The Runaways

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Dieser Artikel behandelt die Band. Für den gleichnamigen Film von 2010 über die Band siehe The Runaways (Film).
The Runaways
The Runaways logo.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock, Punk
Gründung 1975
Auflösung 1979
Website http://therunaways.com
Gründungsmitglieder
Gitarre, Gesang
Joan Jett
Bass, Gesang
Michael Steele (bis 1975)
Schlagzeug, Gesang
Sandy West
Letzte Besetzung
Gitarre
Laurie McAllister
Leadgitarre
Lita Ford (1976–1979)
Schlagzeug
Sandy West
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Cherie Currie (1976–1977)
Bass, Gesang
Jackie Fox (1976–1977)
Bass, Gesang
Vickie Blue (1977–1978)

The Runaways war eine Frauen-Rockband, die von 1975 bis 1979 Hard Rock und Punk spielte. Die Sängerin und Gitarristin Joan Jett ist bis heute im Musikgeschäft erfolgreich.

Die Band wurde nicht, wie vielfach berichtet, von Produzent Kim Fowley ins Leben gerufen. Er lag zwar richtig mit seiner Annahme, dass fünf in Leder und Reizwäsche gekleidete Teenager, die harten Rock spielen, optimal vermarktbar sind, aber die eigentlichen Gründungsmitglieder waren Joan Jett und Sandy West, die eng mit der Songwriterin Kari Krome zusammenarbeiteten und irgendwann mit Kim Fowley zusammentrafen. Die Girls wollten eine All-Female-Band gründen, und Fowley suchte sowieso immer nach etwas Neuem, das sich gut vermarkten ließ. So suchten sie zusammen zunächst nach einer passenden Bassistin und Sängerin, die sie vorerst in Michael „Micki“ Steele fanden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Sandy Wests Träume von einer rein weiblichen Rockband standen am Anfang der Runaways. Sie stieß auf Kim Fowley, der in Kontakt mit der 14-jährigen Kari Krome war, die schon diverse Liedtexte geschrieben hatte. Kari wollte, dass die Texte von Mädchen in ihrem Alter gesungen werden, und so hielt Fowley Ausschau nach möglichen neuen Rockstars.

Er brachte Sandy mit der 17-jährigen Joan Larkin, die sich selbst das Gitarrespielen beigebracht hatte, zusammen. Sie nannte sich nach der Scheidung ihrer Eltern Joan Jett. Da Fowley zwar von Kari Kromes Liedtexten beeindruckt war, sie aber nicht besonders gut singen konnte, holte er kurz darauf Sue Thomas (die sich später in Michael „Micki“ Steele umbenannte) an ihrer Stelle in die Band.

Die Band nahm ein Demo-Album auf, das jedoch nie veröffentlicht wurde. Später kamen Lita Ford an der Gitarre und Cherie Currie als Sängerin dazu. Micki Steele verließ die Band, da sie mit deren hartem Image unzufrieden war; für sie kam im Dezember 1975 Jackie Fox.

Erfolge[Bearbeiten]

Die Runaways fanden in den USA nur mäßige Aufmerksamkeit, was zum Teil an dem Image lag, das Fowley für die Band geschaffen hatte – junge Mädchen, die Sex, Alkohol und das Leben auf der Straße besangen – und wurden nur ungern im Radio gespielt. Im Gegensatz dazu waren die Runaways aber in Japan sehr erfolgreich, wo sie bei ausverkauften Konzerten spielten und mit ihrem Lied Cherry Bomb sogar zeitweise die japanischen Charts anführten. Aus der Japan-Tour ging das Album Live in Japan hervor.

Trennung[Bearbeiten]

Im Juli 1977 verließ Jackie Fox während der Japan-Tour wegen Spannungen zwischen den Mitgliedern die Band, gefolgt von Cherie Currie im gleichen Jahr. Fox wurde daraufhin durch Vicki Blue ersetzt. Die Band nahm dann das Album Waiting for the Night auf, welches es aber nie in die US-Charts schaffte, und Fowley, der inzwischen das Interesse an der Band verloren hatte, kündigte als deren Manager. Langsam tauchten auch musikalische Differenzen in der Band auf, da Joan Jett sich für Punk und Glam Rock interessierte, Sandy West und Lita Ford dagegen eher zu Hard Rock und Heavy Metal hin tendierten.

1978 veröffentlichte die Band dann ihr letztes Album, And Now... The Runaways, welches ursprünglich nur in Europa und Japan erschien. Vicki Blue stieg aus und wurde kurzzeitig durch Laurie McAllister ersetzt, bis sich die Runaways 1979 endgültig auflösten.

Joan Jett startete daraufhin eine Solokarriere und gründete in den 1980ern mit dem Producer Kenny Laguna die Band The Blackhearts sowie das Label Blackheart Records.

Lita Ford hatte in den 1980er Jahren einige Pop-Metal-Hits, arbeitete unter anderem mit Ozzy Osbourne zusammen, veröffentlichte bis 1995 sieben Alben und danach bis 2004 noch drei Greatest-Hits-Alben.

Jackie Fox dagegen studierte Jura und wurde Anwältin.

Vicki Blue drehte 2004 den Dokumentarfilm Edgeplay über die Runaways.

Sandy West machte mit der Sandy West Band weiterhin Musik. Sie starb am 21. Oktober 2006 nach langer Krankheit an Lungenkrebs. Am 9. Dezember 2006 wurde ein Gedenkkonzert mit Bands/Künstlern wie The Sandy West Band, Cherrie Currie, The Bangles und The Donnas zelebriert.

Laurie McAllister, die 1978 als Ersatz für Vicki Blue den Bass in der Gruppe übernahm, verstarb am 20. August 2011.

Verfilmung der Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von The Runaways wurde 2009 unter dem gleichnamigen Titel verfilmt, mit Kristen Stewart als Joan Jett, Dakota Fanning als Cherie Currie, Stella Maeve als Sandy West, Scout Taylor-Compton als Lita Ford und Michael Shannon als Kim Fowley. Regie führte Floria Sigismondi. Der Film ist in Deutschland als DVD am 22. Oktober 2010 erschienen. Stewart und Fanning sangen alle im Film live gespielten Songs der Band selbst. Einzig die Songs I Love Rock’n’Roll und Bad Reputation (im Abspann) wurden als Original von Joan Jett gespielt.[1]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1976: The Runaways
  • 1977: Queens of Noise
  • 1977: Waiting for the Night
  • 1977: Live in Japan (live)
  • 1978: And Now... The Runaways
  • 1980: Flaming Schoolgirls („odds-and-sods“ compilation)
  • 1993: Born to be Bad (early demos compilation)
  • 2004: Edgeplay: Film About Runaways (Soundtrack)

Literatur[Bearbeiten]

  • Gillian G. Gaar: She’s A Rebel. The History of Women in Rock’n’Roll. Seal Press, Seattle 1992, ISBN 0-7137-2379-3.
  • Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. St. Martin’s Press, New York 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 590f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Runaways – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verfilmung The Runaways in der Internet Movie Database