Ring Christlich-Demokratischer Studenten

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Logo
Rcds logo 2014.png
Basisdaten
Vorsitzender: Martin Röckert
stv. Vorsitzender und
Bundesschatzmeister:
Anton Emer
stellvertretender Vorsitzender: Dietmar Schulmeister
Geschäftsführer: Michael Lönne[1]
Mitglieder: circa 8.000
(Januar 2008)
Gliederung: 14 Landesverbände,
87 Gruppen
Website: www.rcds.de

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) ist ein deutscher, bundesweit tätiger politischer Studentenverband mit Sitz in Berlin. Ihm gehören nach eigenen Angaben über 100 Hochschulgruppen an Universitäten, Fachhochschulen und neuerdings auch Berufsakademien mit insgesamt rund 8.000 Mitgliedern an. Der RCDS ist der größte und älteste bestehende politische Studentenverband in Deutschland. In den Gremien der verfassten Studierendenschaft findet sich der RCDS jedoch überwiegend in der Opposition wieder. Er sieht sich als liberale christlich-konservative Studentenvertretung und setzt sich für die Europäische Einigung ein. Auf europäischer Ebene ist der RCDS Mitglied der European Democrat Students (EDS). Der Bundesvorsitzende des RCDS ist Herausgeber der Zeitschrift „Civis mit Sonde“.

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Primäres Betätigungsfeld des RCDS ist die Hochschulpolitik und das Engagement in der studentischen Selbstverwaltung an den Hochschulen. Er tritt dafür ein, dass dem Faktor Bildung oberste Priorität eingeräumt wird. Daneben stellt der RCDS auf Bundesebene seit Jahren Serviceleistungen wie einen Studienplatztausch sowie Praktikanten-, Wohnungs- und Bücherbörsen bereit. Er publiziert Info-Broschüren zu Themen wie BAföG, Stipendien, Soziales und Hochschulwechsel. 2013 hat sich der RCDS auf der 68. Bundesdelegiertenversammlung ein neues Grundsatzprogramm gegeben. Unter dem Titel „Zukunft miteinander gestalten“ setzt sich der RCDS, als Vertreter der Studenten, für „pragmatische Politik abseits dogmatischer Ideologien“ ein.[2]

Das Werteverständnis des RCDS[Bearbeiten]

Das Werteverständnis des Rings Christlich-Demokratischer Studenten basiert „auf der unantastbaren, unveräußerlichen Würde des Menschen und den abgeleiteten Werten Freiheit, Verantwortung, Gerechtigkeit, Leistung und Toleranz“.[3] Er steht für alle Studenten offen, die das christlich-abendländliche Menschenbild, die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Grundwerte des RCDS als Richtschnur für ihr Handeln anerkennen.

Gesellschaft, Europa und Engagement[Bearbeiten]

Der RCDS befürwortet eine Gesellschaft, in der die Menschen ein Recht auf freie Selbstverwirklichung haben und sich aktiv für die Gemeinschaft engagieren. Der Verband bekennt sich zu dem europäischen Leitspruch „in Vielfalt geeint“, welches gleichzeitig das gemeinsame Fundament Europa und die vielfältigen Traditionen und Eigenheiten Europas betont. Der RCDS setzte sich für ein europaweites und grenzenübergreifendes Studieren sowie einen europäischen Hochschulraum ein.[4]

Soziale Marktwirtschaft[Bearbeiten]

Der RCDS tritt für die Soziale Marktwirtschaft ein. Dem Staat obliegt es dabei, den Bürgern durch gerechte Rahmenbedingungen und vergleichbare Ausgangsbedingungen einen funktionierenden Wettbewerb zu garantieren. Zur Weiterentwicklung der Hochschullandschaft soll der Staat angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, da jeder bereitgestellte Studienplatz eine Investition in die Zukunft Deutschlands ist.[5]

Bildung, Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten]

Durch Bildung wird der Mensch befähigt, seine individuellen Fähigkeiten und Freiheiten für die Übernahmen persönlicher und sozialer Verantwortung in der Gesellschaft zu entwickeln. Jedem wird ein Recht auf Bildung zugesprochen und jeder muss freien Zugang zu den Bildungseinrichtungen haben. Das Bildungssystem soll dazu dienen, die Menschen zu fördern und zu fordern. Der RCDS lehnt einen Eingriff in die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre entschieden ab. Diese bedürfen dabei einer Förderung durch die Allgemeinheit.[6] Der Studentenverband spricht sich klar gegen die Zivilklausel aus und betont die Freiheit von Forschung und Lehre an den deutschen Hochschulen.[7]

Das Studium an einer Hochschule[Bearbeiten]

Niemanden darf der Zugang zu einer Hochschule aus finanziellen Gründen verweigert werden. Daneben lehnt der RCDS eine Zentralisierung der Studienplatzvergabe ab und befürwortet einen ausreichenden Freiraum der Hochschulen bei der Auswahl ihrer Studenten. Hinsichtlich der Hochschulfinanzierung befürwortet der RCDS eine private und staatliche Finanzierung der Hochschulen. Der Verband tritt für Hochschulautonomie ein. Bezüglich der studentischen Mitbestimmung bekennt er sich zu dem System der demokratisch legitimierten studentischen Interessenvertretung an den Hochschulen.[8]

Europapolitisches Programm 2014[Bearbeiten]

Neben dem 2013 beschlossenen Grundsatzprogramm verabschiedete der RCDS am 29. März 2014 auf der Gruppenvorsitzendenkonferenz in Münster sein europapolitisches Programm. Inhaltlich forderte der RCDS die nachhaltige Förderung des europäischen Bildungsraums durch ein vielfältiges und grenzüberschreitendes Bildungsangebot.[9] Daneben begrüßte der Studentenverband die Weiterentwicklung des Erasmus-Programms zu Erasmus+. Die dadurch neu gewonnen Perspektiven bieten die besten Möglichkeiten, Mobilität für Studenten und Auszubildenden innerhalb Europas zu erhöhen.[10] Da die geleistete finanzielle Unterstützung für die Studenten nicht gleichmäßig ausfällt, fordert der RCDS, dass sich die monetäre Beihilfe an den Lebensunterhaltungskosten des Ziellandes orientieren müsse. Daneben wird die Einführung eines Erasmus-Darlehens gefordert, um die Mobilität der Studenten im europäischen Bildungsraum weiter zu erhöhen.[11] Um die Chancen für ausländische Studenten an den Hochschulen der Gastländer zu verbessern, fordert Deutschlands größter Studentenverband, dass Studenten ihre fehlende Kompetenzen in den ersten beiden Semestern nachholen können und dass man gemeinsame Qualifikationsziele für Studienabschlüsse in Europa festlegen solle.[12] Um die Nachfrage von deutschen Universitäten als Ziel von Auslandsaufenthalten zu erhöhen, sollten sich diese einerseits attraktiver machen und andererseits gezielt Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen aus solchen Staaten eingehen, für die eine besonders große Nachfrage von deutschen Studenten besteht. Um ausländische Studenten in Deutschland besser zu unterstützen, spricht sich der RCDS für Orientierungswochen, einer bedarfsgerechten Erweiterung des „Buddy-Programms“ und der Ausweitung des Fremdsprachenangebots in der Lehre der Universitäten aus.[13]

Bundeskampagnen[Bearbeiten]

Als Vertretung studentischer Interessen organisiert und steuert der RCDS politische Kampagnen. Auf Bundesebene sind folgende Kampagnen der letzten Jahre hervorzuheben.

Generation Erasmus! RCDS Postkarten zur Europawahl[Bearbeiten]

Inhaltlich konzentrierte sich die Kampagne zur Europawahl auf die Kernthemen der europäischen Politik. Damit sollte für die Relevanz der Europawahl, für Reformen innerhalb Europas und für die Fortsetzung der europäischen Idee und deren Einigung geworben werden.[14]

Hiergeblieben![Bearbeiten]

Mit dieser Kampagne warb der RCDS 2013 für den Verbleib ausländischer Hochschulabsolventen in Deutschland. Der RCDS wies daraufhin, dass hochqualifizierte, bleibende ausländische Absolventen den Arbeitsmarkt in Deutschland unterstützen und zur Verringerung beispielsweise des Fachkräftemangels beitragen.[15]

Studenten für Merkel[Bearbeiten]

Um für die Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu werben, setzte der RCDS auf eine innovative Kampagne bei der Bundestagswahl 2013. Die Studenten stellten dabei selbst das Plakatmotiv dar und formten dabei mit ihren Händen die Merkel-Raute nach.[16]

Genug GEZahlt![Bearbeiten]

2012 forderte der RCDS mit einer Unterschriftenkampagne eine ermäßigtere Rundfunkgebühr für Studenten von 6,00 € pro Monat, da diese den gleichen Beitrag – 17,98 € – bezahlen sollen wie Berufstätige. 2000 Online-User sowie 1767 Unterzeichner an den Hochschulen unterstützen diese Petition. Der RCDS tritt auch in Zukunft für einen reduzierten Rundfunkbeitrag für Studenten ein.[17]

Freie Bildung für Weißrussland![Bearbeiten]

Auf Druck des Lukaschenko-Regimes musste die European Humanities University (EHU) von Weißrussland ins Exil nach Litauen gehen. Der RCDS unterstützt die EHU, um jungen Menschen aus Weißrussland ein freies Studium zu finanzieren. Aus diesem Grund rief der RCDS zu Spenden auf. Seit einigen Jahren vergibt der RCDS ein Stipendium an Studenten der EHU.[18]

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Im Unterschied etwa zur Jungen Union ist der RCDS keine „Vereinigung“ der CDU/CSU, sondern von dieser institutionell unabhängig, hat aber den Status einer „befreundeten Organisation“. Die meisten RCDS-Gruppen- und Landesvorsitzenden sowie der RCDS-Bundesvorsitzende sind kooptierte Mitglieder in den Vorständen von CDU und CSU auf der jeweiligen Organisationsebene. Der RCDS hat somit faktisch ähnliche Mitspracherechte wie die JU.

Gliederung[Bearbeiten]

Der RCDS-Bundesverband gliedert sich in Landesverbände (siehe z.B. den Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Bayern oder den Ring Christlich Demokratischer Studenten in Baden-Württemberg) und (Orts-)Gruppen. Die Gruppen an den einzelnen Hochschulorten sind organisatorisch und inhaltlich weitgehend autonom vom Bundes- und jeweiligem Landesverband. Sie sind jedoch an das RCDS-Grundsatzprogramm und die Beschlüsse des Landes- und Bundesverbandes gebunden.

Der Bundesverband koordiniert die Arbeit der Gruppen und ist zuständig für die Artikulierung studentischer Interessen auf bundespolitischer Ebene. Er organisiert Seminare, Kongresse und sonstige Veranstaltungen, stößt bundesweite Aktionen und Kampagnen an, gibt Informationsschriften heraus und bearbeitet alle Themen, die für den RCDS von Bedeutung sind. Der Bundesverband wird nach innen und außen vertreten durch den dreiköpfigen Bundesvorstand, der für ein Jahr von der Bundesdelegiertenversammlung gewählt wird. Unterstützt wird der Bundesvorstand in seiner Arbeit dabei durch den Politischen Beirat und gegebenenfalls auch durch Fachausschüsse und Referenten.

Die Ehemaligen des RCDS sind im Ring Christlich-Demokratischer Akademiker (RCDA) organisiert. Der RCDA-Bundesverband wurde 1991 anlässlich des 40-jährigen Bestehens des RCDS gegründet,[19] einzelne lokale RCDA-Gruppen wie z.B. in Göttingen existieren aber schon deutlich länger. Geleitet wird der Verband von einem derzeit vierköpfigen Bundesvorstand.[20]

Geschichte[Bearbeiten]

Logo des RCDS in der 1980er Jahren

Der RCDS-Bundesverband wurde auf der ersten Bundesdelegiertenversammlung am 25. bis 27. August 1951 in Bonn gegründet; die ersten christlich-demokratischen Hochschulgruppen (CDH) entstanden aber bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Ihr Schwerpunkt lag anfangs vor allem in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), wo sie neben den LDP-Hochschulgruppen bald zu Zentren des Widerstands gegen die Hochschulpolitik der SED wurden. Zahlreiche christdemokratische Studentenvertreter wie Werner Neumann (1946), Georg Wrazidlo (1947) oder Hanns Beitz (1948) wurden willkürlich verhaftet; andere wie der spätere Bundesinnenminister Ernst Benda gehörten 1948 zu den Mitbegründern der Freien Universität Berlin.[21]

Nachdem die Studentenräte in der DDR abgeschafft und die Freie Deutsche Jugend (FDJ) zur alleinigen Interessenvertretung erklärt worden war, konzentrierten die CDH-Gruppen ihre Arbeit zunehmend auf die Bundesrepublik und Berlin. Zahlreiche aus der SBZ bzw. DDR geflohene Aktivisten gründeten neue Hochschulgruppen im Westen, die sich 1951 schließlich zum Ring Christlich-Demokratischer Studenten zusammenschlossen.

An den westdeutschen Hochschulen spielte der RCDS anfangs nur eine marginale Rolle, da „Parteipolitik“ in der Studentenschaft weithin verpönt war und das konservative Wählerpotential zudem mehrheitlich von (vorwiegend katholischen) Studentenverbindungen und Studentengemeinden (KDSE) sowie von „unabhängigen“ Fachschaftsvertretern repräsentiert wurde. Erst seit Beginn der 1960er Jahre konnte der RCDS seine Position in den Studentenparlamenten zeitweilig stärken, bevor er infolge der Studentenbewegung wieder in die Defensive geriet. 1957 beschloss der RCDS sein erstes bundesweites Programm, die „Leitsätze zur Hochschulreform und Studienförderung“.[22]

Erst nachdem zu Beginn der 1990er Jahre mehrere einstmals dominierende linke Studentenverbände (z.B. Marxistischer Studentenbund Spartakus (MSB), Sozialdemokratischer Hochschulbund (SHB), Radikaldemokratische Studentengruppen (RSG)) zusammengebrochen waren, konnte der RCDS verstärkt wieder in den lokalen Studentenvertretungen Fuß fassen.

Im April 2008 gründete der RCDS zusammen mit acht weiteren Organisationen aus dem Hochschulbereich (Deutscher Hochschulverband, Deutsches Studentenwerk, Promovierenden-Netzwerk Thesis, Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG), Bundesvereinigung Akademischer Mittelbau (BAM), Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw), Hochschullehrerbund (hlb), Verein zur Förderung der Juniorprofessur) die sogenannte „Hochschulallianz“. Ziel dieses Bündnisses ist es, eine gemeinsame Interessenvertretung von Lehrenden und Lernenden gegenüber der Politik aufzubauen und für die Interessen der Wissenschaft einzutreten.

In den letzten Jahren erhält der RCDS in einigen Fällen durch Hochschulgruppen der Jungen Union Konkurrenz aus dem christdemokratischen Lager selbst, so etwa in Greifswald, Osnabrück und Kiel. Die Junge Union Greifswald begründet dies teilweise damit, der RCDS sei organisatorisch mit den Anforderungen der Hochschulpolitik überfordert.[23] Ein Artikel der örtlichen Ostsee-Zeitung vom 23. Juni 2010 stellte die Gegendarstellung des RCDS Greifswald dar, der „keine inhaltlichen Gründe auszutreten“ sah und bemängelte, dass der Austritt geschehen sei ohne das Gespräch zu suchen.

Bundesvorsitzende[Bearbeiten]

  • 1989–1990: Christian Schede
  • 1990–1991: Marcel Kaufmann
  • 1991–1992: Christian Schneller
  • 1992–1993: Eckhard Wälzholz
  • 1993–1994: Tamara Zieschang
  • 1994–1995: Oliver Röseler
  • 1995–1996: Wichard von der Heyden
  • 1996–1997: Rasmus Tenbergen
  • 1997–1998: Oliver Nölken
  • 1998–1999: Fabian Magerl
  • 1999–2000: Mario Voigt
  • 2000–2001: Carsten Schwarz
  • 2001–2002: Lars Kasischke
  • 2002–2004: Barbara von Wnuk-Lipinski
  • 2004–2006: Dorlies Last
  • 2006–2007: Tim Küsters
  • 2007–2008: Matthias Kutsch
  • 2008–2010: Gottfried Ludewig
  • 2010: Stefan Holz
  • 2010–2011: Dennis Kahle
  • 2011–2012: Frederik Ferreau
  • 2012–2013: Erik Bertram
  • ab 2013: Martin Röckert

Weitere ehemalige Mitglieder des RCDS[Bearbeiten]

Kontroversen[Bearbeiten]

RCDS und Rechtsextremismus[Bearbeiten]

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im RCDS ist das Bekenntnis zur unantastbaren, unveräußerlichen Würde des Menschen, das Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und für die parlamentarische Demokratie sowie das Bekenntnis zur Europäischen Einigung. Diese genannten Werte stehen politisch extremem Gedankengut jeder Art entgegen.

Wenn Mitglieder sich verbandschädigend verhalten, besitzen die einzelnen Hochschulgruppen und der Bundesvorstand das Recht, diese auszuschließen. Dies ist der Fall, wenn „Mitglieder nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ stehen, in einer „vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe Mitglied [sind], offen mit diesen sympathisier[en] oder aktiv an von ihnen geförderten Veranstaltungen teilnehmen“ oder an Versammlungen von politischen Gegnern partizipieren.[24] Durch diese Beschlusslage existiert ein effizientes und effektives Mittel, um Mitglieder mit allgemeingefährlichem Gedankengut aus dem RCDS zu verbannen.

Der RCDS lässt keine rechtsextremen Mitglieder zu. Trotzdem versuchten in den letzten Jahren wiederholt aktive Neonazis im RCDS mitzuarbeiten. Obwohl sich der RCDS in all diesen Fällen schnell von diesen Personen trennte und sie aus der Hochschulgruppe ausschloss, musste er sich Kritik aussetzen.

So gelangte 2005 ein Student über die RCDS-Liste in das Studierendenparlament der Universität Gießen, dessen Kontakte zum rechtsextremen Spektrum erst im Lauf des Hochschulwahlkampfs bekannt wurden. Im November 2006 stellte sich heraus, dass der stellvertretende Vorsitzende der dortigen RCDS-Gruppe gleichzeitig Mitglied der Burschenschaft Dresdensia-Rugia zu Gießen war, „die als inoffizielle Kaderschmiede der NPD verrufen“ sei. In der neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit schrieb er als Autor mit so viel Wohlgefallen über NPD und DVU, dass sich selbst die Klientel der neurechten Wochenzeitung in Leserbriefen beschwerte. Die „Junge Landsmannschaft Ostpreußen“, deren Landesverband Südwest Müller seit Jahresbeginn anführt, wird vom Verfassungsschutz Brandenburg als „in Teilen rechtsextremistisch“ eingestuft.[25] So trat der Gießener Vorstand im November 2006 erst auf nachhaltigen Druck des Bundesvorstands zurück und der betroffene Student beendete seine Mitgliedschaft.

An der Universität Köln gelangte 2005 Thomas Hartenfels über die Liste des RCDS in das Studierendenparlament. Nachdem bekannt wurde, dass Hartenfels an Neonazi-Demonstrationen teilnahm, als Autor der Jungen Freiheit tätig war, Solidaritätsbekundungen für Martin Hohmann nach dessen als antisemitisch kritisierter Rede unterstützte und persönliche Kontakte in die rechtsextreme Szene hatte, verzichtete er auf sein Mandat und gab dann auch seine Funktionen in der CDU und der Jungen Union auf.[26]

An der Universität Potsdam kandidierte im Jahr 2006 ein Mitglied der DVU auf dem ersten Platz der RCDS-Liste für das Studierendenparlament. Nachdem dies bekannt wurde, legte der Student sein Mandat nieder und trat nicht mehr für den RCDS in Erscheinung.[27] Ebenfalls an der Universität Potsdam wurde 1999 eine Ausgabe der dortigen RCDS-Zeitung „Gaudeamus“ durch den Rektor verboten. Grund war eine ganzseitige Anzeige für die „Junge Freiheit“. Hinzu kamen Anzeigen für das „Ostpreußenblatt“ und eine schlagende Verbindung.[28]

Kritik an Aussagen ehemaliger Mitglieder[Bearbeiten]

Gottfried Ludewig gelangte als RCDS-Vorsitzender im Mai 2008 in die Kritik, als er ein dem grundgesetzlich in Art. 38 gewährten Recht auf Gleichheit der Wahl widerstrebendes „doppeltes Wahlrecht für Leistungsträger“ forderte[29] und sich damit massive Kritik einhandelte.[30]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ring Christlich-Demokratischer Studenten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zuständigkeiten in der Bundesgeschäftsstelle. Ring Christlich-Demokratischer Studenten, abgerufen am 23. Februar 2013.
  2. Grundsatzprogramm Zukunft miteinander gestalten. Ring Christlich-Demokratischer Studenten, 25. Oktober 2013, abgerufen am 12. Mai 2013 (PDF (228 KB)).
  3. RCDS, Grundsatzprogramm „Zukunft miteinander gestalten“, Berlin, 2013, S. 3f.
  4. RCDS, Grundsatzprogramm „Zukunft miteinander gestalten“, Berlin, 2013, S. 4–6.
  5. RCDS, Grundsatzprogramm „Zukunft miteinander gestalten“, Berlin, 2013, S. 6–7.
  6. RCDS, Grundsatzprogramm „Zukunft miteinander gestalten“, Berlin, 2013, S. 7–9.
  7. RCDS, Freiheit in Forschung und Lehre, Berlin, 2013, S. 1–2.
  8. RCDS, Grundsatzprogramm „Zukunft miteinander gestalten“, Berlin, 2013, S. 9–11.
  9. RCDS, Europapolitisches Programm, Münster, 2014, S. 1.
  10. RCDS, Europapolitisches Programm, Münster, 2014, S. 1.
  11. RCDS, Europapolitisches Programm, Münster, 2014, S. 1.
  12. RCDS, Europapolitisches Programm, Münster, 2014, S. 2.
  13. RCDS, Europapolitisches Programm, Münster, 2014, S. 2–3.
  14. Generation Erasmus. Kampagne. RCDS, 2014, abgerufen am 14. Mai 2014.
  15. Hiergeblieben! Kampagne. RCDS, 2013, abgerufen am 14. Mai 2014.
  16. Studenten-für-Merkel. Kampagne. RCDS, 2013, abgerufen am 14. Mai 2014.
  17. Genug Gezahlt! Kampagne. RCDS, 2012, abgerufen am 28. April 2014.
  18. Freie-Bildung-für-Weißrussland! Kampagne. RCDS, 2011, abgerufen am 15. März 2014.
  19. Ring Christlich-Demokratischer Akademiker. Über uns. Abgerufen am 19. Juni 2012.
  20. Ring Christlich-Demokratischer Akademiker. Vorstand. Abgerufen am 19. Juni 2012..
  21. Ulrike Poppe, Rainer Eckert, Ilko-Sascha Kowalczuk: Zwischen Selbstbehauptung und Anpassung: Formen des Widerstandes und der Opposition in der DDR (Forschungen zur DDR-Geschichte, Band 6), Berlin 1995, ISBN 386153097X , Seite 147f.
  22. Hans-Otto Kleinmann: Geschichte der CDU 1945–1982, Stuttgart 1993, ISBN 3-421-06541-1; Seite 143–144
  23. JU gründet Hochschulgruppe. Pressemitteilung. Junge Union Kreisverband Greifswald, 16. Juni 2010, abgerufen am 25. April 2012.
  24. RCDS, Satzung des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), Berlin, 2009, S. 2f.
  25. Antonia Götsch: Ein Rechtsextremist im RCDS-Vorstand. In: UniSpiegel. Der Spiegel, 22. November 2006, abgerufen am 25. April 2012.
  26. Britta Mersch, Jochen Leffers: Neonazi-Alarm im Asta. In: UniSpiegel. Der Spiegel, 19. Dezember 2005, abgerufen am 25. April 2012.
  27. DVU-Kandidat bei Wahlen an der Universität. Potsdamer Neueste Nachrichten, 11. Juli 2006, abgerufen am 25. April 2012.
  28. Uni Potsdam ließ RCDS-Zeitung verbieten. Die Welt, 22. Dezember 1999, abgerufen am 25. April 2012.
  29. Doppeltes Wahlrecht für alle, die arbeiten! in Bild vom 22. Mai 2008
  30. Absurder Vorstoß – CDU-Verbands-Chef will Rentner zu Wählern zweiter Klasse degradieren in Spiegel online am 23. Mai 2008