er weiterhin als Jazzpianist Musik, in Clubs, auf Kreuzfahrtschiffen und Bars, später in ganz Deutschland. Hier fällte er auch die Entscheidung, den Gesang in seine Darbietungen einzubinden, auch dank der großen Zustimmung, die er für die gesangliche Darbietung seiner Version von On the Sunny Side of the Street nach den Instrumentalstücken erfuhr. Zu dieser Zeit schlug sein Agent Manfred Zähringer von Iceberg Records in Dänemark vor, den Scat-Gesang mit modernen Dance- und Pop-Melodien zu verbinden. Larkin zweifelte erst an der Idee, aber BMG Hamburg war mit dem Vorschlag einverstanden. Gemeinsam mit dem Songwriter und Musikproduzenten Tony Catania schrieb und produzierte er den Song Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop), dem in der weiteren Zusammenarbeit erfolgreiche Titel und Alben folgten.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

1995, im Alter von 52 Jahren, wurde Larkin weltweit zum Star. Zuerst stockte der Verkauf seiner Single, aber dann erreichte sie in vielen Ländern Platz 1 der Charts; insgesamt wurden mehr als 6 Millionen Platten verkauft. Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop) blieb sein größter Erfolg und sein wohl bekanntestes Werk insgesamt. Es folgte die Single Scatman’s World, welche nicht ganz an den früheren Erfolg anknüpfen konnte. Dennoch wurden weit mehr als eine Million Platten in Europa verkauft.

Später kam sein Debütalbum als Scatman John, welches ebenfalls ein großer Erfolg wurde und sich millionenfach verkaufte. Er startete eine Tour durch Europa und Asien. Bei einem Interview für sein Album sprach Larkin so fließend, dass er von einem Journalisten gefragt wurde, ob er das Stottern nur erfunden habe, um seine Karriere zu fördern. Larkin war schockiert, und zum ersten Mal schämte er sich mehr für das fließende Reden als für das Stottern.

Nach dem Album Scatman’s World[Bearbeiten]

1996 erschien sein drittes Album, Everybody Jam!, das in Deutschland durchschnittlichen Erfolg hatte. In Japan war der Longplayer wesentlich erfolgreicher als anderswo auf der Welt. Scatman John wurde dort so berühmt, dass japanische Spielzeugläden Puppen von ihm verkauften und sein Gesicht auf Telefonkarten und Coca-Cola-Dosen zu sehen war. Die japanische Version des Albums enthielt fünf Bonustracks mit den Hitsingles Su Su Su Super Kirei und Pripri Scat, die von japanischen Firmen zu Werbezwecken (z.B. Kosmetik) genutzt wurden. Auch die Ultraman-Kultwelle versuchte, einen Teil vom Erfolg abzubekommen. Dazu wurde eine Single namens Scatultraman veröffentlicht; das Cover zeigte Ultraman mit Hut und Oberlippenbart, seinen Erkennungszeichen.

Letzte Jahre[Bearbeiten]

1999 erschien sein viertes und letztes Album, Take Your Time. Trotz gesundheitlicher Probleme arbeitete er an dem Album weiter. Später wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert und eine intensive Behandlung der Krankheit begonnen. Er starb zu Hause in Los Angeles am 3. Dezember 1999.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1995 Scatman’s World 6
(17 Wo.)
25
(10 Wo.)
4
(16 Wo.)
1996 Everybody Jam! 45
(2 Wo.)
weitere Alben
  • 1986: John Larkin (als John Larkin)
  • 1995: Interview CD - Scatman’s World
  • 1999: Take Your Time
  • 2001: Listen to the Scatman (als John Larkin)
  • 2005: Eurodance Masters (Event Horizon) (2K1 feat. Scatman John)

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1995: Scat Paradise (EP)
  • 2002: The Best of Scatman John
  • 2012: Największe Przeboje (Polen)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1995 Scatman (Ski Ba Bop Ba Dop Bop) 2
(31 Wo.)
1
(15 Wo.)
1
(27 Wo.)
3
(12 Wo.)
60
(13 Wo.)
Gold in Deutschland und der Schweiz
Platin in Deutschland[8]
1995 Scatman’s World 1
(21 Wo.)
4
(16 Wo.)
3
(21 Wo.)
10
(7 Wo.)
Gold in Deutschland und der Schweiz
Platin in Deutschland[8]
1995 Song of Scatland 46
(9 Wo.)
1996 Everybody Jam! 46
(12 Wo.)
2009 Scatman 38
(3 Wo.)
53
(1 Wo.)
Mark ’Oh feat. Scatman John
weitere Singles
  • 1995: Popstar (Promo)
  • 1996: Megamix '96
  • 1996: Only You
  • 1996: Su Su Su Super キ・レ・イ (Japan)
  • 1996: Pripri Scat (Japan)
  • 1997: Let it Go
  • 1998: Scatmambo (Patricia)
  • 1999: The Chickadee Song
  • 1999: Ichi, ni, san … Go!
  • 2001: Listen to the Scatman (als John Larkin)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Scatman John bekam weltweit einige Auszeichnungen für seine Arbeit, unter anderem in Italien, Frankreich, Polen und Hongkong.[9] In der Schweiz gewann er zwei goldene Schallplatten für seine Singles Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop) und Scatman’s World.[8] In Japan erhielt er die Auszeichnung Bester neuer Künstler international des Jahres, in Deutschland wurde 1996 ein Echo für Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop) als Beste Single national/international an ihn vergeben.[9]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiscogs: Scatman John Discography at Discogs. Abgerufen am 4. April 2010 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSpiegel Online: Scatman John – Mit 57 Jahren an Krebs gestorben. 6. Dezember 1999, abgerufen am 1. April 2010.
  3. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRhein-Zeitung: Scatman John ist gestorben. 6. Dezember 1999, abgerufen am 1. April 2010.
  4.  Ellie Weinert: Scatman John To Show U.S. His ‘World’. In: Nielsen Business Media, Inc (Hrsg.): Billboard Magazine. Jg. 107, Nr. 32, 12. August 1995, ISSN 0006-2510, S. 37.
  5. Vergleiche der Ortschaften (aus angegeben Quellen) mit Google Maps
  6. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKonrad Schäfers, Jutta vom Hofe, Claudia Mende, Erhard Hennen: Interview mit Scatman John. Planet Interview, November 1995, abgerufen am 3. April 2010.
  7. a b Chartquellen: Singles / Alben / Mark ’Oh feat. Scatman John
  8. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: DE CH
  9. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMinnesota State University, Mankato: Remembering Scatman John Larkin. Abgerufen am 4. April 2010 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]