Stuttgart-Mitte

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Stuttgart-Mitte
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtwappen Stadtkarte
Wappen von Stuttgart
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Über dieses Bild
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Höhe: 220–300 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte 5.575 Einw./km²
Postleitzahl: 70173, 70174, 70178, 70182
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bürgerbüros:
Eberhardstraße 39
70173 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteherin: Veronika Kienzle (Grüne)
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2011)
Fläche
Nr. Stadtteil
Stuttgart-Mitte 21.230 380,8 ha
101 Ob. Schlossgarten 400 36,4 ha
102 Rathaus 3.568 55,4 ha
103 Neue Vorstadt 1.209 37,9 ha
104 Universität 598 46 ha
105 Europaviertel - -dep1
106 Hauptbahnhof 175 69,8 ha
107 Kernerviertel 5.394 55,6 ha
108 Diemershalde 2.196 25,3 ha
109 Dobel 4.018 32,7 ha
110 Heusteigviertel 3.672 21,6 ha
106 einschließlich 105 Europaviertel
Quelle: Datenkompass Stuttgart

48.7766666666679.1775Koordinaten: 48° 47′ N, 9° 11′ O

Stadtplan von Stuttgart-Mitte
Ehemaliges Stuttgarter Rathaus am Marktplatz (um 1907)
Blick auf das Stadtzentrum Stuttgarts mit dem Hauptbahnhof und den Kollegiengebäuden K1 und K2 (linker Rand) der Universität Stuttgart

Stuttgart-Mitte ist der innerste Stadtbezirk Stuttgarts zwischen Stuttgart-Nord, -West, -Ost und -Süd.

Geografie[Bearbeiten]

Der Stadtbezirk Stuttgart-Mitte liegt auf dem Grund des Stuttgarter Talkessels, dessen Rand durch die angrenzenden Bezirke in Hanglage gebildet wird.

Mittelpunkt des Bezirks und der gesamten Landeshauptstadt ist die Königstraße, eine der längsten verkehrsberuhigten Einkaufsmeilen Europas, entlang der die meisten namhaften Kaufhäuser und Geschäfte vertreten sind, sowie der Schloßplatz mit dem Kunstmuseum, dem Königsbau und dem Neuen Schloss. In direkter Nachbarschaft liegt der Schillerplatz mit dem Alten Schloss und der Stiftskirche. Weiter in Richtung Süden folgt der Marktplatz mit dem Rathaus, der Tagblatt-Turm und, durch die Hauptstätter Straße räumlich getrennt, die Leonhardskirche sowie das Bohnen- und das Heusteigviertel.

Östlich des Schloßplatzes, im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße und des Oberen Schlossgartens, befinden sich der Landtag und das Staatstheater sowie auf der anderen Seite der Straße die Staatsgalerie, die Württembergische Landesbibliothek und das Wilhelmspalais. Die Konrad-Adenauer-Straße (B 14) trägt zwei recht unterschiedliche “Labels”: einerseits Kulturmeile, andererseits Stadtautobahn.

Am westlichen Rand der Innenstadt liegen das Hospitalviertel mit der nur teilweise wiederaufgebauten Hospitalkirche (in der „Neuen Vorstadt“) und eine Reihe kultureller Einrichtungen. Zu nennen sind die Liederhalle und das Linden-Museum, dazwischen der historische Hoppenlaufriedhof, dann das Katharinenhospital und das Bankenviertel mit dem Friedrichsbau und der Börse. Südlich des Katharinenhospitals an der Kriegsbergstraße gibt es einen Grünbereich, den „Stadtgarten“, dort an der Schellingstraße und Keplerstraße liegen Teile der Universität, der vormaligen Technischen Hochschule, besonders drei Hochhäuser und die Universitätsbibliothek. Zwei der Hochhäuser sind die Kollegiengebäude nahe dem Hauptbahnhof, das dritte ist das Max-Kade-Wohnheim an der Liederhalle. Die nördliche Grenze des Bezirks bildet das Europaviertel, dessen Fläche bis in die 1980er Jahre ein Güterbahnhof einnahm.[1] Im Frühjahr 2002 wurde damit begonnen, das Gelände neu zu bebauen.[2] Im Europaviertel findet man den neuen Standort der Stadtbücherei, die zuvor im Wilhelmspalais beheimatet war, wo ein Stadtmuseum eingerichtet werden soll.

Stadtteile[Bearbeiten]

Der Stadtbezirk entstand 1956 in seiner heutigen Form. Damals waren der Stadtbezirk und der Stadtteil Stuttgart-Mitte identisch. Im Jahre 2001 wurde der Stadtbezirk Stuttgart-Mitte in folgende zehn Stadtteile neu aufgeteilt: Oberer Schlossgarten, Rathaus, Hospitalviertel, Universität, Hauptbahnhof, Klettplatz, Kernerviertel, Diemershalde, Dobel und Heusteigviertel.

Die historische Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg erheblich getroffen wurde und sich in ihrem Gebäudebestand – nicht im Verlauf der Gassen – erheblich verändert hat, findet man im Wesentlichen im Stadtteil Rathaus, dem auch das Bohnenviertel zugeschlagen wurde. Beschreibungen zu den Stadtteilen Oberer Schlossgarten, Hospitalviertel, Universität und Klettplatz (Hauptbahnhof) finden sich bereits oben. Kernerviertel, Diemershalde und Dobel sind Stadtteile mit viel Wohngebäuden, das Justizviertel (Urbanstraße) erstreckt sich bis in die Diemershalde hinein.

Mit Wirkung vom 1. Juli 2007 wurde die Stadtgliederung im Stadtbezirk Stuttgart-Mitte verändert. Dazu war die Hauptsatzung durch Beschluss des Gemeinderats vom 22. März 2007 entsprechend geändert worden. Im Stadtbezirk Stuttgart-Mitte wurde eine Grenzänderung und damit verbunden entsprechende Umbenennungen zweier Stadtteile vorgenommen: Neu: Stadtteil Hauptbahnhof – war bis 30. Juni 2007 Stadtteil Klettplatz sowie neu: Europaviertel – war bis 30. Juni 2007 Stadtteil Hauptbahnhof.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Bereich der heutigen Stuttgarter Innenstadt legte Herzog Liudolf von Schwaben während der Ungarneinfälle um 950 ein Pferdegestüt („Stuotengarten“) an. Der von ihm gewählte Standort war auf Grund der natürlichen Gegebenheiten des nach drei Seiten abgeschlossenen Talkessels für die Pferdezucht ideal.

Neue archäologische Grabungen im Bereich der Stiftskirche sowie des Alten Schlosses zeigen jedoch, dass es sich nicht um eine Gründung auf der grünen Wiese handelte: Mindestens seit der späten Merowingerzeit bestand hier eine bäuerliche Siedlung. Eine Bestattung unter der Stiftskirche ergänzt die spärlichen Informationen über frühere Funde merowingerzeitlicher Gräber im Stadtgebiet. Aus der Karolingerzeit sind Reste mehrerer Grubenhäuser nachgewiesen.

Siehe auch: Geschichte Stuttgarts

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
22,4
28,7
13,3
3,2
5,4
8,7
3,3
5,8
8,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,6
-8,4
-0,8
-1,5
-4,8
+1,2
+3,3
+1,0
+6,5

Die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in den Stadtbezirken sind maßgebend für die Anzahl der Sitze der Parteien in den Bezirksbeiräten. Die letzte Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 ergab die in der nebenstehenden Grafik abgebildeten Stimmenanteile und die folgende Verteilung der 14 Sitze des Bezirksbeirats:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Friedrichsbau
Friedrichsbau
Neue Staatsgalerie
Neue Staatsgalerie
Kunstmuseum
Kunstmuseum
Schloßplatz
Schloßplatz und Königsbau

Theater/Museen[Bearbeiten]

Linden-Museum
Grabfeld auf dem Hoppenlau-Friedhof
Carl-Zeiss-Planetarium
Wilhelmspalais von Giovanni Salucci
Kunstgebäude am Schloßplatz
Stiftskirche und Fruchtkasten um 1900

Parkanlagen/Friedhöfe[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Neues Schloss
Neues Schloss
Staatstheater
Großes Haus
Hauptbahnhof
Hauptbahnhof
  • Das Alte Schloss war im 13. Jahrhundert eine Wasserburg. Seit dem 14. Jahrhundert war es Hauptsitz der württembergischen Grafen und Herzöge.
  • Seit 1970 gibt es auf dem Karlsplatz ein Mahnmal für alle Opfer des Faschismus, gestaltet von dem Bildhauer Elmar Daucher, mit einem Text des Philosophen Ernst Bloch.[3]
  • Das Neue Schloss, ein Spätbarockbau aus den Jahren 1746–1797 und 1805–1807, diente als Residenz für Herzog Carl Eugen und seine Nachfolger; heute zwei Ministerien.
  • Königsbau: Der Klassizistischer Säulenbau wurde 1856 bis 1860 von Knapp und Christian Friedrich Leins als Konzert-, Ball- und Geschäftshaus erbaut. 1958/59 erfolgte der Wiederaufbau; er dient heute als Geschäftshaus mit 135 Meter langer Kolonnade.
  • Das Carl-Zeiss-Planetarium im Schlossgarten wurde von 1975 bis 1977 nach den Plänen von Architekt Beck-Erlang erbaut und am 22. April 1977 eröffnet.
  • Das Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg mit Design-Center Stuttgart ist vielen Stuttgartern noch als Landesgewerbeamt bekannt.
  • Der Stuttgarter Hauptbahnhof: 1922 eröffnet, sehr stadtnah, der Vorgängerbau, ebenfalls Kopfbahnhof, lag noch näher am Königsbau. Durch das Projekt Stuttgart 21, das seine Realisierungsphase erreicht hat, wird es völlig umgebaut, alle Gleise verschwinden in einem unterirdischen Durchgangsbahnhof.
  • Hegelhaus, das Geburtshaus des Philosophen
  • Schellenturm, spärlicher Rest der Stuttgarter Stadtummauerung
  • Tagblatt-Turm, das erste in Sichtbeton ausgeführte Hochhaus Deutschlands (61 m hoch) von Architekt Ernst Otto Oßwald
  • Direkt gegenüber stand bis 1960 das berühmte Kaufhaus Schocken das 1926–1928 von Architekt Erich Mendelsohn konstruiert wurde. Das im Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigte Kaufhaus, welches zusammen mit dem Tagblatt-Turm ein beeindruckendes Ensemble moderner Architektur bildete, wurde 1960 von der Stadt Stuttgart unter internationalem Protest zum Abriss freigegeben. An seiner Stelle steht heute ein trivialer Kaufhausbau (Galeria Kaufhof, früher Horten) von Egon Eiermann.
Liederhalle von 1956
Liederhalle von 1956
 
Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg
Haus der Wirtschaft
Baden-Württemberg
Neues Lusthaus - Ruine des Renaissancebaus
Ruine Neues Lusthaus
 

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die in der Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft zum alten Schloss gelegene Stiftskirche ist die Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Der untere Teil des Südturms stellt das einzige erhaltene bauliche Zeugnis der Stauferzeit in Stuttgart dar. Mit ihren beiden ungleichen Türmen gilt sie als eines der Wahrzeichen der Stadt. Die erste Bauperiode datiert in die Zeit um 1170. In seinen übrigen Teilen stammt der Bau jedoch aus der Hoch- und Spätgotik.
    Nach starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entschied man sich für eine vereinfachende Wiederherstellung des Inneren und Äußeren der Kirche.
    In der Gruft unter dem Chor und der Sakristei haben mehr als 100 Angehörige des Hauses Württemberg – Herzöge, Könige, Fürsten, Kinder – ihre letzte Ruhestätte gefunden. An diese erinnern die berühmten Grafenstandbilder von Sem Schlör, die im 16. Jahrhundert an der Nordwand des Chores ihre Aufstellung erhielten.
  • Nach der Stiftskirche ist die Leonhardskirche im Bohnenviertel genannten südlichen Teil der Stuttgarter Altstadt die zweitälteste Kirchengründung der Stadt. Im Jahre 1337 wurde sie in Form einer Kapelle auf dem freien Feld vor den Toren der Stadt gegründet. Der heutige Bau wurde 1408 begonnen und 1466 im Wesentlichen abgeschlossen. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche, wie die Stiftskirche, nur vereinfacht wiederaufgebaut. Auf dem Platz hinter dem Chor steht eine Kopie der spätgotischen Kreuzigungsgruppe von Hans Seyfer aus dem Jahr 1501. Seit 1995 wird hier das soziale Projekt Vesperkirche Stuttgart durchgeführt.
  • Domkirche St. Eberhard, Konkathedrale des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Erbaut 1808–1811 von Architekt Nikolaus Friedrich von Thouret; 1944 durch einen Bombenangriff zerstört. Wiederaufbau 1953–1955 von Architekt Hugo Schloesser.[4] Innen ein großes Altarmosaik mit einer Christusdarstellung und den klugen und den törichten Jungfrauen, ferner eine vergoldete Pietà und seit 1982 eine Albiez-Orgel, das größte Kirchenmusikinstrument in Stuttgart.
  • Die Kirche St. Maria wurde 1871–1879 von Architekt Joseph von Egle nach dem Vorbild der frühgotischen Elisabethkirche in Marburg an der Lahn erbaut. Die große Kirche mit zwei Türmen brannte 1943 im Zweiten Weltkrieg aus und wurde 1948/49 wieder hergestellt. Sie war nach der Domkirche St. Eberhard die zweite katholische Pfarrkirche der damaligen württembergisch-protestantischen königlichen Residenzstadt Stuttgart. Die Kirche St. Maria an der Tübinger Straße liegt schon knapp im Bezirk Stuttgart-Süd.

Feste/Veranstaltungen[Bearbeiten]

Stuttgarter Weindorf

Literatur/Heimatbücher[Bearbeiten]

  • Landeshauptstadt Stuttgart, Statistisches Amt (Hrsg.): Stadtbezirksprofil Mitte. Stuttgart 2006.
  • Das Bohnenviertel. In: Eugen Dolmetsch: Bilder aus Alt-Stuttgart. Nacherzähltes und Selbsterlebtes. Stuttgart 1930, Seite 113-139.
  • Georg Friedrich Kempter: Das Stuttgarter Bohnenviertel. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 6. Jg. 1977, Heft 2, S. 86–92. (PDF; 9,8 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Europaviertel. Landeshauptstadt Stuttgart. Abgerufen am 9. März 2010.
  2. Bürogebäude der Landesbank Baden-Württemberg mit City Tower. Landeshauptstadt Stuttgart. Abgerufen am 9. März 2010.
  3. Bundeszentrale für politische Bildung: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1: Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 87.
  4. Domkirche St. Eberhard Sehenswürdigkeiten bei stuttgarter-nachrichten.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stuttgart-Mitte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien