Schloss Alterlaa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schloss Alterlaa, Straßenfront (2006)
Schloss Alterlaa

Das Schloss Alterlaa, auch Schloss Erlaa, ist ein Schloss im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Erlaa (um 1900)

Der Herrschaftssitz Erlaa wurde 1244 erstmals urkundlich erwähnt. Wie auf einem Stich von Georg Matthäus Vischer aus dem Jahr 1672 ersichtlich, war die Anlage im 17. Jahrhundert bereits zu einem großen vierflügeligen Schloss ausgebaut. Die Schlosskapelle wurde 1726 durch den Wiener Erzbischof Sigismund von Kollonitz geweiht. Zu dieser Zeit war Alterlaa im Besitz der Grafen von Seillern. 1765 erwarb Georg Adam von Starhemberg das Schloss. Von 1766 bis 1770 wurde es vermutlich nach Plänen des Hofarchitekten Nikolaus Pacassi im spätbarock-klassizistischen Stil umgebaut. Unter Georg Adam von Starhemberg erfolgte auch die Anlage des Schlossparks. 1805 und 1809 waren die Truppen Napoléon Bonapartes und 1848 jene von Joseph Jelačić von Bužim im Schloss einquartiert. In einem Teil des Schlosses befand sich nach 1880 ein Privatspital für arme Kranke. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts war die Liegenschaft Eigentum von Herzog (Anton Günther Friedrich) Elimar von Oldenburg (1844–1895)[1] (Sohn von August I. Großherzog von Oldenburg), von dem sie (nach dessen im Schloss erfolgten Ableben) an die Witwe (morganatisch) Freiin Nathalie Vogel von Friesenhof und Brogyan (1854–1937) ging.[Anm. 1]

1918 kam das Schloss Alterlaa an den Gutsbesitzer Hans Brenner von Felsach, dessen Nachfahren noch heute die Eigentümer des Schlosses sind. 1919/20 erfolgte ein weiterer Umbau, im Zuge dessen der Vordertrakt und die Schlosskapelle demoliert und unter anderem der Ehrenhof und die Mauer an der Frontseite angelegt wurden.[2]

Lage und Architektur[Bearbeiten]

Hauptgebäude[Bearbeiten]

Vergessenes Denkmal

Das Schloss befindet sich an der Erlaaer Straße 54 zwischen dem alten Ortskern des heutigen Bezirksteils Erlaa und dem in den 1970er und 1980er Jahren erbauten Wohnpark Alt-Erlaa. Zum Schloss führt eine in Richtung des kaiserlichen Schlosses Schönbrunn ausgerichtete und unter Naturschutz stehende Kastanien-Allee, die heutige Gregorygasse. Das zweigeschossige Hauptgebäude besitzt ein hohes Walmdach und zwei um einen Ehrenhof gruppierte Seitenflügel. Am Mitteltrakt befindet sich sowohl auf der dem Ehrenhof als auch auf der dem Schlosspark zugewandten Seite eine Freitreppe. Im Erdgeschoß sind Kreuzgratgewölbe aus der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert erhalten. Die Holzvertäfelungen in einigen Räumen des Obergeschoßes stammen aus der Zeit um 1770 und weisen Rocaille-Schnitzereien auf.[3]

Schlosspark[Bearbeiten]

Der weitläufige Erlaaer Schlosspark schließt im Süden an das Hauptgebäude an. Er geht auf einen um 1770 angelegten englischen Landschaftsgarten zurück, der trotz einer Umgestaltung im 19. Jahrhundert in seiner Grundstruktur erhalten ist und zu den ältesten Parkanlagen dieser Art in Wien zählt. Im Park befinden sich künstlich angelegte Wasserläufe mit stufenförmigen Wasserfällen (Kaskaden) und einer Grotte. Eine künstliche Ruine, ein Rundtempel, mehrere Steinbänke und Reste von Brücken gehen ebenfalls auf das 18. Jahrhundert zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag über Alt Erlaa auf Burgen-Austria
  2. Ferdinand Opll: Liesing: Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Jugend und Volk, Wien 1982, ISBN 3-7141-6217-8, S. 27–31; S. 90
  3. Dehio-Handbuch Wien. X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk. Hrsg. v. Bundesdenkmalamt. Anton Schroll, Wien 1996, ISBN 3-7031-0693-X, S. 701

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Alterlaa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Diese Herzogin von Oldenburg überließ zur Nutzung Teile des Schlosses dem (1878 von Prag nach Wien gekommenen) Komponisten/Pianisten Anton Rückauf (1855–1903), der am 19. September 1903 auf der Liegenschaft verstarb. – Siehe: I(ngrid) Fuchs: Rückauf, Anton. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 9. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1988, ISBN 3-7001-1483-4, S. 319. sowie Kleine Chronik. (…) † Anton Rückauf. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 14033/1903, 21. September 1903, S. 7 Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.

48.14777777777816.306388888889Koordinaten: 48° 8′ 52″ N, 16° 18′ 23″ O