Steve Kilbey

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Steve Kilbey (1986)

Steven John Kilbey (* 13. September 1954 in Welwyn Garden City, England) ist ein Musiker, Sänger, Songwriter, Dichter und Maler.

Leben[Bearbeiten]

Kilbey wurde 1954 in England geboren. 1957 verließ die Familie England und schiffte sich nach Australien ein. Kilbey wuchs in Wollongong und Canberra auf. Mit 10 Jahren begann er, erste Songs zu schreiben. Er begann eine klassische Klavierausbildung, die aber an seiner Vorliebe für tagesaktuelle Rockmusik scheiterte. Mit 16 Jahren startete er seine musikalische Karriere als Bassist in verschiedenen Glam Rock-Bands, darunter Baby Grande und Limazine. Bekannt wurde er als Sänger, Bassist und Texter der australischen Psychedelic Rock-Band The Church, die er 1980 mit den Gitarristen Peter Koppes und Marty Willson-Piper und dem Schlagzeuger Nick Ward (bald ersetzt durch Richard Ploog) in Sydney gründete.

Kilbey zitiert als frühe Einflüsse T. Rex, Bob Dylan, Dylan Thomas, David Bowie, Beatles, Rolling Stones, Patti Smith, Velvet Underground, Be-Bop Deluxe, Doctors of Madness, Twilight Zone, Science Fiction, Arthur Rimbaud, Surrealismus, Impressionismus und Futurismus. Seine Stimme fand er durch jahrelanges Experimentieren mit Vierspuraufnahmen. Seine Songs realisierte er ab 1980 vor allem mit The Church, deren erste vier LPs er praktisch allein schrieb.

Nach mehreren Achtungserfolgen gelang The Church mit Under The Milky Way vom Album Starfish 1988 ein Top 40 Hit. Kilbey hatte den Song mit seiner damaligen Freundin, der schwedischen Musikerin Karin Jansson (Pink Champagne), geschrieben. Seit etwa 1992 wurde seine Karriere von einer stärker werdenden Drogenabhängigkeit überschattet, die u.a. Mitte der 1990er Jahre fast dazu führte, dass die Band auseinanderfiel. Kilbey zog von Australien nach Schweden, wo seine Abhängigkeit einen Höhepunkt erreichte. 1999 wurde er vor einem Konzert von The Church in New York City verhaftet, als er versuchte, auf der Straße Heroin zu kaufen. Das Konzert fand ohne ihn statt. Schließlich wechselte Kilbey, so gut wie bankrott, wieder auf den australischen Kontinent, wo er erfolgreich seine Sucht überwinden konnte.

Neben seiner Arbeit mit The Church veröffentlichte er mehrere Soloalben und wirkte in zahlreichen Kooperationen mit, darunter beim Projekt Jack Frost mit Grant McLennan von The Go-Betweens. Auch mit seinen Brüdern Russell und John Kilbey hat er häufiger zusammengearbeitet. Zudem ist er als Produzent und bildender Künstler tätig. Kilbeys grafisches Werk ist stark von Folk Art, Naiver Malerei, psychedelischen Visionen und indischer Kunst beeinflusst. 2005 debütierte er als Schauspieler in einer Inszenierung von William Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" in der Rolle des Shylock. Im selben Jahr erschien das Album Relax-Edition Two von Blank & Jones, auf dem er mit seiner Stimme zum Stück Revealed beitrug. 2008 brachte Kilbey das Soloalbum Painkiller heraus. 2009 wurde Unseen Music Unheard Words veröffentlicht, das er zusammen mit Martin Kennedy von All India Radio aufnahm.

Ebenfalls 2009 erschien die von Robert Dean Lurie geschriebene Biographie No Certainty Attached – Steve Kilbey and The Church beim US-amerikanischen Verlag Verse Chorus Press. Der Buchtitel ist ein Verweis auf ein gleichnamiges Lied, das sich auf dem Album Hologram Of Baal von The Church befindet. 2011 wurde Kilbey in die Australian Songwriters Hall Of Fame aufgenommen.[1] Im selben Jahr wurde das zweite Album mit Martin Kennedy veröffentlicht. Außerdem kooperierte er mit der US-amerikanischen Band Hammock und sang den Song No Agenda auf deren EP Asleep In The Downlights. 2012 erschien das zweite Album des Seitenprojekts Isidore, das er zusammen mit Jeffrey Cain von Remy Zero betreibt. Im Februar 2013 folgte das Soloalbum The Idyllist.

Steve Kilbey lebt mit seiner Frau Natalie und drei von fünf Töchtern in North Bondi/Australien. Die anderen beiden Töchter stammen aus seiner Beziehung mit Karin Jansson und bilden das Popduo Say Lou Lou.

Diskografie[Bearbeiten]

Solowerke:

Alben und EPs:

  • Unearthed 1986
  • Earthed 1987
  • The Slow Crack 1989
  • Transaction EP 1989
  • No Such Thing EP 1990
  • Remindlessness 1990
  • Narcosis EP 1991
  • Dabble 2001
  • Painkiller 2008
  • The Idyllist 2013

Wiederveröffentlichungen:

  • Narcosis+ 1997
  • Remindlessness 2002
  • Narcosis + More 2004
  • The Slow Crack 2004
  • Unearthed 2005
  • Earthed 2005
  • Monsters n Mirages 2010 (Box-Set bestehend aus sieben Alben)

Compilations, Live- und Sonderveröffentlichungen:

  • Acoustic & Intimate (Live) 2000
  • Freaky Conclusions 2003
  • Art, Man & Technology 2009
  • Artifacts 2010
  • Garage Sutra 2012
  • Addenda One 2012
  • Addenda Two 2012
  • Live At The Fly By Night Club 2013
  • Miscellanaea – Whispers In The Static 2014

Live-Videos:

  • Acoustic & Intimate (VHS) 2000
  • Steve Kilbey Live (DVD) 2008
  • Steve Kilbey and Martin Kennedy – Live at the Toff in Town (DVD) 2010

Kooperationen (Auswahl):

  • Hex: Hex 1989 (mit Donnette Thayer)
  • Hex: Vast Halos 1990 (mit Donnette Thayer)
  • Jack Frost: Jack Frost 1991 (mit Grant McLennan)
  • Jack Frost: Snow Job 1995 (mit Grant McLennan)
  • Gilt Trip: Gilt Trip 1997 (mit Russell Kilbey)
  • Isidore: Isidore 2004 (mit Jeffrey Cain)
  • Gilt Trip: Egyptian Register 2005 (mit Russell Kilbey)
  • Blank & Jones: Revealed 2005
  • Mimesis: Art Imitating Life 2007 (u.a. mit Simon Polinski)
  • Esoteric Music Club 2008 (u.a. mit John Kilbey)
  • Steve Kilbey & Martin Kennedy: Unseen Music Unheard Words 2009
  • Hammock: No Agenda 2011
  • Steve Kilbey & Martin Kennedy: White Magic 2011
  • Isidore: Life Somewhere Else 2012 (mit Jeffrey Cain)
  • Steve Kilbey & Martin Kennedy: You Are Everything 2013

Verkaufszahlen[Bearbeiten]

Es gibt keine genauen Angaben für jedes Album, von John Kilbey vom Label Karmic Hit war jedoch zu erfahren, dass pro Album zwischen 5 und 27568 Stück verkauft wurden (Stand: 18. August 2005). Die 5 könnte sich dabei auf die Fire Down Below EP beziehen, eine Testpressung, von der sowieso nur sehr wenige hergestellt wurden (Gerüchten zufolge genau 5).

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Dean Lurie: No Certainty Attached – Steve Kilbey and The Church. Verse Chorus Press 2009, ISBN 1-891241-22-2

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. The Australian Songwriters Hall Of Fame