Seckenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.466368.564312Koordinaten: 49° 27′ 59″ N, 8° 33′ 52″ O

Seckenheim
Stadt Mannheim
Wappen von Seckenheim
Fläche: 9,42 km²
Einwohner: 15.628 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1930
Sandhofen Schönau Waldhof Neckarstadt-West Innenstadt/Jungbusch Lindenhof Käfertal Vogelstang Wallstadt Feudenheim Seckenheim Friedrichsfeld Rheinau Neckarau Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen Neuostheim/Neuhermsheim Schwetzingerstadt/OststadtKarte
Über dieses Bild

Lage von Seckenheim in Mannheim

Seckenheim mit Schloss, St.-Aegidius-Kirche und Neckarbrücke
Wasserturm
Altes Rathaus

Seckenheim (mundartlich: Seggene[2] [ˈsəgənə]) ist ein Stadtbezirk und ein Stadtteil von Mannheim im Rhein-Neckar-Dreieck. Außer dem Stadtteil Seckenheim selbst gehört zum Bezirk noch der Stadtteil Hochstätt.

Geographie[Bearbeiten]

Seckenheim liegt im Osten Mannheims direkt am Neckar. Angrenzende Stadtteile sind Friedrichsfeld, Rheinau und Neuostheim. Auf der anderen Neckarseite - über die Neckarbrücke zu erreichen - liegt Ilvesheim, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Besiedlung des Gebiets in römischer Zeit zwischen 74 n. Chr. und dem frühen 2. Jahrhundert ist durch den Fund eines Ziegelofens belegt.[3]

766 wurde Seckenheim erstmals im Lorscher Codex erwähnt. Bis 1247 gehörte es zum Kloster Lorsch und damit zum Erzbischof von Mainz. Dann fiel es nach einer heftigen Fehde an den Pfalzgrafen Otto II. 1274 gab es erstmals ein Gericht. Um 1439 war Seckenheim ein wohlhabendes Dorf mit 450 Einwohnern. Am 30. Juni 1462 kam es während des Badisch-Pfälzischen Kriegs zur Schlacht bei Seckenheim, bei der Kurfürst Friedrich I. seine Nachbarn Markgraf Karl von Baden, Bischof Georg von Metz und Graf Ulrich von Württemberg entscheidend schlagen und seine Vormachtstellung sichern konnte.

Während des Dreißigjährigen Kriegs fiel Seckenheim 1623 an Kurmainz und gelangte erst 1651 nach dem Bergsträßer Rezess wieder an die Kurpfalz zurück. 1682 wurde auf Seckenheimer Gemarkung Friedrichsfeld gegründet. 1768 baute Freiherr von Stengel das Seckenheimer Schloss, den Park am Neckar und südlich den Stengelhof (heute in Mannheim-Rheinau). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte hier vorübergehend Napoleons unehelicher Sohn Léon Denuelle.

1786 gab es 1.098 Einwohner. Zusammen mit der rechtsrheinischen Kurpfalz wurde Seckenheim 1803 badisch. 1876 wurde der Bahnhof gebaut. Um ihn herum entstand in der Folge die Siedlung Hochstätt. 1891 wurde durch die Seckenheimer Hauptstraße die dampfgetriebene Schmalspurbahn Mannheim-Heidelberg gebaut, die spätere Oberrheinische Eisenbahn.

Seit 1873 gab es die chemische Fabrik Rheinau. Um sie entstand eine Siedlung, die sich stürmisch entwickelte (u.a. wurde der Rheinau-Hafen gebaut). 1910 gab es in Seckenheim 5.754 und in Rheinau 3.950 Einwohner. 1913 wurde dieses Gebiet abgetrennt und zu Mannheim eingemeindet. Als Entschädigung erhielt Seckenheim das 225 ha große Kloppenheimer Feld.

1911 baute man in Seckenheim den Wasserturm (im Volksmund Glatzkopp genannt, heute ein Museum der Familie Lochbühler über die Geschichte der Region, der Familie und Firma und über die Aufzugstechnik). In den 1920ern begann man mit dem Bau des Neckarkanals. Dadurch hatte der echte Neckar oft so wenig Wasser, dass er mit Booten nicht mehr passierbar war. 1927 wurde daher die Bogen-Brücke nach Ilvesheim gebaut. 1930 wurde Seckenheim nach langen Verhandlungen zu Mannheim eingemeindet.

1931 wurden in Suebenheim die ersten Wohnhäuser gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die United States Army die Seckenheimer Kasernen, ebenso wie die ehemalige Reichsautobahn-Gaststätte. Ab 1980 wurden im Westen und Süden Seckenheims Neubaugebiete erschlossen.

Einwohnerentwicklung 1439 1577 1777 1834 1875 1905 1910 1925
Seckenheim 480 575 990 1738 3028 4776 5754 6875
Rheinau 10 120 3152 3950 s.o.

Politik[Bearbeiten]

Seckenheim hat einen aus zwölf Mitgliedern bestehenden Bezirksbeirat. Er ist zu allen wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Fragen zu hören. Die Entscheidungen trifft aber letztlich der Gemeinderat der Stadt Mannheim.

Partei / Liste 2009 2004 1999 1994
CDU 4 6 7 6
SPD 4 4 5 5
GRÜNE 2 1 0 1
Mannheimer Liste 1 1 0 0
FDP 1 0 0 0

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen entwickelte sich aus dem Gerichtssiegel, das sich erstmals 1573 nachweisen lässt. Es zeigt einen Baldachin, der in drei gotischen Spitzbögen ausläuft. Darunter auf einem Thron sitzend ein Abt, der in der Linken einen Krummstab und in der Rechten das Evangelium hält. Es geht zurück auf das Neustadter St. Ägidiusstift.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Seckenheim gibt es eine Filiale der Stadtbibliothek, die im „Alten Rathaus“, welches 1718 erbaut wurde, untergebracht ist, sowie ein Hallenbad, das fast ausschließlich dem Schul- und Vereinsschwimmen vorbehalten ist. Südlich ist eine große Pferderennbahn, auf der der Badische Rennverein regelmäßig Galopp-Rennen veranstaltet. Im Westen liegt die SAP-Arena – eine moderne Multifunktionshalle für Großveranstaltungen. Der Wasserturm wird zudem für Tagungen und Veranstaltungen genutzt. Der Stadtteil liegt zudem an der Bertha Benz Memorial Route, die es jedem ermöglicht, die Strecke nachzufahren, die Bertha Benz für die erste automobile Fernfahrt der Geschichte gewählt hat.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bereits seit 1935 hat Seckenheim einen eigenen Autobahn-Anschluss an die heutige A 656.

Linie 5 vor dem alten Rathaus

Durch das Ortsgebiet führt die Stadtbahnlinie 5 (ehemals Oberrheinische Eisenbahn) mit direkten Verbindungen in die Innenstädte von Mannheim und Heidelberg. In Hochstätt befindet sich der Bahnhof Mannheim-Seckenheim, an dem die Züge der S-Bahn Rhein-Neckar und des Nahverkehrs der DB Regio schnelle Verbindungen nach Mannheim, Heidelberg und in das weitere Umland bieten. In die umliegenden Orte bestehen zudem Busverbindungen. Seckenheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hansjörg Probst: Seckenheim: Geschichte eines Kurpfälzer Dorfes. Mannheim 1981, ISBN 3-87804-101-2
  • Hansjörg Probst: Alt-Seckenheim.Ein Heimatbuch. Mannheim 1993
  • Hansjörg Probst: Seckenheim - Mannheim vor der Stadtgründung. Mannheim 2008
  • Kollnig Karl: Bauerntum vor den Toren der Großstadt . Mannheim 1935
  • Kollnig Karl: Die Geschichte Seckenheims. Seckenheim 1929
  • Steiner, Gerda: Ma Seggene- Seckenheimer Mundart. Zweibrücken 1962
  • Heierling, Alfred: Seckenheim im Nationalsozialismus. Mannheim 2012
  • Heierling, Alfred "Seckenheimer Vereine + Organisationen", Mannheim 2013
  • Heierling, Alfred: Siwwenesibbzischmool Seggene". Mannheim 2014
  • Heierling, Alfred: Seggema ABC". Mannheim 2014

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStadt Mannheim: Einwohnerbestand zum 31.12.2013. Mai 2014, abgerufen am 7. Juni 2014 (PDF 730 KB).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHartwig Trinkaus: Der Krug bricht, doch „Seggene“ feiert. SECKENHEIM: Kunterbuntes 36. Straßenfest füllt Scheunen, Höfe und Zelte im „Hunsrück“ / Wetter spielt am Samstagabend nicht so recht mit. Mannheimer Morgen, 18.06.2012, abgerufen am 25. August 2013.
  3. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mannheim-Seckenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien