Stratford Canning, 1. Viscount Stratford de Redcliffe

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Stratford Canning
Stratford Canning

Stratford Canning, 1. Viscount Stratford de Redcliffe KG GCB PC (* 4. November 1786 in London; † 14. August 1880 in Frant Court (Kent)) war ein britischer Diplomat und während langer Zeit Botschafter an der Hohen Pforte.

Stratford Canning wurde als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns in London geboren, war ein Vetter des Politikers George Canning und wurde bereits 1809 als britischer Gesandtschaftssekretär nach Konstantinopel berufen. 1814 ging er als bevollmächtigter Minister nach Basel und nach Zürich, wo er noch bis 1815 an der Abfassung der Schweizer Bundesakte teilnahm. 1815 war er während des Kongresses in Wien und ging dann in diplomatischen Sendungen nach Washington, D.C. und Petersburg.

Im Februar 1826 wurde er Gesandter in Konstantinopel und wirkte für Beilegung der Differenzen zwischen der Türkei und Griechenland. Da indes die Pforte seine Vorschläge verwarf, verließ er 1827 Konstantinopel, ging 1828 als außerordentlicher Gesandter nach Griechenland und kehrte sodann, nachdem er an den Pariser Konferenzen zur Feststellung der Grenzen dieses Königreichs teilgenommen, nach England zurück. Im Oktober 1831 abermals zum Gesandten in Konstantinopel ernannt, nahm er wiederum an den Verhandlungen über die Regulierung der Grenzen Griechenlands teil und sah seine Bestrebungen durch den Londoner Vertrag vom 7. Mai 1832 gekrönt.

1833 und 1834 war er außerordentlicher Gesandter in Madrid und Petersburg. 1841 ging er wieder als Gesandter nach Konstantinopel und war hier nun 16 Jahre lang unermüdlich tätig, den russischen Einfluss in der Türkei zu bekämpfen und auch jedes Vordringen eines französischen oder österreichischen Einflusses zu verhindern. Schon 1852 war er mit dem Titel Viscount de Redcliffe zum Peer erhoben worden.

Im Juli 1858 nach England zurückgekehrt, nahm er seinen Sitz im House of Lords ein; 1869 erhielt er den Hosenbandorden. Ohne seitdem an der aktiven Politik teilzuhaben, galt er doch immer als eine der ersten Autoritäten in Sachen der orientalischen Fragen und erhob namentlich in den Verwicklungen seit 1876 wiederholt seine Stimme, nicht durchweg die Maßnahmen des Ministeriums Beaconsfield billigend.

Er starb am 14. August 1880 auf seinem Landsitz Frant Court bei Tunbridge Wells in Kent.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Shadows of the past, London 1865, Gedichte
  • Why am I a Christian?, 1873, theologisches Werk
  • Alfred the Great in Athelnay, 1876

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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