Senne-Bahn
| Bielefeld–Paderborn | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kursbuchstrecke (DB): | 403 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckennummer (DB): | 2960 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 40 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bundesland (D): | Nordrhein-Westfalen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betriebsstellen und Strecken[1] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Senne-Bahn ist eine eingleisige Nebenbahn von Brackwede nach Paderborn mit einer Durchbindung nach Bielefeld. Sie hat ihren Namen erhalten von der Senne, einer Landschaft, die sie in nord-südlicher Richtung durchquert. Die Senne-Bahn ist Teil des DB-Regionalnetzes Münster-Ostwestfalen (MOW) mit Sitz in Münster.
Ebenfalls als Sennebahn bezeichnet wurde die ehemalige Bahnstrecke Wiedenbrück–Rietberg–Delbrück–Sennelager (siehe: Sennebahn (WLE)).
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die nördliche Teilstrecke der Senne-Bahn zwischen Bielefeld und Schloß Holte wurde Anfang Dezember 1901 eröffnet, die südliche Teilstrecke bis Paderborn am 1. Juli 1902.
Der bei km 22,7 liegende Haltepunkt Liemke wurde 1907 auf Antrag der Gemeinde Hövelhof in Hövelriege umbenannt. Am 1. Juli 1907 wurde in Paderborn am Ostrand der Innenstadt der Bahnhof Paderborn Kasseler Tor eröffnet. Nach dem wirtschaftlichen Niedergang auf Grund der Hochinflation ordnete die Direktion in Kassel am 20. Mai 1924 die Schließung wegen angeblicher Unrentabilität an. Die Stadt Paderborn setzte sich aber erfolgreich für die Wiedereröffnung ein, die am 1. Juli 1926 erfolgte. 1942 wurde von Bahnhof Hövelhof eine Feldbahn mit 600 mm Spurweite zum 5 km entfernten Kriegsgefangenenlager "Stalag 326" in Betrieb genommen. Nach der Umwandlung des Stalag in ein Flüchtlingslager blieb die Bahn noch bis 1952 in Betrieb.
Am 15. Mai 1949 verkehrte zum ersten Mal der legendäre Heckeneilzug Bremen Hbf – Frankfurt (Main) Hbf über die Sennebahn. In den nächsten Jahren erfreute sich das Zugpaar großer Beliebtheit, sodass zu den Oster- und Weihnachtsfeiertagen Entlastungszüge eingesetzt werden mussten. Mit Einstellung des Personenverkehrs auf dem Streckenabschnitt Büren – Brilon der Almetalbahn war 1974 der Anfang vom Ende für dieses Eilzugpaar gekommen. Zunächst lief der Zug noch einige Zeit über Warburg, ab 1979 dann nur noch zwischen Bremen und Paderborn mit Halt in Hövelhof. Im Jahre 1983 wurde der Eilzugverkehr über die Sennebahn ganz eingestellt.
Am 17. November 1964 benannte sich die bisherige Gemeinde Liemke nach ihrem Haltepunkt Schloß Holte um. Dies ist eine Folge der rasanten, vor allem wirtschaftlichen Entwicklung in der Umgebung des Bahnhofs, während der bisherige Ortskern seit Eröffnung der Bahnstrecke stagnierte.
Der Name Windelsbleiche für den Bahnhof in der damaligen Gemeinde Senne I ist auf den erfolgreichen Druck der dort ansässigen Textilfirma Windel zurückzuführen. Der Bahnhof in der vormaligen Gemeinde Senne II hieß bis 1966 Kracks nach dem Hofbesitzer Johann Kracks, auf dessen Grund die Station entstand, und trägt seitdem den Namen Sennestadt.
Der frühere Bahnhof Schloß Neuhaus wurde Anfang der 1980er Jahre zur Ausweichanschlussstelle zurückgebaut. Dort ist für den Schienengüterverkehr weiterhin das Benteler-Werk angeschlossen. In Schloß Neuhaus ist seit dem 30. Oktober 2008 zwischen Schatenweg und Hatzfelder Straße ein neuer Haltepunkt mit Zugang zum Schatenweg in Betrieb, der Zugang von der Hatzfelder aus ist aufgrund von Grundstücksstreitigkeiten noch nicht fertiggestellt.
Während der Vollsperrung zum Ausbau der Hauptstrecke Paderborn-Soest im Zeitraum 1993/94 diente die Sennebahn als Umleitungsstrecke für die IR-Züge der Linie 20. Dieselloks der BR 218 zogen die Fernzüge mit abgebügelter E-Lok am Zugende ohne Halt über die nichtelektrifizierte Strecke. Züge in Richtung Ruhrgebiet änderten in Brackwede die Fahrtrichtung, in Gegenrichtung wurde in Bielefeld Hbf die Fahrtrichtung geändert.
Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wurde die Bedienung der Haltestelle Brackwede Süd im Personenverkehr aufgegeben. Gleichzeitig wurde der behindertengerechte Haltepunkt Bielefeld Senne in Betrieb genommen, der ab September 2011 errichtet wurde.
Streckenausbau [Bearbeiten]
Der Ausbau der Senne-Bahn gehört zu den dringlichsten Verkehrsprojekten im Regierungsbezirk Detmold. Nach heftigen Diskussionen über die Gewährung entsprechender Landesmittel im Februar 2006 beschloss der Regionalrat Ostwestfalen-Lippe, das Ausbauprojekt auf den ersten Platz der Dringlichkeitsliste zu setzen, damit die Bahnstrecke im integrierten Gesamtverkehrsplan des Landes NRW berücksichtigt wird. Vom Regionalrat in Erwägung gezogen wird auch die Verlängerung der Senne-Bahn bis zum Flughafen Paderborn/Lippstadt unter teilweiser Nutzung der Trasse der stillgelegten Almetalbahn.
Im Mai 2011 begann der Ausbau der Strecke am Haltepunkt Hövelriege. Dort wurde ein neuer Bahnsteig auf der entgegengesetzten Seite eines Bahnübergangs angelegt. Die Züge halten nun in ihrer Fahrtrichtung jeweils hinter diesem Bahnübergang, so dass die Bahnschranke nur noch kurze Zeit geschlossen bleibt. Ab September bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 entstand in Senne ein neuer Haltepunkt Bielefeld-Senne. Er ersetzt zunächst den Halt in Brackwede Süd; geplant ist hier jedoch eine spätere Wiederinbetriebnahme bzw. der Bau eines in Richtung Brackwede versetzten neuen barrierefreien Bahnsteigs. Hierzu findet z.Zt. eine Diskussion mit dem Ziel einer Anbindung beispielsweise des Ikea-Möbelhauses statt.
Bis Dezember 2013 sollen für 34 Mio. Euro Bahnübergänge modernisiert und die Signaltechnik erneuert werden. Auch die Bahnsteige werden erneuert und auf eine einheitliche Höhe von 76 Zentimetern gebracht. Die Fahrtzeit zwischen den beiden Oberzentren verkürzt sich dann auf 54 Minuten (13 Minuten weniger als vorher), die Höchstgeschwindigkeit beträgt künftig 100 km/h. Es soll ein Halbstunden-Takt eingerichtet werden.[2]
Aktuelle Bedienung [Bearbeiten]
Seit dem 15. Dezember 2003 wird der Schienenpersonennahverkehr auf der Senne-Bahn von der in Osnabrück ansässigen NordWestBahn betrieben. Es werden Diesel-Triebwagen vom Typ Bombardier Talent mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h eingesetzt. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit beträgt 42 km/h aufgrund der Streckenhöchstgeschwindigkeit von 60 km/h.
Die Strecke wird von der RB 74 „Senne-Bahn“ montags bis samstags im Stundentakt bedient, sonntags alle zwei Stunden. Die Kreuzungen finden zur üblichen Symmetrieminute in Sennestadt und bei Stundentakt zusätzlich in Sennelager statt. Wegen der Fahrplanausrichtung auf die Symmetrieminute :00 an den Kreuzungspunkten werden in Brackwede einige Anschlüsse in Richtung Osnabrück und Münster verpasst. In Paderborn besteht eine Durchbindung über die „Egge-Bahn“ nach Holzminden. Die Fahrgäste müssen also in dieser Verbindung nicht umsteigen, da der Triebwagen lediglich seine Fahrtrichtung wechselt.
Um die Strecke für den Radtourismus attraktiver zu gestalten, wurde die streckenbegleitende BahnRadRoute Teuto-Senne von Osnabrück über Bielefeld nach Paderborn ausgeschildert. Besonders an Wochenenden im Sommer führen viele Fahrgäste Fahrräder mit. Radtouristen sind für den Erhalt der Bahnverbindung zu einem wichtigen Faktor geworden. Der Fahrradtransport war allerdings seit dem Betreiberwechsel zur NordWestBahn wegen des begrenzten Platzangebots bis 2009 generell reservierungspflichtig (heute besteht eine Reservierungsempfehlung). Einzelreisende mit Fahrrad werden soweit möglich ohne Voranmeldung befördert.
Eine Besonderheit bildet der Haltepunkt Aw Paderborn in direkter Nähe des Ausbesserungswerks Paderborn. Er wird nur von je einem Zugpaar montags bis freitags bedient (morgens von einem Zug aus Paderborn, nachmittags von einem Zug nach Paderborn). Freitags nachmittags hält dort jedoch noch ein zusätzlicher Zug in Richtung Paderborn.
Tarife [Bearbeiten]
Im nördlichen Streckenabschnitt bis Schloß Holte gilt für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr der Sechser-Tarif (OWL Verkehr GmbH). Ab Hövelriege bis Paderborn findet der Hochstift-Tarif (Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter) Anwendung. Für durchgehende Fahrten auf dieser Strecke gibt es einen Übergangstarif, landesweite Fahrten können mit dem NRW-Tarif ausgeführt werden, darüber hinaus gilt der allgemeine DB-Tarif.
Paderborn Nord–Bad Lippspringe [Bearbeiten]
| Paderborn Nord–Bad Lippspringe | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kursbuchstrecke (DB): | zuletzt 223c; 198r(1944) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckennummer (DB): | 2962 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 7,4 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In Paderborn Nord zweigte eine Bahnstrecke nach Bad Lippspringe ab. Sie wurde am 8. Oktober 1906 eröffnet. Das Bahnhofsgebäude in Bad Lippspringe wurde mit Nebengebäuden in Massivbauweise und einem dreitorigen Güterschuppen in Fachbauweise errichtet. An den Ladegleisen lag eine 40 m lange kombinierte Seiten- und Kopframpe. In den 50er Jahren waren im Bf Lippspringe sechs Personen beschäftigt. Bis 1953 war der Bahnhof selbständig, danach war er eine Dienststelle des Bahnhofs Paderborn Nord.
Der Personenverkehr war immer nur mäßig. Nach 1945 erreichte der Personenverkehr nie wieder seinen früheren Umfang von durchschnittlich sechs Zugpaaren zwischen Eröffnung und Kriegsbeginn im Jahr 1939. Von drei Zugpaaren im Jahr 1949 blieb bis zur Einstellung des Personenverkehrs am 30. Mai 1965 nur ein GmP-Paar übrig. Einen hohen Anteil am Personenverkehr hatten die Beschäftigen der Paderborner Ausbesserungswerke. Für sie wurden auch nach 1965 eigene Personenzüge vom AW zum Hauptbahnhof eingesetzt. Zwischen 1980 und 1987 fanden noch mehrere Sonderfahrten mit Museumsbahnen zwischen Bad Lippspringe und Paderborn statt.
Das Bahnhofsgebäude in Bad Lippspringe wurde nach Einstellung des Personenverkehrs von der Stadt erworben und 1973 wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Güterschuppen war zunächst noch als Lager verpachtet, nach einem Brand im Jahre 1981 wurde er ebenfalls abgerissen.
Der stark sinkende Güterverkehr vom Anschluss Benteler nach Bad Lippspringe endete am 30. Januar 1988. 1990 kauft die Stadt das ehemalige Bahnhofsgelände von der Landesentwicklungsgesellschaft und gibt es zur Bebauung frei. Das Reststück der Bahnstrecke wurde am 30. April 2005 offiziell stillgelegt und an die Fa. Benteler verkauft. Diese betreibt sie als Privatanschluss noch bis heute.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Liste deutscher Eisenbahngesellschaften
- Liste deutscher Tarif- und Verkehrsverbünde
- Liste der SPNV-Linien in NRW
- Liste der ersten Eisenbahnen in Nordrhein-Westfalen bis 1930
Literatur [Bearbeiten]
- Jürgen Büschenfeld, Wolfgang Klee, Rüdiger Uffmann: Bahnen in Bielefeld. Verlag Kenning, Nordhorn 1997, ISBN 3-927587-75-3.
- Didier Verschelde, Josef Peters: Zwischen zwei Magistralen. Zur Geschichte der Eisenbahnstrecke Paderborn – Brackwede (– Bielefeld) 1845–1994. SH-Verlag, Vierow bei Greifswald 1995, ISBN 3-89498-003-6 (Paderborner Beiträge zur Geschichte 5).
- Ulrich Rockelmann (Hrsg.): Das große Archiv der Eisenbahnstrecken in Deutschland. Strecke 403 (2960) Brackwede – Paderborn Hbf. Loseblattsammlung. GeraMond, München 2004, ISSN 1614-9181.
- Josef Högemann: Brackwede – Paderborn. Ergänzungslieferung zu: Wolf-Dietger Machel (Hrsg.): Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland. GeraNova-Zeitschriften-Verlag, München 1999, ISSN 0949-2143.
- Werner Czapski, Werner Köhler, Hans-Erwin Schlenger: Paderborn-Bad Lippspringe (ex-KSB 174m). In: Jahrbuch 1994 Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde e.V. Verlag Uhle & Kleimann, Lübbecke, S. 165-180.
Weblinks [Bearbeiten]
NRWbahnarchiv von André Joost:
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
- ↑ http://www.nw-news.de/owl/4446987_Auftakt_zum_Ausbau_der_Sennebahn.html