Tiroler Landesmuseum

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Ferdinandeum
Ursprüngliches Museumsgebäude von Anton Mutschlechner, 1842
Das Landesmuseum um 1888
Tiroler Landesmuseum - Ferdinandeum nachts

Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck wird nach dem damaligen Kronprinzen Ferdinand (seit 1835 Kaiser Ferdinand I.), der das Protektorat übernahm, auch Ferdinandeum genannt und wurde 1823 unter dem Namen Tirolisches Nationalmuseum als Verein (heute: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum) gegründet. Einer der Initiatoren war Erzherzog Johann.[1] Das erste, ursprüngliche Museumsgebäude schuf 1842 bis 1846 der Innsbrucker Stadtbaumeister Anton Mutschlechner (1785–1846). Dieses wurde 1884–1886 erweitert und umgebaut.[2]

Seit 2007 ist das Museum selbst wesentlicher Teil der Tiroler Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H., die das operative Geschäft übernommen hat. Die anderen Häuser der Tiroler Landesmuseen sind das Volkskunstmuseum, die Hofkirche, das Museum im Zeughaus, sowie Das Tirol Panorama.

Die Gesellschaft wird von Wolfgang Meighörner geführt, der zugleich Direktor des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum ist.

Sammlungen[Bearbeiten]

Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum umfasst sieben Sammlungen; neben dem eigentlichen Ferdinandeum in der Museumstraße gehören das Museum im Zeughaus (historische und technische Sammlungen zur Kulturgeschichte Tirols) und die Zweigstelle in der Feldstraße (naturwissenschaftliche Sammlungen) dazu.

Inhaltlich bietet das Tiroler Landesmuseum vor allem:

  • In den Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Sammlungen: einen Überblick von der Urgeschichte über die Römerzeit bis ins frühe Mittelalter in Tirol
  • In den Älteren Kunstgeschichtlichen Sammlungen: Kunst und Kunsthandwerk von der Romanik über die Gotik bis ins 19. Jahrhundert mit einer Niederländersammlung; ausgewählte Werke unter anderem von Michael Pacher, Lucas Cranach d. Ä., Rembrandt H. van Rijn, Joseph Anton Koch, Angelika Kauffmann, Franz Defregger
  • In der Modernen Galerie: Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit ausgewählten Werken unter anderem von Albin Egger-Lienz, Max Weiler und zeitgenössischen Tiroler Künstlern
  • In den Graphischen Sammlungen: Grafik aus allen Jahrhunderten bis zur zeitgenössischen Fotografie
  • In den Historischen Sammlungen: einen Überblick Tirols im Mittelalter bis zur Gegenwart, mit Schwerpunktthemen wie Andreas Hofer, Schwazer Silberbergbau, Kartographie Tirols (Blasius Hueber, Peter Anich) sowie Objekten aus der Alltagskultur
  • In den Musiksammlungen: wertvolle Instrumente, Jakob Stainer-Geigen und kostbare historische Tasten- und Blasinstrumente und einen Hörraum mit Beispielen des reichen Tiroler Musikschaffens
  • In der Bibliothek: eine ausgewählte Tirolensiensammlung (u. a. die Oswald von Wolkenstein-Handschrift c) oder die reichhaltige Privatbibliothek Andreas Alois Baron di Paulis von Treuheim

Der letzte Um- und Erweiterungsbau des Ferdinandeums fand 2003 statt.

Forschungstätigkeit[Bearbeiten]

Die natur- und geisteswissenschaftliche Forschungstätigkeit des Hauses wird seit 2008 im Wissenschaftlichen Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen dokumentiert. Es setzt die älteren Publikationsorgane des Museumsvereins fort:

  • Beiträge zur Geschichte, Statistik, Naturkunde und Kunst von Tirol und Vorarlberg 1 (1825) – 8 (1834)
  • Neue Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg 1 (1835) – 12 (1846)
  • Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg. 3. Folge 1 (1853) – 60 (1920)
  • Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum in Innsbruck 1 (1922) – 2007 (zuletzt unter dem Titel: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum)

Die 1907 gegründete, im Ferdinandeum beheimatete Historische Kommission ist federführender Herausgeber des „Tiroler Urkundenbuches“, einer Edition der ältesten Geschichtsquellen des historischen Tiroler Raums.

Direktoren[Bearbeiten]

Seit der Gründung des Museumsvereins 1823 leitete ein sogenannter Kustos die operativen Geschäfte des Museumsalltags. Das Anwachsen der Sammlungen bedingte die Bestellung einzelner Sammlungsverantwortlicher, die ebenfalls als Kustos bezeichnet werden. Die Gesamtgeschäfte leitet ein Direktor.

Wesentliche Kustoden waren
Direktoren

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tiroler Landesmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website des Museumsvereins Ferdinandeum
  2. Webseite zum Bauentwurf Mutschlechners

47.26694444444411.397222222222Koordinaten: 47° 16′ 1″ N, 11° 23′ 50″ O