Suge Knight

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Suge Knight (* 19. April 1965 in Compton, Kalifornien; eigentlich Marion Knight Jr.) ist Hip-Hop-Produzent und zusammen mit Dr. Dre Gründer von Death Row Records. Knight war eine der Schlüsselfiguren in der Auseinandersetzung East Coast vs. West Coast, die in den 1990er Jahren die Hip Hop-Szene erschütterte.

Geschichte[Bearbeiten]

Knight wuchs in Compton nahe Los Angeles auf. Er war bereits früh Mitglied in einer Straßengang und erhielt den Spitznamen „Sugar“.[1]

Vor allem im Football fiel er wegen seiner guten Leistungen auf. Er bekam ein Stipendium an der University of Nevada, Las Vegas. Als Nachwuchsspieler brachte er es auf einige Einsätze beim Profi-Team Los Angeles Rams, verlor aber noch vor Abschluss des Studiums Stipendium und Uni-Platz, da seine Universitätsleistungen unter die vorgegebenen Mindestwerte fielen.

Nach dem Rauswurf aus der Uni machte er sich selbstständig und arbeitete als Konzert-Promoter und nebenher noch als Bodyguard. Zusammen mit Dr. Dre gründete er 1991 die Plattenfirma Death Row Records. Die ersten Künstler, die sie unter Vertrag nahmen, waren The D.O.C., RBX, Michel'le. Wobei alle von Dre's ehemaligem Plattenfirma Ruthless Records stammten. 1992 veröffentlichte Dr. Dre sein eigenes Album The Chronic. Das Album verkaufte sich im Laufe der „Death-Row-Ära“ fünf Millionen Mal und wurde mehrfach mit Platin-Schallplatten ausgezeichnet.

Im Jahre 1995 kaufte Suge Knight den wegen sexueller Belästigung verurteilten Rapper Tupac Shakur für 1,4 Mio. US-Dollar Kaution frei. Dieser musste im Gegenzug dafür einen Drei-Alben-Vertrag unterzeichnen. Shakurs Album All Eyez On Me wurde, wie die ausgekoppelte Single California Love mit Dr. Dre, ein internationaler Verkaufserfolg. Aus einem Konflikt mit The Notorious B.I.G., den Tupac beschuldigt hatte, einen Anschlag auf ihn verübt zu haben, entwickelte sich, wie sich später herausstellte, ein folgenschwerer Konflikt zwischen den Chefs der beiden Plattenfirmen Bad Boy Entertainment und Death Row. Dieser Streit wurde von den Medien oft als East-Coast-vs.-West-Coast-Konflikt bezeichnet und führte letztlich zu mehreren Toten.

Death Row Records litt langfristig unter dem Konflikt. 1996 verließ Dr. Dre die Plattenfirma. Am 7. September desselben Jahres gaben Unbekannte mehrere Schüsse auf Tupac Shakur ab, der sechs Tage später an seinen Verletzungen starb. Bis dahin war Tupac der finanziell mit Abstand wichtigste Künstler der Plattenfirma.

Kurz darauf wurde Knight zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, da er am Tag, an dem auf Shakur die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden, gemeinsam mit diesem in einem Casino ein Mitglied der Crips, einer verfeindeten Gang, verprügelt hatte. Aufgrund guter Führung wurde Suge im August 2001 vorzeitig entlassen.

Als im März 1997 Notorious B.I.G. ebenfalls erschossen wurde, hielten die meisten Beobachter Suge Knight für den Verantwortlichen im Hintergrund. Die Polizei konnte den Mord an Notorious B.I.G. aber nicht aufklären. Nach der Haftentlassung versuchte Knight seine Plattenfirma wieder aufzubauen. Die wichtigste neu unter Vertrag genommene Künstlerin Lisa „Left Eye“ Lopes von TLC starb aber bei einem Autounfall in Honduras, bevor sie unter der Plattenfirma, welche mittlerweile in Tha Row umbenannt war, etwas veröffentlichen konnte.

Suge Knight kam wegen illegalen Waffenbesitzes für 60 Tage ins Gefängnis, anschließend wieder, weil er einen Parkanweiser verprügelte, zuletzt dann im August 2003 für weitere 10 Monate.

Im März 2005 wurde Suge Knight zu einer Zahlung von 106 Millionen Dollar an Lydia Harris aufgefordert. Diese behauptet, dass ihr Ehemann, der inhaftierte Drogenkönig Michael „Harry-O“ Harris, 1,5 Millionen Dollar zur Gründung des Labels beigesteuert hat und dafür im Gegenzug einen Anteil von 50 Prozent des Labels erhalten sollte. Seine Konten wurden vorübergehend eingefroren und im Jahre 2007 gab er bekannt, dass er sein Label Tha Row Records schließen wolle.

Im August 2005 wurde er bei einer Party in Miami Beach angeschossen.

Im Dezember 2007 gab Knight bekannt, dass er zum christlichen Glauben gekommen sei und nun häufiger in die Kirche gehe. Des Weiteren wolle er als Konsequenz die Musik seiner Plattenfirma „fluch-frei“ halten. Kritiker sehen in seinem plötzlichen Glauben allerdings eher eine Art PR-Schachzug, um seine ohnehin geschwächte Plattenfirma wieder zu etwas Aufmerksamkeit zu verhelfen. Auch ist eine Fernseh-Reality-Show namens Suge Knights Unfinished Business bereits in Produktion, in der Knight 20 vom Abrutschen in die Kriminalität gefährdete Jugendlichen den richtigen Weg weisen möchte. Hierfür gründete er die Plattenfirma BlackBall Records, da er hofft, unter den Jugendlichen neue Talente zu finden.[2][3]

Am 27. August 2008 wurde Knight in Las Vegas erneut von der Polizei festgenommen, weil er seine Freundin mit einem Messer bedroht haben soll. Im Zuge der Verhaftung wurde bei ihm Ecstasy und das verschreibungspflichtige Medikament Hydrocodon gefunden. Das gerichtliche Verfahren wurde im Dezember 2008 eingestellt.[4]

Knight wurde am 24. August 2014 in einem Klub in Hollywood erneut angeschossen.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Biographie: Suge Knight", www.laut.de, 2006
  2. Belehrung aus dem Todestrakt, www.spiegel.de, 22. Dezember 2007
  3. Suge Kinght gründet neues Label, www.hiphop.de, 15. April 2008
  4. Suge Knight celebrated the dismissal of drug and battery charges, www.lasvegassun.com, 12. Dezember 2008
  5. Hollywood: HipHop-Produzent Suge Knight auf Party angeschossen