Ili (Fluss)

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Yili He ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für den Fluss Yili He, den Nebenfluss des Jinsha Jiang – des Oberlaufes des Jangtsekiang –, siehe Yili He (Jinsha Jiang).
Ili
Іле (İle), Или, 伊犁河 (Yili He), ئىلى دەرياسى (Chüngges)
River-ili-2.jpg

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Lage Xinjiang (VR China),
Almaty (Kasachstan)
Flusssystem Ili
Zusammenfluss von Chüngges und Tekes
43° 34′ 45″ N, 82° 32′ 51″ O43.57927282.547393
Mündung Balchaschsee45.474.133333333333340Koordinaten: 45° 24′ 0″ N, 74° 8′ 0″ O
45° 24′ 0″ N, 74° 8′ 0″ O45.474.133333333333340
Mündungshöhe 340 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlenVorlage:Infobox Fluss/HÖHENUNTERSCHIED_fehlt
Länge 1001 km[1] (mit Quellfluss Tekes 1439 km)
Einzugsgebiet 140.000 km²[1]
Abfluss[1]
Lage: 270 km oberhalb der Mündung
MQ
479 m³/s
Linke Nebenflüsse Qaskeleng, Talghar, Schilik, Scharyn
Rechte Nebenflüsse Kasch
Durchflossene Stauseen Kaptschagai-Stausee
Großstädte Gulja
Mittelstädte Qapschaghai
River-ili-3.jpg
Verlauf des Ili

Verlauf des Ili

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Der Ili (kasachisch Іле (İle), chinesisch 伊犁河 (Yili He), uigurisch ئىلى دەرياسى (Chüngges), russisch Или) ist ein 1001 km langer Fluss in China und Kasachstan (Zentralasien). Mit dem linken Quellfluss Tekes ist er 1439 km lang.

Inhaltsverzeichnis

Flusslauf[Bearbeiten]

Der Ili entsteht an der nördlichen Abdachung des Tianshan-Gebirges im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten der Volksrepublik China am Zusammenfluss seiner beiden Quellflüsse Chüngges (Künes He) von rechts und Tekes (Tekes He) von links. Die Quelle des Chüngges liegt zwischen den Teilgebirgen Narat (Khaliq tau) und Irenchabirga (Ereen Chabarg), die bis zu 5500 m hoch aufragen. Von dort aus fließt der wasserreiche Fluss in westlicher Richtung durch ein stets breiter werdendes Hochgebirgstal, wobei er das südlich aufragende Ili-Gebirge passiert, ein weiterer Teil des Tianshan.

Dann vereinigt sich der Künes He mit dem von Süden kommenden 438 km langen Tekes. Danach trifft der Kasch aus Richtung Norden auf den Ili. Wenig später erreicht sein Wasser die chinesische Stadt Gulja* (Yining 伊寧市), die Hauptstadt des Kasachischen Autonomen Bezirks Ili (in China). Weiter westlich kreuzt der Ili die Grenze zu Kasachstan. Kurz nach der Grenze bildet er abschnittsweise die Südgrenze des Altyn-Emel-Nationalparks. Nördlich der ehemaligen kasachischen Hauptstadt Almaty, die der Ili in dieser Himmelsrichtung etwa 70 km entfernt passiert, fließt er durch den Kaptschagai-Stausee (Fläche 1.847 km²; Inhalt 28,10 km³), der ihm zu Bewässerungszwecken und zur Trinkwasserversorgung reichlich Wasser entzieht.

Dessen ungeachtet fließt der Ili trotzdem mit verhältnismäßig viel Wasser durch das Siebenstromland in nordwestlicher Richtung durch eine wüstenhafte Steppe, verliert dann aber unter anderen durch Verdunstung doch noch reichlich Wasser und mündet über ein ausgedehntes, artenreiches Delta in den abflusslosen Balchaschsee. Dessen Größe nahm (und nimmt) durch die steigende Wasserentnahme in China und Kasachstan seit einigen Jahren stark ab.[2]

Flusslänge[Bearbeiten]

Der Ili, wie obig bereits erwähnt anfangs Chüngges genannt, ist von der Einmündung des 438 km langen Tekes bis zu seiner Mündung in den Balchaschsee 1.001 km lang. Von der Quelle des Tekes, eines seiner linken Zuflüsse, legt das Wasser 1.439 km zurück. Innerhalb Kasachstans beträgt die Fließstrecke des Ili verschiedenen Angaben zufolge 815 bzw. 768 km.

(* Gulja wird auch Yining, Kuldscha, Ghulja oder Ining genannt)

Ili-Delta[Bearbeiten]

Der Ili mündet im Südwesten in den Balchaschsee, wo er ein etwa 8000 Quadratkilometer großes Delta bildet. Im Delta des Ili wird derzeit eine mögliche Ansiedlung des Tigers geprüft, der dort bis mindestens 1948 in Form des Kaspischen Tigers vorkam. Da diese Unterart gänzlich ausgerottet ist, denkt man über das Einführen des nah verwandten Sibirischen Tigers nach. Im Bereich des Ili-Deltas existieren größere Bestände von Wildschweinen und Gazellen, sowie einige Rehe. Im Gebiet der Saryesik-Atyrau-Wüste, östlich des Deltas, lebt auch eine kleinere Population der Saigaantilope. Dagegen sind der Bucharahirsch und der Halbesel als weitere potentielle Beutetiere ausgerottet. Diese Arten würden ebenfalls wieder angesiedelt werden. Die Vegetation des Deltas besteht aus Flusswäldern, die vor allem von Ölweiden, Weiden und Pappeln gebildet werden, sowie aus Hochgras- und Schilfgebieten, die von Dünen, Steppen und Buschgebieten unterbrochen sind. Um das Delta herum dominieren Halbwüstengebiete. Das Delta ist dünn besiedelt und wird vor allem für die Tierzucht und fischereiwirtschaftlich genutzt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ili – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Artikel Ili in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  2. Richard Stone: For China and Kazakhstan, No Meeting of the Minds on Water. In: Science. Band 337, Nr. 6093, 2012, S. 405–407, DOI:10.1126/science.337.6093.405
  3. Hartmut Jungius (2010). Feasibility Study on the Possible Restoration of the Caspian Tiger in Central Asia. WWF