Stuart Hall (Soziologe)

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Stuart Hall

Stuart McPhail Hall (* 3. Februar 1932 in Kingston (Jamaika); † 10. Februar 2014 in London) war ein britischer Soziologe und zählte zu den wichtigsten Intellektuellen marxistischer Orientierung. Als einer der Begründer und Hauptvertreter der Cultural Studies beschäftigte er sich vor allem mit kulturellen Praktiken und gab antikolonialistischen und antiimperialistischen Bewegungen wichtige Impulse.[1] Er prägte den Begriff „Thatcherismus“[2] und war Mitbegründer der „New Left“.[3] Stuart Hall galt als einer der führenden Kulturtheoretiker Großbritanniens.[4]

Leben[Bearbeiten]

Hall wuchs in einer Mittelklassefamilie in Kingston auf. Am dortigen College erfuhr er eine englische Erziehung im klassischen Stil. Seit er 1951 als Rhodes-Stipendiat nach Oxford kam, lebte er in Großbritannien. Von 1957 bis 1961 gehörte er dem Herausgeberkomitee der New Left Review an. In dieser Zeit begann er auch seine Lehrtätigkeit, zunächst an höheren Schulen, ab 1964 am Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) der Universität Birmingham. Von 1968 bis 1979 war er als Nachfolger von Richard Hoggart der dortige Direktor. 1964 hatte dieser das CCCS gegründet, um kulturelle Praktiken interdisziplinär zu untersuchen. 1979 wurde Hall Professor für Soziologie an der Open University. Seine Motivation dafür war, Menschen ohne akademische Ausbildung zu erreichen. Dort lehrte er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1997. In den Jahren 1995 bis 1997 war er Präsident der British Sociological Association.[5][6][7] Er starb am 10. Februar 2014, aufgrund von Komplikationen nach einer Operation wegen Nierenversagen, eine Woche nach seinem 82. Geburtstag.[8]

Er war verheiratet mit Catherine Hall.

Werk[Bearbeiten]

Werk allgemein[Bearbeiten]

In der Art der textlichen Produktion nahm Stuart Hall eine Sonderstellung ein. Er hatte keine einzige Monographie verfasst, dafür aber eine große Menge an Artikeln in essayhafter Form, die vielfach disziplinübergreifend und stark philosophisch geprägt sind. Oft war er auch nicht als alleiniger Autor verzeichnet, da er großen Wert auf gemeinschaftliches Arbeiten legte.

Von Terry Eagleton wurde er weniger als ein origineller Denker, denn als brillanter „bricoleur[9] bezeichnet, einer der einfallsreich mit den Ideen Anderer bastelt: “He does stand for all the Right Things in the arena of cultural studies: impeccably anti-essentialist, anti-totalising, anti-reductionist, anti-naturalist and anti-teleological.”[10]

Als Vertreter der Cultural Studies befasste er sich in seinen Schriften mit Fragen der Kultur, Macht und Identität. Durch den Sprung von der Kolonialkultur in die imperiale Herrschaftskultur brachte er das nötige Sensorium für solche Fragen mit.[11] Dementsprechend bezeichnete er sich selbst auch als „Diaspora-Intellektueller“.

Stuart Hall und die Cultural Studies[Bearbeiten]

Der Beginn der Cultural Studies fällt in eins mit der Gründung des Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS), das Richard Hoggart 1964 ins Leben rief. Als bekanntester Vertreter oder Kopf des Institutes wird aber Stuart Hall gehandelt.

Das Forschungsfeld der Cultural Studies ist Kultur im weitesten Sinn. Was überhaupt unter diesem Begriff zu verstehen ist, ist Teil des Programms. Für einen ihrer Gründungsväter, Raymond Williams, stellt es eines der kompliziertesten Wörter der englischen Sprache dar.[12] In seinem Buch The Long Revolution bricht er mit der Vorstellung einer Entgegensetzung von hoher und niedriger Kultur, bzw. mit der Vormachtstellung der hohen Kultur. Für Hall war dies eine wichtige Zäsur, in deren Folge er sich oft mit Populärkultur beschäftigte. Er selbst schreibt, in The Long Revolution würde das Konzept von Kultur demokratisiert werden, es

„[…] besteht nicht länger aus der Summe des ‚Besten was je gedacht und geschrieben wurde‘, als Höhepunkt einer entwickelten Zivilisation – das Ideal von Perfektion, nach dem in der früheren Bedeutung alle strebten. […] ‚Kultur‘ in diesem speziellen Sinn, ist etwas ‚Gewöhnliches‘“

Hall: Die zwei Paradigmen der Cultural Studies, S.17

Eine strenge Definition davon, was Kultur ist, gibt Hall nicht. Er versucht den Begriff so offen wie möglich zu halten und erweitert ihn über seine eigenen Grenzen. So antwortet er auf die Frage, was für ihn das Spezifische an den Cultural Studies sei: „Ich glaube, die Frage der Politik des Kulturellen oder der Kultur des Politischen kommt dem Begriff sehr nahe oder steht im Zentrum der Cultural Studies.“[13]

Die kulturelle und die politische Dimension verknüpfen sich zu einem roten Faden, der sich kontinuierlich durch Halls Arbeit durchzieht. Anstelle dieser zweigliedrigen Struktur gibt es auch die gängige Version eines dreigliedrigen Modells der Cultural Studies, in dem der Begriff Politik gewissermaßen in zwei Teile zerfällt. Das sogenannte „magische Dreieck“[14] der Cultural Studies setzt sich aus der Trias Kultur-Macht-Identität zusammen, womit ebenfalls die Eckpunkte von Halls Arbeit abgesteckt sind. „Cultural Studies gehen davon aus, daß es einer Menge an theoretischer Arbeit bedarf, um die Dunkelheit des Offensichtlichen zu erhellen.“[15] In dieser Aussage stecken zwei wesentliche Aspekte. Erstens zeigt sie die Notwendigkeit theoretischer Arbeit, ohne die überlegtes Eingreifen, bzw. eine Veränderung der Praxis nicht möglich wären. Und zweitens macht sie deutlich, wozu diese Arbeit dient: zur Überwindung des scheinbar minimalen Abstands zu unserer Alltagskultur. Gerade weil sie uns so nahe ist bleibt sie in der Regel im Dunkeln. Erst durch die Einziehung einer minimalen Distanz durch das Instrument der Theorie, so die These, kann es zu einer Beleuchtung der Alltagskultur kommen.[16] So zeigt z. B. Arnd Krüger, dass für die einen die Olympischen Spiele 2012 in London die besten Olympischen Spiele aller Zeiten seien, für andere aber nur ein Teil des Kreuzzuges gegen den Islam, da durch die Wahl des Termins im Ramadan ein Viertel der Teilnehmer und Teilnehmerinnen deutlich benachteiligt wurde.[17]

Kodieren/Dekodieren[Bearbeiten]

Der Antrieb hinter der von Hall geleiteten „Media Group“ am CCCS war die Erkenntnis, dass die Medien im hegemonialen „Kampf um Bedeutung“ oder im „Kampf im Diskurs“ eine elementare Funktion erfüllen. Wie stark der Einfluss von Medien auf den Alltagsverstand ist, lässt sich kaum überschätzen angesichts ihrer Produktion sozialen Wissens, der Schaffung von Werten, Bildern, Klassifikationen und Lebensstilen. Wie diese Prozesse in der Gesellschaft wirken, bringt Hall unter dem Schlagwort der „Signifikationspolitik“ auf den Punkt. In der Landschaft der damaligen Medientheorie zeichnete sich durch diese Richtung der Fragestellungen eine Wende ab: weg von der Apparatur und hin zur Politik.[18]

Das Kodieren/Dekodieren-Modell Stuart Halls gehört mittlerweile zum Kanon der Kommunikationsmodelle. Er entwickelte es im gleichnamigen Aufsatz Kodieren/Dekodieren (1977), der unter anderem beeinflusst ist durch den Strukturalismus Claude Lévi-Strauss’ und der Semiotik Roland Barthes’. Implizit setzt sich dieser Text auch mit dem marxistischen Basis-Überbau-Modell auseinander.[19] Vor allem aber stellt er einen Versuch dar, Kommunikation auf einer kulturell-politischen Ebene zu verstehen.

Das damals übliche Kommunikations-Modell ging von einer Sender-Nachricht-Empfänger-Struktur aus, gegen deren Unangemessenheit Hall versucht Gründe vorzubringen. Sein Anliegen ist gegen

„[…] eine bestimmte Vorstellung von Inhalt als vorgeformter und feststehender Bedeutung ausgerichtet, die dann als Übertragung von Sender zu Empfänger analysiert werden könnte. Es richtet sich gegen die Unilinearität dieses Modells, gegen die Vorstellung einer Bewegung, die nur eine Richtung kennt: Der Sender fabriziert die Botschaft, die Botschaft selbst ist ziemlich eindimensional, und der Empfänger empfängt sie.“

Hall: Ausgewählte Schriften 4, S. 81

Das Modell, von dem hier die Rede ist, geht auf Harold Dwight Lasswell (Who says what in which channel to whom with what effect?) zurück. Die Komplexität von Kommunikationsprozessen kann damit nicht auf allen Ebenen – beispielsweise der kulturellen – erklärt werden. Es wird suggeriert, dass die Bedeutung einer Nachricht bei Absender und Empfänger identisch ist. Hall richtet sich gegen dieses deterministische Verständnis von Bedeutung in Kommunikationsprozessen. Er betont immer wieder die mehrschichtigen und multireferentiellen Aspekte von Bedeutung, die sich je nach Kontext ergeben können. Anstelle der Akteure Sender/Empfänger setzt er die Funktionen Kodieren/Dekodieren ein. Dadurch wird das Prozesshafte, und das, was Hall „Artikulation“ (siehe Kapitel Artikulation) nennt, betont. Anders gesagt: Die isolierten Subjekte Sender/Empfänger treten zu Gunsten der Tätigkeit bei Kommunikationsprozessen in den Hintergrund. Bedeutung hat demnach ihren Ort in der Korrespondenz zwischen Kodierung und ihrem Effekt.[20]

Wird ein Ereignis in den Nachrichten gezeigt, so muss es zuerst einmal in „Nachrichtenform“ gebracht werden und den Regeln eines Fernsehapparates entsprechend verbildlicht werden. Gleichzeitig muss dieses transponierte Geschehnis auch vor einem gesellschaftlichen Diskurshorizont, mit seinen zur Verfügung stehenden Kodes übersetzbar sein. Je nachdem, ob Kodierung und Diskurshorizont Überschneidungen aufweisen, wird die Nachricht mit Bedeutung versehen.[21]

Kodieren/Dekodieren operiert nicht primär auf einer semiologischen oder erkenntnistheoretischen Ebene, sondern zeigt seine politischen Implikationen auch an dem marxistischen Vokabular: Sender werden zu Produzenten und die Empfänger zu Konsumenten. Allerdings mit der Einschränkung, dass die vermeintlichen Konsumenten nicht – wie damals üblicherweise von den Rundfunkanstalten und Werbeagenturen gerne gesehen – am Ende des Produktionsprozesses als passive, homogene Masse stehen. Vielmehr macht Hall an dieser Stelle eine Lesart Marx’ stark, die nicht nur von einer Wirkung der Produktion auf die Konsumption ausgeht, sondern sich ebenso die Konsumption auf die Produktion auswirke.[22] Der Essay trägt also von Anfang an eine soziale und politische Dimension in sich.[23] Die relative Autonomie der Konsumenten drückt sich auch darin aus, dass Hall ihnen drei idealtypische Lesarten zurechnet.

  • Dominant-hegemonialer Ansatz, oder Vorzugslesart: Wenn Zuseher einer Fernsehsendung eine konnotierte Bedeutung voll und ganz übernehmen; die Nachricht also im Referenzkode, in dem sie kodiert wurde, dekodiert wird. Dieses Modell entspricht weitestgehend dem idealtypischen Fall der ›vollkommen transparenten Kommunikation‹, womit sich der Zuseher innerhalb der dominanten Ideologie befindet.
  • Ausgehandelte Lesart: Anerkennung der Legitimität der hegemonialen Definition, während auf einer begrenzten Ebene eigene Grundregeln und Sinnsyteme aufgestellt werden.
  • Oppositionelle Lesart: Eine Nachricht wird in ihrer Intention verstanden, jedoch abgelehnt. Die Auflehnung gegen den dominanten Kode beinhaltet eine politische Dimension, die in Opposition zum hegemonialen Kode steht.

Schlussendlich lassen sich die drei wesentlichen Kritikpunkte[24] des Essays so zusammenfassen, dass

  • Bedeutung nie völlig vom Sender fixiert oder determiniert wird
  • eine Nachricht nie vollkommen transparent ist
  • das Empfangen einer Nachricht kein passiver Vorgang ist

Repräsentation als soziale Praxis[Bearbeiten]

Der Begriff der Repräsentation ist zugleich ein Schlüsselelement[25] für die Cultural Studies, und auch für Stuart Hall. Er operiert in vielen Texten damit und macht ihn eigens zum Thema in seinem Aufsatz The Work of Representation.[26] Dort heißt es, dass Repräsentation

  • Bedeutung und Sprache zu Kultur bündelt
  • die Produktion von Bedeutung durch Sprache ist

Die Abweichung von der gebräuchlichen Verwendung des Wortes – „stellvertretend“, „stehen für“ – ist typisch für Hall (vgl. Abschnitt „Artikulation“ und „Ethnizität“). Die Bedeutung im Sinne von „Stellvertretung für etwas“ tritt für ihn in den Hintergrund, viel wichtiger aber ist ihm Repräsentation als soziale Praxis. Diese erstreckt sich über zwei Systeme. Das erste davon besteht in den „concepts and images“, gewissermaßen unsere Gedanken von etwas. Das zweite ist deren Austausch durch Sprache. Die Verbindung zwischen beiden ist das, was Hall als Repräsentation bezeichnet:

“Representation is the production of the meaning oft the concepts in our minds through language. It ist the link between concepts and language which enables us to refer to either the ‚real‘ world of objects, people or events, or indeed to imaginary worlds of fictional objects, people and events”

Hall: The Work of Representation, S. 17

Der springende Punkt für Hall besteht darin, dass wir uns anhand dieser Systeme auf etwas beziehen. Dieses „etwas“, oder „Welt“, ist aber nie der Ort von Bedeutung, sondern wir sind es, die durch die Systeme der Repräsentation Bedeutung konstruieren. Wenn diese Verbindungen über einen langen Zeitraum hinweg fixiert werden, kann es scheinen, als ob manche von ihnen natürlich oder unausweichlich wären. Hall kritisiert nicht, dass es solche Fixierungen gibt, aber er ruft deren Künstlichkeit und Konstruiertheit in Erinnerung. Da solche Zuschreibungen immer kulturell, sozial und sprachlich etabliert werden, befinden sie sich unaufhörlich im Wandel und werden nie ganz fixiert sein.

“The main point is that meaning does not inhere in things, in the world. It is constructed, produced. It is the result of a signifying practice – a practice that produces meaning, that makes things mean”

Hall: The Work of Representation, S. 24

Diese Theorie der Repräsentation fällt im Weitesten mit den Ideen des Konstruktivismus zusammen, wie Hall auch selbst betont.

Neue Ethnizitäten[Bearbeiten]

Auch in dem Aufsatz Neue Ethnizitäten[27] spielt die Funktion der Repräsentation eine wesentliche Rolle, vor allem weil sie dort verknüpft wird mit der Bildung von Identität.

Hier kommt eine neue Facette der Unterscheidung ins Spiel: die herkömmliche Bedeutung von Repräsentation wird mit der Theorie der Mimesis verglichen, wonach „man sich eine Wirklichkeit vorstellt, die ›außerhalb‹ der Mittel existiert, durch die die Sachen repräsentiert werden“.[28] Für Hall geht es nicht darum, diese „äußerliche“ Wirklichkeit, zu bestreiten. Aber, um auf der Ebene der Bedeutung greifbar zu werden, muss sich Repräsentation innerhalb des Diskursiven abspielen. Diese Art der Repräsentation folgt aber nicht der Aufeinanderfolge Ereignis-Bedeutung, sondern kehrt diese Ordnung um. Erst Sprache, die schon mit Bedeutungen operiert, ermöglicht es uns, über ein Ereignis zu sprechen und dieses so zu repräsentieren. Aufgrund dieses Verhältnisses kann Hall behaupten, dass „Kulturindustrien und kulturelle Repräsentationsregimes eine konstitutive und keine bloß reflexive, erst nach dem Ereignis auftretende Rolle“[28] spielen.

In besonderer Schärfe treten die Konsequenzen dieser Mechanismen beispielsweise bei der Konstruktion von kultureller Identität und Rasse zu Tage. Halls Analysen zur Identität versuchen nicht so sehr, das einzelne Individuum zu begreifen, sondern sie berücksichtigten immer Identitätsbildungen in der Beziehung zwischen Selbst und Anderen.[29]

Eine der Hauptaussagen von Neue Ethnizitäten ist, dass

„[…] ‚schwarz‘ eine wesentlich politisch und kulturell konstruierte Kategorie ist, die nicht auf einem Ensemble von festen transkulturellen oder transzendentalen ‚rassischen‘ Kategorien gründet und deshalb auch keine Garantien in der Natur findet“

Hall: Neue Ethnizitäten, S. 18

Für die Anerkennung des Stellenwerts, den „Geschichte, Sprache und Kultur für die Konstruktion von Subjektivität und Identität“[30] einnehmen, benutzt Hall mit bewusster Absicht den vorbelasteten Ausdruck „Ethnizität“. Er schreibt eine andere Art der Differenz in diesen Begriff ein, um ihn dem Pejorativ des rassistischen Diskurs zu entreißen. Die vom Rassismus etablierte Differenz – zwischen schwarz und weiß beispielsweise – ist eine starre, unüberbrückbare, während Hall von einer Differenz spricht, die angelehnt ist an die différance von Jacques Derrida. Was daraus folgt ist eine Entkoppelung der „Ethnizität“ von Rassismus, Nationalismus, Imperialismus und Staat, mit der konsequenten Feststellung, dass

„[…] wir alle von einer bestimmten gesellschaftlichen Position aus sprechen, aus einer bestimmten Geschichte heraus, aus einer bestimmten Erfahrung, einer bestimmten Kultur […]. In diesem Sinne sind wir alle ethnisch verortet, unsere ethnischen Identitäten sind für unsere subjektive Auffassung darüber, wer wir sind, entscheidend“

Hall: Neue Ethnizitäten, S. 23

Spricht man von „ethnischen Minderheiten“, etabliert sich eine binäre Struktur, in der eine dominante Mehrheit zu einem Status erhoben wird, die ob ihrer Präsenz als unsichtbar oder als Normalfall gar nicht wahrgenommen wird. Diesen toten Winkel füllt Hall aus, indem er den Begriff der Ethnizität von seinem normalen Gebrauch her erweitert, und jedem Individuum eine Herkunft mit bestimmter Geschichte und Erfahrung zurechnet.

Im selben Jahr verfasste Peggy McIntosh White Privilege: Unpacking the Invisible Knapsack,[31] worin sie auf ähnliche Weise die Unsichtbarkeit weißer Haut thematisiert.

Artikulation[Bearbeiten]

„In England hat das Wort eine schöne Doppelbedeutung, weil ‚artikulieren‘ sprechen bedeutet, zum Ausdruck bringen, artikuliert sein. Es hat die Bedeutung von ausdrücken, Sprache formen. Aber wir sprechen auch von einem verkoppelten (articulated) Lastwagen: Ein Lastwagen, bei dem das Führerhaus mit einem Anhänger verkoppelt sein kann, aber nicht muss. Die beiden Teile sind miteinander verbunden, aber durch eine bestimmte Art der Verkoppelung, die gelöst werden kann. Eine Artikulation ist demzufolge eine Verknüpfungsform, die unter bestimmten Umständen aus zwei verschiedenen Elementen eine Einheit herstellen kann. Es ist eine Verbindung, die nicht für alle Zeiten notwendig, determiniert, absolut oder wesentlich ist. Man muss sich fragen, unter welchen Bedingungen kann eine Verbindung hergestellt oder geschmiedet werden? Die so genannte ‚Einheit‘ eines Diskurses ist in Wirklichkeit die Artikulation verschiedener, unterschiedlicher Elemente, die in sehr unterschiedlicher Weise reartikuliert werden können, weil sie keine notwendige ‚Zugehörigkeit‘ haben“

Hall: Postmoderne und Artikulation, S. 65

Wie bei der Repräsentation trennt Hall auch bei der Artikulation zwei Bedeutungen voneinander. Die gewöhnliche ist die des Sich-Artikulierens beim Sprechen. Aber der wichtigere Gehalt steckt in Artikulation als einer nicht-notwendigen Verbindung. Platt formuliert: die ökonomischen Verhältnisse X können (aber müssen nicht) zur Gesellschaft Y führen.

Der Begriff hat sich ab den 70er Jahren aus der Debatte rund um das Problem des marxistischen Reduktionismus entwickelt, und bildet sozusagen “a sign to avoid reduction”.[32] Artikulation ist so gesehen eine Strategie, um die determinierenden Strukturen bestimmter Marx-Auslegungen zu lockern, und liegt damit weitestgehend auf der Linie mit postmarxistischen Strömungen, im Besonderen mit Ernesto Laclau (Politik und Ideologie im Marxismus. Kapitalismus – Faschismus – Populismus) der wiederum die theoretischen Stränge von Marx, über Gramsci und Althusser verknüpfte.

„Mit dem Begriff ‚Artikulation‘ meine ich eine Verbindung oder eine Verknüpfung, die nicht in allen Fällen notwendig als ein Gesetz oder Faktum des Lebens gegeben ist, aber die bestimmte Existenzbedingungen verlangt, um überhaupt aufzutreten; eine Verknüpfung, die durch bestimmte Prozesse aktiv aufrecht erhalten werden muss, die nicht ‚ewig‘ ist, sondern ständig erneuert werden muss, die unter bestimmten Umständen verschwinden oder verändert werden kann, was dazu führt, dass die alten Verknüpfungen aufgelöst und neue Verbindungen – Re-Artikulationen – geschmiedet werden. Wichtig ist zudem, dass eine Artikulation zwischen verschiedenen Praxen nicht bedeutet, dass diese identisch werden oder dass sich die eine in die andere auflöst. Jede behält ihre spezifischen Determinierungen und Existenzbedingungen. Doch wenn eine Artikulation gemacht worden ist, können die beiden Praxen zusammen funktionieren, nicht als ‚unmittelbare Identität‘ […], sondern als ‚Unterschiede innerhalb einer Einheit‘“

Hall: Bedeutung, Repräsentation, Ideologie. Althusser und die poststrukturalistischen Debatten, S. 65

Stuart Hall und die Postmoderne[Bearbeiten]

Hinsichtlich der Postmoderne nimmt Hall eine ambivalente Haltung ein. Positionen wie derjenigen Baudrillards, welchem er zurechnet „wir befänden uns am Ende aller Praxen der Repräsentation und Bedeutungsgebung“, kann er sich nicht anschließen. Neben dieser Kritik an Baudrillard vermisst er bei Michel Foucault – den er ansonsten großteils positiv rezipiert –, dass die ideologische Dimension im Diskursiven keine Berechtigung findet. Ohne diese Begriffe der Repräsentation, Bedeutungsgebung oder Ideologie würde sich Hall nicht im Stande sehen, Gesellschaften und ihre sozialen Praxen angemessen zu verstehen.[33]

Ein gutes Beispiel für die Veränderung des Umgangs mit Sinn und Bedeutung im Übergang von Moderne zu Postmoderne beschreibt Hall im Ausgang von Walter Benjamin:

„Benjamin hat uns schon vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass die Montage die Aura des einzigartigen, einmaligen Werkes für immer zerstören würde. Und sobald man die Aura des einmaligen Kunstwerkes zerstört, weil es reproduziert werden kann, betritt man eine neue Ära, die nicht in der gleichen Weise und mit den gleichen traditionellen Konzepten begriffen werden kann. Man muss seine Bedeutungsanalyse ohne den Trost eines endgültigen Abschlusses durchführen, mehr auf der Basis eines semantischen Überfalls. Man muss die Fragmente finden, ihren Zusammenhang entziffern und sehen, wie man einen chirurgischen Schnitt anbringen kann, wie man die Mittel und Instrumente kultureller Produktionen anordnen und neu ordnen kann. Das begründet die neue Ära. Aber obgleich diese die eine wahre Bedeutung in Teile zersplittert und einen in das Universum einer endlosen Pluralität von Kodes versetzt, zerstört es nicht den Prozess des Kodierens, der immer beinhaltet, einen willkürlichen Abschluss aufzuzwingen. Es bereichert diesen Prozess sogar, denn wir verstehen Sinn oder Bedeutung nicht mehr als natürlichen, sondern als einen willkürlichen Akt – als die Intervention der Ideologie in die Sprache. Deshalb stimme ich mit Baudrillard nicht überein, dass die Repräsentation zu Ende ist, weil die kulturellen Kodes pluralisiert worden sind. Ich glaube vielmehr, wir befinden uns in einer Periode unendlicher Vielfalt von Kodierungen und das ist etwas anderes. Wir sind alle historisch zu fantastisch kodierten und kodierenden Akteuren geworden. Wir befinden uns mitten in einer Vielfalt von Lesweisen und Diskursen und das erzeugt neue Formen der Selbstreflexion. Zwar haben sich die Modi der kulturellen Produktion und Konsumtion aufgrund dieser Expansion qualitativ ungeheuer verändert, aber das bedeutet nicht, dass die Repräsentation selbst zusammengebrochen ist. Sie ist ein problematischerer Prozess geworden, aber das bedeutet nicht ihr Ende. Gerade der Begriff ›Postmoderne‹ entlässt einen aus der Notwendigkeit zu erkennen, was neu ist, und zu versuchen, historisch zu begreifen, wie es produziert wurde. Die Postmoderne versucht die Vergangenheit zu versiegeln, indem sie sagt, die Geschichte ist zu Ende, deshalb müssen wir nicht mehr zu ihr zurück. Es gibt nur die Gegenwart und alles was wir tun können ist, in sie einzutauchen“

Hall: Postmoderne und Artikulation, S. 59 f.

Der Begriff Thatcherismus[Bearbeiten]

In einem Artikel in der Zeitschrift Marxism Today prägte Hall im Januar 1979 - bereits vier Monate vor Margaret Thatchers Amtsantritt als Premierministerin - den Begriff Thatcherismus. Damit war er einer der Ersten , die mit dem Amtsantritt eine neue Epoche der Politik in Großbritannien erahnten. In der Linken sahen zu dieser Zeit viele Thatcher wenig mehr als eine „schrille Hausfrau“. Stuart Hall sah die Wurzel des Thatcherismus in der Enttäuschung großer Teile der Arbeiterklasse, unter anderem über die Bürokratie im Staat und die mangelnden alternativen gesellschaftlichen Visionen der Gewerkschaften. Thatcherismus, so Hall, habe die Konturen des öffentlichen Denkens verändert, indem er mit grundsätzlich als eher unpolitisch angesehenen Fragen wie Kultur und Moral die Bevölkerung angesprochen habe. Hall sah die Premierministerin als „historische Persönlichkeit“ im Sinne Hegels, dessen Politik weit größere gesellschaftliche Einflüsse repräsentiere. Hall empfahl der Linken auf der kulturellen Ebene, mit neuen sozialen Bewegungen aus dem Bereich des Multikulturalismus, der Lesben- und Schwulenbewegung und der Umweltbewegung zusammenzuarbeiten.[34]

Rezeption[Bearbeiten]

Hall galt als Vorläufer des Postkolonialismus und der „Subaltern Studies“, als deren Vertreter unter anderen Kwame Anthony Appiah, Rey Chow, Henry Louis Gates Jr., Paul Gilroy, Kobena Mercer, Edward Said und Gayatri Spivak gelten.[35]

Im Jahr 2007 wurde im Rivington Place in London die Stuart Hall Library vom Institute of International Visual Art eingerichtet.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Aufsätze aus der Reihe Ausgewählte Schriften 1 bis 5 (Hamburg, Argument Verlag):

  • Ideologie, Kultur, Rassismus. Ausgewählte Schriften 1
    • Das ‚Politische‘ und das ‚Ökonomische‘ in der Marxschen Klassentheorie
    • Gramscis Erneuerung des Marxismus und ihre Bedeutung für die Erforschung von ‚Rasse‘ und Ethnizität
    • Massenkultur und Staat
    • Die strukturierte Vermittlung von Ereignissen
    • Die Konstruktion von ‚Rasse‘ in den Medien
    • Der Thatcherismus und die Theoretiker
    • Neuorientierung der Linken
    • Der Staat – der alte Verwalter des Sozialismus
  • Rassismus und kulturelle Identität. Ausgewählte Schriften 2
    • Neue Ethnizitäten
    • Kulturelle Identität und Diaspora
    • Das Lokale und das Globale: Globalisierung und Ethnizität
    • Alte und neue Identitäten, alte und neue Ethnizitäten
    • ‚Rasse‘, Artikulation und Gesellschaften mit struktureller Dominante
    • Der Westen und der Rest: Diskurs und Macht
    • Die Frage der kulturellen Identität
  • Cultural Studies. Ein politisches Theorieprojekt. Ausgewählte Schriften 3
    • Die Formierung eines Diaspora-Intellektuellen
    • Das theoretische Vermächtnis der Cultural Studies
    • Postmoderne und Artikulation
    • Die Bedeutung der Neuen Zeiten
    • Was ist ‚schwarz‘ an der popularen schwarzen Kultur?
    • Für Allon White. Metaphern der Transformation
    • Cultural Studies und die Politik der Internationalisierung
  • Ideologie, Identität, Repräsentation. Ausgewählte Schriften 4
    • Ideologie und Ökonomie. Marxismus ohne Gewähr
    • Bedeutung, Repräsentation, Ideologie. Althusser und die poststrukturalistischen Debatten
    • Kodieren/Dekodieren
    • Das Spektakel des ‚Anderen‘
    • Wer braucht ‚Identität‘?
    • Die Frage des Multikulturalismus
  • Populismus, Hegemonie, Globalisierung. Ausgewählte Schriften 5

Außerdem ins Deutsche übersetzt:

  • Die zwei Paradigmen der Cultural Studies. In: Karl Hörnig/Rainer Winter (Hrsg.): Widerspenstige Kulturen. Cultural Studies als Herausforderung. Suhrkamp 1999, S. 13–42.
  • Kulturelle Identität und Globalisierung. Ebd. S. 393–441.
  • Ethnizität: Identität und Differenz. In: Jan Engelmann (Hrsg.): Die kleinen Unterschiede. Der Cultural Studies-Reader. Campus 1999, S. 83–98.
  • Die Zentralität von Kultur. Anmerkungen über die kulturelle Revolution unserer Zeit. In: Andreas Hepp/Martin Löffelholz (Hrsg.): Grundlagentexte zur transkulturellen Kommunikation. UTB 2002, S. 95–117.
  • Wann gab es ‚das Postkoloniale‘? Denken an der Grenze. In: Sebastian Conrad (Hrsg.): Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in der Geschichts- und Kulturwissenschaft. Campus 2002, S. 219–246.
  • Wann war ‚der Postkolonialismus‘? Denken an der Grenze. In: Elisabeth Bronfen (Hrsg.): Hybride Kulturen: Beiträge zur anglo-amerikanischen Multikulturalismusdebatte. Stauffenberg 1997, S. 219–246.

Auf Englisch

  • The Great Moving Right Show. In: Marxism Today, Jänner 1979, S. 14–20.
  • Notes on deconstructing ‚the popular‘. In: Samuel, Raphael (Hrsg.): People’s history and socialist theory. Routledge 1981, S. 227–240.
  • In defence of theory. Ebd., S. 378–385.
  • The Hard Road to Renewal: Thatcherism and the Crisis of the Left. Verso 1988
  • The Work of Representation. In: Stuart Hall u. a. (Hrsg.): Representation. Cultural Representations and Signifying Practices. Sage 1997, S. 15–61.

Als Herausgeber

  • Stuart Hall/Paddy Whannel (Hrsg.): The popular arts. Pantheon 1965.
  • Stuart Hall/Tony Jefferson (Hrsg.): Resistance through Rituals. Routledge 1975.
  • Stuart Hall u. a. (Hrsg.): Policing the Crisis. Mugging, The State, and Law and Order. The Macmillan Press 1979.
  • Stuart Hall/Martin Jacques (Hrsg.): New times: the changing face of politics in the 1990s. Verso 1989.
  • Stuart Hall u. a. (Hrsg.): Representation. Cultural Representations and Signifying Practices. Sage 1997.

Interviews

  • James Hay: Interview with Stuart Hall, June 12, 2012. In: Communication and Critical/Cultural Studies, Vol. 10 (2013), S. 10–33.
  • Colin MacCabe: An Interview with Stuart Hall, December 2007. In: Critical Quarterly, Vol. 50 (2008), S. 12–42.
  • Bill Schwarz: Living with difference. Stuart Hall in conversation with Bill Schwarz. In: Soundings, Vol. 37 (2007), S. 148–158.

Eine umfassende Bibliographie von Halls englischsprachigen Werken bis 1994 findet sich bei:

  • Juha Koivisto: Stuart Hall-Bibliographie seiner Schriften. In: Ausgewählte Schriften 2 (siehe oben), S. 223–234.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Monographien und Sammelbände

  • Helen Davis: Understanding Stuart Hall. Sage 2004.
  • Paul Gilroy (Hrsg.): Without guarantees: In Honour of Stuart Hall. Verso 2000.
  • Oliver Marchart: Cultural Studies. UTB 2008. (Implizite Auseinandersetzung mit Stuart Hall).
  • Brian Meeks (Hrsg.): Culture, politics, race and diaspora: the thought of Stuart Hall. Ian Randle 2007.
  • David Morley/Kuan-Hsing Chen (Hrsg.): Stuart Hall. Critical Dialogues in cultural studies. Routledge 1996.
  • James Procter: Stuart Hall. Routledge 2004.
  • Chris Rojek: Stuart Hall. Polity 2003.
  • Linda Supik: Dezentrierte Positionierung. Stuart Halls Konzept der Identitätspolitiken. Transcript 2005.

Artikel

  • Lubomir Bratic: Ort des Widerstands. Stuart Halls politisches Theorieprojekt. In: Polylog Nr. 6 (2000), S. 76–78.
  • Joshua Dittrich: Stuart Hall and ‚Race‘. In: Journal of Contemporary European Studies, Vol. 20 (2012), S. 230–232.
  • Friedrich Krotz: Stuart Hall: Encoding/Decoding und Identität. In: Hepp Andreas/Friedrich Krotz: Schlüsselwerke der Cultural Studies. Springer 2009, S. 210–223.
  • Bill Schwarz: Stuart Hall. In: Cultural Studies, Vol. 19 (2005), S. 176–202.
  • Rainer Winter: Die Differenz leben. Stuart Hall ‚Der Westen und der Rest‘ und ‚Wann war der Postkolonialismus‘. In: Julia Reuter/Alexandrea Karentzos (Hrsg.): Schlüsselwerke der Postcolonial Studies. Springer VS 2012, S. 131–141.
  • Rainer Winter: Stuart Hall: Die Erfindung der Cultural Studies. In: Stephan Moebius/Dirk Quadflieg (Hrsg.): Kultur. Theorien der Gegenwart. Springer 2011, S. 469–481.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Friedrich Krotz: Stuart Hall: Encoding/Decoding und Identität. In: AndreasHepp/Friedrich Krotz: Schlüsselwerke der Cultural Studies. Springer VS 2009, S. 210–223.
  2. James Procter: Stuart Hall. Routledge 2004, S. 99.
  3. Ebd. S. 15.
  4. “One of the country's leading cultural theorists” lt. Tim Adams: Cultural hallmark. Guardian News and Media Limited. The Observer, 22. September 2007.
  5. Rainer Winter: Stuart Hall – Die Erfindung der Cultural Studies. In: Stephan Moebius/Dirk Quadflieg: Kultur. Theorien der Gegenwart. VS Verlag 2006, S. 381–393.
  6. Ders.: Die Differenz leben. – Stuart Hall 'Der Westen und der Rest' und 'Wann war der Postkolonialismus'. In: Julia Reuter/Alexandrea Karentzos (Hrsg.): Schlüsselwerke der Postcolonial Studies. Springer VS 2012, S. 131–141.
  7. Friedrich Krotz: Stuart Hall: Encoding/Decoding und Identität. In: AndreasHepp/Friedrich Krotz: Schlüsselwerke der Cultural Studies. Springer VS 2009, S. 210–223.
  8. Doing Cultural Studies. Nachruf auf Stuart Hall
  9. Dieser Begriff wurde von Claude-Lévi Strauss geprägt, vgl. ders.: Das wilde Denken. Suhrkamp 2009. Auszug aus Das Wilde Denken von Claude-Lévi Strauss auf Englisch, betreffend „bricolage“.
  10. Terry Eagleton: The Hippest. In: London Review of Books, Vol. 18 (7. März 1996), Nr. 5, S. 3–5.
  11. Vgl. Robert Misik: Der Diaspora-Intellektuelle. Drinnen und draußen zugleich: Stuart Halls Essays über die Kurzschlüsse des Kulturellen. In: Der Standard, 13. Mai 2005.
  12. Vgl. Raymond Williams: Keywords. A Vocabulary of Culture and Society. Croom Helm 1976, S. 76.
  13. Ausgewählte Schriften 3, S. 141.
  14. Oliver Marchart: Cultural Studies. UTB 2008, S. 33.
  15. Ein Gefüge von Einschränkungen, Gespräch zwischen Stuart Hall und Christian Höller. In: Die kleinen Unterschiede. Der Cultural Studies-Reader. Campus 1999, S. 99–122, hier: S. 119.
  16. Vgl. Oliver Marchart: Cultural Studies. UTB 2008, S. 44.
  17. Arnd Krüger(2013). Olympische Spiele als Mittel der Politik, S. 35 - 54, in: Eike Emrich, Martin-Peter Büch & Werner Pitsch (Hrsg.): Olympische Spiele - noch zeitgemäß? Saarbrücken: Uni. des Saarlandes. http://universaar.uni-saarland.de/monographien/volltexte/2014/112/pdf/Olymp..
  18. Vgl. ebd. S. 134 f.
  19. Vgl. Ausgewählte Schriften 4, S. 82.
  20. Vgl. Jennifer Daryl Slack: The theory and method of articulation in cultural studies. In: David Morley (Hrsg.): Stuart Hall. Critical dialogues in cultural studies. Routledge 1996, S. 113–129, hier: S. 125.
  21. Vgl. Oliver Marchart: Cultural Studies. UTB 2008, S. 145.
  22. Vgl. Rainer Winter: Stuart Hall: Die Erfindung der Cultural Studies. In: Stephan Moebius/Dirk Quadflieg (Hrsg.): Kultur. Theorien der Gegenwart. VS Verlag 2006, S. 469–481, hier S. 473.
  23. Vgl. James Procter: Stuart Hall. Routledge 2004, S. 61.
  24. Vgl. ebd. S. 59.
  25. Schlüsselelemente der Cultural Studies
  26. Stuart Hall: The Work of Representation. In: Ders. (Hrsg.): Representation. Cultural Representation and Signifying Practices. Sage 1997, S. 16–61.
  27. Ausgewählte Schriften 2, S. 15–25.
  28. a b Ebd. S. 17.
  29. Vgl. Helen Davis: Understanding Stuart Hall. Sage 2004, S. 182.
  30. Ausgewählte Schriften 2, S. 21 f.
  31. Peggy McIntosh: White Privilege: Unpacking the Invisible Knapsack
  32. Vgl. Jennifer Daryl Slack: The theory and method of articulation in cultural studies. In: David Morley (Hrsg.): Stuart Hall. Critical dialogues in cultural studies. Routledge 1996, S. 113–129, hier: S. 117 f.
  33. Vgl. Ausgewählte Schriften 3, S. 57.
  34. Obituary: Stuart Hall The Daily Telegraph, 10. Februar 2014
  35. Vgl. David Morley/Kuan-Hsing Chen (Hrsg.): Stuart Hall. Critical dialogues in cultural studies. Routledge 1996, S. 3.