TFF Rudolstadt

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Die Große Bühne auf dem Marktplatz ist das Zentrum des TFF. Hier der Auftritt der Kindergruppe des Thüringer Folkloretanzensembles 2013.

Das TFF Rudolstadt, bis 2003 Tanz&FolkFest, 2005–2006 TFF.Rudolstadt, ist das größte Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands. Es findet jährlich im thüringischen Rudolstadt am ersten vollständigen Juli-Wochenende von Donnerstag bis Sonntag statt. Zugleich ist das TFF eines der bedeutendsten und größten Folkfestivals Europas. Durchschnittlich kommen an diesem Wochenende über 70.000 Zuschauer, um über 100 Bands bei 250 Auftritten auf mehr als 20 Bühnen zu hören. Den Besucherrekord hält das Festival 2011 mit über 90.000 Gästen.[1] Die Bühnen sind in der Altstadt, im benachbarten Heinepark und auf dem Gelände der Heidecksburg aufgebaut, die sich über der Stadt erhebt. Seit 1992 wird auf dem Festival der Folkförderpreis Ruth verliehen.

Musik[Bearbeiten]

Auf der Großen Bühne auf der Heidecksburg wird die Ruth verliehen. Hier der Auftritt von Hans Söllner 2009.

Die Bands aus aller Welt spielen ein weites Spektrum an Stilen: von traditioneller Folklore bis Hip-Hop, von Jazz bis Punk, von Rock bis Techno. Gemeinsam ist allen, dass sie in ihrer Musik traditionelle Elemente verarbeiten – sei es, dass zu Elektrobeats Dudelsack geblasen wird, Banjos sich mit E-Gitarren mischen oder Rockbands traditionelle Texte intonieren.

Musikalische Schwerpunkte[Bearbeiten]

  • Instrumentenschwerpunkt: Jedes Jahr werden rund ein Dutzend Künstler von verschiedenen Kontinenten eingeladen, die alle ein bestimmtes Folk-Instrument beherrschen. Sie spielen sowohl in ihren eigenen Bands als auch in der Magic Instrument Group – eine Jam Session dieser Künstler, die sich für das TFF eine Woche vor dem Festival treffen und zusammen ein Konzert geben.
Vor Konzertbeginn vor der Bühne auf der Burgterrasse der Heidecksburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Tanzfest in der DDR[Bearbeiten]

1955 wurde das „1. Fest des deutschen Volkstanzes“ in Rudolstadt ausgerichtet. Zum einen sollte damit der Sozialismus eine folkloristische Grundierung erhalten. Zum zweiten wurde damit die deutsche Einheit beschworen, ein Ziel, das die Ulbricht-Regierung zumindest rhetorisch in dieser Zeit noch verfolgte. Und schließlich sollte deutsche Tradition gegen „amerikanische Unkultur“, wie Rock’n’Roll und Jazz, gestellt werden. Rudolstadt empfahl sich – wie zunächst auch Wernigerode – durch seine Lage in der Mitte Deutschlands und durch die Altstadt mit darüberliegendem Schloss, die durch den Krieg nicht beschädigt wurde. Die gesamtdeutsche Ausrichtung des „Tanzfestes“ entfiel bei den folgenden Festivals, die alle zwei Jahre stattfanden. Stattdessen kamen Gruppen aus Osteuropa. Stilistisch änderte sich bis Ende der 1980er Jahre wenig: Es blieb bei traditioneller Folkloremusik und Tanzgruppen in Trachten.

TFF nach 1990[Bearbeiten]

Das erste Festival 1991 hatte eine vollkommen neue Ausrichtung bekommen.[4] Nun sollte vor allem alternative Folk-Musik dominieren. Das Tanz- und Folkfest – als Fusion des alten Tanzfestes mit Folkmusik – verwirklichte nun quasi die gesamtdeutsche Idee, freilich ohne ideologischen Überbau. Rudolstadt bot dafür neben seiner wieder zentralen Lage nun auch Organisationserfahrung. Über 90 Gruppen und Solisten aus 22 Ländern kamen zu diesem 1. TFF.

Das Piratenschiff der Kulturinsel Einsiedel beim Kinderfest 2011.

In den Folgejahren bis Mitte der 1990er Jahre wuchs das Festival unaufhörlich. In den vergangenen drei Jahren lagen die Besucherzahlen je nach Wetter durchschnittlich bei über 75.000. 2013 traten vom 4. Juli bis zum 8. Juli etwa 70 Bands auf mehr als 20 Bühnen auf, des Weiteren spielten rund 60 Gruppen und Solisten (Zahlen vom 4. Mai 2013) in den Altstadtgassen.[5] Tanzen kann man im Alten Rathaus, im Stadthaus und im Tanzzelt im Heinepark (auf der rechten Seite der Saale), wo es auch ein Kinderfest zum Zugucken, Zuhören und Mitmachen gibt; zusätzlich finden Workshops und Vorträge statt. Teile des Festivals werden mittlerweile live oder zeitversetzt übertragen durch Deutschlandradio Kultur, Deutschlandfunk, MDR Figaro, HR2, WDR 3 und Bayern 2 sowie weiteren europäischen Radiostationen. Nach Angaben des Veranstalters kamen 2013 rund 87.000 Besucher.[6]

Um einer wegen Raumnot drohenden Deckelung der Besucherzahlen zu begegnen, haben die Verantwortlichen das Festival seit 2011 um einen Tag vorgelegt; es beginnt jetzt am 1. Donnerstag im Juli und dauert bis zum folgenden Sonntagabend.

Organisation und Kosten[Bearbeiten]

Ausgerichtet wird das TFF vom Kulturdezernat, jetzt Fachdienst Kultur, der Stadt Rudolstadt. Finanziert wird das Festival durch Sponsoren und überwiegend durch den Verkauf der Eintrittskarten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ostthüringer Zeitung (eingesehen am 7. Juli 2011)
  2. Mehr als Pekingoper - Beim Folkfestival in Rudolstadt stellten sich zahlreiche chinesische Musiker vor, Deutschlandradio Kultur vom 8. Juli 2012
  3. Tanzspecial auf tff-rudolstadt.de
  4. Weltmusik-Festival - Wo Tausende der magischen Laute lauschen Frankfurter Allgemeine vom 7. Juli 2009
  5. TFF-Rudolstadt Programm 2013 Bühnenprogramm [1]
  6. Finale auf dem TFF in Rudolstadt - MDR.de[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: TFF.Rudolstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • TFF Rudolstadt (Veranstalterseite mit Kontaktdaten und vielen Fotos vergangener Festivals)