Stand-up-Comedy

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Unter Stand-up-Comedy oder Nummernkomödie versteht man einen überwiegend gesprochenen Solovortrag eines Comedians bzw. Komikers als Kurzauftritt oder auch abendfüllendes Programm im Gegensatz zur Physical Comedy.

Stand-up-Comedy und Kabarett[Bearbeiten]

Inhaltlich unterscheidet sich die Stand-up-Comedy vom Kabarett vor allem durch die innere Haltung des Comedians gegenüber seinen erzählten Geschichten: Während Kabarettisten vorwiegend ihre pointierte Sichtweise des Weltgeschehens schildern, beschreiben Stand-up-Comedians eher ihre eigenen komischen Konflikte mit der Welt. Die Grenzen zwischen Stand-up-Comedy und Kabarett sind fließend. Schauspielerische sowie theatralische Elemente sind ebenfalls mittlerweile in der Stand-up-Comedy zu finden (zum Beispiel bei Josef Hader oder Michael Ehnert). Die Bandbreite reicht demnach von komischen Alltagssituationen über pointierte Darstellung von Personen, Geschichten, öffentlichen Ereignissen bis hin zu kompletten, abendfüllenden Inszenierungen.

Stand-up-Comedy besteht meist aus einstudierten Nummern, die oft über Jahre gleich oder ähnlich vorgetragen werden, aber auch spontane, unvorbereitete Elemente sind in den Darbietungen zu finden. Einige wenige Stand-up-Comedians tragen auch komplett improvisierte Nummern vor, was aber eher die Ausnahme ist und auch einer gewissen, vorbereitenden Grundlage bedarf, die das Zurückgreifen auf bestimmte Muster ermöglicht, die dann im Vortrag scheinbar im Moment erfunden wirken. Dennoch darf das spontane Element der Stand-up-Comedy nicht verwechselt werden mit der eigenen Sparte „Improvisationscomedy“, die auf Elementen des Stegreiftheaters beruht, bei dem ein Ensemble von Darstellern nach vorab geprobten Mustern spontane Geschichten entwickelt.

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Es gibt Stand-up-Comedians, die ihre Nummern komplett selbst schreiben, andere arbeiten mit Autoren zusammen, wieder andere lassen sich die Nummern komplett von Anderen schreiben. Fast alle im professionellen Bereich tätigen Künstler arbeiten mit einem Bühnenregisseur.

Personen und Veranstaltungen[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten und anderen, vor allem englischsprachigen Ländern, hat die Stand-up-Comedy eine lange Tradition mit Stars wie Richard Pryor und George Carlin. In Deutschland hat sich seit den 1990er Jahren ebenfalls eine Stand-up-Kultur entwickelt, mit weiter wachsender Tendenz. Diese kann allerdings an ältere Vorbilder wie Karl Valentin, Heinz Erhardt oder Jürgen von Manger anknüpfen.

Neben Fernsehformaten wie dem Quatsch Comedy Club, NightWash und Fun(k)haus werden komplette Solo-Stand-up-Shows mit zum Teil großem kommerziellem Erfolg für die Bühne produziert und auch gesendet (zum Beispiel Mario Barth, Michael Mittermeier, Atze Schröder). In vielen Städten im deutschsprachigen Raum finden sich mittlerweile Stand-up-Clubs: offene Bühnen (Open Mic), bei der sich auch Laien ausprobieren können, und sogenannte Mixedshows (für fortgeschrittene oder etablierte Künstler), bei der mehrere Künstler an einem Abend auftreten und Ausschnitte aus ihren Programmen präsentieren und neue Nummern ausprobieren.

Als weiteres Format etablieren sich auch Wettbewerbsformen wie der Comedy Slam, bei dem das Publikum entscheidet, welcher von mehreren Comedians eine Veranstaltung gewinnt.

Das Format wird weitgehend von (weißen) Männern beherrscht, Frauen oder triple oppression Betroffene wie Shazia Mirza sind eher selten. Mirza wurde überregional bekannt, als sie nach dem 11.September 2001 im Hidschab auf die Bühne kam und sich mit

„My name is Shazia Mirza. At least, that's what it says on my pilot’s licence"“

„Mein Name ist Shazia Mirza. Zumindest steht das in meinem Pilotenschein“

vorstellte. Die BBC begann mit ihr eine Dokumentation zum Aufkommen und modernem Interesse von Stand-up comedy in Pakistan (und Indien). Mirza war dabei regelmäßig die erste weibliche Comedienne überhaupt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. No offence, von Shazia Mirza, Financial Times, Juni 2013