Unitymedia

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Unitymedia GmbH
Logo von Unitymedia
Rechtsform GmbH
Gründung 2005
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Lutz Schüler (Vorsitzender der Geschäftsführung)
Mitarbeiter 1657 (2010)
Umsatz 1,02 Mrd. EUR (2011)[1]
Branche Kabelnetzbetreiber
Produkte Bezahlfernsehen, Mobilfunk, Internet- und TelefonieanbieterVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.unitymedia.de
Firmensitz von Unitymedia an der Aachener Straße in Köln

Die Unitymedia GmbH (ursprünglich Unity Media) mit Sitz in Köln war ein deutscher Kabelnetzbetreiber in den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen. Seit Januar 2010 ist Unitymedia eine Tochter des US-amerikanischen Unternehmens Liberty Global.

Am 15. Dezember 2011 genehmigte das Bundeskartellamt die Übernahme von Kabel BW durch Liberty Global. Die beiden Unternehmen Kabel BW und Unitymedia fusionierten zum 1. Juli 2012 zum neuen Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW GmbH[2], welcher zugleich als Dachgesellschaft für die Unitymedia NRW GmbH, die Unitymedia Hessen GmbH & Co KG und die Kabel BW GmbH fungiert. Die beiden Produktmarken "Unitymedia" und "Kabel BW" sind dabei erhalten geblieben um den Kunden Kontinuität zu suggerieren.[3] Das Oberlandesgericht Düsseldorf hob diese Genehmigung nach Beschwerden der Konkurrenten Netcologne und Deutsche Telekom wegen unzureichender Auflagen jedoch wieder auf und das Bundeskartellamt muss die Entscheidung erneut überprüfen.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Unitymedia entstand aus dem im März 2005 erfolgten Zusammenschluss der regionalen Kabelnetzbetreiber iesy (Hessen) und ish (Nordrhein-Westfalen); diese wurden im August 2005 mit der damaligen Tele Columbus verschmolzen.

Zu dem damaligen Zeitpunkt hatten ish und iesy insgesamt 5,2 Millionen Kabelkunden, 88.450 Digital-TV-Kunden, 27.500 Internet– und 9800 Telefonkunden. Die damalige Tele Columbus war der größte deutsche Kabelanbieter (Netzebene 4) mit ungefähr 2,6 Millionen Kabel-, 52.837 Digital-TV-Kunden und 23.301 Internetanschlüssen. Die ursprünglichen Anteilseigner an der Unitymedia waren zu 38 Prozent Finakabel Holding Limited (ein Tochterunternehmen von BC Partners), zu 32 Prozent Apollo Management (ein US-amerikanisches Investment-Unternehmen), zu sieben Prozent Golden Tree Asset (ein US-amerikanischer Hedgefonds) und zu 23 Prozent andere.

2005 erwarb Unitymedia über ihre hundertprozentige Tochter arena die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga-Saisons 2006/07 bis 2008/09.

Im Sommer 2006 wurden weite Teile der ehemaligen Tele Columbus ausgegliedert, größtenteils durch Verkauf an Orion Cable und Kabel BW; behalten wurde Tele Columbus West.

Seit Mai 2007 erfolgt ein einheitlicher Markenauftritt unter der Marke »Unitymedia« für die Kunden von iesy (Hessen), ish (Nordrhein-Westfalen) (beide Netzebene 3) und Tele Columbus West (Netzebene 4). Im Juni 2007 musste das neue Unternehmen aufgrund einer Klage des Fernsehsenders RTL die Farbgebung seines Logos ändern. Statt rot-gelb-blau, wie auch RTL, sind die Rechtecke im Logo nun blau-grün-rot eingefärbt.[5]

Am 13. November 2009 kaufte Liberty Global Unitymedia für 3,5 Milliarden Euro und übernahm damit 100 % des Stammkapitals.[6] Der Kauf trat am 28. Januar 2010 in Kraft; zugleich löste zunächst Gene Musselmann, CEO von Liberty Global, Parm Sandhu als CEO bei Unitymedia ab. Seit Januar 2011 ist Lutz Schüler CEO.

Am 30. September 2010 wurde die Pay-TV-Plattform arena bzw. arenaSat, die über Astra 1 verbreitet wurde, mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt.

Im September 2013 führte Unitymedia die Set-Top-Box Horizon ein. Bei diesem System handelt es sich um eine Settopbox für digital und HD-TV, vereint mit einem Internetrouter mit W-LAN, IP-Telefonie und einem Festplattenrekorder.

Logos[Bearbeiten]

Netzabdeckung[Bearbeiten]

Unitymedia versorgt den weit überwiegenden Teil der Kabelhaushalte in Nordrhein-Westfalen und Hessen.
8,7 Millionen anschließbaren Haushalten (Homes passed) standen per Ende März 2011 knapp 4,5 Millionen TV-Kunden (incl. 1,589 Millionen Kunden mit digitalem Kabel-TV-Empfang) sowie jeweils ca. 840.000 Internet- bzw. Telefonkunden gegenüber.[7]
94 % des Netzes waren ab 31. März 2011 rückkanalfähig (Two-Way Homes Passed), davon sind 84 % bereits auf EuroDOCSIS 3.0 („Fiberpower“) aufgerüstet.
Unitymedia hält an seinem Ziel fest, bis Ende 2011 90 % aller anschließbaren Haushalte, das wären 7,8 Millionen, auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstet zu haben.

Das Netz von Unitymedia wurde zu einem zusammenhängenden Netz ausgebaut. Auch das Netz der Kabel BW soll in dieses zusammenhängende Netz integriert werden. Das Unternehmen verfolgt hiermit eine bessere Steuerung und mehr Versorgungssicherheit. Es wird hierbei auch teilweise ein Glasfasernetz bis zum Verteiler genutzt, also FTTN (FibreToTheNode). Die zentrale Kabelkopfstelle befindet sich in Kerpen.

Analoger Kabelanschluss[Bearbeiten]

Unitymedia bietet Fernsehübertragung über PAL und DVB-C an (Antennenkabel). Der analoge Kabelanschluss bietet bis zu 34 Free-TV-Sender und bis zu 36 frei empfangbare analoge Radiosender (UKW) an. Diese sind im Fernsehanschlusspreis bereits enthalten und unverschlüsselt empfangbar. Die Programme werden meist durch Werbung oder Rundfunkgebühren finanziert.

Neben der Versorgung der Kabelkunden mit bis zu 34 herkömmlichen analogen Fernsehprogrammen betreibt Unitymedia auch die technische Plattform für das digitale Fernsehen über DVB-C.

Viele Hörfunk-Programme sind im Kabelanschluss enthalten, ohne dass weitere Kosten entstehen. Dabei ist zwischen zwei Empfangswegen zu unterscheiden: Zum einen werden je nach Region verschiedene Radiosender als analoges UKW-Signal in das Kabel gespeist (VHF-Band II). Diese können mit jedem UKW-Radiotuner mit Antennenanschluss empfangen werden. Darüber hinaus werden mittels DVB-C ARD-Hörfunk-Programme sowie Programme von Deutschlandradio und einiger privater Radiosender unverschlüsselt im Kabelnetz übertragen.

Breitband-Internet und Telefonie[Bearbeiten]

Über das reine analoge und digitale Kabelfernsehen hinaus bietet Unitymedia auch Breitband-Internet und Telefonie sowie Kombipakete unter den Namen 2play und 3play an. Die angebotenen Produkte umfassen Internet- oder Telefon- bzw. kombinierte Telefon-Internet-Flatrates (2play) in den Geschwindigkeiten 10, 50, 100 und 150 Mbit/s. Neben den Flatrate-Paketen bietet Unitymedia mit Unity3Play ein sogenanntes Triple-Play-Produkt, welches dem Kunden Digitalfernsehen, Breitband-Internet und Telefon aus einer Hand bietet. Für die Nutzung von Internet oder Telefon bzw. der Kombination 2play Internet Telefon muss ein TV-Kabel im Haus liegen. Diese beiden Produkte benötigen keinen Analog-TV-Vertrag. Für die Nutzung von 3play Internet Telefon Digital-TV muss ein Analog-TV-Vertrag bestehen, für den zusätzliche Kosten entstehen. Insoweit handelt es sich bei dem Produkt 3play nicht um ein vollständiges Triple Play, sondern um die Kombination Internet, Telefon und Upgrade von Analog- auf Digital-TV. Wenn bereits der Haus- bzw. Wohnungseigentümer einen Analog-TV-Vertrag mit Unitymedia hat, fallen diese zusätzlichen Kosten jedoch nicht an.

Seit 2012 bietet Unitymedia auch Mobilfunk an. Dies geschieht über das Netz von Telefónica Deutschland (O2).[8]

Im bundesweiten nicht-repräsentativen Geschwindigkeitstest 2007 der Zeitschrift Computer Bild erreichte Unitymedia über die Bandbreiten 2, 6 und 16 Mbit/s den 1. Platz unter 56 getesteten Anbietern.[9]

Während die Deutsche Telekom im April 2013 angekündigt hat, Telekom DSL-Anschlüsse künftig ab einem gewissen Datenaufkommen zu drosseln, hat Unitymedia per Pressemitteilung erklärt, keine Pläne für eine Breitband-Drosselung zu hegen.[10]

Tarife
Produkt Downstream (in kbit/s) Upstream (in kbit/s) interner Name des Profils Bemerkungen
6.000 7030 1000 Platin (nur Bestandskunden)
10.000 11330 1000 Pearl (nur Bestandskunden)
10.000 11330 1000
16.000 17107 1354 Premium (nur Bestandskunden) optionale Verdoppelung des Upstreams möglich
20.000 21616 1458 Titan (nur Bestandskunden)
32.000 34122 1458 Diamond (nur Bestandskunden) optionale Verdoppelung des Upstreams möglich
32.000 34122 2750 Business Internet 32 (statische IP-Adresse auf Wunsch)
50.000 54040 2750 Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz
64.000 70484 5500 Rubin (nur Bestandskunden) Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz
64.000 70484 5500 Business Internet 64 (statische IP-Adresse auf Wunsch) Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz
100.000 112640 5500 Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz
128.000 146800 5800 Saphir (nur Bestandskunden) Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz
128.000 146800 10240 Business Internet 128 (statische IP-Adresse auf Wunsch) Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz
150.000 162120 5800 Erfordert ein auf EuroDOCSIS 3.0 aufgerüstetes Netz

Darüber hinaus existieren weitere Profile, die dort zum Einsatz kommen, wo Wohnungsunternehmen einen Grundversorgungsauftrag über analoges Fernsehen hinaus erteilen, z. B. ein in der Kabelgebühr bereits enthaltener 128 kbit/s „Basisanschluss“ mit Telefon[11].

Bezahlfernsehen[Bearbeiten]

Arena[Bearbeiten]

Ende 2005 gründete Unitymedia den Pay-TV-Sender Arena, der im Dezember 2005 überraschend die TV-Übertragungsrechte an der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga für drei Jahre ersteigerte. Mit Hilfe der Bundesliga-Rechte, die pro Saison etwa 220 Millionen Euro kosten, wollte Arena neben Premiere (heute Sky) zum zweiten großen Pay-TV-Anbieter in Deutschland werden. Arena gab als Ziel mindestens 2,5 Millionen Abonnenten aus, doch Mitte 2007 waren es nur 1,1 Millionen Abonnenten. Arena erwirtschaftete deshalb Verluste und strebte eine Kooperation mit Premiere an. Diese Einigung vom Februar 2007 wurde durch das Kartellamt untersagt, da letztere eine Verflechtung ehemaliger Konkurrenten fürchtete. Man wollte einen Wettbewerb zwischen den Satellitenplattformen behalten. Im Sommer 2007 wurden die Rechte an den Konkurrenten Premiere als Sublizenz weiterverkauft, was für Arena letztendlich doch noch zu einem kleinen Gewinn führte; produziert wurde das Bundesliga-Programm nun bei Premiere. Im Gegenzug erhielt Unitymedia auch einen Anteil von ca. 15 % an Premiere, der jedoch Anfang 2008 an die News Corporation von Rupert Murdoch veräußert wurde.

Arena betrieb daraufhin lediglich die Satellitenplattform Arena-Sat, auf der 22 Programmkanäle buchbar waren. Diese wurde am 30. September 2010 ebenfalls eingestellt.

Digital TV[Bearbeiten]

Neben einem eigenen Bezahlfernsehangebot ist auch das Angebot des Senders Sky Deutschland verfügbar. Mittlerweile kann Unitymedia auf zwei Pay-TV Pakete zurückgreifen. Zum einen ist es das Digital TV Highlights mit 17 zusätzlichen Sendern ohne Werbeunterbrechung und zum anderen ist es das Digital TV Allstars mit 53 zusätzlichen Sendern. Durch zusätzliche Buchung einer HD-Option können abhängig vom vorhandenen TV-Paket neben den frei verfügbaren HD-Programmen weitere Sender in HD-Qualität empfangen werden.

Ferner können noch verschiedene Auslandsfernsehpakete bestellt werden.

Kino auf Abruf[Bearbeiten]

Ist das Pay-per-View Angebot von Unitymedia. Hier kann man gegen Bezahlung Kinofilme freischalten lassen. Bestellung erfolgt per Telefon, SMS oder Internet. Hierzu vergibt Unitymedia eine Kino-Pin.

HD-Receiver und UM 02 Smart Card

Unitymedia Videothek[Bearbeiten]

Derzeit mit dem HD Receiver, dem HD Recorder und dem Horizon hat man Zugriff auf die Unitymedia Videothek. Dieses Video-on-Demand Angebot bietet über 1.500 Einzeltitel an Kinounterhaltung. Von aktuellen Blockbustern über berühmte Klassiker bis hin zu Serienstaffeln und einzelnen TV-Sendungen auf Abruf. Auch mit kostenlosen Inhalten. Angeboten werden aktuelle Hollywood-Blockbuster, Spielfilm-Archiv, TV-Inhalte, Erotik usw. Die Freischaltung ist bis zu 48 Stunden gültig, dabei kann das Programm unterbrochen werden. Die Abrechnung erfolgt über die Rechnung von Unitymedia. Man benötigt hierzu eine bereits modernisierte Anlage in den Netzebenen 3 und 4.

Verschlüsselung[Bearbeiten]

Die Unity-Digital-TV-Pakete werden per Nagravision Aladin verschlüsselt. Für die Entschlüsselung der Programminhalte sind eine Smartcard und eine Set-Top-Box oder Horizon erforderlich. Die HD-Programme der Privatsender sind beim Kabelanschluss und Satellitenempfang grundsätzlich verschlüsselt.

Die Verschlüsselung gilt nicht mehr für das Digital-TV-BASIC-Paket, zu dem auch die frei verfügbaren und werbefinanzierten Programme der RTL Group und ProSiebenSat.1 gehören. Unitymedia musste zum 2. Januar 2013 diese Grundverschlüsselung aufheben.[12] Seit diesem Zeitpunkt werden auch die Set-Top-Boxen nicht mehr vermarktet und ausschließlich HD-Receiver, HD-Rekorder, Horizon HD Recorder und HD-Modul angeboten.[13] Somit sind diese Sender nun wie die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD Digital und ZDFvision auch ohne ein Unity-Digital-TV-Abonnement zu empfangen.

Seit Juni 2009 werden des Weiteren gebuchte Pakete verschlüsselt und temporär gesperrt, wenn Kunden mit Teilbeträgen im Zahlungsrückstand sind. In der Online-Maske findet sich dann ein entsprechender Hinweis, dass die jeweils betroffene Smartcard heruntergestuft wurde. Nach erfolgloser zweiter Mahnung wird die Smartcard komplett gesperrt.

Smartcard[Bearbeiten]

Folgende unterschiedliche Typen sind vorzufinden:

  • UM01/UM02: Das ist der aktuelle Kartentyp von Unitymedia. Dieser funktioniert aber nur mit Receivern von Unitymedia, welche von Unitymedia mit der Karte verliehen werden sowie in Unitymedia-zertifizierten Receivern, welche im freien Handel erworben werden können. Mithilfe eines AlphaCrypt Classic/TC (nicht AlphaCrypt light) CAM-Moduls können auch nicht zertifizierte Receiver mit einer CI-Schnittstelle genutzt werden. Dies wird jedoch von Unitymedia nicht unterstützt. Die Aufschaltung von Pay-TV-Sender Sky-Inhalten auf diese Smartcard ist jedoch möglich.
  • I02/I12: Dieser Kartentyp kann auf Verlangen bereitgestellt werden. Damit ist es möglich, „Geeignet für Premiere“-Receiver auf dem freien Markt zu kaufen und damit ggf. höherwertige Modelle als die Basis-Geräte von Unitymedia zu nutzen. Dennoch laufen diese Karten nicht mit allen Receiver-Typen. Insbesondere ist Pace in die Schlagzeilen gekommen, da Pace die Nachbesserung seiner Geräte verweigert. Mithilfe eines AlphaCrypt light/Classic/TC CAM-Moduls können auch nicht zertifizierte Receiver mit einer CI-Schnittstelle genutzt werden. Dies wird jedoch von Unitymedia nicht unterstützt.

Seit dem 23. April 2012 ist es nicht mehr möglich, mit klassischen CI-Modulen die privaten HD-Programme zu entschlüsseln. Alle HD-Optionen sind ausschließlich mit der Hardware von Unitymedia zu buchen. Dazu gehören der HD-Recorder von Echostar, der HD-Receiver von Samsung und das CI+Modul.

Kritik[Bearbeiten]

Das Unternehmen stand seit Oktober 2007 in der Kritik, da es – wie Verbraucherschützer befanden – „irreführend und nicht verbraucherfreundlich“ für eine neue Tarifstruktur warb. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale waren diese Preiserhöhungen gemäß § 315 BGB unbillig. Dies hatte unter anderem zahlreiche Kündigungen von Kabelverträgen zur Folge.

Bereits 2006 gab es Preiserhöhungen, die im Einzelfall über 30 % betrugen, geplant waren weitere 15 % Erhöhung für analoges Kabelfernsehen ab Januar 2008.[14][15]

Haus und Grund Düsseldorf hat für ein Mitglied gegen Unitymedia erneut eine positive Entscheidung vor dem Amtsgericht Köln (Urteil vom 20. April 2008, Az.: 125 C 81/08) erzielt. Gegenstand des Verfahrens war die Rückforderung der von Unitymedia ab dem 1. Januar 2007 und nochmals ab dem 1. Januar 2008 erhöhten Kabelentgelte. Unitymedia hat das Klagevorbringen des Haus und Grund Düsseldorf zugestanden, indem sie keinerlei ablehnende Stellungnahme vor dem Gericht abgegeben hat. Damit können nun sämtliche zu viel gezahlten Entgelte für die Jahre 2007 und 2008 zurückgefordert werden.

Gegen die Preiserhöhung vom Januar 2008 hat Unitymedia eine Unterlassungserklärung gegenüber der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unterzeichnet. Diese besagt, dass entsprechende Passagen in den AGB des Unternehmens zukünftig nicht mehr verwendet werden. In der Presse wurde vielerseits berichtet, dass die Preiserhöhung nach Auffassung der Verbraucherzentrale rechtlich unwirksam ist und zu viel gezahlte Gebühren zurückgefordert werden könnten. Die Verbraucherzentrale NRW stellt hierfür auf ihrer Webseite und in ihren Beratungsstellen kostenlose Musterschreiben zur Verfügung.[16]

Die Sendung c’t magazin berichtete im Mai 2010 von Mitarbeitern, die sich im Auftrag der Firma Unitymedia – unter dem Vorwand, den Antennenpegel zu messen – Zugang zu Privatwohnungen verschafften, um Kunden weitere Verträge für Zusatzpakete zu offerieren. Dieses Vorgehen wurde Mitarbeitern in internen Schulungsunterlagen empfohlen.[17]

Verhandlungen zwischen Unitymedia und Sky hierzu laufen seit Juli 2009, zuvor mit Premiere bereits seit 2005, bislang jedoch noch ohne Ergebnis. Bei Endkunden stieß diese Praktik bereits auf massive Kritik, die sich ihren Weg in Blogs, Internetforen und sozialen Netzwerken ausbreitete.[18] In einer Pressemitteilung vom 3. Mai 2012 geben Unitymedia, Kabel BW und Sky eine umfangreiche Kooperation beim Programmangebot bekannt, wonach bis Ende Mai 2012 bereits 2 Sky HD Sender und bis Ende 2012 weitere 15–18 Sky HD Sender verfügbar sein sollen.[19] Außerdem vermarktet Unitymedia auch Sky-Produkte.

Ebenso werden bis auf Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD weitere öffentlich-rechtliche Fernsehprogramme lediglich in SD-Qualität im Kabelnetz von Unitymedia übertragen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollen weiterhin eine Einspeisevergütung an Unitymedia zahlen. Diese wollen die Zahlungen sogar ganz einstellen. Ende 2013 stellte Unitymedia die analoge Verbreitung zusätzlicher dritter Programme wie Bayerisches Fernsehen, MDR Fernsehen und NDR Fernsehen ein. Dies stieß besonders bei älteren Zuschauern auf massive Kritik. Der Grund liegt wohl auch hier in dem Streit um die Zahlung der Einspeisevergütung sowie den Umstieg auf das digitale Fernsehen zu fördern. [20]

Im August 2012 wurde bekannt, dass die Deutsche Annington den Versorgungsvertrag mit Unitymedia gekündigt hat und stattdessen einen Versorgungsvertrag mit der Deutschen Telekom abschließen wird.[21]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.umkbw.de/ueber-uns/unternehmensportrait/
  2. http://www.umkbw.de/investor-relations/company/corporate_structure/
  3. http://www.umkbw.de/content/dam/umkbw-de/doc/120702_Pressemitteilung_Unitymedia_KabelBW.pdf
  4. Gericht stoppt Übernahme von KabelBW durch Unitymedia Artikel vom 14. August 2013 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Internet)
  5. Unitymedia muss neuen Markenauftritt ändern Artikel vom 19. Juni 2007 auf www.medienmagazin.de
  6. Liberty Global kauft Unitymedia für 3,5 Milliarden Euro, zdnet.de, 13. November 2009
  7. Unitymedia – Q1 2011 Selected Operating and Financial Results (PDF; 391 kB)
  8. Unitymedia startet Mobilfunk-Tarife im o2-Netz
  9. rp-online
  10. SmartChecker.de: Die Deutsche Telekom drosselt künftig DSL-Anschlüsse, 23. April 2013
  11. Kooperation zwischen der SWB-Service-, Wohnungsvermietungs- und -baugesellschaft mbH und Unitymedia bietet Mietern Internet und Digital-TV als Grundausstattung
  12. http://www.teledir.de/unitymedia-grundverschluesselung-der-sender-wird-am-2-januar-2013-aufgehoben-4557
  13. http://www.unitymedia.de/privatkunden/kombipakete/3play-kombipakete/#infoboxCtEmail 3play-kombipakete
  14. Unitymedia: Wie Kunden behandelt werden WDR-Fernsehsendung Markt vom 29. Oktober 2007
  15. Pro und Kontra gut abwägen Verbraucherzentrale NRW: Digitales-TV für Kabelkunden: Pro und Kontra gut abwägen
  16. Unitymedia unterzeichnet Unterlassungserklärung wegen unzulässiger Preiserhöhungsklausel, Pressemeldung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom 18. Juni 2008
  17. Sendung vom 15. Mai 2010, c't magazin
  18. Meldung vom 7. Juli 2010, www.quotenmeter.de
  19. http://www.umkbw.de/content/dam/umkbw-de/doc/120503_PM_Unitymedia_Sky_HD.pdf
  20. http://www.digitalfernsehen.de/Unitymedia-Kabel-BW-wirft-weitere-ARD-Sender-aus-analogen-Netzen.110285.0.html Unitymedia Kabel BW wirft weitere ARD-Sender aus analogen Netzen
  21. http://www.unitymediakabelbwforum.de/viewtopic.php?f=10&t=21550