Susanne Bier

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Susanne Bier, 2013.

Susanne Bier (* 15. April 1960 in Kopenhagen) ist eine preisgekrönte dänische Regisseurin. Unter anderem erhielt ihr Film In einer besseren Welt 2011 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Susanne Biers jüdischer Vater Rudolf Salomon Bier floh im Kindalter vor den deutschen Nationalsozialisten nach Dänemark. Ihre Mutter ist die Dänin Henni Jonas.[1] Nach dem Abitur studierte sie Kunst an der Hebräischen Universität Jerusalem und Architektur an der Architectural Association School of Architecture in London. Sie graduierte 1987 an der National Film School of Denmark in Kopenhagen im Fach Filmregie. Ihr Abschlussfilm De saliges ø wurde im selben Jahr auf dem Internationalen Festival der Filmhochschulen in München ausgezeichnet.

Nach der Regie an Musikvideos, Werbespots und ersten Spielfilmen folgte der Durchbruch in ihrem Heimatland mit Der einzig Richtige (1999). Die Komödie um zwei miteinander befreundete Kopenhagener Paare, die beschließen, sich ihren jeweiligen Kinderwunsch zu erfüllen, gewann den dänischen Filmpreis Bodil. Darüber hinaus hat Bier zwei Dogma-Filme realisiert: Open Hearts, für den sie erste internationale Anerkennung erhielt, sowie Brothers – Zwischen Brüdern, dessen Drehbuch sie mit Anders Thomas Jensen verfasste.

2006 sollte Bier gleich zwei Filme Hollywood-Produktionen inszenieren.[2] Chasing Montana um das Verhältnis eines Vaters zu seiner Tochter, beide Ärzte, mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle, wurde jedoch nicht realisiert. Mit der britisch-amerikanischen Drama Things we Lost in the Fire (dt. Titel Eine neue Chance) um das schwierige Verhältnis einer jungen Mutter zum drogensüchtigen Freund ihres erschossenen Mannes entstand dennoch der erste englischsprachige Film Biers, in den Hauptrollen Halle Berry und Benicio del Toro.

2008 wurde Bier in die Wettbewerbsjury der 58. Filmfestspiele von Berlin berufen. Den Posten als Jurymitglied konnte sie aber wegen der Vorbereitungen zu ihrem neuesten Film in den USA nicht antreten.[3]

2010 nahm sich Bier mit In einer besseren Welt erneut eines Familiendramas an. Die Geschichte von zwei Jungen (gespielt von Markus Rygaard und William Jøhnk Nielsen), die von ihren Eltern nicht verstanden werden und einen Sprengsatz herstellen, gewann 2011 den Golden Globe Award als Bester fremdsprachiger Film. Die Produktion mit Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm und Ulrich Thomsen wurde im selben Jahr mit dem Oscar in der gleichen Kategorie ausgezeichnet. Ebenfalls gewann Bier als erste Frau den Europäischen Filmpreis für die beste Regie. Das Drehbuch zu In einer besseren Welt schrieb abermals Anders Thomas Jensen, der bereits zu Nach der Hochzeit das Drehbuch verfasste.

2013 wurde sie in die Wettbewerbsjury der 63. Internationalen Filmfestspiele von Berlin berufen.

Bier arbeitet häufig mit dem Kameramann Morten Søborg und der Cutterin Pernille Bech Christensen zusammen, die sie seit der gemeinsamen Zeit an der Filmhochschule kennt und schätzt.

Susanne Bier ist Mutter eines Sohnes (* 1989) und einer Tochter (* 1995). Sie lebt in Kopenhagen.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Robert für den besten kurzen/dokumentarischen Film mit Brev til Jonas
  • 1999: Bodil für den besten dänischen Film mit Der einzig Richtige
  • 2000: Robert, für den besten dänischen Spielfilm mit Der einzig Richtige
  • 2003: Robert, Publikumspreis mit Open Hearts
  • 2003: Bodil für den besten dänischen Film mit Open Hearts
  • 2011: Bernhard-Wicki-Filmpreis für In einer besseren Welt
  • 2011: Europäischer Filmpreis für die Beste Regie von In einer besseren Welt

Darüber hinaus gewann In einer besseren Welt den Oscar und den Golden Globe Award jeweils in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Susanne Bier. In: Internationales Biographisches Archiv 23/2011 vom 7. Juni 2011 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Sebastian Schmidt: Bier dreht mit Michelle Pfeiffer. In: cinefacts.de. 16. Februar 2006, abgerufen am 16. April 2012.
  3. Dietmar Kammerer: Peinliches Stolpern zum Start. In: die tageszeitung. 8. Februar 2008, abgerufen am 16. April 2012.