Schuluniform

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Auch in Mexiko sind Schuluniformen Pflicht. Hier Schülerinnen eines Gymnasiums (Preparatoria) in Caracuaro, Mexiko

Eine Schuluniform (auch Schul(be-)kleidung) ist eine vorgeschriebene, einheitliche Kleidung für alle Schüler eines Staates oder einer Schule.

Verbreitung[Bearbeiten]

Japanische Schuluniformen (v.l.n.r.: Matrosenanzug für Mädchen, Uniform für Jungen, Blazer für Mädchen)
kleine japanische Mädchen in Schuluniform
Schuluniform in Alto Paraiso, Brasilien

Frankreich[Bearbeiten]

In Frankreich trugen die Schüler früher schwarze Kittel.

Commonwealth[Bearbeiten]

Das größte Land in Europa, in dem Schuluniformen getragen werden, ist das Vereinigte Königreich. Der Gedanke einer einheitlichen Kleiderordnung für Schüler verbreitete sich hier seit dem 16. Jahrhundert von Cambridge aus. Die Uniform für Schüler der Eliteschulen sollte unter anderem ihre geistige Überlegenheit ausdrücken. An staatlichen Schulen werden Regeln zur Schuluniform weniger streng gehandhabt als an den Privatschulen; so dürfen muslimische Mädchen an staatlichen Schulen etwa mit Kopftuch zum Unterricht erscheinen. In vielen seiner ehemaligen Kolonien wie etwa Indien, Australien, Singapur, Hongkong, Neuseeland, Zypern oder Südafrika wurden sie auch nach der Unabhängigkeit nicht abgeschafft.

Nordamerika[Bearbeiten]

In den USA und Kanada gibt es keine Uniformen in staatlichen Schulen, aber in vielen privaten Schulen. An vielen staatlichen Schulen in den USA gilt jedoch seit dem Ende der 1990er Jahre eine teilweise stark umstrittene Kleiderordnung. Danach dürfen keine Kleidungsstücke mit Aufschriften, oft nur in bestimmten Farben, keine Turnschuhe usw. getragen werden. Als Ergänzung gibt es strikte Regeln zu Haartracht und Schmuck in der Schule. Dieser Dress Code entspricht dem 1996 herausgegebenem "Manual on School Uniforms" des US Department of Justice. Schuluniformen bzw. ein einheitlicher Dress Code soll demzufolge Gewalt an den Schulen entgegenwirken, die Disziplin fördern und so zu einem angenehmen Lernklima beitragen. 21 Bundesstaaten ermöglichen es ihren öffentlichen Schulen mittlerweile, verbindliche Kleidervorschriften zu erlassen.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland gab es, abgesehen von früheren Schülermützen, bis zum Jahr 2000 keine Schuluniformen. Im September 2000 führte Karin Brose zusammen mit dem Elternrat der Haupt- und Realschule in Hamburg-Sinstorf erstmals an einer staatlichen Schule in Deutschland einheitliche Kleidung ein. Sie prägte dafür den Namen „Schulkleidung“. Schulkleidung ist nicht Schuluniform, denn die Schüler dürfen ihre Kleidung mitbestimmen und aus einer Kollektion aussuchen, was sie tragen wollen. Heutzutage wird das Thema bundesweit diskutiert. Einige staatliche Schulen haben inzwischen einheitliche Schulkleidung eingeführt. An manchen Privatschulen wird aber einheitliche Schulkleidung obligatorisch von allen Schülern getragen.

Schweiz[Bearbeiten]

Eine neue Generation von Uniformierungen ist in Basel (Schweiz) an der Sekundarstufe (WBS Leonhard) zu sehen. Diese Uniformen entsprechen formell dem Gedanken der Uniformierung, doch sind optisch sehr stark an die Bedürfnisse von jungen Menschen angepasst. Bei der Kreation von Tanja Klein waren die beiden Versuchsklassen stark einbezogen und das Projekt wird auf Anstoß von der Budgetberatungsstelle angegangen.

Japan[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schuluniformen in Japan

Andere Staaten[Bearbeiten]

Schuluniformen gibt es ebenfalls in Südafrika, China, Vietnam, Thailand, Korea und der Türkei. Auch in Südamerika und Barbados werden Schuluniformen von den meisten Schülern getragen.

Anders als in der Sowjetunion gab es in Russland von 1994 bis 2013 keine Schuluniformpflicht. Diese wurde zum 1. September 2013 allerdings wiedereingeführt.[1]

Argumente[Bearbeiten]

Pro Schuluniform[Bearbeiten]

Als Grund für eine Schuluniform werden die Stärkung des Zusammenhalts, des Teamgeistes sowie die Erzeugung eines Korpsgeistes der Schüler untereinander genannt. Weiterhin wird erwähnt, dass das Bestreben, die Mitschüler durch teure Markenkleidung zu übertrumpfen, unterbunden werden könne. Uniformen förderten den Ausdruck charakterlicher Individualität, die eben nicht vordergründig auf teurer Markenkleidung fußt. Zudem wird so auch verhindert, dass Schüler schwänzen, da man feststellen kann auf welche Schule der Schüler geht.

Auch die finanzielle Situation der einzelnen Schüler sei nicht gleich ablesbar. Besonders in Ländern mit starkem sozialen Gefälle schätzten Eltern, dass ihre Kinder für den Schulbesuch Schuluniformen tragen. Diese seien relativ preiswert zu erwerben. Hochwertige Kleidung können sich viele für ihre zum Teil zahlreichen Kinder nicht in ausreichendem Umfang leisten.

Kontra Schuluniform[Bearbeiten]

Das verpflichtende Tragen einer Schuluniform stellt einen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Kinder und ihrer Eltern dar. Da Erwachsene häufig einen anderen stilistischen Geschmack als Kinder oder Jugendliche haben, wird von Schülern bei der einheitlichen Kleidung ein langweiliger Stil befürchtet, der mitunter dem Selbstempfinden widerspreche.

Auch werde der Konkurrenzkampf durch Schuluniformen nur oberflächlich gelindert, nicht aber beendet, denn Schüler würden versuchen sich von anderen zum Beispiel durch auffälligen Haarschnitt, teure Schuhe oder Schmuck abzugrenzen. Man darf auch nicht übersehen, dass einheitliche Kleidung auch Konkurrenz und Konflikte zwischen verschiedenen Schulen und insbesondere Schultypen hervorrufen kann.

Zudem könne ein stärkerer Korpsgeist auch zur verstärkten Ausgrenzung von Schülern aufgrund ihrer Eigenschaften oder ihres Verhaltens beitragen.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Berühmt für das Tragen einer Schuluniform auf der Bühne wurde der australische AC/DC-Musiker Angus Young.
  • In Chile wurden die Schülerproteste 2006 auch „Pinguin-Revolution“ genannt, da die chilenischen Schuluniformen dunkelblau-weiß sind.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schuluniformen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Школьная форма в России: от полувоенных мундиров до деловых костюмов. In: M24.RU. 23. August 2013, abgerufen am 23. August 2013 (russisch).