Straßenbahn Rotterdam

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Straßenbahn
Straßenbahn Rotterdam
Bild
Basisinformationen
Staat Niederlande
Stadt Rotterdam
Eröffnung 1879
Betreiber RET
Infrastruktur
Streckenlänge 75 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 V DC Oberleitung
Betriebshöfe 2
Betrieb
Linien 9
Fahrzeuge ZGT, 113 Alstom Citadis

Die Straßenbahn Rotterdam gehört neben der U-Bahn, den Vorortzügen der Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen (NS) und dem Stadtbusnetz zu den Trägern des öffentlichen Nahverkehrs in der zweitgrößten niederländischen Stadt. Die Betreibergesellschaft ist die stadteigene Rotterdamse Elektrische Tram (RET).

Vom 1. Juni 1879 bis 7. April 1904 verkehrte in Rotterdam eine Pferdestraßenbahn und seit dem 15. Oktober 1927 fährt die elektrische Straßenbahn.[1]

Das Straßenbahnnetz von Rotterdam ist kleiner als die Netze der anderen beiden niederländischen Großstädte Amsterdam und Den Haag. Die Tram bedient vor allem das engere Stadtgebiet, anders als etwa in Den Haag werden die Vorortbereiche von Rotterdam nicht von der Straßenbahn, sondern von der U-Bahn erschlossen. Rotterdam hat damit den kleinsten innerstädtischen Straßenbahnbetrieb des Landes, die zwei Linien der Stadtbahn Utrecht, die nur außerhalb des Zentrums verkehren, sind freilich insgesamt der kleinste Betrieb.

Wie alle niederländischen Straßenbahnen verwendet auch das Rotterdamer Netz Normalspur (1435 mm Spurweite). Die Fahrspannung ist 600 Volt. An allen Endstationen gibt es geeignete Wendestellen, wodurch Einrichtungsfahrzeuge verwendet werden können.

Liniennetz[Bearbeiten]

Die Rotterdamer Straßenbahn hat seit dem 9. Dezember 2012 (Start der Linie 24) neun regelmäßig verkehrende Linien. Zusätzlich verkehren bei Veranstaltungen weitere Kurse: eine Stadion-Verstärkerlinie 12 zum Feyenoord-Stadion und die Linie 18 während des Dunya Festivals sowie im Sommer die touristische Linie 10 mit historischen Fahrzeugen.

Mit Ausnahme der Linie 2, die ausschließlich auf dem südlichen Flussufer der Nieuwe Maas verkehrt, halten alle Linien am Hauptbahnhof (Rotterdam Centraal), wo ein Übergang zu den Linien D und E der Metro Rotterdam besteht. Die Linien 20 und 21 verkehren abends nach 20 Uhr und am Sonntagvormittag nicht.

Linie von via bis
2 Groene Tuin Maasstad Ziekenhuis, Station Lombardijen, Maashaven (M) Charlois
4 Molenlaan Station Noord, Rotterdam Centraal (M), Eendrachtsplein (M), Delfshaven (M), Marconiplein (M) Spangen
7 Woudestein Erasmus Universität, Voorschoterlaan (M), Oostplein (M), Rotterdam Centraal (M), Eendrachtsplein (M) Willemsplein
8 Kleiweg Station Noord, Rotterdam Centraal (M), Beurs (M), Leuvehaven (M), Erasmus MC, Delfshaven (M), Marconiplein (M) Spangen
20 Lombardijen Maasstad Ziekenhuis, Station Lombardijen, Wilhelminaplein, Eendrachtsplein (M) Rotterdam Centraal (M)
21 De Esch Erasmus Universität, Oostplein (M), Station Blaak (M), Beurs (M), Rotterdam Centraal (M), Marconiplein (M), Station Schiedam Centrum, Station Schiedam Nieuwland Schiedam-Woudhoek
23 Beverwaard Stadion Feijenoord, Wilhelminaplein, Leuvehaven (M), Beurs (M), Rotterdam Centraal (M) Marconiplein (M)
24 De Esch Erasmus Universität, Oostplein (M), Station Blaak (M), Beurs (M), Rotterdam Centraal (M), Marconiplein (M), Station Schiedam Centrum, Station Schiedam Nieuwland Vlaardingen-Holy
25 Carnisselande Erasmus MC, Wilhelminaplein, Leuvehaven (M), Beurs (M), Rotterdam Centraal (M), Sint Franciscus Gasthuis, Melanchthonweg (M) Schiebroek
(M) = Übergang zur Metro Rotterdam

TramPlus und Netzausbau[Bearbeiten]

Historischer ZGT-Wagen
Düwag-Gelenkwagen der 1600-serie (zuvor 600 ff, Baujahr 1969).
Historische Vierachser Triebwagen (Baujahr 1931) im Rotterdamer Trammuseum.

Ende der 1980er Jahre wurde das Bestehen der Straßenbahn in Frage gestellt. Das gut ausgebaute U-Bahn-Netz und der Autoverkehr sorgten für Rückgänge der Fahrgastzahlen. Nach der politischen Grundsatzentscheidung, die Straßenbahn beizubehalten, wurde das Programm TramPlus zur Modernisierung der wichtigsten Straßenbahnlinien beschlossen. Das Programm enthielt auch den Neubau von Strecken.

1996 wurde mit Eröffnung der Erasmusbrücke über die Nieuwe Maas die lange Jahre völlig isoliert vom übrigen Netz auf der Südseite des Flusses verkehrende Linie 2 wieder mit den übrigen Linien verbunden. Die neue Linie 20 überquerte den Fluss über die neue Brücke und bildete den Auftakt zur Realisierung des TramPlus-Programms.

Im März 2004 nahm die Linie 23 vom Hauptbahnhof über die Erasmusbrücke ins südöstliche Wohngebiet IJsselmonde den Betrieb auf. Im November desselben Jahres folgte die Linie 25 in das neue Wohngebiet Carnisselande in der südlichen Nachbargemeinde Barendrecht.

Die ausschließlich auf dem südlichen Ufer verkehrende Linie 2 wird zur Zeit modernisiert und beschleunigt.

Im Westen der Stadt eröffnete am 31. Oktober 2005 eine Abzweigung der bestehenden Linie 1 (nach Schiedam, jetzt 21), die Linie 23 nach Vlaardingen. Die Linien 21 und 23 fahren seit 2008 über Bahnhof Schiedam Centrum.

Die südöstliche Vorortgemeinde Ridderkerk stimmte 2005 den Plänen des Umlandverbands zum Bau einer Straßenbahnlinie zu, die Planungen dazu haben begonnen.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Seit den 1980er Jahren verwendet die RET Fahrzeuge des Typs ZGT (Fahrzeugnummern 700 und 800 ff). Bis 2004 verkehrten auch Düwag-Gelenkwagen der Nummern 1600 (zuvor 600 ff). Einige dieser Fahrzeuge wurden 2005 nach Rumänien verkauft. Die 800-serie verkehrte bis 2012. Auch Wagen dieser serie wurden schon nach Rumänien verkauft.

Unter anderem im Zusammenhang mit dem TramPlus-Programm wurden 60 neue Niederflurfahrzeuge vom Typ Citadis des Herstellers Alstom gekauft. Die Niederflurfahrzeuge fahren vorwiegend auf den bereits modernisierten Linien. Ab 2009 kamen noch 53 Fahrzeuge dazu.

100-Jahr-Feier[Bearbeiten]

Am 18. September 2005 feierte die RET mit einer Straßenbahnparade mit Fahrzeugen aus allen Epochen ihr 100-jähriges Jubiläum. Genau 100 Jahre zuvor eröffnete die erste Straßenbahnlinie der Stadt vom Stadtpark zum Honingerdijk.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trams in Rotterdam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Paardentram Rotterdam. Vom 9. Mai 2003. Niederländisch, abgerufen am 27. November 2010