Tian Shan

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Tianshan ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Tianshan (Begriffsklärung) aufgeführt.
Tian Shan
Mongolei-SinkiangTxt.png
Höchster Gipfel Dschengisch Tschokusu (7439 m)
Lage Kirgisistan / Kasachstan / Tadschikistan / China / Usbekistan
Tian Shan (China)
Tian Shan
Koordinaten 42° 2′ N, 80° 8′ O42.03580.1255555555567439Koordinaten: 42° 2′ N, 80° 8′ O
Typ Faltengebirge
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Der[1] Tian Shan (eingedeutscht Tienschan) ist ein bis zur Höhe von 7439 m aufragendes Hochgebirge in der zentralasiatischen Großlandschaft Turkestan. Er trennt den Nord- und Südteil Turkestans voneinander. Am 21. Juni 2013 wurden Teile des Gebirges in Xinjiang zum UNESCO-Weltnaturerbe ausgerufen.[2]

Namensursprung[Bearbeiten]

Der Name des Gebirges kommt vom chinesischen 天山 tiān shān „Himmlische Berge“ (davon kirgisisch Тян Шан/Tjan Schan). Im Uigurischen heißt das Gebirge Tanri Tagi „Gottes Berg“. Im Englischen ist der Name „Celestial Mountains“ gebräuchlich, im Russischen ist es auch als Tjan Schan (Тянь Шань) bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Satellitenaufnahme des Tarimbeckens mit der Taklamakan-Wüste; im Südwesten Ausläufer des Himalaya. Das Tian-Shan-Gebirge befindet sich im oberen Bildteil nördlich des Tarimbeckens. In der linken oberen Bildecke der Yssykköl-See. (NASA/MODIS/Blue Marble)
Teil des Tian Shan mit dem Khan Tengri in der Bildmitte

Das Tian-Shan-Gebirge, das sich über das Staatsgebiet von China, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Tadschikistan erstreckt, liegt westlich und nördlich des Tarimbeckens, östlich der Kysylkum, südöstlich der Kasachischen Schwelle und südlich des Hochbeckens von Dsungaristan.

Im Südwesten schließt sich, getrennt durch das Ferghanatal, die langgestreckte Gebirgskette des Alai an. Der Tian Shan verläuft von den früheren Sowjetrepubliken Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan im Wesentlichen in Ost-West-Richtung bis weit nach China hinein, wo er in den Ebenen der Wüste Gobi endet.

Der Tian Shan ist rund 2450 km lang,[3] etwa 400 km breit und bedeckt zirka 1.036.000 km² Fläche, davon 6 % Permafrostboden und 1 % Gletscher.[4]

Die höchsten Berge des Tian Shan sind Dschengisch Tschokusu (kirgis. Жеңиш Чокусу; chines. Tomur Feng 托木尔峰; russ. Пик Победы/Pik Pobedy – „Gipfel des Sieges“) mit 7439 m und Khan Tengri (russ. Хан Тенгры – „Herr der Geister“) mit 7010 m. Im weitverzweigten Firnbecken zwischen diesen beiden Bergen hat auch der südliche Inyltschek, mit einer Länge von 60 Kilometern einer der größten außerpolaren Talgletscher der Welt, seinen Ursprung.

Teilgebirge des Tian Shan sind unter anderem: Bogda Shan, Koksaal-Tau, Ili-Gebirge, Irenchabirga, Kirgisisches Gebirge, Kungej-Alatau, Kuruktag, Talas-Alatau, Terskej-Alatau und Transili-Alatau.

Zwischen den Bergketten des Kungej-Alatau und des Terskej-Alatau liegt auf kirgisischem Staatsgebiet auf 1609 m Höhe der Hochgebirgssee Yssykköl.

Als wichtige Flüsse entspringen im Tian Shan unter anderem der Ili, der Syrdarja und der Tarim mit seinen Zuflüssen Konqi und Aqsu.[5]

Auf der Südseite des Gebirges verläuft die Seidenstraße mit ihren verschiedenen Zweigrouten.

UNESCO Welterbe[Bearbeiten]

Teile des Tian Shan im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang (VR China) wurde im Juni 2013 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.[6] Es wurden der Berg Bogda (博格达峰, 5445 m) zusammen mit dem Himmelssee (天山天池), beide im Verwaltungsgebiet der Stadt Fukang im Autonomen Bezirk Changji der Hui, der Berg Dschengisch Tschokusu (托木尔峰 / Tomur, 7439 m) und das Tomur-Naturreservat, beide im Kreis Aksu Konaxeher des Regierungsbezirks Aksu, das Karajon-Kürdenin-Grasland (喀拉峻—库尔德宁草原) im Kasachischen Autonomen Bezirk Ili, Karajon im Gebiet der Gemeinde Karadala des Kreises Tekes, Kürdenin im Gebiet der Gemeinde Muhur des Kreises Tokkuztara und das Bayan-Bulak-Grasland (巴音布鲁克草原) mit einem der größten Feuchtbiotope Chinas und Bayan-Bulak-Naturschutzgebiet (巴音布鲁克国家级自然保护区) im Kreis Hejing des Mongolischen Autonomen Bezirks Bayingolin, verteilt auf die Verwaltungsgebiete der Gemeinden Elzet Ul, Bayan Gol und der Großgemeinden Künesgol und Bayanbulak ausgewählt und zum Weltnaturerbe erklärt.

Paläogeographie und Vorzeitklima (Der Tian Shan während der Eiszeit)[Bearbeiten]

Am Nordrand des Tarim Beckens erstreckt sich zwischen der Gebirgskette des Koksaal-Tau im Süden und der Gebirgskette des Terskej-Alatau im Norden das 100 bis 120 km breite Tian-Shan-Plateau mit seiner aufgesetzten Berglandschaft. Der Koksaal-Tau setzt sich in einer Gesamtlänge von 570 km von westlich des Pik Dankowa (Dankov, 5986 m) bis nach Ostnordosten zum Dschengisch Tschokusu (Tomur Feng, 7439 m) und darüber hinaus fort. Sowohl dieser Gebirgszug wie auch der des 300 km langen parallelen Gebirgszuges des Terskej-Alatau und das zwischenliegende Tian-Shan-Plateau waren eiszeitlich von miteinander zusammenhängenden Eisstromnetzen sowie einem Plateaugletscher bedeckt. Den interglazialen Rest dieser Vergletscherung bildet der heute noch rund 60 km lange Südliche Inyltschek-Gletscher. Die Auslassgletscherzungen des Plateaugletschers flossen nach Norden bis zum Yssykköl-See in 1609 m hinab und kalbten in diesen 160 km langen See. Ähnlich stark vergletschert war der bis über 50 km breite Hochgebirgsbereich des Kungej-Alatau, der nördlich des Yssykköl anschließt und sich bis zum Gebirgsvorland bei Alma Ata erstreckt. Der Kungej-Alatau ist 230 km lang. Vom Kungej-Alatau kalbten die Eiszeitgletscher ebenfalls in den Yssykköl. Sein nach Westen verlaufendes Chon-Kemin(-Tal) war bis zu seiner Einmündung in das Chu-Tal vergletschert.[7][8][9] Von der westlichen Verlängerung des Kungej-Alatau – das ist das Kirgisische Gebirge (42°25’N/ 74° - 75°E) flossen die eiszeitlichen Gletscher bis in das Gebirgsvorland auf 900 m (nahe der Stadt Bishkek) hinab. Dort bildete u. a. der Ak-Sai-Talgletscher einen Gebirgsvorlandgletscher aus.[10][11][12] Insgesamt nahm die eiszeitliche Tian-Shan-Vergletscherung eine Fläche von ca. 118.000 km² ein. Die Gletscherschneegrenze (ELA), als Höhengrenze zwischen Gletschernährgebiet und Abschmelzzone, war um 1200 Höhenmeter gegenüber heute abgesenkt. Hieraus ergäbe sich - unter der Bedingung vergleichbarer Niederschlagsverhältnisse - eine Absenkung der Jahresmitteltemperatur von 7,2 bis 8,4° C für die Letzte Kaltzeit (Last Glacial Period = MIS 2) gegenüber heute.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tian Shan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden online, Stichwort „Tienschan“
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJubel in Kassel: Bergpark ist Weltkulturerbe. hronline.de, 23. Juni 2013, abgerufen am 23. Juni 2013.
  3. Artikel Tian Shan in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  4. Pratap Singh, Umesh Kumar Haritashya, Encyclopedia of Snow, Ice and Glaciers - S.1179
  5. R. W. McColl, Encyclopedia of world geography, Band 1, S.898
  6. Xinjiang Tianshan in der Welterbeliste der UNESCO
  7. Kuhle, M. (1994):New Findings on the Ice-cover between Issyk-Kul and K2 (Tian Shan, Karakorum) during the Last Glaciation. Proceedings of the International Symposium on the Karakorum and Kunlun Mountains (ISKKM), Kashi, China, June 1992. (Eds: Zheng Du; Zhang Qingsong; Pan Yusheng) China Meteorological Press, Beijing, 185-197.
  8. Grosswald, M. G., Kuhle, M., Fastook, J. L., (1994):Würm Glaciation of Lake Issyk-Kul Area, Tian Shan Mts.: A Case Study in Glacial History of Central Asia. Kuhle, M. (Ed.). Tibet and High Asia. Results of the Sino-German and Russian-German Joint Expeditions (III). GeoJournal, 33, (2/3), Dordrecht, Boston, London, Kluwer, pp. 273-310.
  9. Kuhle, M. (2004):The High Glacial (Last Ice Age and LGM) glacier cover in High- and Central Asia. Accompanying text to the mapwork in hand with detailed references to the literature of the underlying empirical investigations. Ehlers, J., Gibbard, P. L. (Eds.). Extent and Chronology of Glaciations, Vol. 3 (Latin America, Asia, Africa, Australia, Antarctica). Amsterdam, Elsevier B.V., pp. 175-199.
  10. Kuhle, M. (1994):New Findings on the Ice-cover between Issyk-Kul and K2 (Tian Shan, Karakorum) during the Last Glaciation. Proceedings of the International Symposium on the Karakorum and Kunlun Mountains (ISKKM), Kashi, China, June 1992. (Eds: Zheng Du; Zhang Qingsong; Pan Yusheng) China Meteorological Press, Beijing, 185-197.
  11. Kuhle, M. & Schröder, N. (2000):New Investigations and Results on the Maximum Glaciation of the Kirgisen Shan and Tian Shan Plateau between Kokshaal Tau and Terskey Alatau. Zech, W. (Ed.). Pamir and Tian Shan. Contribution of the Quaternary History. International Workshop at the University of Bayreuth. Abstracts. Bayreuth, University Bayreuth, p. 8.
  12. Kuhle, M. (2004):The High Glacial (Last Ice Age and LGM) glacier cover in High- and Central Asia. Accompanying text to the mapwork in hand with detailed references to the literature of the underlying empirical investigations. Ehlers, J., Gibbard, P. L. (Eds.). Extent and Chronology of Glaciations, Vol. 3 (Latin America, Asia, Africa, Australia, Antarctica). Amsterdam, Elsevier B.V., pp. 175-199.
  13. Kuhle, M. (1994):New Findings on the Ice-cover between Issyk-Kul and K2 (Tian Shan, Karakorum) during the Last Glaciation. Proceedings of the International Symposium on the Karakorum and Kunlun Mountains (ISKKM), Kashi, China, June 1992. (Eds: Zheng Du; Zhang Qingsong; Pan Yusheng) China Meteorological Press, Beijing, 185-197.