Robin Williams

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu gleichnamigen Personen siehe Robin Williams (Begriffsklärung).
Robin Williams bei der Premiere von Happy Feet 2 (2011)
Williams (2007)

Robin McLaurim Williams (* 21. Juli 1951 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker, Oscar- und fünffacher Golden-Globe-Preisträger. Er spielte sowohl tragikomische (Good Morning, Vietnam, Der Club der toten Dichter) wie psychopathische Rollen (One Hour Photo, Insomnia – Schlaflos), wirkte aber auch in Familienfilmen (Flubber, Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen) mit.

Leben[Bearbeiten]

Williams wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Chicago und Bloomfield Hills, nahe Detroit auf. Seine Mutter Laura McLaurim war Gründerin einer Modelagentur und sein Vater Robert Fitzgerald Williams leitender Angestellter bei Ford. Während seiner Highschoolzeit wohnte er in Los Angeles und in Tiburon, einem Vorort von San Francisco.

Nach der Highschool begann er auf dem College ein Studium der Politikwissenschaft, das er abbrach. Er wechselte daraufhin in die Theaterklasse, die er aber ebenfalls nicht beendete. Er belegte ein Improvisationsseminar und trat in der Gruppe „The Comedy of San Francisco“ als Stand-Up-Comedian auf. Als Amerikas führende Schauspielschule Juilliard's ein Vorsprechen in San Francisco veranstaltete, nahm er teil und wurde angenommen.

Mit 21 Jahren zog er nach New York und freundete sich an der Juilliard mit seinem Klassenkameraden Christopher Reeve an. Die beiden wurden als Einzige ihres Jahrgangs in die Fortgeschrittenen-Klasse von John Houseman aufgenommen. Nach drei Jahren ging er zurück nach San Francisco und trat 1975 wieder als Stand-Up-Comedian im „Comedy Store“ auf. 1977 wurde George Schlatter, Produzent der Comedy Show Laugh-In, auf Robin aufmerksam und ließ ihn für sechs Folgen neben Frank Sinatra und Bette Davis auftreten. Es folgten Auftritte in der Richard Pryor Show, die aber der Zensur des Network TV zum Opfer fielen.

1978 heiratete Williams seine erste Frau Valerie Velardi. Im selben Jahr hatte er einen Gastauftritt als Außerirdischer namens Mork in einer Folge der Sitcom Happy Days, die sehr gut ankam. Daraufhin entwarf der Direktor von Paramount eine Serie für diese Figur. Die Rolle des Mork vom Ork (Mork & Mindy) machte Williams über Nacht zum Star. Der Ruhm und Reichtum verstärkten jedoch seine Probleme mit Alkohol und anderen Drogen. Er änderte sein Leben erst, als sein Sohn zur Welt kam und sein Freund John Belushi im Alter von 33 Jahren nach einer Drogenparty starb. Er machte eine Therapie und war nach einem Jahr drogenfrei.

Williams bei der Oscarverleihung 1990 mit der Journalistin Yola Czaderska-Hayek

Mit seiner ersten Filmrolle in Robert Altmans Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag (1980) erlebte Williams einen herben Flop, konnte aber zwei Jahre später mit der Verfilmung von John Irvings Garp und wie er die Welt sah sowie mit Moskau in New York (1984), in dem er einen Immigranten darstellte, wohlwollende Kritiken verbuchen. 1987 gelang Williams der Durchbruch in einem dramatischen Kinofilm und erhielt für Good Morning, Vietnam einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung. 1989 folgten Der Club der toten Dichter, Zeit des Erwachens und König der Fischer, die Williams den Ruf einbrachten, ein gutes Gespür für wirkungsvolle dramatische Rollen zu besitzen.

Ab 1991 wirkte er in einer Reihe erfolgreicher Kinder- und Jugendfilme mit, darunter Hook und Flubber. In seinen teils sentimentalen Filmen für ein erwachsenes Publikum war er in dieser Zeit – nicht immer erfolgreich – auf die Rolle des gutmütigen, sanften Gefühlsmenschen abonniert. Hierzu zählen Hinter dem Horizont, Patch Adams, Jakob der Lügner (1999) und Der 200 Jahre Mann. Seine größten Hits in den 90er Jahren waren Mrs. Doubtfire, The Birdcage und Good Will Hunting, für den er einen Oscar als Bester Nebendarsteller erhielt.

Nach der Jahrtausendwende bemühte Williams sich um einen Imagewandel, und spielte eine Zeitlang Psychopathen und negative Charaktere. Filme wie One Hour Photo oder Insomnia und Williams' Schauspielkunst abseits der Leinwand wurden von den Kritikern positiv aufgenommen. 2006 übernahm er die Hauptrolle in Die Chaoscamper und kehrte damit zu unbeschwerten Kinderfilmen zurück. Ab 2013 übernahm er für die Sitcom The Crazy Ones erstmals seit den Anfängen seiner Karriere wieder eine feste Rolle in einer Fernsehserie.

Williams, immer noch einer der beliebtesten Schauspieler bei Kindern, ist auch ein gefragter Sprecher für Trickfilme. Weiterhin übernimmt er häufig kleine Cameo-Auftritte, so trat er bei Woody Allen in Harry außer sich und bei Kenneth Branagh in William Shakespeare’s Hamlet auf. In Terry Gilliams Die Abenteuer des Baron Münchhausen mimte er Ray D. Tutto, den König des Mondes. In To Wong Foo blieb sein Auftritt ungenannt. Zu seinen zahlreichen Gastrollen im Fernsehen gehören Auftritte bei Friends, Alles dreht sich um Bonnie und Wilfred.

Privates[Bearbeiten]

Robbin Williams im Irak (2004)

1978 heiratete Williams seine erste Frau Valerie Velardi, mit der er 1983 einen Sohn (Zachary Pym) bekam. 1989 heiratete er dessen Kindermädchen Marsha Garces. Die beiden haben zwei Kinder – Zelda Rae und Cody Alan. Garces reichte im Frühjahr 2008 die Scheidung ein. Am 23. Oktober 2011 heiratete Robin Williams seine dritte Frau Susan Schneider in St. Helena, Kalifornien.

Williams ist Alkoholiker, war aber ab Mitte der 1980er Jahre trocken. Nachdem er im Sommer 2006 einmalig rückfällig geworden war, entschloss er sich umgehend zu einem neuen Entzug. Im Herbst 2006 nahm er seine Arbeit wieder auf. Williams geht offen und ehrlich mit seiner Krankheit um, so sprach er etwa öffentlich in der britischen Late-Night-Talkshow Parkinson darüber.

Williams ist ein begeisterter Radfahrer und besuchte in den letzten Jahren öfter die Tour de France. Über die United Service Organizations tritt er außerdem regelmäßig vor amerikanischen Truppen auf.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Hauptrolle für Mork vom Ork erhielt er, nachdem er sich während des Vorsprechens, bei dem er einen Außerirdischen darstellen sollte, auf einen Stuhl gesetzt und dann einen Kopfstand gemacht hatte.

In deutschsprachigen Filmen wurde er überwiegend von Peer Augustinski synchronisiert. Nachdem dieser Ende 2005 einen Schlaganfall erlitten hatte, schrieb Williams ihm einen Dankesbrief mit Genesungswünschen. Einstweilen wurde Williams von Bodo Wolf gesprochen. Von Dezember 2007 an war wieder Peer Augustinski als seine deutsche Stimme zu hören, so in dem Film Der Klang des Herzens (August Rush) und auch in Nachts im Museum 2. Laut einem Interview mit Peer Augustinski bei Markus Lanz entschieden die Synchronfirmen dann, dass Bodo Wolf weiterhin Robin Williams synchronisieren sollte.

1980 erhielt Williams einen Grammy für die Beste Comedy-Aufnahme (Reality ... What a Concept).

Auf George Martins 1998 erschienenem Beatles-Tribut-Album In My Life singt er gemeinsam mit Bobby McFerrin den Titel Come Together.

Filmografie[Bearbeiten]

Deutsche Synchronsprecher[Bearbeiten]

Peer Augustinski ist die bekannteste Stimme für deutsche Synchronisation von Robin Williams . Eine Übersicht aller deutschen Robin Williams-Synchronsprecher und -Filme enthält die Deutsche Synchronkartei.[1]

Filmpreise[Bearbeiten]

Williams Stern auf dem Hollywood Walk of Fame
Hand- und Fußabdrücke vor dem Grauman’s Chinese Theatre am Hollywood Boulevard
Academy Award (Oscar)

Nominierungen:

Gewonnen:

Golden Globe

Nominierungen:

Gewonnen:

Goldene Himbeere

Nominierungen:

National Board of Review Award

Gewonnen:

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinolf Zurhorst: Robin Williams. Der ernsthafte Komödiant. Heyne-Filmbibliothek (Band 208). Heyne, München 1994, 214 S., ISBN 3-453-08122-6.
  • Nick Young: Robin Williams. Hollywoodstar mit Herz. Ein Cinema-Buch. Lübbe, Bergisch Gladbach 1992, 225 S., ISBN 3-404-61243-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Synchronkartei Synchronsprecher aller deutschen Robin Williams-Filme