Stuttgarter Straßenbahnen

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Stuttgarter Straßenbahnen AG
SSB-Logo
Basisinformationen
Unternehmenssitz Stuttgart
Webpräsenz www.ssb-ag.de
Bezugsjahr 2010
Eigentümer Stadt Stuttgart
Vorstand Wolfgang Arnold
Reinhold Bauer
Jörn Meier-Berberich
Betriebsleitung Reinhold Schröter
Verkehrsverbund VVS, naldo
Mitarbeiter 2898
Umsatz 253 Mio. Euro
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stadtbahn 15
Bus 44
Sonstige Linien 3 (Zahnradbahn und Standseilbahn (jeweils meterspurig) und eine Parkeisenbahn)
Anzahl Fahrzeuge
Stadtbahnwagen 184 DT 8
Omnibusse 279, davon
– 188 Gelenkbusse
– 91 Solobusse
Sonstige Fahrzeuge 3 Zahnradbahnwagen
2 Standseilbahnwagen
Statistik
Fahrgäste 190 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 32 Mio. km pro Jahr, davon
– 16,3 Mio. km Bus
– 15,8 Mio. km Schiene
Haltestellen 823, davon
– 24 unterirdisch
Einzugsgebiet 591 km²
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,97 Mio.
Länge Liniennetz
Stadtbahnlinien 225 km
Buslinien 684 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 3 Stadtbahnbetriebshöfe
3 Omnibusbetriebshöfe
Sonstige Betriebseinrichtungen 1 Zahnradbahndepot
1 Standseilbahn mit Berg- und Talstation
1 Liliputstraßenbahn-Rundkurs mit Abstellschuppen
1 Hauptverwaltung mit Hauptwerkstatt
1 Betriebsleitstelle
1 Gleisbauhof
Länge Gleisanlagen 248 kmdep1
Straßenbahnlinie 15 (inzwischen eingestellt) in der Haußmannstraße
Stadtbahnlinie U1 zwischen Stöckach und Neckartor
Zahnradbahn am Marienplatz
Standseilbahn
Niederflur-Gelenkbus (2007)
Elektrisch betriebene ÖPN-Verkehrsmittel in Stuttgart und Esslingen am Neckar

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist die Verkehrsgesellschaft der Landeshauptstadt Stuttgart. Sie ist in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingebunden. Die SSB betreiben 15 Stadtbahnlinien, zwei davon nur zu bestimmten Veranstaltungen, eine Zahnradbahnlinie, eine Standseilbahnlinie, 44 Buslinien und eine nicht in den VVS eingebundene Parkeisenbahn. Sitz des Unternehmens ist das SSB-Zentrum im Gewerbegebiet Wallgraben im Stadtbezirk Möhringen.

Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Kostendeckungsgrad von 94,5 Prozent. Es erlöste dabei 199,3 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen und erhielt einen städtischen Zuschuss von 17,5 Millionen Euro.[1]

Stadtbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stadtbahn Stuttgart

Das Stadtbahnnetz umfasst 15 Linien in Normalspur, elf davon sind seit 1983 aus ehemaligen Straßenbahnlinien hervorgegangen. Seit der letzten Lieferung im Juli 2005 befinden sich 165 Stadtbahnzüge des Typs DT 8 im Besitz der SSB, davon ein Prototyp, der im Betriebshof Heslach nicht betriebsfähig abgestellt ist.

Zahnradbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Zahnradbahn Stuttgart

Die Zahnradbahn trägt offiziell die Linienbezeichnung 10, wird aber inzwischen in Plänen der SSB auch mit dem seit 1984 propagierten Begriff Zacke – statt im Volksmund Zacketse – versehen. Die Strecke mit bis zu 17,8 % Steigung führt vom Marienplatz in Stuttgart-Süd hinauf nach Degerloch.

Standseilbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Standseilbahn Stuttgart

Die Standseilbahn trägt offiziell die Linienbezeichnung 20, wird aber in Plänen der SSB als Seilbahn bezeichnet. Sie bewältigt auf ihrer Strecke vom Südheimer Platz hinauf zum Waldfriedhof eine Steigung von 27 %.

Straßenbahn[Bearbeiten]

Die SSB ist, wie sein Name erkennen lässt, aus einem Straßenbahnbetrieb entstanden. Sein Schienennetz wurde in einer langwierigen Umstellungsphase durch Tunnelbauten mit Hochbahnsteigen, Umspurung und Beschaffung neuer Fahrzeuge in ein modernes Stadtbahnsystem verwandelt. Mit der Inbetriebnahme der Stadtbahnlinie U15 am 8. Dezember 2007 endete die Ära der Straßenbahn im regulären Verkehr in Stuttgart. Bis zu diesem Zeitpunkt verkehrte die Linie 15 als letzte meterspurige Straßenbahnlinie.

Auf der Linie 15 kamen zuletzt 35 Gelenktriebwagen des Typs GT4 zum Einsatz. Die Fahrzeuge wurden Anfang 2008 überwiegend nach Rumänien verkauft. Zehn GT4 verbleiben bei den SSB, sechs Stück davon sind als Museumswagen und für Sonderfahrten (Oldtimerlinien 21 und 23) vorgesehen, vier Wagen werden als Ersatzteilspender bereitgehalten.

Oldtimerlinien[Bearbeiten]

Heute fahren in Stuttgart jeden Sonntag noch zwei Oldtimer-Straßenbahnlinien. Die Oldtimerlinie 23 verkehrt von der am 4. Juli 2009 eröffneten Straßenbahnwelt Stuttgart in Bad Cannstatt über das Nordbahnhofviertel zur Ruhbank, folgt also größtenteils dem Verlauf der ehemaligen Linie 15. Die Rundlinie 21 führt von Bad Cannstatt zum Berliner Platz und über den Hauptbahnhof zurück nach Bad Cannstatt.[2]

Die letzten Straßenbahntriebwagen vom Typ GT 4 (und ein DoT4) im denkmalgeschützten, ehemaligen Straßenbahnbetriebshof Bad Cannstatt, dem heutigen Straßenbahnmuseum Straßenbahnwelt Stuttgart

Bus[Bearbeiten]

Das Busnetz der SSB umfasst neben dem Stuttgarter Stadtgebiet auch die Nachbarstädte Sindelfingen, Leonberg, Gerlingen, Ditzingen, Korntal, Fellbach, Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt und Ostfildern. Im weiteren Umland werden folgende Städte und Gemeinden bedient: Neuhausen, Wolfschlugen, Nürtingen, Aichtal, Neckartailfingen, Schlaitdorf und Altenriet im Landkreis Esslingen sowie Walddorfhäslach im Landkreis Reutlingen. Den längsten Streckenverlauf haben die Linie 92 von Stuttgart-Mitte über Leonberg nach Heslach (41 km) und die Linie 75 von Degerloch über Bernhausen und Aich nach Walddorfhäslach (38 km).

Der Einsatz der Omnibusse erfolgt von drei Betriebshöfen aus. Ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge ist in Gaisburg48.7852777777789.2222222222222 stationiert, wo sich auch die Omnibus-Hauptwerkstatt befindet. Dieser Betriebshof besteht seit 1988, im Jahr 1997 wurde er vergrößert und löste den 1931 errichteten Betriebshof Cannstatt ab. Von hier aus werden die 40er-, 50er-, 60er- und 90er-Linien bedient. Zum Betriebshof Gaisburg gehörte früher auch ein Abstellplatz für 13 Omnibusse in Zuffenhausen. Der 1975 eröffnete Betriebshof am SSB-Zentrum in Möhringen48.7233333333339.1311111111111 ist für die 80er-Linien sowie die meisten Kurse der Linien 41, 70 und 72 zuständig. Auf den Linien 40, 42, 44 und 57 teilen sich die Betriebshöfe Gaisburg und Möhringen die Umläufe. Im seit 1957 bestehenden Betriebshof Sielmingen48.6694444444449.2316666666667 sind die Omnibusse für die 70er- und 30er-Linien untergebracht.

Auf den Vorortlinien verkehren außerdem 15 überwiegend private Omnibusunternehmen im Auftrag der SSB: Briem (35, 37, 38), Dannenmann/OVK (60, 75), Fischle (35), Kappus (94, 98), Der kleine Stuttgarter (91), Knisel (54), Melchinger (36), OVR (60, 90), Pflieger (82, 84, 91), Regiobus Stuttgart (86, 90), Ruffner (64, 66, 71), Schlienz Omnibus (36, 73), Schlienz Tours (67, 71, 73, 74, 76, 77), Weiss & Nesch (35, 37) und Wöhr Tours (98).

Buslinien[Bearbeiten]

Im Jahr 1961 wurden die Innenstadtlinen und 1978 die Vorortlinien mit Nummern versehen – bis dahin wurden die Linien mittels Buchstaben unterschieden. Die Nummerierung der Linien erfolgte dabei nach folgendem Schema: der 40er-Bereich bezeichnet Innenstadtlinien, während die Vorortlinien im Uhrzeigersinn – vom Nordosten mit den 50er-Linien bis zum Nordwesten mit den 90er-Linien – benannt werden. Die zuletzt umbenannten Filderquerlinien bilden eine Ausnahme, für sie griff man auf den ehemals von der Filderbahn verwendeten 30er-Bereich zurück.

Linie Verlauf Takt
Süd (West-Ost-Verlauf)
35 Leinfelden S2, S3 U5Echterdingen S2, S3StettenPlattenhardtBonlandenBernhausen S2SielmingenNeuhausenScharnhausenRuit U7, U8
Im Spätverkehr nur zwischen Bernhausen und Ruit.
60, 60, 60
36 Echterdingen S2, S3Bernhausen S2SielmingenNeuhausen 60, 60, 60
37 PlattenhardtBernhausen S2Sielmingen 30, 60, 60
38 MusbergOberaichen S2Unteraichen U5Leinfelden S2 U5Echterdingen S2Stetten 30, 30, 60
Mitte
40 Wagenburgstraße – Hauptbahnhof S1–S6 U5, U6, U7, U9, U12, U14, U15 – Hegelplatz – Hölderlinplatz U4 – Kräherwald – Vogelsang U2, U9 10, 10, 15
41 Berliner Platz U2, U4, U9, U14 – Feuersee S1–S6 – Marienplatz U1, U14 – Lerchenrainschule 10, 10, 15
42 Schlossplatz U5, U6, U7, U12, U15 – Eugensplatz U15Gablenberg – Ostendplatz U4Hauptbahnhof S1–S6 U5, U6, U7, U9, U12, U14, U15 – Hegelplatz – Schwabstraße S1–S6 – Erwin-Schöttle-Platz U1, U14 6/7,5/10, 10, 15
43 Killesberg U5, U12 – Doggenburg – Hegelplatz – Berliner Platz U2, U4, U9, U14Rotebühlplatz S1–S6 U2, U4, U14Charlottenplatz U2, U4, U5, U6, U7, U12, U15 – Marienplatz U1, U14 – Feuersee S1–S6 10, 10, 15
44 Killesberg U5, U12Hauptbahnhof S1–S6 U5, U6, U7, U9, U12, U14, U15Charlottenplatz U2, U4, U5, U6, U7, U12, U15 – Feuersee S1–S6Schwabstraße S1–S6Westbahnhof 10, 10, 15
45 Buchwald – Gablenberg – Ostendplatz U4 20, 20, 30
Nordost
50 Killesberg U5, U12 – Doggenburg – Kräherwald – Westbahnhof
nur Schülerverkehr
30, -, -
52 (Stammheim Korntaler Straße U15 –) NeuwirtshausZuffenhausen S4–S6RotBurgholzhofHallschlagBad Cannstatt S1–S3 U1, U2, U13
Im 10-Minuten-Verstärkerverkehr jeder zweite Bus nur zwischen Zuffenhausen Bahnhof und Bad Cannstatt Wilhelmsplatz.
10/20, 30, 30
54 Freiberg U7Mühlhausen U14Max-Eyth-See U14Neugereut U2 – Neugereut Marabustraße (– Obere Ziegelei U2Sommerrain S2, S3)
In der HVZ 10-Minuten-Takt zwischen Max-Eyth-See und Sommerrain.
20, 20, 20
55 Bad Cannstatt S1–S3 U1, U2, U13 – Hallschlag U12
– Münster Bahnhof
20, -, -
56 (Nordbahnhof S4–S6 U15 – Hallschlag –) Münster – Hallschlag – Bad Cannstatt S1–S3 U1, U2, U13Neckarpark – Wagenburgstraße
Im 10-Minuten-Verstärkerverkehr jeder zweite Bus nur bis Mercedes-Benz-Welt.
10/20, 30, 30
57 Killesberg U5, U12Pragsattel U6, U7, U13, U15Robert-Bosch-KrankenhausBurgholzhofPragsattel U6, U7, U13, U15Killesberg U5, U12
Im Spätverkehr nur ab/bis Pragsattel.
20, 20, 20
58 Schmiden – Obere Ziegelei U2 (– Sommerrain S2, S3)
In der HVZ nur bis Obere Ziegelei.
20, 30, 30
Ost
60 OeffingenSchmidenFellbach S2, S3LuginslandUntertürkheim S1 U4, U13 15/20, 20, 20
61 RotenbergUntertürkheim S1 U4, U13Obertürkheim S1 20, 20, 20
62 UhlbachObertürkheim S1Hedelfingen U9, U13Rohracker 15, 30, 30
64 Stelle U15Frauenkopf 20, 30, 30
65 Obertürkheim S1Hedelfingen U9, U13Heumaden U7, U8, U15Sillenbuch U7, U8, U15RiedenbergBirkachPlieningen Garbe U3
In der HVZ 10-Minuten-Takt zwischen Obertürkheim und Heumaden.
20, 20, 20
66 Sillenbuch Geschwister-Scholl-Gymnasium → Schemppstraße U7, U8, U15 → Kühwasen → Schemppstraße U7, U8, U15 → Geschwister-Scholl-Gymnasium 30, 30, 30
67 (Fellbach Gewerbegebiet →) Bahnhof S2, S3 → Rems-Murr-Center → Gartenstraße → Lutherkirche U1 → Rems-Murr-Center → Bahnhof S2, S3 ( → Gewerbegebiet)
nur Mo–Sa
40, 40, -
Süd (Nord-Süd-Verlauf)
70 (HoffeldDegerloch U5, U6, U8, U12 –) Ruhbank U7, U8, U15 (– Schönberg) – BirkachPlieningen U3
Mo–Fr tagsüber 10-Minuten-Takt zwischen Ruhbank und Plieningen Garbe.
20, 20, 20
71 HoffeldDegerloch U5, U6, U8, U12 (– AsemwaldSchönberg)
nur Mo–Fr, Sa/So ersetzt durch Linie 70
15
72 Möhringen U5, U6, U8, U12Fasanenhof 20, 20, 20
73 Degerloch U5, U6, U8, U12SteckfeldPlieningen U3ScharnhausenNeuhausen
In der HVZ 20-Minuten-Takt zwischen Degerloch und Plieningen Seemühlenweg.
40/60, 60, 60
74 Degerloch U5, U6, U8, U12AsemwaldBirkachPlieningen U3Bernhausen S2SielmingenWolfschlugenOberensingenNürtingen
30-Minuten-Takt zwischen Bernhausen und Nürtingen
60, 60, 60
75 Bernhausen S2 (– Bonlanden) (– Harthausen) – Aich (– SchlaitdorfHäslachAltenrietWalddorf)
Nicht über Harthausen, wenn zeitgleiche Bedienung durch Linie 809 erfolgt; im Spätverkehr abweichender Linienverlauf.
30/60, 60, 60
76 Degerloch U5, U6, U8, U12AsemwaldBirkachPlieningen U3Bernhausen S2BonlandenPlattenhardtStetten 30/60, 60, 60
77 Degerloch U5, U6, U8, U12 – EnBW-City U6Echterdingen S2StettenPlattenhardtBonlandenHarthausen
Außerhalb der HVZ 30-Minuten-Takt zwischen Echterdingen und Harthausen; HVZ-Verstärker zwischen Echterdingen und Plattenhardt.
20/60, 60, 60
78 Degerloch U5, U6, U8, U12Echterdingen Messe
nur bei großen Publikumsmessen
79 Plieningen Garbe U3 – Flughafen/Messe S2, S3 20, 20, 30
Südwest
80 Vaihingen Bahnhof (Ost) S1–S3 U1, U8, U12 → Handwerkstraße → Vaihingen Bahnhof (Ost) S1–S3 U1, U8, U12
nur Mo–Fr
81 Büsnau – Lauchhau – Vaihingen S1–S3 U1, U8, U12Rohr S1–S3Dürrlewang 10, 20, 20
82 Waldeck U1 – Dachswald – Universität S1–S3Vaihingen S1–S3 U1, U8, U12 – Rohrer Höhe – Rohr (– MusbergLeinfelden S2, S3 U5) 20, 20, 20
84 Vaihingen S1–S3 U1, U8, U12Kurmärker KaserneSindelfingen (– Spitzholz – Büsnau – Lauchhau – Universität S1–S3)
HVZ-Verstärker zwischen Vaihingen Bahnhof und Pascalstraße; Abschnitt Sindelfingen – Universität nicht sonntags und im Spätverkehr.
60, 60, 60
86 Vaihingen S1–S3 U1, U8, U12RohrMusbergLeinfelden S2, S3 U5 (– SteinenbronnWaldenbuch)
Zwischen Leinfelden und Waldenbuch Gemeinschaftverkehr mit RBS-Linie 826; Abschnitt Vaihingen – Leinfelden im Spätverkehr ersetzt durch Linie 82.
30, 30, 60
Nordwest
90 (Neuwirtshaus –) Korntal S6Weilimdorf S6 (– Weilimdorf Industriegebiet) – HausenGiebel U6 20, 30, 60
91 Feuerbach S4–S6 U6, U13Botnang U2, U9 – Forsthaus I (– Universität S1–S3 – Lauchhau – BüsnauSindelfingen Spitzholz)
Mo–Fr bis Lauchhau, in der HVZ weiter bis Sindelfingen Spitzholz, Sa/So bis Forsthaus I
30, 30, 60
92 Rotebühlplatz S1–S6 U2, U4, U14 – Feuersee S1–S6WestbahnhofSolitude – Schillerhöhe – Leonberg S6EltingenRamtelBüsnau – Lauchhau – Universität S1–S3Heslach Vogelrain U1, U14
Im Spätverkehr nur zwischen Rotebühlplatz und Leonberg Bahnhof; Sa/So tagsüber 30-Minuten-Takt zwischen Rotebühlplatz und Schillerhöhe.
30, 60, 60
94 Leonberg Blosenbergkirche – Bahnhof S6EltingenRamtel (– Waldfriedhof)
98 Ditzingen Bahnhof S6Gerlingen U6Leonberg Golfplatz 30, 60, 60
99 Zuffenhausen Bahnhof S4–S6 (– Schlotwiese) – PorscheStammheim Korntaler Straße U15 20/40, 40, 40

Nachtbus[Bearbeiten]

Die seit 1990 bestehenden Nachtbuslinien verkehren in den Nächten von Donnerstag auf Freitag, Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen. Alle Nachtbuslinien im Stadtgebiet Stuttgart (N1–10) verkehren jeweils ab der zentralen Abfahrtshaltestelle Schlossplatz und enden dort. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verkehren alle Nachtbusse um 01:20, um 02:30 und um 03:40. In den Nächten Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag verkehren zusätzliche Nachtbusse auf allen Linien um 02:00 und um 03:10.

Linie Verlauf
Stuttgart
N1 Schlossplatz → Heslach → Universität → Vaihingen → Büsnau → Schlossplatz
N2 Schlossplatz → Vogelsang → Botnang → Killesberg → Schlossplatz
N3 Schlossplatz → Feuerbach → Weilimdorf → Giebel → Gerlingen → Hausen → Weilimdorf → Feuerbach → Schlossplatz
N4 Schlossplatz → Bad Cannstatt → Münster → Hallschlag → Zuffenhausen → Stammheim → Schlossplatz
N5 Schlossplatz → Ostheim → Bad Cannstatt → Steinhaldenfeld → Neugereut → Mühlhausen → Freiberg → Rot → Burgholzhof → Nordbahnhof → Schlossplatz
N6 Schlossplatz → Untertürkheim → Fellbach → Schmiden → Oeffingen → Bad Cannstatt → Schlossplatz
N7 Schlossplatz → Ruhbank → Sillenbuch → Heumaden → Hedelfingen → Obertürkheim → Uhlbach → Untertürkheim → Ostheim → Schlossplatz
N8 Schlossplatz → Degerloch → Hoffeld → Asemwald → Birkach → Plieningen → Möhringen → Degerloch → Schlossplatz
N9 Schlossplatz → Degerloch → Sonnenberg → Möhringen → Fasanenhof → Degerloch → Schlossplatz
N10 Schlossplatz → Hauptbahnhof → Rosenbergplatz → Kaltental → Vaihingen → Degerloch → Schlossplatz

Fuhrpark[Bearbeiten]

Die SSB verfügen über rund 270 eigene Omnibusse für den Linienverkehr, etwa 70 % davon sind Gelenkbusse. Nachdem Ende 2010 die letzten Hochflurbusse des Typs Mercedes-Benz O 405 ausgemustert wurden, sind heute nur noch vollständig niederflurige Fahrzeuge im Einsatz. Im Jahr 2012 wurden die zehn niederflurigen MAN-Busse vom Typ NG363 (Baujahr 2001) ausgemustert. Seit dem besteht die Gelenkbusflotte ausschließlich aus Citaro-, bzw. CapaCity-Fahrzeugen. Momentan ist die SSB dabei, ältere Fahrzeuge des Typs MAN NG 263, sowie Citaro G auszumustern. So wurden im Februar 2013 bereits 4 alte Gelenkzüge nach Dresden verkauft.

Anzahl Modell Wagennummer Baujahr Bemerkung
70 Mercedes-Benz Citaro G 7046–7100, 7111–7129 2002–2006 Gelenkbus, 18 Meter, 3 Türen
84 Mercedes-Benz Citaro G Facelift 7130–7213 2007–2013 Gelenkbus, 18 Meter, 3 Türen
12 Mercedes-Benz Citaro GDH 7541–7552 2010-2013 Gelenkbus, 18 Meter, 3 Türen, Hybridantrieb
2 Mercedes-Benz Citaro C2G 7539–7540 2011 Gelenkbus, 18 Meter, 3 Türen
33 Mercedes-Benz Citaro 5150–5182 2003–2006 Solobus, 12 Meter, 2 Türen
26 Mercedes-Benz Citaro Facelift 5183–5208 2007–2010 Solobus, 12 Meter, 2 Türen
3 Mercedes-Benz Citaro BZH 5501–5503 2013 Solobus, 12 Meter, 3 Türen, Brennstoffzellen-Hybridantrieb
3 Mercedes-Benz Citaro 2 Euro6 5104-5106 2013 Solobus, 12 Meter, 2 Türen
26 MAN NL 313 5112–5137, 2001, Solobus, 12 Meter, 2 Türen
4 MAN NL 313 Lion’s City 5138–5141 2008 Solobus, 12 Meter, 2 Türen
9 Mercedes-Benz CapaCity 7701–7709 2007, 2010 Gelenkbus, 19,5 Meter, 3 Türen
3 Mercedes-Benz Integro 7906–7908 2010 Stadtrundfahrten Stuttgart-Tour

Als erstes Unternehmen in Deutschland setzen die SSB seit August 2008 vierachsige Gelenkbusse vom Typ Mercedes-Benz CapaCity ein.[3] Sie besitzen nicht wie in der CapaCity-Standardausführung vier, sondern nur drei Türen. Eingesetzt werden sie auf der stark frequentierten Linie 42. Den ersten vier Fahrzeugen folgten 2010 weitere vier Busse, ebenso wurden in diesem Jahr fünf Citaro-Gelenkbusse mit diesel-elektrischem Hybridantrieb beschafft.[4] Seit Ende 2011 sind bei der SSB zwei neue Gelenkbusse des Typs „Citaro 2“ anzutreffen – Anfang 2013 kamen 3 weitere Fahrzeuge dieses Typs in Soloausführung und mit EURO6-Motor hinzu.

Seit März 2014 kommen in Stuttgart im Zuge des Projekts S-Presso (Stuttgarter Praxiserprobung von wasserstoffbetriebenen Omnibussen) vorerst drei, später vier Wasserstoffhybrid-Busse des Typs Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid zum Einsatz. Mit den Wagen dieser Kleinserie soll in mehreren europäischen Städten die Praxistauglichkeit des Brennstoffzellenantriebs in Linienbussen erprobt werden. Der Testeinsatz ist in Stuttgart auf den Linien 65 und 79 vorgesehen.

2013 und 2014 wurden die ersten Citaro G aus den Jahren 2000 und 2001 ausgemustert. (7018-7045) Heute fahren die Busse teilweise in Dresden, Berlin, Hannover, usw.

Killesbergbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Killesbergbahn

Zum 1. Januar 2011 hat die SSB vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt Stuttgart die Killesbergbahn übernommen, eine Parkeisenbahn im Killesbergpark. Als reine Parkeisenbahn mit nur einer Haltestelle ist sie nicht in den Verkehrsverbund eingebunden.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Anteilseigner der Stuttgarter Straßenbahnen AG sind die Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (SVV) mit 90 % und die Landeshauptstadt Stuttgart mit 10 %. Da die Landeshauptstadt Stuttgart die alleinige Gesellschafterin der SVV ist, verfügt sie insgesamt über 100 % der Aktien der Stuttgarter Straßenbahnen AG.

Hintergrund dieser Konstruktion waren steuerliche Gründe, da früher unter dem Dach der SVV die SSB AG und die Technischen Werke der Stadt Stuttgart (TWS) gebündelt waren. Somit konnten Erträge der TWS auf die verlustreiche SSB umgeschichtet werden. Mit der Auflösung der TWS wurde die SVV mit einem Vermögen von rund 500 Mio. EUR ausgestattet. Die Kapitalerträge der SVV finanzieren noch heute die Verluste der SSB, so dass ein Verlustvortrag nicht über den städtischen Haushalt der Stadt Stuttgart ausgeglichen werden muss.

Bis 2009 waren noch die Erben der ehemaligen Filderbahn-Eigentümer mit 0,01 % an der SVV beteiligt. Die Stadt Stuttgart übernahm deren Anteile, um als Alleininhaberin die Verkehrsleistungen im Stadtgebiet Stuttgart weiterhin direkt, also ohne Ausschreibungspflicht, an die SSB vergeben zu können (sog. Inhouse-Vergabe).

Zu den Beteiligungen der Stuttgarter Straßenbahnen AG zählen die Touristiktochter SSB Reisen GmbH (100 %), der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (26 %) und die END Verkehrsgesellschaft (12,5 %).

Geschichte[Bearbeiten]

Elektrischer Straßenbahnwagen der ersten Generation auf der Rundbahn
Zweietagiges Depot am Marienplatz (1898)
Dieses Logo der SSB, das 1998 durch das aktuelle Firmenzeichen ersetzt wurde, ist heute noch auf zahlreichen Fahrzeugen und betrieblichen Anlagen zu finden.

Die Geschichte der Stuttgarter Straßenbahnen reicht bis zum 7. April 1868 zurück, als die Stuttgarter Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft (SPE) gegründet wurde, die ab dem 29. Juli 1868 eine normalspurige Pferdebahn betrieb. Die Neue Stuttgarter Straßenbahngesellschaft Lipken und Cie. (NSS) richtete 1886 eine weitere, meterspurige Pferdebahn ein. Drei Jahre später, am 27. Februar 1889, fusionierten die SPE und die NSS zur Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Als einheitliche Spurweite wählte man die Meterspur – vor allem wegen der Topographie der Stadt. Nach ersten Versuchen 1892 erfolgte 1895 die Elektrifizierung des Streckennetzes. Ab 1912 betrieben die SSB dann im Auftrag der Eßlinger Städtischen Straßenbahn (ESS) auch die 1944 stillgelegte Straßenbahn Esslingen am Neckar.

Im Jahre 1919 wurde die Cannstatter Straßenbahn GmbH von den SSB übernommen. 1920 folgte eine von der Stadt Stuttgart finanzierte Gleisverbindung am Bopser, sie verband die Neue-Weinsteige-Linie der Filderbahn mit dem Netz der SSB. Durch die Umrüstung von fünf Filderbahn- und acht SSB-Triebwagen sowohl mit Schleifbügel- als auch mit Rollenstromabnehmer wurde ein durchgehender Verkehr von Stuttgart nach Degerloch über die Neue Weinsteige ermöglicht. Im folgenden Jahr übernahmen die SSB die Betriebsführung der Filderbahn.

Das Meterspurnetz im Großraum Stuttgart erreichte 1929 durch die neu eingerichteten Gleisverbindungen zur Filderbahn in Vaihingen und zur Städtischen Straßenbahn Feuerbach (SSF) sowie durch die Eröffnung der Neuhausener Zweigstrecke der Straßenbahn Esslingen–Nellingen–Denkendorf die größte Ausdehnung in seiner Geschichte. An deren Betreibergesellschaft, die seit 1978 als END Verkehrsgesellschaft firmiert, sind die SSB noch bis heute mit 12,5 Prozent beteiligt.[5] Am 30. Oktober 1929 wurde die Standseilbahn zum Waldfriedhof in Betrieb genommen. 1934 erfolgte die Übernahme von Filderbahn-Gesellschaft und SSF durch die SSB.

Wie vielen andere deutsche Städten untersuchte man in den 1930er-Jahren auch in Stuttgart die Einführung von Oberleitungsbussen. Ende 1939 führten die SSB hierzu auf der Straßenbahnstrecke Westbahnhof–Charlottenbuche Versuchsfahrten mit einem geliehenen Oberleitungsbus durch. Bei diesen Testfahrten war nur eine der beiden Stromabnehmerstangen an der einpoligen Straßenbahn-Oberleitung angelegt. Der Rückstrom zwischen der abgezogenen zweiten Stange und den Rillenschienen erfolgte über ein Kabel. Der Versuch verlief positiv, jedoch verhinderten die Kriegsereignisse eine Einführung des neuen Verkehrsmittels. Zudem wäre die Investition in das Oberleitungsnetz nicht wirtschaftlich gewesen wären.[6][7]

Nach der Umstellung der Esslinger Straßenbahn auf Oberleitungsbus-Betrieb übernahmen die SSB 1944 den größten Teil der Fahrzeuge und gliederten sie in ihr Fahrzeugschema ein. Der Oberleitungsbus Esslingen am Neckar erreicht seither Stuttgart-Obertürkheim, er wurde bis 1950 auch durch die SSB betrieben. Im Gegenzug entfiel 1944 die Gleisverbindung zwischen dem Stuttgarter Straßenbahnnetz und dem Netz der END.

1953 führten die SSB erste Versuche mit sechsachsigen Großraumtriebwagen durch, die allerdings nicht befriedigten. Im folgenden Jahr wurden die ersten von der Maschinenfabrik Esslingen gebauten Ganzstahl-Zweiachser des Typs T2 in Betrieb genommen, die letzten zweiachsigen Straßenbahnen in Stuttgart (im Liniendienst bis 1976). 1955 wurde die komplette Fahrzeugflotte von Rollen- auf Scherenstromabnehmerbetrieb umgestellt und die Fahrleitung entsprechend angepasst.

Die Auslieferung der ersten Serie der Straßenbahn-Gelenktriebwagen GT4 erfolgte 1959. Bis 1963 wurden 350 Fahrzeuge dieses Typs an die SSB geliefert, von denen vor Einstellung des Straßenbahnbetriebs Ende 2007 noch 35 Fahrzeuge im Linieneinsatz standen.

1961 wurde die Linie 3 als erste innerstädtische Straßenbahnlinie komplett auf Omnibusbetrieb (Linie 41) umgestellt, in den folgenden Jahren wurde das Netz immer weiter gestrafft und ausgedünnt.

Am Charlottenplatz begannen 1962 die Bauarbeiten für die erste Tunnelstrecke, die 1966 in Betrieb genommen wurde.

1964 wurden 70 Wagen des Typs T2 zu Doppeltriebwagen mit Mittelteil vom Typ DoT4 umgebaut. Diese blieben noch bis etwa 1983 im Liniendienst. Anschließend hat man 6 Exemplare für je einen Meterspur-Betriebshof zum Unfall-Gerätetriebwagen umgebaut die dort bis zur Stilllegung des jeweiligen Standorts auf diese Weise genutzt wurden.

Von 1965 bis 1975 kamen auf zwei Außenbuslinien Anderthalbdecker-Omnibusse des Typs Mercedes-Benz O 317 zum Einsatz.

1972 verlor durch die Einstellung des westlichen Teils der Linie 8 durch Schwab- und Rosenbergstraße mit dem Schwabtunnel im Stuttgarter Westen der seinerzeit erste Straßenbahntunnel Stuttgarts diese Funktion und ist seither wieder ein reiner Straßentunnel. Durch den neuen Tunnel zwischen Charlottenplatz und Stöckach wurde außerdem der nordöstliche Teil dieser Linie zwischen Sängerstraße und Ostendplatz mit dem steilsten Streckenabschnitt Stuttgarts in der Werfmershalde vom Restnetz abgehängt und auf Omnibusbetrieb umgestellt.

1976 wurden die Straßenbahnstrecken zum Killesberg und zur Doggenburg (Linie 10) durch den neuen Tunnel Heilbronner Straße vom Restnetz abgehängt und trotz zuvor durchgeführter, positiv verlaufener Messfahrten für einen möglichen GT4-Einsatz auf Omnibus (damals Linie 43) umgestellt.

Mit der Gründung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) im Jahr 1978 wurden die SSB in diesen eingebunden. Die Außenbuslinien erhielten Zahlen anstatt der bisher üblichen Buchstaben zur Linienkennung. Der letzte oberirdische Straßenbahnverkehr auf dem Schlossplatz und der oberen Königstraße sowie die Strecken nach Gablenberg (Linie 8) und zum Leipziger Platz (Linie 21) wurden eingestellt. Die SSB gaben die Betriebsführung der auf Omnibus umgestellten END-Straßenbahnlinien an den Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen am Neckar (SVE) ab.

Seit 1979 gibt es automatische Haltestellenansagen, die bis heute von Dorothee Roth gesprochen werden.[8][9]

Im Jahre 1980 setzten die SSB mit dem zum Partywagen 999 umgerüsteten DoT4 929 ein damals in Deutschland noch neuartiges Sonderfahrzeug ein, das von jedem gemietet werden konnte und sich großer Beliebtheit erfreute. Nach seinem Vorbild führten später auch andere Verkehrsbetriebe entsprechende Party- oder Restaurantsonderwagen ein.

1981 entfiel die Parallelstrecke Spitta-/Forststraße der Linien 2 und 9 im Stuttgarter Westen (die Züge verkehren seitdem in beiden Richtungen durch die Bebelstraße) mit der zugehörigen Kurve Herder-/Bebelstraße, die durch die neue Schleife Vogelsang ersetzt wurde. Diese war der letzte für GT4 nicht geeignete Abschnitt im Stuttgarter Streckennetz. Die Triebwagen des Typs DoT4 verloren so mit der Linie 2 ihre letzte Stammlinie.

1983 wurde mit der Haltestelle Rotebühlplatz der bisher letzte Tunnelabschnitt in der Innenstadt eröffnet. Dabei wurde nach 12 Jahren die provisorische Rampe am Wilhelmsbau abgelöst und 5 Jahre nach Eröffnung der nahegelegenen unterirdischen S-Bahn-Haltestelle Stadtmitte, deren Bauvorleistung zur unterirdischen Überquerung des S-Bahntunnels genutzt und die darüber liegende unterirdische Rotebühlpassage (Fußgänger-/Einkaufspassage) an die Stadtbahnhaltestelle angebunden.

Der Abschnitt Möhringen–Plieningen der Linie 3 (vor 1978 Linie 31 bzw. 32) wurde ab 1983 mit normalspurigen Stadtbahntriebwagen DT 8 der Vorserie (DT 8.1 bis DT 8.3) bedient, der planmäßige Einsatz des Triebwagentyps DoT4 und der zweiachsigen Beiwagen dafür endgültig beendet. 1985 wurde mit der Linie 3 dann die erste meterspurige Straßenbahnlinie auf normalspurigen Stadtbahnbetrieb umgestellt.

Im Frühjahr 1986 erfolgte die Umstellung der Linie 1 (Vaihingen–Fellbach) und im Sommer der Linie 14 (Heslach–Mühlhausen) auf Stadtbahnverkehr. Damit fuhren nun auch Stadtbahnwagen in der Stuttgarter Innenstadt. Jedoch entfielen dadurch die Gleisschleifen durch die Fellbacher Innenstadt und durch Vaihingen sowie die Strecke Vaihingen–Rohr.

Die Inbetriebnahme des Tunnels Neue Weinsteige im Straßenbahn-Vorlaufbetrieb bedeutete 1987 das Ende für die bisherige Panoramastrecke, die allerdings auch zunehmend ein Verkehrshindernis dargestellt hatte. In Feuerbach ersetzte eine neue Trasse entlang des Triebwegs die alte Strecke der Linien 6 und 13 durch die Steiermärker Straße.

1988 wurde die Volksfestlinie (später U11) zum Cannstatter Wasen erstmals mit Stadtbahnfahrzeugen bedient.

Durch die Umstellung der Linie 9 (Hedelfingen–Vogelsang) entfiel 1989 die bisherige Wangener Ortsdurchfahrt, stattdessen verkehrt sie nun wie die Linien 4 und 13 über das Gleisdreieck Wasenstraße.

1990 wurden mit den Talquerlinien U5 (Freiberg–Leinfelden) und U6 (Feuerbach–Möhringen) erstmals zwei neue Stadtbahnlinien gleichzeitig in Betrieb genommen und mit der Verstärkerlinie 16 (Gerlingen–Heumaden) sogar eine frühere Straßenbahnlinie vorübergehend wiederbelebt. Dennoch erreichte mit der aus heutiger Sicht übereilten Einstellung der Strecken Leinfelden–Echterdingen (Linie 6) und Vaihingen–Rohr (Linie 1; bereits 1986 stillgelegt) die Ausdünnung des Netzes ihren absoluten Höhepunkt.

Nachdem die Linie U6 nach Fertigstellung des Weilimdorfer Tunnels 1992 bis Giebel verlängert wurde, verkehrte sie 1993 erstmals bis zur Stadtgrenze Gerlingens. Die neu eingeführte U7 (Killesberg–Degerloch) fuhr 1993 als erste Linie in Doppeltraktion. Die bisherige Außenbuslinie A zum Flughafen wurde, bedingt durch den S-Bahn-Ausbau, eingestellt. Nach der Eröffnung des Busbahnhofs Degerloch enden die meisten Filder-Überlandbuslinien nun anstatt am Hauptbahnhof bereits am Kesselrand. Durch die vollständige Integration aller ÖPNV-Linien Stuttgarts und der angrenzenden Landkreise in den VVS entfiel 1993 außerdem die bisherige Verbundstufe II für Zeitkarteninhaber. 1993 wurde für die IGA 1993 in Stuttgart eine Straßenbahnsonderlinie vom Cannstatter Wasen (Schleife Neckarstadion) zum Ausstellungsgelände am Rosensteinpark betrieben. Hierfür wurde eigens eine Schleife im Rosensteinpark errichtet, die anschließend wieder abgebaut wurde.

1994 erreichte die Stadtbahn (Linien U4 und U9) Botnang, dafür fiel der Abschnitt Untertürkheim–Obertürkheim dem Ausbau der Linie 4 zum Opfer.

Im Herbst 1997 wurde die Linie 13 auf Stadtbahnbetrieb umgestellt, vorerst von Feuerbach bis zur Schlotterbeckstraße in Untertürkheim, ein halbes Jahr später folgte die Reststrecke bis Hedelfingen.

Nach der Eröffnung des Waldautunnels 1998 fuhr die Stadtbahnlinie U7 vom Killesberg aus nicht mehr nach Degerloch, sondern zur Haltestelle Ruhbank (Fernsehturm). 1999 hielt mit dem DT 8.10 die nächste Generation der Stadtbahnfahrzeuge Einzug. Im gleichen Jahr wurden die Streckenabschnitte Mühlhausen–Neckargröningen (U14) und Ruhbank–Heumaden (U7) eröffnet. Die Linie 15 fuhr dafür statt bis Heumaden nur noch bis Ruhbank.

Ein Jahr später, im Herbst 2000, ging die Filderstrecke zwischen Heumaden und Nellingen in Betrieb. Die neu eingerichtete U8 verkehrt seither über das zuvor nur betrieblich genutzte Gleisdreieck Weinsteige–Waldau von Vaihingen nach Nellingen.

2002 wurde die Linie U2 in zwei Abschnitten zwischen Hölderlinplatz und Hauptfriedhof eröffnet und in der Folge der Einsatz von nicht modernisierten GT4-Triebwagen offiziell beendet.

Im Jahr 2005 erfolgten die Streckenverlängerungen Hauptfriedhof–Neugereut (U2) und Freiberg–Mönchfeld (U5). Mit der Auslieferung der vorerst letzten Stadtbahnen (Typ DT 8.11) befinden sich 164 Stadtbahnfahrzeuge im Besitz der SSB. Außerdem wurden die Liniennummern- und Zugzielanzeigen der Stadtbahnen und Busse von Rollbändern auf LED-Anzeigen umgestellt.

Am 8. Dezember 2007 endete mit der Umstellung der Linie 15 auf Stadtbahnbetrieb die Ära der Straßenbahn in Stuttgart.

Am 12. Dezember 2010 fand ein Streckentausch zwischen U2 und U4 statt. Die U2 bedient jetzt den Abschnitt vom Berliner Platz (Hohe Straße) nach Botnang und die U4 den Abschnitt vom Berliner Platz (Hohe Straße) bis zum Hölderlinplatz. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Linie U6 vom Möhringer Bahnhof zum Gewerbegebiet Fasanenhof Ost verlängert, die neue U12 in Betrieb genommen und die Nordäste der Linien U5 und U7 vertauscht. Die U5 endet nun am Killesberg und stattdessen verkehrt die U7 nach Mönchfeld. Die neue Linie U12, die zwischen dem Killesberg und Vaihingen fährt, füllt die Taktlücke der U5, die nur noch alle 20 Minuten verkehrt, und gleicht die wegfallenden Fahrten der früheren U6 zwischen Möhringen und Vaihingen aus.

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 erfolgt die Inbetriebnahme des letzten Teilstücks der U15 zwischen Zuffenhausen Kelterplatz und Stammheim.

Alte Linienführungen[Bearbeiten]

Es werden nur regulär verkehrende Linien aufgeführt. Es gab noch Sonderlinien (z. B. 1E, 2E, …), die nur in der Hauptverkehrszeit oder an Sonn- und Feiertagen verkehrten.

Juli 1932
Linie Linienführung der Straßenbahn
1 Fellbach – Cannstatt – Berg – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Heslach – Vaihingen – a) Krehlstraße / – b) Rohr (nur jeder zweite Zug)
2 Gablenberg Schule – Ostheim – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Leipziger Platz – Westbahnhof – Charlottenbuche
3 Marienplatz – Zahnradbahnhof – Olgastraße – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Silberburgstraße – Marienplatz
4 Untertürkheim – Gaisburg – Ostendplatz – Charlottenplatz – Wilhelmsbau – Hölderlinplatz
5 Degerloch West – Neue Weinsteige – Bopser – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Pragsattel – Zuffenhausen Rbhf.
6 Schreiberstraße – Rosenbergstraße – Hegelplatz – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Tübinger Straße – Schreiberstraße
7 Bopser – Wilhelmsplatz – Wilhelmsbau – Hegelplatz – Herdweg – Doggenburg
8 eingestellt
9 eingestellt
10 Sillenbuch – Ruhbank – Ruhbank – Alexanderstraße – Charlottenplatz – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Birkenwaldstraße – Kunstgewerbeschule
11 eingestellt
12 Wangen – Untertürkheim – Cannstatt Rbhf. – Rosensteinbrücke – Hallschlag
13 Cannstatt Rbhf. – Rosensteinbrücke – Pragwirtshaus – Feuerbach Rbhf. – Rosenstraße
14 Wilhelmsbau – Hauptbahnhof/Eßlinger Straße – Berg – Wilhelma – Münster
15 Pragwirtshaus – Hauptbahnhof – Schloßplatz – Charlottenplatz – Heslach Seilbahn
16 Degerloch – Bopser – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Pragwirtshaus – Feuerbach Rbhf. – Rosenstraße
17 eingestellt
18 Botnang – Kräherwald – Schloßplatz – Charlottenplatz – Wagenburgstraße – Gablenberg Schule
19 eingestellt
20 Vogelsang – Schloßstraße – Lautenschlagerstraße – Hauptbahnhof – Gablenberg
21 Leipziger Platz – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Berg – Cannstatt Rbhf. – Kursaal – Obere Ziegelei
22 Wiesenstraße – Cannstatt – Rosensteinbrücke – Hallschlag
23 Feuerbach Rbhf. – Weil im Dorf / Gerlingen
24 eingestellt
25 Schloßplatz – Neckarstraße – Hackstraße – Schlachthof – Wangen – Untertürkheim – Obertürkheim
26 Schloßplatz – Neckarstraße – Hackstraße – Schlachthof – Wangen – Hedelfingen – Obertürkheim – Mettingen – Eßlingen – Obereßlingen
Seilbahn Südheimer Platz – Waldfriedhof Heslach
Linie Linienführung der anderen Straßenbahnbetriebe in Stuttgart und Esslingen am Neckar
SFB Stuttgart Zahnradbahnhof – Alte Weinsteige – Degerloch Zahnradbahnhof
SFB Degerloch – Möhringen – Landhaus – Plieningen – Hohenheim
SFB Degerloch – Möhringen – Vaihingen
SFB Degerloch – Möhringen – Unteraichen – Leinfelden – Echterdingen
26 Obereßlingen – Eßlingen – Mettingen – Obertürkheim (Eßlinger Städtische Straßenbahn)
27 Eßlingen Rbhf. – Obereßlingen (Eßlinger Städtische Straßenbahn)
END Eßlingen – Nellingen – Denkendorf
END Eßlingen – Nellingen – Scharnhausen – Neuhausen
SSF Feuerbach Rbhf. – Weil im Dorf – Weil im Dorf Rathaus / Gerlingen
Linie Linienführung der Omnibusse
A Paulinenstraße – Schloßplatz – Hauptbahnhof – Berg – Cannstatt – Kursaal
P Stöckach – Pragfriedhof – Wolframstraße
S Untertürkheim – Luginsland – Fellbach
H Degerloch – Birkach – Hohenheim
B Stuttgart Alter Postplatz – Südheim – Vaihingen – Mönchsbrunnen – Sindelfingen Rathaus
EF Fellbach – Waiblingen – Stetten (– Eßlingen Rathaus)
K Sillenbuch – Kemnat
L Stuttgart Alter Postplatz – Westbahnhof – Forsthaus I – Forsthaus II – Solitude – Schillerhöhe – Leonberg
M Stuttgart Alter Postplatz – Südheim – Schatten – Glemseck – Eltingen – Leonberg
N Degerloch – Plieningen – Bernhausen – Sielmingen – Wolfschlugen – Nürtingen
R Uhlbach – Obertürkheim
U Sillenbuch – Heumaden – Ruit – Scharnhausen
Reichspost Stuttgart Postamt 1 (Fürstenstraße) – Degerloch – Möhringen – Echterdingen – Steinenbronn – Waldenbuch – Dettenhausen – Bebenhausen – Lustnau – Tübingen Postamt 1

Der Omnibusverkehr wurde von der Autoverkehrsverband Stuttgart GmbH (B, EF, K, L, M, N, R, U), der Stuttgarter Straßenbahnen AG (A, P, S), der Städtischen Filderbahn Stuttgart (H) und der Deutschen Reichspost durchgeführt.

Musik[Bearbeiten]

Ein musikalisches Denkmal an die Stuttgarter Straßenbahn setzte der schwäbische Musiker Wolle Kriwanek. In Stroßaboh, einem seiner bekanntesten Lieder, geht es um seinen letztlich vergeblichen Versuch, den letzten Zug der Linie 5 nach Stammheim (heute Linie U15) zu erreichen („I muaß dia Stroßaboh no kriaga“).

Literatur[Bearbeiten]

  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer, Claude Jeanmaire: Stuttgarter Straßenbahnen. Verlag Eisenbahn, Villigen/Schweiz 1976, ISBN 3-85649-026-4.
  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer, Claude Jeanmaire: Die Fahrzeuge der Stuttgarter Straßenbahnen. Verlag Eisenbahn, Villigen/Schweiz 1979, ISBN 3-85649-033-7.
  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer, Claude Jeanmaire: Straßenbahnen um Stuttgart. Verlag Eisenbahn, Villigen/Schweiz 1984, ISBN 3-85649-047-7.
  • Nikolaus Niederich: Stadtentwicklung und Nahverkehr. Stuttgart und seine Straßenbahnen 1868 bis 1918. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 79. Klett-Cotta, Stuttgart 1998, ISBN 3-608-91995-3.
  • Gottfried Bauer, Ulrich Theurer: Von der Straßenbahn zur Stadtbahn Stuttgart 1975–2000. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2000, ISBN 3-00-006615-2.
  • Gottfried Bauer: Straßenbahnen in Stuttgart. Verlag Geramond, München 2003, ISBN 3-7654-7188-7.
  • Hans-Joachim Knupfer: Hoch über Heslach – Die Stuttgarter Seilbahn. 75 Jahre Technik- und Verkehrsgeschichte. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2004, ISBN 3-00-013868-4.
  • Hans-Joachim Knupfer: Gelber Klassiker. Der GT 4 – Stuttgarts Straßenbahnwagen für fünf Jahrzehnte. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-9811082-0-0.
  • Hans-Joachim Knupfer: Die Bahn zur schönen Aussicht. Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-9811082-2-4.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stuttgarter Straßenbahnen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wolfgang Schulz-Braunschmidt: Die SSB stellen sich auf magere Jahre ein. In: Stuttgarter Zeitung. 70, 2. Juli 2014, S. 19 (online).
  2. Stuttgart Historisch Straßenbahnen: Fahrzeiten der Oldtimerlinien 21 und 23
  3. Stuttgarter Straßenbahnen testen Bus im XXL-Format
  4. Mit Hybridantrieb elektrisch unterwegs
  5. Geschichte der END auf www.end-verkehr.de
  6. Von der Pferdebahn zur Stadt- und S-Bahn – Der öffentliche Nahverkehr im Stuttgarter Westen, Gottfried Bauer, erschienen in Von der Gründerzeit zur Gegenwart – Beiträge zum Stuttgarter Westen, Chronik-Verlag Frank-Michael Bräuchle, Stuttgart, 1984
  7. Dem Obus soll die Zukunft gehören von Diplom-Ingenieur (Elektrotechnik) Ronald Kiebler
  8. Dorothee Roth: KVV-Stimme. ka-news, 7. Dezember 2005, abgerufen am 11. November 2011.
  9. Frank Rothfuss: Die Stimme Stuttgarts. Stuttgarter Nachrichten, 21. August 2009, abgerufen am 11. November 2011.

48.7238888888899.1302777777778Koordinaten: 48° 43′ 26″ N, 9° 7′ 49″ O