Theodore Antoniou

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Theodore Antoniou (griechisch Θ(ε)όδωρος Αντωνίου Th(e)ódoros Andoníou, * 10. Februar 1935 in Athen) ist ein griechischer Dirigent und Komponist klassischer Musik.

Leben[Bearbeiten]

Antoniou studierte am Nationalen Konservatorium (1947–58) und am Griechischen Konservatorium (1956–61) in Athen Violine, Gesang und Komposition, unter anderem bei Manolis Kalomiris und Yannis Papaioannou. Anschließend setzte er seine Studien bei Günter Bialas an der Münchner Akademie und bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt fort, unter anderem bei Ligeti, Stockhausen, Berio und Boulez.[1] Als Kompositionslehrer war er zunächst an den amerikanischen Universitäten von Stanford (1969-70), Utah (1970), an der Philadelphia Academy of Music (1970–78) und in Tanglewood, wo er von 1974 bis 1985 Codirektor für Neue Musik am Tanglewood Music Center war. Von 1978 bis 2008 bekleidete er einen Lehrstuhl für Komposition am Boston University College of Fine Arts.[2] Antoniou ist Gründer und Leiter diverser Ensembles für Neue Musik, so der Formationen Alea, Alea II und Alea III an verschiedenen Universitäten[3] und der Griechischen Gruppe für zeitgenössische Musik (Ελληνικό Συγκρότημα Σύγχρονης Μουσικής)[4] in Athen. Seit 1989 ist er außerdem Vorsitzender des Griechischen Komponistenverbands (EEM).[5]

Werk[Bearbeiten]

Als Dirigent arbeitete Antoniou mit zahlreichen bedeutenden Orchestern, darunter das Kammerorchester des Boston Symphony Orchestra, die Radiosinfonieorchester von Berlin, Paris und München, das Zürcher Tonhalle-Orchester sowie die wichtigsten Orchester in Griechenland.

Die Werkliste des Komponisten Antoniou umfasst mehrere hundert Werke aller Gattungen und Genres. Er selbst sah sich als „dramatischer Komponist abstrakter Programmmusik“: Einen großen Teil in seinem Schaffen nehmen Bühnen- und Filmmusiken sowie Opernkompositionen ein.

Antonious Frühwerk schwankt zwischen freier Atonalität und einem Folklorismus Bartók’scher Prägung, er begann aber auch bald mit der Einbeziehung serieller Techniken, vornehmlich in kleinformatigen Werken. In den frühen 1970er Jahren komponierte Antoniou unter dem Einfluss von Komponisten wie Jani Christou, Krzysztof Penderecki und Bernd Alois Zimmermann einige groß angelegte Werke, ohne jedoch eine gewisse Distanz zur jeweiligen Nachkriegs-Avantgarde abzulegen. Auch später wob er immer wieder Folklore-Elemente in seine Musik, seine Musik zu Sophokles’ Ödipus auf Kolonos wurde in die Nähe der Klangsprache Orffs, Strawinskis und Bernsteins gerückt (Giorgos Leotsakos).

Einen Schwerpunkt in Antonious Werk bilden musiktheatralische Werke. Neben fast 60 Schauspielmusiken vornehmlich zum antiken griechischen und zeitgenössischen Theater und acht Filmmusiken komponierte er einige Ballette und mehrere szenische Aktionen, häufig für Schauspieler und kleinere Orchesterformationen, darunter auch explizit für das Fernsehen konzipierte „Klang-Aktionen“. In seine Instrumentalmusik, die von klassischen Orchesterwerken und Solokonzerten bis zu solistisch besetzter Kammermusik reicht, sind die Werke, die elektronische Klangquellen einbinden, besonders stark vertreten, daneben schuf Antoniou auch einige Werke rein elektronischer Musik. Die ebenfalls sehr umfangreiche Vokalmusik bezieht sich häufig auf Motive der klassischen Antike wie des modernen Griechenlands.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Giorgos Leotsakos: Theodore Antoniou. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. London 2001, ISBN 0-333-60800-3
  • Stefanos Zagoris: I mousiki tou Thodorou Andoniou sto theatro (‚Die Schauspielmusik Theodore Antinious‘). Korfu 2004 (PDF; 163 kB; griech.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzportrait (griech.)
  2. Musicians celebrate Theodore Antoniou auf der Webpräsenz der Boston University (cached)
  3. Porträt Antonious auf den Seiten von Alea III
  4. Vorstellung der Gruppe (engl./griech.)
  5. Seite des EEM
  6. Pressebericht zur Preisverleihung auf den Seiten der Alfred-Toepfer-Stiftung