Stunksitzung

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Die Stunksitzung ist eine alternative, kabarettistische Sitzung im Kölner Karneval. Die Bezeichnung spielt auf die Prunksitzungen des organisierten Sitzungskarnevals an, von dem sich die Stunksitzung bewusst abgrenzt. Der Ausdruck Stunk ist eine Abwandlung von Gestank und steht für Provokation und angezettelten Streit. In der Karnevals-Session 2004/2005 fanden 44 Sitzungen mit rund 45.000 Jecken statt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Programm

Die Themen der politischen Nummern reichen von der Weltpolitik über die deutsche Politszene bis zu Kölner Lokalthemen. Artistische Nummern und die Verballhornung bekannter Filme, klassischer Musik und Lieder – oft im kölschen Dialekt – ergänzen das Nummern-Programm. Beliebte Ziele des Spotts sind unter anderem Politiker, die Bundeswehr, die katholische Kirche, insbesondere Joachim Kardinal Meisner (Kirchenkritik), die Düsseldorfer (Rivalität), der lokale Fußballverein 1. FC Köln sowie die Bergheimer (Provinzspott) und die traditionellen Karnevalsgesellschaften, insbesondere das Kölner Dreigestirn und die Roten Funken.

[Bearbeiten] Geschichte und Mitwirkende

1983 gegründet von einem Kölner Studenten-Kollektiv der Fachhochschule Köln, hervorgegangen aus dem Kölner Spielecircus, fand die erste Stunksitzung am 26. Februar 1984 in der Alten Mensa der Universität Köln statt. Mitbegründer ist der Kabarettist Jürgen Becker, der bis zu seinem Ausscheiden 1995 als „Irokesen-Heinz“ die Rolle des Sitzungspräsidenten übernahm. Danach übernahm Reiner Rübhausen das Amt. Seit 1999 ist Biggi Wanninger die Präsidentin der Sitzungen.

Hausband ist seit 1988 Köbes Underground, nachdem die meisten Bandmitglieder vorher unter anderen Namen wie The Dead Lambsdorffs, Schwester Christa und die Brinkmänner und Elmar goes to Lüdenscheid in den Stunksitzungen aufgetreten waren. Seit der Karnevals-Session 1991 finden die Stunksitzungen im E-Werk in Köln-Mülheim statt.

Seit 1996 sendet WDR3 zum Ende des Karnevals in der Nacht zum Aschermittwoch den Sketch „Aschermittwoch for one“. Hierbei handelt es sich um eine Variante in kölscher Mundart des Sketches Dinner for one aus der Stunksitzung von 1995.

[Bearbeiten] Rechtliche Schritte gegen die Stunksitzung

In der Stunksitzung 2006 wurden der Papst Benedikt XVI. und der Kölner Kardinal Joachim Kardinal Meisner als schwule „Ratze und Meise“ im Bett dargestellt. Dies erfüllte nach Meinung einiger Bürger den Straftatbestand der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen. Die Strafanzeige einer Privatperson löste ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren aus, das jedoch im März 2006 eingestellt wurde. Bereits 1993 gab es eine Anzeige, weil in einer Stunksitzung ein Kruzifix mit der Aufschrift „Tünnes“ gezeigt wurde. Die darauf erfolgte Beschlagnahme dieser Requisite erwies sich im Nachhinein als nicht haltbar: Ebenso wie der Sketch „Ratze und Meise“ war auch diese Aktion nach Auffassung des Gerichts durch die Kunstfreiheit gedeckt.

[Bearbeiten] Zensur

Der WDR übte mehrfach Selbstzensur, indem er bei Fernsehübertragungen der Stunksitzung bestimmte Inhalte nicht gesendet hat: 1992 bezeichnete der Kabarettist Jürgen Becker den Kölner Kardinal Meisner in einer Rede als „Arschloch“. Bei der Ausstrahlung der Aufzeichnung wurde das Wort elektronisch übertönt. 2006 wurde der Sketch „Ratze und Meise“ aus der Aufzeichnung herausgeschnitten.

[Bearbeiten] Alternativer Karneval in anderen Städten und an anderen Spielstätten

Vergleichbare Sitzungen gibt es auch in

[Bearbeiten] Weblinks

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