Ticket (Luftfahrt)

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Ticket, auch Flugschein genannt, wird im Luftverkehr als Beförderungsdokument (vgl. Fahrkarte) ausgestellt und dient über die Belegfunktion hinaus zu Kontrollzwecken, ob der auf dem Ticket ausgewiesene Flugpassagier einen gültigen Anspruch auf den darin genannten Transport (Flugreise, Rundflug) in einem Luftfahrzeug im gewerblichen Luftverkehr besitzt. Mit Erhalt der zum Einstieg in das für den gebuchten Flug bereit stehende Flugzeug berechtigenden Bordkarte verliert das Flugticket seine Relevanz als Nachweis der Beförderungsberechtigung.

Tickets werden von unterschiedlichen Institutionen ausgestellt: Entweder von einem Reisebüro (meist im Auftrag der International Air Transport Association – IATA) oder direkt von der betreffenden Fluggesellschaft. Nicht alle Tickets müssen bezahlt werden, es gibt z. B. Freiflüge für Mitarbeiter der eigenen Fluggesellschaft oder Prämientickets aufgrund angesammelter Meilen aus Vielfliegerprogrammen.

Allgemeines[Bearbeiten]

Ein Flugticket besteht aus einem oder mehreren Flugcoupons, sowie mehreren Belegen: Dem Audit Coupon, den die Fluggesellschaft für ihre Buchführung erhält, dem Agent Coupon, den das ausstellende Büro behält, und den Passenger Receipt, der dem Reisenden zusammen mit den Flugcoupons ausgehändigt wird und zum Verbleib beim Passagier bestimmt ist.

Jeder Flugcoupon wird für genau eine Flugstrecke (Flugsegment) ausgestellt. Beispiel: ein Ticket für Flüge von München nach Honolulu mit den Flugstrecken München – Frankfurt, Frankfurt – Los Angeles, Los Angeles – Honolulu sind somit drei Flugscheine (Flugsegmente).

Flugscheine sind grundsätzlich nur vor Antritt und nicht mehr während eines Flugs erhältlich. Ein Flugschein wird am Abfertigungsschalter gegen eine Bordkarte (boarding pass, boarding card) eingetauscht. Der einbehaltene Flugschein wird zur Abrechnung an die Fluggesellschaft übersendet.

Im Zuge der technischen Entwicklung seit den 1990er Jahren (elektronische Datenverarbeitung, Internet) ist ein Ticket als papierne Urkunde für den Nachweis einer Beförderungsberechtigung heute zumindest bei den meisten europäischen Luftverkehrsgesellschaften entbehrlich, da es mehrere alternative Möglichkeiten gibt, den Nachweis der Beförderungsberechtigung zu erbringen.

Papierticket[Bearbeiten]

Papierticket der Austrian Airlines

Arten von Papiertickets[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Arten von Papiertickets:

  • Manuell ausgefüllte Tickets
  • TAT-Tickets (mit einem normalen Drucker erstellte Tickets)
  • ATB-Tickets (mit Magnetstreifen)
  • Chartertickets

Die ersten drei Ticketarten sind von der IATA autorisierte Dokumente.

Heutzutage kommen manuelle Tickets oder mit Nadeldruckern erstellte Tickets so gut wie gar nicht mehr vor. Nur in Notfällen (bei Systemausfall, o. ä.) werden sie noch von Ticketbüros der Airlines erstellt.

IATA-Tickets[Bearbeiten]

Die Ausstellung von IATA-Tickets wird von der IATA genau reguliert. Praktisch alle Linienflüge werden nach IATA-Regularien und mit IATA-Tickets durchgeführt. Daher werden diese Tickets auch Linienflugtickets genannt.

Vordruck ATB-Ticket mit SCN (Stock control number)
ATB-Ticket

Ein solches Ticket enthält für jeden Reiseabschnitt einen eigenen Flugcoupon mit u. a. folgenden Daten:

  • den Titel, Vor- und Zunamen des Passagiers
  • die Flugstrecke
  • das gebuchte Kalenderdatum
  • die Buchungsklasse
  • Angaben zum Flugtarif sowie zu Flugtaxen (Flugsicherungsgebühren, Flughafentaxen, staatliche Gebühren)
  • das Ausgabedatum
  • die Ausgabestelle (z. B. IATA-Agentur)
  • die Nummer des Flugscheins
  • die Gültigkeitsdauer
  • Endorsement Informationen: ob dieser Flugschein nach Ausstellung noch geändert werden darf (Strecke, Datum, usw.)
  • die Zahlungsart (cash, credit card, mco)
  • Felder für Anzahl der aufgegebenen Gepäckstücke und deren Gewicht

Die ersten drei Ziffern einer Ticketnummer zeigen, für welche Fluggesellschaft dieses Ticket ausgestellt wurde. Diese 3-stellige Nummer wird von der IATA vergeben und nennt sich IATA prefix.

ATB-Tickets[Bearbeiten]

Die IATA hat am 24. Mai 2006 beschlossen, dass ab 1. Januar 2008 weltweit keine Papier-Standardverkehrsdokumente mehr ausgestellt und abgerechnet werden.[1][2] Ausgenommen sind Papiertickets mit maschinenlesbaren Magnetstreifen (ATB-Tickets – Automated Ticket and Boarding Pass), in denen sowohl Buchungs- wie auch Check-in-Informationen gespeichert werden können.

Chartertickets[Bearbeiten]

Chartertickets werden von Reiseveranstaltern, z. B. TUI oder Alltours ausgestellt und sind meist Teil eines ganzen Pakets von Berechtigungsscheinen, die auch Rail&Fly / Zug zum Flug Fahrkarten, die Hotelreservierung, einen Transfer vom Flughafen zum Hotel oder z. B. Mietwagenreservierungen enthalten können. Diese Tickets unterliegen nicht den IATA-Regularien. Sie enthalten daher deutlich weniger Informationen, meist nur:

  • Name des Fluggastes
  • Flugnummer
  • Flugdatum und -zeit
  • Flugstrecke
  • Name des Reiseveranstalters

Anders als IATA-Tickets sind sie meist nicht umbuchbar, weil sie Teil einer Pauschalreise ausmachen.

Entbehrlichkeit eines Papiertickets[Bearbeiten]

Im Zuge der technischen Entwicklung seit den 1990er Jahren (elektronische Datenverarbeitung, Internet) ist ein Ticket als papierne Urkunde für den Nachweis einer Beförderungsberechtigung heute zumindest bei den meisten europäischen Luftverkehrsgesellschaften entbehrlich, da dieser Nachweis vom Passagier auch durch die Nennung einer an ihn vergebenen persönlichen Buchungsnummer (Buchungscode) in Kombination mit der Vorlage seines Personalausweises bzw. Reisepasses oder seiner für die Buchung benutzten Kreditkarte erfolgen kann. Auf Grund der elektronischen Datenspeicherung der Fluggastdaten reicht vielen Fluggesellschaften sogar die Vorlage seines Personalausweises bzw. Reisepasses oder seiner für die Buchung benutzten Kreditkarte aus, um die Beförderungsberechtigung im Zentralrechner der jeweiligen Fluggesellschaft abzurufen. Vielerorts kann der Passagier diese Überprüfung selbst an einem Schalterautomaten der jeweiligen Fluggesellschaft durchführen, um die zum Einstieg in das Flugzeug berechtigende Bordkarte (boarding pass) zu erhalten. Seit Kurzem kann der Passagier diesen Vorgang sogar am heimischen PC online durchführen und sich die Bordkarte bereits zu Hause ausdrucken.

Anlass und Grund für das erstmals Ende 2004 im Charterflugbereich eingeführte Verfahren des ticketlosen Erwerbs der Bordkarte war insbesondere die Kosteneinsparung auf Grund des geringeren Verfahrensaufwands für das Reisebüro- und Bodenpersonal. Um in diesem Bereich die generell hohen Personalkosten zu reduzieren oder gänzlich einzusparen, gewähren viele Fluggesellschaften den Passagieren Preisnachlässe als Anreiz zur Benutzung des ticketlosen Verfahrens. Das Verfahren ist derzeit noch – je nach Charter- oder Linienfluggesellschaft – unterschiedlich ausgestaltet. Der Anteil der E-Tickets bei Buchungen ist von Juni 2004, mit 16 %, bis zum Jahr 2007, mit 84 %, gestiegen.[3]

Elektronisches Ticket (Etix)[Bearbeiten]

Check-In-Automaten

Im Linienflugbereich wird am Check-in-Schalter die Bordkarte ausgedruckt. Teilweise kann auch an einem Check-In-Automaten eingecheckt werden. Dazu benötigt der Kunde eine Debit-, Kreditkarte oder Vielfliegerkarte der jeweiligen Fluggesellschaft bzw. einer anderen Mitgliedsfluggesellschaften bei Flugallianzen. Manche Fluggesellschaften setzen auch Check-In-Automaten ein, die Personalausweise oder Pässe mit einem maschinenlesbaren Bereich lesen können.

Diese Karte steckt man in den Check-In-Automaten und kann hier eigenständig seine Sitzplätze reservieren, checkt auch das Gepäck bereits ein und erhält die Bordkarte. Teilweise reicht es auch seinen bei der Buchung erhaltenen Buchungscode, sowie seinen Vor- und Nachnamen einzugeben. Das Gepäck wird dann nur mehr an einem eigenen Schalter abgegeben.

Die Bordkarte kann meist auch in Form eines 2D-Barcodes per E-Mail oder MMS auf ein Smartphone geschickt werden (beispielsweise Deutschen Lufthansa AG seit 2009, Air Berlin/Niki). So sind insbesondere innerdeutsche Flüge meist auch ohne eine papierhafte Bordkarte möglich.

Vorreiter beim Fliegen ohne Papierticket war United Airlines, die 1994 erstmals elektronische Billetts anbot.[4]Etix“ bezeichnet das elektronische Ticket Verfahren der Deutschen Lufthansa AG und ist von dieser markenrechtlich geschützt. Bei anderen Airlines heißt das Verfahren beispielsweise AB-TIX (Air Berlin/Niki) oder schlicht „Elektronisches Ticket“.

Buchungsbestätigung als Ticketersatz[Bearbeiten]

Insbesondere im Charterbereich und bei vielen Billigfluggesellschaften gilt in der Regel die Buchungsbestätigung als Ticket. Zusätzlich sind hier Reservierungscode, Filekey und Vorgangsnummer aufgeführt. Gegen Vorlage des Personalausweises bzw. Reisepasses sowie der Buchungsbestätigung wird am Check-in-Schalter eingecheckt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tickets – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] IATA-Factsheet Electronic Ticketing, abgerufen am 3. November 2013
  2. Vgl. BSP Manual for Agents
  3. Spiegel: Letzte Runde für das Papierticket 27. August 2007
  4. Heise: Artikel zu elektronischen Flugscheinen