Souillac

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum französischen Prälaten und Bischof von Lodève siehe Jean-Georges de Souillac.
Souillac
Wappen von Souillac
Souillac (Frankreich)
Souillac
Region Midi-Pyrénées
Département Lot
Arrondissement Gourdon
Kanton Souillac
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Souillac Rocamadour.
Koordinaten 44° 54′ N, 1° 28′ O44.8977777777781.4741666666667104Koordinaten: 44° 54′ N, 1° 28′ O
Höhe 80–314 m
Fläche 25,92 km²
Einwohner 3.808 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 147 Einw./km²
Postleitzahl 46200
INSEE-Code
Website http://www.souillac.fr/

Souillac – Chorhaupt der Abteikirche Sainte-Marie

Souillac [sujak] ist eine Kleinstadt mit 3808 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im südfranzösischen Département Lot in der Region Midi-Pyrénées.

Toponym[Bearbeiten]

Der Name Souillac leitet sich von dem französischen Begriff souille (deutsch Suhle, Sumpf) bzw. altfranzösisch souilh, ab und erinnert an die erstmalige Besiedlung des ehemaligen Sumpfgebietes durch Mönche, die das morastige Gelände trockenlegten.

Lage[Bearbeiten]

Souillac liegt in einer Höhe von etwa 100 Metern ü. d. M. im Tal der Dordogne, welche die zur alten Kulturlandschaft des Quercy gehörende Stadt im Süden begrenzt. Die Stadt liegt etwa 63 Kilometer (Fahrtstrecke) nördlich von Cahors bzw. 37 Kilometer südlich von Brive-la-Gaillarde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 3.209 3.630 3.845 3.570 3.459 3.671 3.970

Um das Jahr 1800 hatte Souillac etwa 1.500 Einwohner, doch bereits Mitte des 19. Jahrhunderts waren es deutlich über 3.000. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis auf etwa 2.500 in den 1920er Jahren zurück.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Umgebung von Souillac war schon immer landwirtschaftlich geprägt; die Stadt selbst fungierte als Handwerks-, Handels- und Dienstleistungszentrum der Region. Über die Dordogne wurden Waren aller Art bis zur Girondemündung verschifft.

Geschichte[Bearbeiten]

Angeblich geht der Ursprung von Souillac bis in die Zeit der Merowinger zurück – der hl. Eligius (Saint-Eloi), Minister König Dagoberts I., soll hier ein Benediktinerkloster gegründet haben, welches – von den Sarazenen zerstört, von Karl dem Großen wiederaufgebaut und bei einem Normannenangriff erneut zerstört – irgendwie dennoch die Zeiten überdauert haben soll. Gegen Ende seines Lebens übergab Gerald von Aurillac das Kloster an Mönche der Abtei von Aurillac. Aufgrund ihrer Lage an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt entwickelten sich die Abtei und die Stadt rasch; beide waren jedoch andererseits Übergriffen während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) und im Verlauf der Hugenottenkriege (1562–1598) ausgesetzt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Abtei von Souillac[Bearbeiten]

Hauptartikel: Abteikirche von Souillac

Die romanische Abteikirche Sainte-Marie ist bereits seit 1840 als Monument historique anerkannt[1], die noch bestehenden Klostergebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert folgten im Jahre 1991.[2]

Sonstige[Bearbeiten]

Église Saint-Martin
Viaduc de la Borrèze
  • Der jungsteinzeitliche Dolmen Laval oder Tumulus Laval ist ein Kollektivgrab mit mehreren Kammern aus der Zeit der Megalithkulturen. Er ist seit 1984 als Monument historique anerkannt.[3] Er steht etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt auf einem Privatgrundstück.
  • Vier Langhausjoche der Kirche Saint-Martin stammen noch aus dem 15. Jahrhundert, die Seitenschiffe wurden später zerstört. Der das Gebäude dominierende und als wehrhafter Eingangsturm gedachte Turm (beffroi) wurde im 16. Jahrhundert errichtet und zeigt deutliche Einflüsse aus dem Burgenbau. Doch bereits im Jahre 1573 wurde er durch eine Sprengung der Protestanten schwer beschädigt; ein kleines romanisches Tympanon eines Vorgängerbaus blieb jedoch erhalten. Seit dem Jahr 1829 beherbergte der Bau das Rathaus; heute ist hier das Office de Tourisme untergebracht. Der Turm ist seit 1925 als Monument historique anerkannt.[4]
  • Die Markthalle (halle) wurde in den Jahren 1832 bis 1836 erbaut, dafür mussten vier Häuser abgerissen werden. Die Außenarkaden des etwa 10 × 20 Meter messenden Bauwerks bestehen aus Haustein; es wird von einem großen freitragenden Dachstuhl überspannt. Das Gebäude ist seit 1990 als Monument historique anerkannt.[5]
  • Die 30-bogige und ca. 570 Meter lange Eisenbahnbrücke (Viaduc de la Borrèze) wurde in den Jahren 1881 bis 1885 aus Ziegelsteinen erbaut und mit Hausteinen verkleidet. Er ist seit 1990 als Monument historique anerkannt.[6]
  • Das Musée de l’Automate befindet sich in den ehemaligen Abteigebäuden und ist eine der weltweit größten Sammlungen von aufziehbaren Spiel- und Musikpuppen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Souillac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Église abbatiale Sainte-Marie, Souillac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Anciens bâtiments conventuels de Sainte-Marie, Souillac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Dolmen Laval, Souillac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Église Saint-Martin, Souillac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Halle, Souillac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Viaduc de la Borrèze, Souillac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)