Gummersbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gummersbach
Gummersbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gummersbach hervorgehoben
51.0269444444447.5677777777778250Koordinaten: 51° 2′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Oberbergischer Kreis
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 95,42 km²
Einwohner: 49.665 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 520 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 51643, 51645, 51647
Vorwahlen: 02261
02266 (Berghausen)
02354 (Lieberhausen)
02263 (Elbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GM
Gemeindeschlüssel: 05 3 74 012
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
51643 Gummersbach
Webpräsenz: www.gummersbach.de
Bürgermeister: Frank Helmenstein (CDU)
Lage der Stadt Gummersbach im Oberbergischen Kreis
Rhein-Sieg-Kreis Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Nordrhein-Westfalen Remscheid Wuppertal Ennepe-Ruhr-Kreis Märkischer Kreis Kreis Olpe Kreis Siegen-Wittgenstein Rheinland-Pfalz Waldbröl Morsbach Nümbrecht Wiehl Reichshof Gummersbach Marienheide Bergneustadt Engelskirchen Lindlar Hückeswagen Wipperfürth RadevormwaldKarte
Über dieses Bild

Gummersbach ist die Kreisstadt des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen.

Gummersbach wurde früher auch als Lindenstadt bezeichnet, da Lindenbäume die Hauptstraße säumten. Bis in die 1920er Jahre nannten die Bürger ihre Stadt auch Klein-Paris. Heute ist Gummersbach bedeutendstes Mittelzentrum im Oberbergischen Kreis und für seinen Handball-Bundesligaverein, den VfL Gummersbach, bekannt.

Geographie[Bearbeiten]

Gummersbach liegt im Bergischen Land, im Süden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Nachbargemeinden

Lindlar Marienheide Meinerzhagen
Engelskirchen, Lindlar Windrose klein.svg Bergneustadt, Drolshagen
Engelskirchen Wiehl Reichshof

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste gesicherte Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1109. Eine Urkunde Erzbischof Friedrichs I. von Köln befasst sich unter anderem mit der Ermäßigung der Kathedersteuer für „ecclesia que est in gumeresbracht (deutsch: „die Kirche in Gumeresbracht“).[2] Als sehr wahrscheinlich für die Anlage des Ortes gilt die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts. Führende Sprachwissenschaftler widersprachen 2011 der Vermutung, dass der Kölner Erzbischof Gunther als Initiator und möglicherweise Namensgeber (Bestimmungswort Gum-) fungierte.[3] Derzeit wird für sehr wahrscheinlich gehalten, dass die Namensgebung über das Personennamenwort Gundmar oder Gummar in der Genitivform „Gumer“ bzw. „Gummer“ in Verbindung mit der Anlage eines Einzelhofs bereits im 7./8. Jahrhundert erfolgte.[4]

Neuzeit[Bearbeiten]

Im Jahr 1857 erhielt Gummersbach die Stadtrechte. Am 1. Juli 1969 wurden große Teile der ehemaligen Gemeinde Lieberhausen und kleine Gebietsteile der damaligen Nachbargemeinden Bergneustadt, Bielstein, Denklingen, Gimborn, Marienheide und Wiehl eingegliedert. Gleichzeitig gab es Abtretungen an Bergneustadt und Ründeroth.[5] Im Zuge der zweiten Kommunalgebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, wurden große Teile der ehemaligen Gemeinde Gimborn nach Gummersbach eingegliedert (§ 15 Abs. 1 Köln-Gesetz); zugleich wurden kleinere Gebiete nach Wiehl und nach Marienheide ausgegliedert sowie aus diesen jeweils auch nach Gummersbach eingegliedert (§ 15 Abs. 2 und 3, § 16 Nr. 1 Köln-Gesetz).[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(Haupt- und Nebenwohnsitze)

Bevölkerungsentwicklung von 1890–2003
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1890 7.748 2003 54.212
1910 16.050 2004 54.312
1925 17.310 2005 54.286
1950 30.617 2006 53.878
1953 31.557 2007 53.668
1957 32.150 2008 53.337
1967 32.822 2009 52.710
1977 49.285 2010 52.495
1990 50.965 2011 52.234
1995 54.462 2012 49.722
2000 53.311 2013 49.665
2002 54.318

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 48,6 % (2004: 47,5 %)
 %
50
40
30
20
10
0
47,2 %
32,3 %
6,3 %
7,1 %
4,7 %
1,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,2 %p
+5,2 %p
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-1,3 %p
+0,4 %p
+1,8 %p
Karte des Stadtgebietes

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat der Stadt Gummersbach hat 44 Sitze. Nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Partei CDU SPD GRÜNE FDP LINKE Piraten Gesamt
Sitze 21 14 3 3 2 1 44

Stadtentwicklung – Steinmüllergelände[Bearbeiten]

Nach der Insolvenz des Unternehmens L. & C. Steinmüller kaufte die Stadt Gummersbach das Firmengelände im Stadtzentrum für etwa vier Millionen Euro von Babcock Borsig Power. Das Gelände wird zurzeit im Zuge des Strukturprogrammes Regionale 2010 städtebaulich neu entwickelt.

Am 2. November 2007 wurde der Campus Gummersbach der Fachhochschule Köln eröffnet. Dort erstellt auch die Firma Ferchau ihren neuen Hauptsitz. Im Bau befindet sich das Einkaufszentrum Forum Gummersbach mit einer geplanten Verkaufsfläche von 15.000 m². Es soll das bestehende Einzelhandelsangebot der Innenstadt ergänzen. Investor ist die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) aus Hamburg.

Um den Verkehr in der Innenstadt zu entlasten, ist ein Ringschluss zwischen der Kreuzung am Busbahnhof und dem Kreisverkehr an der Rospestraße in Bau. Der Busbahnhof soll an die neugebaute Straße verlegt werden, sodass er parallel zum Bahnhof liegt und schnelleres Umsteigen zwischen Bus und Bahn möglich wird. Auch der Bahnhof wird derzeit mit Unterstützung des Landes NRW komplett umgebaut.

Von April 2007 bis Juni 2008 wurde das Nordtor des Steinmüllergeländes umgebaut und durch Natursteinpflaster und hochwertige Beleuchtungseinrichtungen aufgewertet. Seit dem Umbau ist die Fabrikstraße nur noch für Fußgänger zugänglich. Des Weiteren wurde die Busspur vor dem Einkaufszentrum „Bergischer Hof“ an der Brückenstraße entfernt und durch einen breiten Gehweg ersetzt. Durch diesen Umbau soll das Steinmüllergelände besser mit der Innenstadt vernetzt werden, weitere neue Verbindungen sollen folgen. Zurzeit kann man das Gelände über eine Behelfsbrücke fußläufig erreichen, die die Gleisanlage am Bahnhof überspannt; diese soll beim Neubau des Bahnhofs durch eine dauerhafte Bahnüberquerung ersetzt werden.

Seit 2012 wurde eine Multifunktionsarena mit 4132 Sitz- und Stehplätzen für den VfL Gummersbach gebaut. Die Schwalbe-Arena ist im August 2013 mit einem Turnier eröffnet worden.

In den letzten Jahren wurden – bis auf die Halle 32 – alle alten Fabrikhallen der Firma Steinmüller abgerissen. Südlich der Halle 32 wurde der Stadtgarten angelegt. Im Osten des Parks grenzt ein Beachhandballfeld an. Im Juli 2013 wurde die vollständig umgestaltete Halle 32 als neues Kultur- und Veranstaltungszentrum mit gastronomischem Betrieb eröffnet.

Derzeit werden Kanäle und Leitungen für die geplanten Neubauten und neu ansiedelnde Unternehmen verlegt und eine innere Erschließungsstraße gebaut.

Städte- und Länderpartnerschaften[Bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich La Roche-sur-Yon, Frankreich (seit 1968)
  • Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Burg in Sachsen-Anhalt (seit 1. November 1990)
  • GriechenlandGriechenland Afandou auf Rhodos, Griechenland (seit 16. Oktober 2001)
  • PolenPolen Lębork, Polen, ehemals Lauenburg / Pommern. Es bestehen freundschaftliche Beziehungen, aber keine Partnerschaft. 1955 übernahmen der Oberbergische Kreis und die Stadt Gummersbach eine Patenschaft für die aus Lauenburg stammenden Vertriebenen, die sich alle zwei Jahre in Gummersbach treffen.
  • LesothoLesotho Lesotho. Gummersbach ist die einzige Stadt Deutschlands mit einem Partnerland (seit 5. Juli 2012)[8]

Wappen[Bearbeiten]

Durch allerhöchsten Erlass des Königs Wilhelm II. von Preußen vom 27. Juli 1892 wurde der Stadt Gummersbach die Genehmigung zur Führung eines Stadtwappens erteilt. Die weiß-roten Schachbalken auf goldenem Grund waren die Wappenzier der Grafen von der Mark, die 350 Jahre lang Landesherren über das Amt Neustadt und über die Veste Gummersbach waren. Die Spindel im blauen Feld versinnbildlicht den Gewerbefleiß der Bevölkerung und insbesondere die Textilindustrie, die um die Jahrhundertwende einem großen Teil der Einwohner Lohn und Brot gab. Die Mauerkrone wurde auf Anregung des Königlichen Heroldsamtes in Berlin in das Wappenbild aufgenommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche – Oberbergischer Dom
Katholische Kirche Sankt Franziskus am Lindenplatz
Ev. Kirche Lieberhausen
Aggertalsperre
  • Im heutigen Zentrum der Stadt steht die Burg, ein im Jahr 1700 vom damaligen Amtsvogt Pollmann erbautes Wohnhaus (siehe auch: Vogteihaus Gummersbach), das wegen seiner Steinbauweise „Die Burg“ genannt wird – eine im Oberbergischen übliche Bezeichnung für ältere Steinhäuser. Es liegt an der Kaiserstraße im Bereich der Fußgängerzone.
  • Der Oberbergische Dom: In der Altstadt erhebt sich die evangelische Kirche. Sie wurde im 11. Jahrhundert im romanischen Stil als Hallenkirche errichtet.
  • Katholische Pfarrkirche St. Franziskus: sie befindet sich am Lindenplatz. Das Kirchenschiff wurde nach starken Schäden Anfang der 1970er Jahre abgebrochen und nach Plänen des Kölner Architekten Hanns Hoffmanns neu erbaut; von der neugotischen Vorgängerkirche blieb nur der Turm erhalten, der heute unter Denkmalschutz steht.
  • Evangelische Kirche Hülsenbusch: Die evangelische Kirche in Hülsenbusch wurde im 18. Jahrhundert nach einem Ortsbrand wieder aufgebaut und barock ausgestattet.
  • Bunte Kerken: In Lieberhausen steht eine von mehreren Bunten Kerken des Oberbergischen Landes, eine evangelische Kirche mit mittelalterlichen Deckengemälden. In einem Restaurant gegenüber der Kirche kann man den Lieberhäuser Eierkuchen essen.
  • Talsperren: Der Oberbergische Kreis ist bekannt für seine zahlreichen Talsperren. Sie sind Anziehungspunkt für Touristen und Camper. Auf dem Gummersbacher Stadtgebiet liegt die Aggertalsperre sowie ein Teil der Genkeltalsperre.
  • Stadtgarten/Stadtpark: Vor einiger Zeit wurde ein Stadtgarten/Stadtpark auf dem Steinmüllergelände südlich der Halle 32 fertig gestellt. Daran grenzt ein Beachvolleyballfeld.

Kultur[Bearbeiten]

Vor einigen Jahren wurden die Kaiserstraße und die Hindenburgstraße zwischen dem Einkaufszentrum „Bergischer Hof“ und dem Busbahnhof zu einer Fußgängerzone. Seitdem läuft der Verkehr um die Innenstadt herum, über die La-Roche-sur-Yon-Straße (benannt nach der frz. Partnerstadt) und der Karlstraße, die zusammen mit der Brückenstraße den Innenstadtring bilden. Die neu geschaffene Fußgängerzone ist heute die wichtigste Einkaufsstraße Gummersbachs. Weitere Fußgängerzonen befinden sich in der Moltkestraße, der Wilhelmstraße und der Schützenstraße. Am Treffpunkt von Kaiser-, Hindenburg-, und Moltkestraße befindet sich der Lindenplatz, der gelegentlich für Veranstaltungen (zum Beispiel Open Air-Konzerte oder Weihnachtsmärkte) genutzt wird.

Gegenüber dem Rathaus liegt der Bismarckplatz. Hier finden ebenfalls immer wieder Veranstaltungen statt. Jeden Dienstag und Donnerstag findet man dort einen Wochenmarkt, der vormittags geöffnet ist.

Innerhalb des Innenstadtrings liegt mit dem Burgtheater auch das einzige Kino der Stadt (in Dieringhausen befand sich bis 2008 ein weiteres Kino). Es besitzt fünf Kinosäle. Außerhalb des Innenstadtrings findet man das Stadttheater mit 800 Sitzplätzen. Gegenüber gelegen ist die Eugen-Haas-Halle. Sie war bis 2013 neben der Kölner Lanxess Arena eine Heimspielstätte des Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach. Zur Saison 2013/2014 zieht der VfL in die, auf dem Steinmüllergelände neu errichtete, Schwalbe-Arena um. An der Singerbrinkstraße befindet sich das Erlebnisbad Gumbala (Gummersbacher Badeland). Südwestlich der eigentlichen Innenstadt wird gerade das sogenannte Steinmüllergelände umgebaut und nach dem Willen der Politik möglichst gut in die Innenstadt integriert. Dabei muss jedoch die Bahnstrecke überwunden werden, die zwischen der heutigen Innenstadt und dem Steinmüllergelände verläuft (siehe Abschnitt Steinmüllergelände). Westlich des Steinmüllergeländes liegt das ehemalige Gelände der Firma Ackermann. Das Gelände wurde von der Stadt gekauft und die Gebäude auf dem Gelände werden zurzeit abgerissen um hier ab 2010 einen Kindergarten und Studentenwohnungen entstehen zu lassen. An der Moltkestraße befindet sich das Kreishaus des Oberbergischen Kreises. Gegenüber liegt die Kreis- und Stadtbücherei.

Der Kern der Innenstadt liegt in einem Tal zwischen den Erhebungen Steinberg, Hepel und Berstig. Dort befinden sich drei Wohngebiete, die nach den Erhebungen benannt sind. Sie gehören allesamt zur Innenstadt und sind keine eigenen Stadtteile. Auf der Berstig steht das Kreiskrankenhaus.

Sport[Bearbeiten]

  • Strandbad Bruch: Am Vorbecken der Aggertalsperre öffnet jeden Sommer das Strandbad Bruch.

Handball:

  • Der VfL Gummersbach (Herrenmannschaft) war in den 1970er und 1980er Jahren eine der erfolgreichsten Handball-Mannschaften Europas und spielt bis heute in der 1. Handball-Bundesliga.
  • Der TuS Derschlag gilt als zweiterfolgreichste Handballmannschaft der Stadt, der in den 1970er-Jahren ebenfalls kurzzeitig in der 1. Liga spielte und momentan in der Oberliga Mittelrhein spielt.[9]

Fußball:

  • Die DJK Gummersbach e. V. wurde im Jahr 1961 gegründet und spielt ab der Saison 2009/2010 in der Kreisliga B, Staffel 3.
  • Der 1. FC Gummersbach ging nach der Saison 1999/2000 als eigenständiger Club aus dem Gesamtverein des VfL Gummersbach hervor. Er spielt ab der Saison 2008/2009 wieder in der Kreisliga A, nachdem er für ein Jahr in der Bezirksliga Mittelrhein gespielt hatte. Durch einen weiteren Abstieg in der Saison 2008/2009 spielt der 1. FC Gummersbach zurzeit in der Kreisliga B, Staffel 3.

Leichtathletik:

  • Die LG Gummersbach vereint die Leichtathletikabteilungen von fünf Vereinen aus Gummersbach und Umgebung. Der von der LG veranstaltete Silvestercrosslauf ist möglicherweise der älteste in Deutschland.[10]

Weitere Sportvereine:

  • In der DJK Gummersbach e. V. werden die Sportarten Tischtennis, Fußball, Gymnastik und Kinderturnen ausgeübt.
  • Die Gummersbacher Steeldart-Werfer sind im 1. Steeldartclub (SDC) Gummersbach „Freitag der 13.“ e. V. organisiert.
  • Reit-Fahrverein Gummersbach e. V.
  • Der RCM Gummersbach e. V betreibt RC-Modellsport auf seinem Vereinsgelände in Halsterbach (bei Eckenhagen); vorwiegend Segel-, Motor- und Helikopterflug.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Fast 70 % der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosenquote liegt mit gut 6 % unter Landes- und Bundesdurchschnitt. Bedeutende Unternehmen im Stadtgebiet sind u. a. Dienstleistungsunternehmen, wie Ferchau Engineering, Fisia Babcock Environment, Kienbaum Consultants International und Opitz Consulting, aber auch die Tapetenhersteller A.S. Création und auch P+S international, Abus Kransysteme und Gizeh Raucherbedarf. Außerdem ist der Industriestandort durch die Herstellung von Teilen für die Automobilindustrie, sowie durch den Maschinenbau geprägt. Die größten Gewerbegebiete sind Windhagen-West, Windhagen-Ost und Sonnenberg. Im Gewerbegebiet Windhagen-West befindet sich auch das Gründer- und Technologiezentrum. Darüber hinaus ist die Innenstadt ein wichtiger Dienstleistungsstandort, der über mehrere Fußgängerzonen und das Einkaufszentrum Bergischer Hof mit Karstadt als Ankermieter verfügt.

Verkehr[Bearbeiten]

Bus- und Bahn[Bearbeiten]

Bahnhof Gummersbach, das Gebäude wurde im Januar 2012 abgerissen

Die Oberbergische Bahn (RB 25) verbindet den Bahnhof Gummersbach mit Köln und Meinerzhagen. Der Teilabschnitt Gummersbach–Meinerzhagen ist seit 2014 wieder in Betrieb. Eine Anbindung erfolgt stündlich. Eine halbstündliche Taktung von Gummersbach nach Köln besteht zwischen 4:00 und 7:30 Uhr, darüber hinaus ist sie bis 22:30 Uhr nur stündlich. Die Bahnstrecken, auf denen die Züge verkehren, verlaufen eingleisig, die Fahrtzeit von Gummersbach bis zum Kölner Hauptbahnhof beträgt etwa 70 Minuten. Das Empfangsgebäude wurde im Zuge von Straßenbauarbeiten zum Steinmüllergelände abgerissen.

Zu den Planungen für den zukünftigen Ausbau des Bahnverkehrs und den Lückenschluss in Richtung Lüdenscheid siehe Volmetalbahn.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Bis in die 1950er Jahre hatte Gummersbach ein Straßenbahnnetz, von dem heute kaum noch etwas zu sehen ist, siehe Gummersbacher Kleinbahnen, nach Stilllegung für ein paar Jahre durch ein Oberleitungsbus-Netz ersetzt, bevor auch der Oberleitungsbus durch Omnibusse abgelöst wurde.

Auf dem Stadtgebiet befindet sich auch eine zweite Staatsbahnstrecke (Bahnstrecke Siegburg–Olpe), die aber auf dem Abschnitt ab Dieringhausen schon seit 1979 (Personenverkehr) sowie 1997 (Güterverkehr) stillgelegt und teilweise abgebaut ist. Bis Overath wird diese Strecke noch von der Oberbergischen Bahn genutzt.

Siehe auch: Oberbergische Verkehrs-AG, Eisenbahnnetz im Oberbergischen Land

Etwa 100 Meter vom Bahnhof entfernt befindet sich der in den 1980er-Jahren erbaute zentrale Busbahnhof der Stadt. Über 400 Busse der OVAG, VBL, und RVK verlassen werktags den Busbahnhof; am Wochenende sind es etwa 220 bis 250 täglich. Der Busbahnhof verfügt über acht Bussteige, an denen insgesamt 16 Linien halten. Die Busse verbinden das Zentrum mit den innerstädtischen Wohngebieten, den meisten Ortsteilen (entweder als Linien- oder Rundverkehr) sowie mit den auswärtigen Zielen Bergneustadt, Drolshagen, Engelskirchen, Hückeswagen, Lindlar, Marienheide, Nümbrecht, Olpe, Overath, Reichshof, Remscheid-Lennep, Ründeroth, Waldbröl, Wiehl und Wipperfürth. Die Linien verkehren meist im Viertelstunden-, Halbstunden- oder Stundentakt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Gummersbach ist über die Bundesautobahnen 4 (E 40) Aachen – Köln – Olpe und 45 (E 41) Dortmund – Siegen – Frankfurt am Main – Aschaffenburg sowie die Bundesstraßen 256 Wipperfürth – Altenkirchen (WW) – Neuwied – Mayen und 55 Jülich – Köln – Olpe – Meschede – Rheda-Wiedenbrück erschlossen. Von der A4 aus erreicht man Gummersbach über die Anschlussstellen 25 (Gummersbach) und 26 (Reichshof/Bergneustadt) und von der A45 über die Anschlussstelle 16 (Meinerzhagen).

Glasfaser-Internet[Bearbeiten]

Die Deutsche Telekom baut ab 2012 ein Glasfasernetz in der Gummersbacher Innenstadt, sowie im Stadtteil Steinenbrück und Teilen des Stadtteils Karlskamp aus. Das Netz soll Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s ermöglichen. In den zentral gelegenen Stadtteilen ist DSL mit bis 16 Mbit/s verfügbar, wobei diese Geschwindigkeiten seit 2011 auch in den Stadtteilen Strombach und Berghausen verfügbar ist. Zudem sind seit Oktober 2014 auch eher abgelegene Teile mit 100Mbit VDSL Vectoring versorgt worden.

DVB-T[Bearbeiten]

Es gibt einen DVB-T (Füll-)Sender Gummersbach auf dem Kerberg; dieser hat dieselben Parameter wie der Standort Hohe Warte (Engelskirchen). Er deckt nicht das gesamte Stadtgebiet ab und in den äußeren Stadtteilen hat man teilweise nur mit einer Dachantenne Empfang.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Kreiskrankenhaus Gummersbach
Sparkasse und Lindenplatz

Bildung[Bearbeiten]

Campus Gummersbach

Grundschulen:

  • Städtische Gemeinschaftsgrundschulen im Stadtzentrum sowie in den Ortsteilen Becke, Bernberg, Derschlag, Dieringhausen, Hülsenbusch, Niederseßmar, Steinenbrück und Windhagen
  • Städtische Verbund-Grundschule (mit einem katholischen Zug) im Ortsteil Dieringhausen.
  • Freie Christliche Bekenntnisschule Gummersbach e. V.

Hauptschulen:

Gesamtschulen:

Realschulen:

  • Städtische Realschulen im Stadtzentrum (auf dem Hepel und auf dem Steinberg)
  • Freie Christliche Realschule Gummersbach e. V. im Ortsteil Karlskamp

Gymnasien:

  • Städtisches Lindengymnasium Gummersbach, beide Gebäude in der Stadt
  • Abendgymnasium Rhein-Sieg, Außenstelle Oberberg im Stadtteil Dieringhausen
  • Freies Christliches Gymnasium Gummersbach e. V. im Ortsteil Karlskamp

Berufsschulen:

  • Berufskolleg Oberberg: Ernährung, Sozialwesen und Technik
  • Berufskolleg Oberberg: Kaufmännische Schulen
  • BildungsCentrum Oberberg für Technik und Wirtschaft

Berufsfachschulen

  • Gesundheits- und Bildungszentrum Oberberg im Klinikum Oberberg: Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Ausbildung in der Operationstechnischen Assistenz, Weiterbildung in der Intensiv- und Anästhesiepflege, im Casemanegement und in der Praxisanleitung, Fortbildungen im Bereich Gesundheit und Pflege.

Hochschulen:

Sonstige Bildungsstätten:

  • Musikschule Gummersbach e. V.
  • Jakob-Moreno-Schule (ehemals Friedrich-Fröbel-Schule), Schule für Lernbehinderte im Stadtzentrum
  • Schule für Erziehungshilfe des Oberbergischen Kreises im Ortsteil Vollmerhausen
  • Theodor-Heuss-Akademie und Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit im Ortsteil Niederseßmar
  • Verein für Soziale Bildungsarbeit e. V. im Ortsteil Vollmerhausen
  • Volkshochschule: im Stadtzentrum
  • Kreisvolkshochschule: im Ortsteil Niederseßmar
  • Steinmüller Bildungszentrum: im Stadtzentrum (Rospestraße) (Grundausbildung im Metallbereich, Fachlehrgänge für Auszubildende sowie Qualifizierungsmaßnahmen / Ausbildung zu Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, Industriekaufmann/-kauffrau sowie zu Groß- und Außenhandelskaufleuten / in Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Mannheim Ausbildung zum Bachelor of Engineering)
  • College-Institut im Stadtzentrum (EDV-Schulungen und Persönlichkeitstrainings)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Personen mit Beziehung zur Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Ehrenbürgerwürde der Stadt Gummersbach erlischt satzungsgemäß mit dem Tode des Geehrten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerhard Pomykaj: Von den Anfängen bis zum Beginn der Napoleonischen Herrschaft 1806. In: Gummersbacher Geschichte. Bd. 1, Gronenberg, Gummersbach 1993, ISBN 3-88265-184-9.
  •  Gerhard Pomykaj: Vom Beginn der Napoleonischen Herrschaft bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1806–1918). In: Gummersbacher Geschichte. Bd. 2, Gronenberg, Gummersbach 2006, ISBN 978-3-88265-261-1.
  •  Gerhard Pomykaj, Jürgen Woelke: Marksteine Gummersbacher Geschichte: Ein Kurzführer. In: Beiträge zur Gummersbacher Geschichte. Bd. 4, Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt, Gummersbach 2000, ISBN 3-9808769-0-X.
  •  Josef Arnold, Jürgen Woelke: Alt-Gummersbach. Gronenberg, Gummersbach 1984, ISBN 3-88265-116-4.
  •  Stadt Gummersbach (Hrsg.): Stadt Gummersbach: 125 Jahre Stadtrechte (1857–1982). Stadtdirektor, Gummersbach 1982.
  •  Dirk Adolphs: 125 Jahre L. & C. Steinmüller – 5 nach 12.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gummersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Gummersbach – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Gerhard Pomykaj: Von den Anfängen bis zum Beginn der Napoleonischen Herrschaft 1806. In: Gummersbacher Geschichte. Bd. 1, Gronenberg, Gummersbach 1993, ISBN 3-88265-184-9.
  3.  Günther B. Walzik: Siedlungsgeschichtlicher Ertrag archäologischer Untersuchungen an ländlichen Pfarrkirchen des Rheinlandes. Habelt, Bonn 1981, ISBN 3-7749-1255-6.
  4. Stellungnahmen von Jürgen Udolph, Christian Lehmann, Albrecht Greule, Kirstin Casemir, Tobias Vogelfänger, Hans Ramge. Stadtarchiv Gummersbach, 2011
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 80.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 301.
  7. Landeswahlleiterin NRW
  8. http://www.lesothoembassy.de/news/Development_Cooperation_Agreement.php
  9. [1] Tabelle der Oberliga Mittelrhein
  10. Laufmagazin Spiridon, Online-Angebot (Link nicht erreichbar)