Sozialliberaler Hochschulverband

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Der Sozialliberale Hochschulverband (SLH), gegründet im April 1968 unter dem Namen Deutsche Studenten Union (DSU), war eine bundesweite hochschulpolitische Vereinigung in der früheren Bundesrepublik. Sie wurde 1972 umbenannt in Deutsche Studenten Union / Sozialliberaler Hochschulverband und erhielt 1973 den Namen Sozialliberaler Hochschulverband.

Geschichte[Bearbeiten]

Die DSU entstand in Reaktion auf die Studentenbewegung und verstand sich bei ihrer Gründung als dezidiert überparteiliche Sammlungsbewegung aller unabhängigen und gemäßigten Kräfte in der studentischen Selbstverwaltung. Nach eigener Aussage wollte sie „all jene Studenten zusammenfassen, die zum damaligen Zeitpunkt mit dem Prädikat ‚gemäßigt‘ und ‚liberal‘ belegt wurden“, und zugleich „die vom SDS über Bord geworfene Hochschulreform wieder aufgreifen und fortführen“.[1]

Der anfängliche Name Studenten-Union implizierte insofern auch keine Nähe zu den Unionsparteien (CDU und CSU mit ihrem Studentenverband RCDS), sondern ging ursprünglich auf die seit Mitte der 1960er Jahre diskutierte Idee einer unabhängigen „Studentengewerkschaft“ (engl.: student union) zurück.[2] Die daraufhin gebildeten Hochschulgruppen nannten sich in der Regel nach dem jeweiligen Hochschulort, also „Kölner Studenten Union“, „Münchner Studenten Union“ etc. Erster DSU-Bundesvorsitzender war der damalige Kölner AStA-Vorsitzende Klaus Laepple.

Im damaligen hochschulpolitischen Spektrum umfassten die DSU-Gruppen (links-)liberale, sozialdemokratische und gemäßigt konservative Positionen. Die DSU entwickelte ein Grundkonzept "sozialliberaler Politik"[3] und benannte sich dementsprechend 1972/1973 in Sozialliberaler Hochschulverband (SLH) um. Auch die einzelnen Mitgliedsgruppen übernahmen in der Folge nach und nach den Namen SLH. Im Unterschied zum Liberalen Hochschulverband (LHV) lehnte der SLH aber Linkskoalitionen unter Einschluss kommunistischer Gruppen kategorisch ab und koalierte stattdessen lieber mit dem RCDS.

1980 hatte der SLH rund 2.000 Mitglieder in 40 Hochschulgruppen. Zu dieser Zeit galt er bereits als eher der FDP nahestehend und ging schließlich 1987 im neu gegründeten Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) auf. Ehemalige Mitglieder des SLH sind – wie Mitglieder anderer liberaler Studentenverbände – im Verband Liberaler Akademiker organisiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Olaf Bartz: Konservative Studenten und die Studentenbewegung. Die Kölner Studentenunion, in: Westfälische Forschungen 48 (1998), S. 241-256.
  • DSU (Hrsg.): Zur Hochschulrahmengesetzgebung. Synoptische Darstellung: Regierungsentwurf – DSU-Gegenentwurf – Stellungnahme Bundesrat – Begründungen, Bonn 1971.
  • Friedhelm Golücke: Studentenwörterbuch, Graz/Wien/Köln 1987, ISBN 3-222-11793-4, S. 402.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wer ist, was will die Deutsche Studenten Union? (1970) (PDF; 65 kB)
  2. Grundsätze für eine „Studentenunion“. Auszüge aus dem Entwurf zu einem Grundsatzprogramm, das vom Ausschuss zur Gründung der Studentenunion im April 1964 verfasst wurde, in: Wolfgang Kalischer: Die Universität und ihre Studentenschaft, Essen 1967, S. 388-390.
  3. Konzepte einer sozialliberalen Politik. Arbeitspapier zur Gesellschaftspolitik, beschlossen auf der 3. außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. Mai 1970 in Berlin (PDF; 560 kB)