Tele Columbus

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Tele Columbus AG
Das offizielle Firmenlogo der Tele Columbus AG sowie der Marke Tele Columbus.
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1985
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Ronny Verhelst, Frank Posnanski
Branche Kabelnetzbetreiber, Internetdienstanbieter
Website www.telecolumbus.de

Die Tele Columbus AG ist ein Unternehmen im Bereich Kabelfernsehen und Telekommunikation.

Aktivität[Bearbeiten]

Die Tele Columbus Gruppe betreut bundesweit etwa 2,1 Millionen angeschlossene Haushalte. Tele Columbus hat im Herbst 2013 seine sogenannte Grundverschlüsselung für digitale Programme abgeschafft.[1] Für Verschlüsselungen wird seit 2008 das Zugangsberechtigungssystem NDS Videoguard verwendet. Daneben verschlüsselt Tele Columbus bis auf Weiteres mit Conax im Simulcrypt-Verfahren.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1985 fungiert die Tele Columbus mit Sitz in Berlin als Holding für Kabel-Servicegesellschaften in Deutschland, die mit unterschiedlichen Konzepten in Städten und Regionen für einen Fernseh- und Hörfunkempfang sorgt und dabei auch mit der Wohnungswirtschaft kooperiert. Die Unternehmen der Tele-Columbus-Gruppe bieten analoges Kabelfernsehen, Digitalfernsehen, Internetzugang und Kabel-Telefonie über das Breitbandkabel.

Im Jahr 1994 wurde Tele Columbus von VEBA übernommen, dann 1999 von der Deutschen Bank und schließlich 2003 an eine Investorengruppe verkauft. 2005 übernahm Unitymedia (ursprünglich Unity Media) die damalige Tele Columbus.

Escaline Holding und Orion Cable[Bearbeiten]

Ein Konsortium aus Investmentfirmen und Banken (Aletheia Capital Partners, ABN AMRO Ventures, Kingsbridge Capital Management GP, Quilvest, Alcentra und Société Générale) gründete 2005 die Orion Cable GmbH als Tochter der Luxemburger Escáline S. a. r. l. und erwarb für 629 Millionen Euro zunächst über 50 Prozent des Kabelnetzbetreibers EWT GmbH von der Familie Stritzl[3]; wenig später wurden die verbliebenen Anteile erworben. 2006 übernimmt Orion Cable die Tele-Columbus-Gruppe von Unity Media; gleichzeitig wurde ein Teil der Gruppe an die Regionalbetreiber ish und KabelBW veräußert.

Seit 2007 treten Tele Columbus und ewt gegenüber den Kunden unter einem einheitlichen Marken-Design auf, erweitern das Produktprogramm und ändern ihre Ausrichtung vom technisch orientierten Infrastrukturbetreiber zum kundenzentrierten Telekommunikationsdienstleister.

Im September 2007 erwarb Orion Cable knapp 91 Prozent der Anteile an der Primacom, mit dem Wunsch, das Unternehmen mit der Tele-Columbus-Gruppe zu integrieren. Die Integrationsversuche von Orion Cable wurden im Jahr 2009 gestoppt, da die Integrationserfolge zum damaligen Zeitpunkt als zu gering eingeschätzt wurden.

Die Orion Cable hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 3,2 Millionen Kunden, aber auch 1,7 Milliarden Euro Schulden. Die Tele-Columbus-Gruppe hatte alleine etwa 1,0 Milliarden Euro Schulden.

Gescheiterte Übernahme durch Kabel Deutschland[Bearbeiten]

Tele Columbus-Haus am Ernst-Reuter-Platz in Berlin

Im Sommer 2009 gab die Orion Cable ihre Absicht bekannt, die Tochtergesellschaft Tele Columbus Group verkaufen zu wollen, um selber der Insolvenz zu entgehen. Im Dezember 2009 erwarb schließlich ein Gläubigerkonsortium aus Hedgefonds und Banken das Unternehmen für nur 2,5 Millionen Euro.[4] Am 21. Mai 2012 wurde bekannt, dass Tele Columbus für 618 Millionen Euro von der Kabel Deutschland AG übernommen werden sollte. Die endgültige Zustimmung zur Übernahme musste allerdings vom Bundeskartellamt abgesegnet werden.[5][6] Anfang Dezember 2012 gab das Bundeskartellamt eine Pressemitteilung heraus, in der der Zusammenschluss kritisch beurteilt wurde. Eine endgültige Entscheidung sollte zunächst bis zum 16. Januar 2013 getroffen werden, das Kartellamt verlängerte die Frist allerdings bis zum 15. Februar 2013.[7][8] Kabel Deutschland teilte nach dieser Frist mit, dass man auf die Übernahme verzichten werde. Das Unternehmen ging davon aus, dass das Bundeskartellamt den Zusammenschluss untersagen würde, da Kabel Deutschland die geforderten Auflagen aus wirtschaftlichen Gründen nicht erfüllen könne.[9]

Börsengang[Bearbeiten]

Am 30. September 2014 teilte das Unternehmen mit, dass der Börsengang bis Ende 2014 geplant ist. Die Aktie soll am Frankfurter Prime Standard notiert werden. Das Emissionsvolumen soll bei mindestens 300 Millionen Euro liegen.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Digitalkabel-RTL-Co-bald-auch-bei-Tele-Columbus-unverschluesselt-1970278.html
  2. Erfolgreicher Start für die Tele Columbus Digitalplattform. Tele Columbus, 28. August 2008, abgerufen am 20. Januar 2013 (pdf; 51 kB).
  3. http://www.orion-cable.de/company.php (Version vom 1. März 2010 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  4. http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:tv-kabelnetzbetreiber-tele-columbus-wird-fuer-2-5-mio-euro-verkauft/50055394.html (Version vom 15. Januar 2010 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  5. http://www.unternehmen.telecolumbus.de/index.php?id=42&tx_ttnews%5BpS%5D=1337671601&tx_ttnews%5Btt_news%5D=146&tx_ttnews%5BbackPid%5D=20&cHash=5b0e9c397f07fecb4820e94c68249469
  6. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/netzbetreiber-kabel-deutschland-uebernimmt-tele-columbus/6654636.html
  7. Bundeskartellamt sieht Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland kritisch – abschließende Entscheidung steht noch aus. Bundeskartellamt, 7. Dezember 2012, abgerufen am 1. Januar 2013.
  8. TC-Übernahme: Bundeskartellamt verschiebt Urteil. In: Digital Fernsehen. 16. Januar 2013, abgerufen am 20. Januar 2013.
  9. Kabel Deutschland scheitert bei Übernahme von Tele Columbus. In: Hamburger Abendblatt. 19. Februar 2013, abgerufen am 2. März 2013.
  10. http://www.n-tv.de/ticker/Kabelnetzbetreiber-Tele-Columbus-will-bis-Ende-des-Jahres-an-die-Boerse-article13697441.html

52.5118513.3209Koordinaten: 52° 30′ 43″ N, 13° 19′ 15″ O