Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen

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Prinzessin Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen, spätere Königin von Portugal

Stephanie Josepha Friederike Wilhelmine Antonia von Hohenzollern-Sigmaringen (* 15. Juli 1837 in Krauchenwies; † 17. Juli 1859 in Lissabon) war eine Prinzessin von Hohenzollern-Sigmaringen und durch Heirat Königin von Portugal.

Leben[Bearbeiten]

Stephanie wurde als Tochter des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1811–1885) und der Josephine (1813–1900), Tochter des Großherzogs Carl von Baden auf Schloss Krauchenwies geboren. Sie hatte fünf Geschwister, darunter der spätere König Carol I. von Rumänien und der spanische Thronprätendent Leopold. Bis zu ihrer Eheschließung lebte Stephanie mit ihrer Familie in Düsseldorf, wo ihr Vater, der letzte Souverän des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen, in der Funktion eines preußischen Divisionskommandeurs, in Stephanies 15. Lebensjahr, das Schloss Jägerhof als Residenz bezogen hatte. Die Prinzessin wurde künstlerisch ausgebildet unter anderem von Heinrich Mücke in Malerei und durch Clara Schumann am Klavier.

Königin Stephanie

Sie heiratete am 18. Mai 1858 in Lissabon König Peter V. von Portugal. Bereits im Dezember des Vorjahres hatte in Düsseldorf die Verlobung des Paares stattgefunden. Nach Portugal hatten sie ihr Bruder Leopold und der preußische Zeremonienmeister Rudolf von Stillfried-Rattonitz begleitet. Letzterer erhielt dafür die Erhebung als Graf von Alcantara zum portugiesischen Granden.[1]

Stephanie starb bereits ein Jahr nach der Hochzeit, von der portugiesischen Bevölkerung tief betrauert,[2] im Alter von 22 Jahren an der Diphtherie, was Peter V. in schwere Depressionen versetzte. Wegen ihres frühen Todes blieb die Ehe mit Peter kinderlos. Ihr Ehemann starb nur zwei Jahre nach ihr.

Stephanie ist im Braganza-Pantheon des Klosters São Vicente de Fora in Lissabon bestattet.

Rezeption[Bearbeiten]

In Düsseldorf und später auch in Lissabon war die karitativ tätige Stephanie den Menschen als „Engel der Armen“ ein Begriff. Bereits ein Jahr nach ihrem Tod wurde ihr in Düsseldorf ein Denkmal errichtet: Die Büste der Königin auf einer schwarzen Marmorsäule wurde durch den Schadowschüler Julius Bayerle geschaffen.[3] Das Denkmal für die Prinzessin Stephanie von Hohenzollern wurde 1890 durch den Bildhauer Josef Tüshaus erneuert. Der Lyriker Wolfgang Müller von Königswinter verfasste 1859 ein Gedicht, das den Tod Stephanies beklagt.

Jedes Jahr am 2. Mai gedenken die Schützen Düsseldorfs der Königin am Stephaniengedenktag.[4] In der Stadtmitte von Düsseldorf erinnert die Stephanienstraße (Klosterstraße bis Leopold-Straße) an die Hohenzollerin, ebenso nach Stephanie ist ein Krankenhaus in Lissabon benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Katharina Diez: Stephanie, Königin von Portugal. Lebensbild einer deutschen Fürstentochter aus unserer Zeit. Scheitlin, Stuttgart 1864.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Graf von Stillfried-Alcántara: Beschreibung und Geschichte der Burg. Herausgegeben von Ulrich Feldhahn. Berlin-Story-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-929829-55-X, S. 160.
  2. Johann Caspar Bluntschli, Karl Ludwig Theodor Brater: Deutsches Staats-Wörterbuch. Band 8: (Peel – Russland). Expedition des Staats-Wörterbuchs, Stuttgart 1864, S. 168.
  3. Karl Baedeker: Die Rheinlande von der Schweizer bis zur Holländischen Grenze, Schwarzwald, Vogesen, Haardt, Odenwald, [...]. 14. verbesserte und vermehrte Auflage. Baedeker, Koblenz 1866, S. 338.
  4. http://www.schuetzen-1316-duesseldorf.de/stephanientag/index.html
Vorgänger Amt Nachfolgerin
Auguste de Beauharnais Königin von Portugal
1858–1859
Maria Pia von Savoyen