Schloss Neuhardenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Schloss Neuhardenberg liegt in der gleichnamigen Gemeinde Neuhardenberg im Landkreis Märkisch-Oderland im Bundesland Brandenburg.

Panorama Schloss Neuhardenberg


Schloss Neuhardenberg 2012
Schloss Neuhardenberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Denkmal für Friedrich II.
Orangerie des Schlosses Neuhardenberg 2011

Schloss Neuhardenberg[Bearbeiten]

Wann mit dem Bau des Schlosses begonnen wurde, ist nicht ganz klar: Möglicherweise 1786, das heißt im Todesjahr Friedrichs des Großen, möglicherweise aber auch schon früher, denn laut Theodor Fontane (in Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 2) soll Friedrich der Große bemerkt haben, »Er baut ja ein Schloss! Er will ja hoch hinaus!«, woraufhin Joachim Bernhard von Prittwitz auf die Beletage verzichtet haben soll und es bei einer eingeschossigen Dreiflügelanlage mit hohem Mansarddach beließ. An der Innenausstattung war Carl Gotthard Langhans beteiligt. 1792 wurde im Park nach Entwürfen von Johann Wilhelm Meil (1733–1805) ein Denkmal für Friedrich den Großen errichtet.

Joachim Bernhard von Prittwitz, Rittmeister der Zietenschen Husaren, hatte den Herrensitz Quilitz, wie er damals hieß, am 18. April 1763 als Dank für die Rettung Friedrichs in der Schlacht bei Kunersdorf (1759) als königliche Dotation erhalten. Wenig später begannen die Schlossarbeiten. 1811 wurde Quilitz wieder an die königliche Krone zurückverkauft.

Am 11. November 1814 gab König Friedrich Wilhelm III. von Preußen Ort und Schloss als königliche Dotation seinem im Juni desselben Jahres in den Fürstenstand erhobenen Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg. 1820–23 baute Karl Friedrich Schinkel das ursprünglich barocke Schloss klassizistisch um; dabei wurde das Schloss um ein zweites Stockwerk aufgestockt. Ort und Schloss erhielten den Namen Neu-Hardenberg. Die Umgestaltung des anschließenden Landschaftsgartens besorgte 1821 Hermann von Pückler-Muskau unter Mitwirkung von Peter Joseph Lenné.

Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Carl-Hans Graf von Hardenberg enteignet. Diese Enteignung wurde 1945 bei der sozialistischen Bodenreform bestätigt. Bis Mitte der 1970er Jahre diente das Schloss als Schulgebäude, danach war es ungenutzt. In den 1980er Jahren wurde das Schloss aufwendig rekonstruiert. 1996 erhielt die Familie von Hardenberg das Schloss mit seinem Park rückübertragen. Sie verkaufte es 1997 an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband, dieser gründete für den Betrieb des Schlosses sowie den Veranstaltungsbetrieb die hundertprozentige Tochtergesellschaft Stiftung Schloss Neuhardenberg. Nach ausgedehnten Renovierungsarbeiten wurde es am 8. Mai 2002 in Anwesenheit des Bundespräsidenten Johannes Rau offiziell wiedereröffnet. Im Juni 2003 und Juli 2004 fanden zwei Klausurtagungen der rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder in Neuhardenberg statt.

Im Sommer (während der Geltung der Sommerzeit) kann das Schloss sonntags besichtigt werden. In der Zeit von März bis November finden in der Ausstellungshalle im Kavaliershaus Ost, im Großen Saal, in der Schinkel-Kirche sowie im Park regelmäßig Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen, Konferenzen sowie politische und wissenschaftliche Debatten zu Fragen der Zeit statt.

Stiftung Schloss Neuhardenberg[Bearbeiten]

Die Stiftung Schloss Neuhardenberg GmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und wurde im Jahr 2001 gegründet, um das vom DSGV erworbene und aufwendig sanierte und renovierte Schloss als Zentrum für Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaftsethik mit einem Fünf-Sterne-Hotel und Räumen für Tagungen, Konferenzen und Veranstaltungen zu betreiben. Geleitet wird die Stiftung seit 2001 von ihrem Generalbevollmächtigten Bernd Kauffmann.

Die Stiftung veranstaltet seit 2001 ein Kulturprogramm mit Theaterproduktionen, Musik, Lesungen, Debatten und Ausstellungen. Künstler und Intellektuelle aus dem In- und Ausland sind seitdem Gäste in Neuhardenberg. Regelmäßig finden Orchesterworkshops mit der Kremerata Baltica unter Leitung von Gidon Kremer und mit den Moskauer Solisten unter Juri Baschmet statt. Theaterproduktionen entstanden auf dem ehemaligen Militärflugplatz von Neuhardenberg (2002: Dostojewskij „Podpolje“, 2003: Aischylos „Die Perser“, 2004: Lem „Solaris“ alle Regie: Martin Wuttke, 2005: „Odins Parsipark“ Inszenierung: Christoph Schlingensief) und im Park von Schloss Neuhardenberg (2006: „Zarathustra die Gestalten sind unterwegs“ von und mit Jonathan Meese und Martin Wuttke). Viel beachtete Ausstellungsprojekte (2002: Preußische Tugenden, 2003: Die Duckomenta / Genosse Gott - Kult und Kultur unter Stalin, 2004: Partisanen der Utopie - Heiner Müller - Joseph Beuys, 2005: Niki de Saint Phalle, 2006: Das „Dritte Reich“ und die Musik) fanden ebenso statt wie große Open Air Konzerte mit Van Morrison, Abdullah Ibrahim und Nigel Kennedy.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Neuhardenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.59514.241388888889Koordinaten: 52° 35′ 42″ N, 14° 14′ 29″ O