The Time (Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Band The Time, zu weiteren Bedeutungen siehe The Time.
The Original 7ven
Allgemeine Informationen
Genre(s) Funk, New Wave, Popmusik, R&B, Soul
Gründung 1981 als The Time
Auflösung 1990
Neugründung 1995
Website www.theoriginal7ven.com
Gründungsmitglieder
Lead-Gesang
Morris Day
Jesse Johnson (bis 2011)
Terry Lewis
Jellybean Johnson
Monte Moir
Keyboard
Jimmy Jam
Aktuelle Besetzung
Lead-Gesang
Morris Day
Bass
Terry Lewis
Schlagzeug, Percussion
Jellybean Johnson
Keyboard
Monte Moir
Keyboard
Jimmy Jam
Percussion, Backing Vocals
Jerome Benton
Ehemalige Mitglieder
Keyboard
St. Paul Peterson (1983–1984)
Bass
Jerry Hubbard (1983–1984)
Keyboard
Stanley 'Chance' Howard (1996–2007)

The Original 7ven, früher als The Time bekannt, ist eine US-amerikanische Funk-Band, die im Jahr 1981 von dem Sänger Prince gegründet wurde. Zu den Band-Mitgliedern gehören die kommerziell erfolgreichen R&B-Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis. Im Jahr 2011 änderte The Time ihren Namen in The Original 7ven.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Im April 1981 gründete Prince die Band The Time aus Teilen der Besetzung von Flyte Time, einer Funk-Band aus Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) um die Highschool-Freunde Terry Lewis und Jimmy Harris, die bereits seit 1973 zusammen musizierten. Inspiriert durch den Film Alle meine Stars wollte Prince durch dieses Nebenprojekt seine musikalischen Grundintentionen im Funk und R&B wahren, um gleichzeitig in seiner Solo-Karriere mit Elementen aus anderen Genres experimentieren zu können.[1] Dank seiner vorangegangenen ersten kommerziellen Erfolge konnte er eine vertragliche Vereinbarung mit seiner Plattenfirma Warner Bros. Records aushandeln, die es ihm erlaubte, diverse Nebenprojekte (teilweise unter anderen Namen) zu veröffentlichen.

Musikalische Anfänge[Bearbeiten]

Ursprünglich hatte Prince neben Jimmy Harris und Terry Lewis noch das weitere ehemalige Flyte-Time-Mitglied Alexander O’Neal für die Band vorgesehen. Dieser lehnte das Angebot, Sänger der Band zu werden, jedoch mit der Begründung ab, „nur mit Aussicht auf ein bisschen Geld“ Teil der Gruppierung sein zu wollen.[2] Daraufhin entschloss sich Prince, seinen Schulfreund Morris Day als Sänger zu engagieren und komplettierte die Besetzung mit Jerome Benton, Jesse Johnson und Garry „Jellybean“ Johnson.

Prince übernahm für die Band die Aufgaben eines Songwriters und Produzenten, dessen inhaltliche Ausrichtungen meistens Themen wie Sex, Party und Geld umschlossen. Dies war eine deutliche Abkehr von den mitunter spirituellen und sozialkritischen Inhalten, die er auf seinen Solo-Platten aus dieser Zeit behandelte.

Daher war Prince alleinverantwortlich für das musikalische und textliche Geschehen auf dem Debüt-Album The Time , was bei der Veröffentlichung jedoch nicht in den Linernotes vermerkt wurde. Die Gesangsparts wurden von Morris Day übernommen, der sie unter Anweisung von Prince einsang. Als Produzent wird Jamie Starr genannt, was vielerseits für ein Pseudonym von Prince gehalten wurde, was laut Prince selbst jedoch nicht stimmt.[3]

Obgleich die Band demnach nie zusammengespielt hatte, nahm Prince sie 1981 mit auf seine Tournee zu seinem Solo-Album Controversy, wo The Time als Vorgruppe agierte und einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurde.[4]

Ausschluss von Jimmy Jam und Terry Lewis[Bearbeiten]

Während der 1999-Tour im Jahr 1983 pendelten die aufstrebenden Bandmitglieder Terry Lewis und Jimmy Harris zwischen den Konzerten mit Prince und The Time und der Produktion des Albums On the Rise von der S.O.S. Band. Es heißt, dass Terry Lewis und Jimmy Harris wegen Verkehrsbehinderungen aufgrund eines Schneesturmes einen Konzerttermin ihrer eigenen Band in San Antonio verpassten. Deswegen soll Prince angeblich die Bandmitglieder Harris und Lewis mit einer vergleichsweise niedrigen Gagenauszahlung von $ 3,000 aus der Gruppe geworfen haben. In einem Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone dementierte Prince diesen Vorwurf jedoch und schrieb diesen Entschluss dem Bandleader Morris Day zu.[5]

Die Phase während des zweiten Albums What Time Is It? war die vorläufig letzte unter der Mitwirkung von Harris, Lewis und auch Monte Moir, der sich im Zuge des Rauswurfs entschloss, ebenfalls die Band zu verlassen. Auch dieses zweite Album wurde unter Prince’ alleiniger Verantwortung produziert.

Hochphase und Trennung 1984−1985[Bearbeiten]

Das dritte Album Ice Cream Castle brachte zwei entscheidende Wendepunkte in der Bandgeschichte. Drei Mitglieder waren durch Mark Cardenas, Paul Peterson und Jerry Hubbard ersetzt worden und erstmals involvierte Prince Bandmitglieder in die Albumproduktion. Das Album enthält auch den weitaus bekanntesten Song The Bird und bescherte der Band den bis dato kommerziell größten Erfolg. Ein Umstand, der nicht zuletzt dem Auftritt der Band im Prince-Film Purple Rain zuzuschreiben ist.[6] Dennoch ist The Time nie über den Status von Achtungserfolgen hinausgekommen.

Durch den kommerziellen Erfolg von Purple Rain widmete sich Prince wieder intensiver seinen Solo-Projekten. Das veranlasste die restlichen Bandmitglieder – teils gewollt, teils notgedrungen – dazu, ebenfalls anderen Projekten nachzugehen, so etwa in der Band The Family oder Jesse Johnsons Solokarriere. Eine offizielle Trennung hat es daher nie gegeben.

Wiedervereinigung und erneute Trennung 1990[Bearbeiten]

Auf Drängen seines Labels Warner involvierte Prince bei der Produktion zum Soundtrack seines zweiten Films Graffiti Bridge die ursprüngliche Besetzung von The Time, laut Plattenfirma auch, um am Erfolgsrezept von Purple Rain festzuhalten. Obwohl Graffiti Bridge als Solo-Album von Prince erschien, basiert es zu großen Teilen auf dem nie veröffentlichten The Time-Album Corporate World. Prince hatte im Juni 1989[7] begonnen, an einem neuen Album für The Time zu arbeiten und holte sich Unterstützung im Songwriting von den Gründungsmitgliedern Jerome Benton und Morris Day. Auch die Ex-Mitglieder Terry Lewis und Jimmy Harris, inzwischen mit einem Grammy Award geehrte Janet Jackson-Produzenten, wurden von Prince für die Band und das folgende Album Pandemonium reaktiviert. Pandemonium bestand größtenteils aus übriggebliebenem Sessionmaterial der Vorgängeralben und wurde von der Band allenfalls grobschlächtig überarbeitet. Mit der Singleveröffentlichung Jerk Out hatte The Time jedoch auf diesem Album ihren bisher größten Hit. Dieser Umstand konnte jedoch nicht die erneute abrupte Trennung der Band verhindern. Verschiedene kreative Ansprüche und Bestrebungen in den unterschiedlich entwickelten Künstlern hatten immer wieder zu Streitigkeiten geführt, zuletzt während des Videodrehs der bis heute letzten Single Chocolate.

Am 10. Februar 2008 spielte The Time erstmals seit dem Rauswurf von Lewis und Harris wieder gemeinsam auf einer Bühne. Die ursprüngliche Besetzung begleite den Auftritt der Künstlerin Rihanna anlässlich der 50. Verleihung der Grammy Awards.

Namensänderung im Jahr 2011[Bearbeiten]

Im September 2011 gab die Band bekannt, sich fortan The Original 7ven zu nennen, da Prince das Namensrecht an The Time besitzt.[8] Im Dezember 2011 verließ Gitarrist Jesse Johnson die Band.[9]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [10] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1981 The Time
Label: Warner Bros. Records
50
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Juli 1981
  • US: 1x Gold (500.000)[11]
1982 What Time Is It?
Label: Warner Bros. Records
26
(33 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. August 1982
  • US: 1x Gold (500.000)[12]
1984 Ice Cream Castle
Label: Warner Bros. Records
24
(57 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Juli 1984
  • US: 1x Platin (1.000.000)[13]
1990 Pandemonium
Label: Warner Bros. Records / Paisley Park Records
66
(1 Wo.)
18
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Juli 1990
  • US: 1x Gold (500.000)[14]
2011 Condensate
Label: Saguaro Road Records
n.v. n.v. n.v. n.v. 58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Oktober 2011

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [10] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1981 Get It Up
The Time
Label: Warner Bros. Records
Erstveröffentlichung: 26. Juni 1981
Cool
The Time
Label: Warner Bros. Records
90
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: Spätsommer 1981
Girl
The Time
Label: Warner Bros. Records
Erstveröffentlichung: Winter 1981
1982 777-9311
What Time Is It?
Label: Warner Bros. Records
88
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Juli 1982
The Walk
What Time Is It?
Label: Warner Bros. Records
104
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Ende 1982
1983 Gigolos Get Lonely Too
What Time Is It?
Label: Warner Bros. Records
Erstveröffentlichung: 14. Januar 1983
1984 Ice Cream Castles
Ice Cream Castle
Label: Warner Bros. Records
106
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juni 1984
Jungle Love
Ice Cream Castle
Label: Warner Bros. Records
20
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: Herbst 1984
The Bird
Ice Cream Castle
Label: Warner Bros. Records
36
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Dezember 1984
1990 Jerk Out
Pandemonium
Label: Warner Bros. Records / Paisley Park Records
9
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Juni 1990
Chocolate
Pandemonium
Label: Warner Bros. Records / Paisley Park Records
Erstveröffentlichung: August 1990
2011 #Trendin
Condensate
Label: Saguaro Road Records
n.v. n.v. n.v. n.v. Erstveröffentlichung: 27. September 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince: Nilsen Publishing 2004, ISBN 91-631-5482-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.allmusic.com/artist/mn0000919812
  2. http://www.purplemusic.mynetcologne.de/the_time.html?line-up.html Siehe Textzeile 18
  3. Interview mit Prince in der Los Angeles Times, 21. November 1982
  4. Artikel über die Bandanfänge
  5. Rolling Stone-Interview mit Prince von 1990
  6. [1]
  7. http://www.purplemusic.mynetcologne.de/the_time.html
  8. http://www.drfunkenberry.com/2011/09/14/the-band-formerly-known-as-the-time-returns-with-new-music-listen-no/
  9. http://www.drfunkenberry.com/2011/12/15/jesse-johnson-announces-he-is-leaving-the-original-7eventhe-time/
  10. a b Chartquellen: DE AT CH UKUS
  11. Uptown (2004), Seite 31
  12. Uptown (2004), Seite 37
  13. Uptown (2004), Seite 51
  14. http://www.riaa.com/goldandplatinumdata.php?table=SEARCH_RESULTS&artist=Prince%20&format=ALBUM&go=Search&perPage=50