Schloßplatz (Stuttgart)

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Schloßplatz

Der Schloßplatz[1] in Stuttgart ist der größte Platz im Zentrum Stuttgarts.

Lage[Bearbeiten]

Brunnen auf dem Schloßplatz
Nächtlicher Blick auf Jubiläumssäule und Neues Schloss
Marquardtbau (damals: Hotel Marquardt) um 1900
Schloßplatz mit Jubiläumssäule und Königsbau

Der Platz unterteilt die ca. 1,2 km lange Hauptfußgängerzone Stuttgarts, die Königstraße in die untere Königstraße in Richtung Hauptbahnhof und die obere Königstraße in Richtung Rotebühlplatz.

An der südlichen Seite des Platzes verläuft rechtwinklig zur Königstraße die Planie. Diese im Bereich des Schloßplatzes verkehrsberuhigte Straße verbindet den Schloßplatz am daran anschließenden Karlsplatz vorbei mit dem Charlottenplatz, wo sie in die dort verlaufenden Bundesstraßen mündet. Anzumerken ist, dass viele der geraden Straßenachsen in der Innenstadt keine genaue Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen haben; das gilt auch für die Fassaden des Neuen Schlosses und die Seiten des Platzes. Die Königstraße führt von ihrem oberen Ende im Süden etwa in Richtung Nordnordost zum Hauptbahnhof.

Bebauung[Bearbeiten]

Der Schloßplatz besteht aus einer barocken Gartenanlage mit Brunnen und Musik-Pavillon. Im Zentrum befindet sich eine 30 Meter hohe Jubiläumssäule mit einer Figur der Göttin Concordia aus dem Jahr 1841. Der Platz wurde 1977 anlässlich der Bundesgartenschau umgestaltet und blieb dann bis heute in dieser Form erhalten.

Nach Osten hin bildet das Neue Schloss mit seinem Ehrenhof den Abschluss des Platzes. In Verlängerung des Neuen Schlosses schließt sich, getrennt durch eine Verkehrsachse, das Alte Schloss auf der Südseite an – im Westen die Alte Kanzlei mit der Merkursäule, die 1598 als Wasserturm für die Brunnenwerke des Lustgartens errichtet wurde. Die vergoldete Jünglingsfigur stammt von 1862.

Auf der Nordseite des Neuen Schlosses schließt sich im rechten Winkel das Ausstellungsgebäude des Württembergischen Kunstvereins an. Daneben erhebt sich der Königin-Olga-Bau, in dem lange Jahre eine Bank ihre Stuttgarter Hauptstelle hatte (nämlich die Dresdner Bank).

An der Nordwestecke steht der Marquardtbau, der sich früher direkt neben dem alten Bahnhof befand und als Hotel diente. Er wurde nach dem Krieg in vereinfachter Form wiedererrichtet. Er eröffnet sozusagen die Fortsetzung der Königsstraße nach Osten. Heute befinden sich dort unter anderem die Komödie im Marquardt und ein Kino.

Direkt gegenüber dem Neuen Schloss wird der Platz im Westen entlang der Königstraße durch den Königsbau begrenzt. Die beiden Gebäude sind die markantesten des Platzes und tragen entscheidend zu seinem Erscheinungsbild bei. Der spätklassizistische Königsbau wurde 1855–1859 von den Hofarchitekten Johann Michael Knapp und Christian Leins erbaut. Direkt – vom Platz aus gesehen – dahinter öffnete im April 2006 das zehnstöckige Einkaufszentrum Königsbau-Passagen mit 25.000 m2 Verkaufsfläche.

Neben dem Königsbau befindet sich das 2005 eröffnete Kunstmuseum Stuttgart. An dieser Stelle befand sich das bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Kronprinzenpalais. Dieses wurde erst viele Jahre später zu Gunsten des Straßenverkehrs abgerissen, als an anderer Stelle schon viele Gebäude wiederaufgebaut worden waren.

Als Nachfolgebebauung des Kronprinzenpalaises errichtete man den – seit seiner Eröffnung 1969 umstrittenen – Kleinen Schloßplatz und das benachbarte Gebäude des Buchhauses Wittwer. Der Verkehr fuhr zunächst erst im Bereich der Königstraße in ein unterirdisches Bauwerk, auf dem Kleinen Schloßplatz befanden sich Pavillons (Boutiquen, Kartenvorverkauf) und an seinem Ende das Gebäude der (Baden-)Württembergischen Bank (Architekt: Rolf Gutbrod). Nach einem Umbau beginnt der B27-Tunnel inzwischen weiter oben an der Planie(straße).

Vor den ehemaligen Tunnelmund wurde in den 1990er Jahren eine große Freitreppe installiert, die den höher gelegenen Kleinen Schloßplatz mit der Königstraße und dem eigentlichen Schlossplatz verband. Im März 2005 wurde auf dem Kleinen Schloßplatz das neue Kunstmuseum in Form eines teilweise transparenten Glaskubus gestellt, das seitlich um eine verkleinerte Form der vor allem im Sommer bei den Stuttgartern sehr beliebten Freitreppe ergänzt wurde.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

  • Straßen: Der Schloßplatz liegt im Bereich der Bundesstraße 27, die den Kleinen Schloßplatz unterquert und dann in Richtung Ludwigsburg/Heilbronn führt. In der Gegenrichtung verlässt die B 27 nach dem Schloßplatz in Höhe des Neuen Schlosses und des Karlsplatzes ihren Tunnel und führt über die Kreuzung mit der Bundesstraße 14 weiter in Richtung Tübingen.
  • ÖPNV: Die Buslinien 42 und 44 sowie alle 17 Nachtbuslinien verkehren vom und zum Schloßplatz. Die Stadtbahnlinien U5, U6, U7, U12 und U15 halten an einer unterirdischen Station. Die Haltestellen Charlottenplatz und Friedrichsbau liegen etwa vier Gehminuten entfernt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Auf dem Schloßplatz finden das Jahr über diverse Großveranstaltungen wie Open-Air-Konzerte, Live-Übertragungen oder das im süddeutschen Raum bekannte Stuttgarter Kinder- und Jugendfestival statt. Jedes Jahr finden hier Ende April/Anfang Mai unter anderem die Open Air-Filmpräsentationen des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Schloßplatz. In: Eugen Dolmetsch: Aus Stuttgarts vergangenen Tagen (Zweiter Band von „Bilder aus Alt-Stuttgart“). Selbsterlebtes und Nacherzähltes. Stuttgart 1931, Seite 70-79.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlossplatz Stuttgart – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schlossplatz Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. historische Bezeichnung, daher offizielle Schreibweise
Blick über den Schloßplatz


48.778559.1799111111111Koordinaten: 48° 46′ 43″ N, 9° 10′ 48″ O