Synode von Rathbreasail

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Synode von Rathbreasail (irisch: Sionad Ráth Bhreasail) fand im Jahre 1111 in Irland statt. Rathbreasail liegt in der Nähe von Mountrath, im County Offaly. Es war die zweite der vier großen Reformsynoden (Konzile). Die anderen drei waren Cashel (1101) und (1172) und Kells-Mellifont (1152).

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Synode von Cashel im Jahre 1101 verabschiedete verschiedene Dekrete und verbietet den Geistlichen Scheidung, Inzest und Priesterehe. Eine wesentliche Errungenschaft der Synode lag in der zugesicherten Unabhängigkeit des kirchlichen Besitzes und der kirchlichen Ämter von den weltlichen Herrschern. Entsprechend wurde die Praxis der Vererbung von Kirchenämtern an Laien für unzulässig erklärt.

Die Synode 1111[Bearbeiten]

Die Synoden des 12. Jahrhunderts kennzeichnen den Übergang von der altirischen klösterlichen Kirche ohne zentrale Gewalten zur römischen Bischofskirche, mit der Unterordnung der 36 irischen Bistümer und der Klöster. An der Synode von 1111 nahmen 50 Bischöfe, 300 Priester und über 3000 Laien teil. Sie stellte zwei Kirchenprovinzen her:

Jede Provinz bestand aus zwölf Diözesen. Die genauen Grenzen der Diözesen wurden nur vage definiert. Die Synode unterstellte Waterford, das zuvor von Canterbury abhängig war, dem Erzbischof von Cashel.

Folgende 24 Diözesen wurden von der Synode eingerichtet, aber teilweise von der folgenden Synode nicht bestätigt bzw. verändert. Auf der so genannten kleinen Synode von Uisneach, vom Abt von Clonmacnoise noch im Jahre 1111 einberufen, wurden einige Änderungen, Clontard und Duleek betreffend, vorgenommen und eine Diözese Clonmacnoise ausgerufen, aber bis 1160 wurden die Bischöfe in Duleek ernannt:

  1. Ardagh: Ost-Connacht
  2. Ardstraw: Tír Eoghain (ausgenommen Inis Eoghain), heute röm.-kathol. Titularbistum
  3. Clogher: Königreich von Uí Chremthainn
  4. Clonard: West-Meath †, heute röm.-kathol. Titularbistum
  5. Clonfert: Gegend des Uí Maine
  6. Connor: in Dalriada
  7. Cong wurde eine der fünf Diözesen von Connacht, aber es wurde kein Bischof notiert. Heute röm.-kathol. Titularbistum
  8. Cork
  9. Down: Gegend von Ulidia
  10. Duleek: Ost-Meath †, heute röm.-kathol. Titularbistum
  11. Elphin: Ost-Connacht
  12. Emly in Limerick
  13. Ferns
  14. Glendalough in County Wicklow, heute Titularbistum
  15. Kildare
  16. Kilkenny (später umbenannt in Ossory): Gegend von Osraige
  17. Killala: Gegend des Uí Fiachrach
  18. Killaloe: Gegend von Uí Fiachrach Aidhne
  19. Leighlin: Eine von fünf Diözesen von Leinster
  20. Limerick
  21. Raphoe: Tír Chonaill und Inis Eoghain
  22. Ratass: Gegend des Ciarraighe, des Corca Dhuibhne und des Eoghanacht Locha Léin (verlegt nach Ardfert ab 1117)
  23. Tuam: Eine von fünf Diözesen in Connacht
  24. Waterford

Die Diözese Dublin, bis 1096 von Canterbury bestätigt, wurde erst 1152 (Synode von Kells) in der Liste der Diözesen aufgenommen und 1216 mit Glendalough vereinigt.

Viele römisch-katholische und protestantische Diözesen haben noch heute Grenzen, die auf Entscheidungen beruhen, die von den vier Synoden in Rathbreasail, Cashel und Kells-Mellifont getroffen wurden.

Weblinks[Bearbeiten]