Tischtennisweltmeisterschaft 1938

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Die 12. Tischtennis-Weltmeisterschaft fand vom 24. bis 29. Januar 1938 in London (England) in der 8000 Zuschauer fassenden Royal Albert Hall und in der Wembley-Hall statt.

Übersicht[Bearbeiten]

Diesmal gab es einige Neuerungen: Die Höhe des Netzes wurde auf 6 Inch reduziert. Und auch die amerikanischen „Knipsaufschläge“ waren nicht mehr zulässig. Ferner wurde die Zeitregel modifiziert: Nach maximal 20 Minuten sollte ein Spiel beendet sein. Andernfalls ist derjenige Sieger, der gerade führt. Bei Gleichstand nach 20 Minuten entscheidet der nächste Punkt sofern dieser innerhalb von fünf Minuten erspielt wird. Hat nach fünf Minuten niemand einen Punkt gewonnen ist das Spiel remis. Diese Zeitsituation trat ein im Spiel Richard Bergmann (Österreich) gegen Dieter Mauritz (Deutschland) beim Stande von 19:16 für Bergmann im dritten Satz. Die Mannschaftsführer einigten sich aber darauf, das Spiel normal fortzuführen – und Bergmann gewann schnell.

Bei den Herren wurden die 16 Mannschaften auf zwei Gruppen aufgeteilt. Deutschland startete in Gruppe 1 mit einer 5:2-Niederlage gegen die USA. Am Ende standen in dieser Gruppe die drei Teams von Österreich, USA und England punktgleich an der Spitze. Daher wurden Entscheidungsspiele angesetzt, in denen sich Österreich durchsetzen konnte. In der zweiten Gruppe siegte Ungarn ungeschlagen. Im Endspiel profitierten die Ungarn von den harten Tischen und den niedrigeren Netzen und gewannen mit 5:3 zum neunten Mal die Weltmeisterschaft.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Bei seiner Ankunft hatte sich Bohumil Vana mit dem Bus verfahren. Unglücklicherweise sprach er kein Wort englisch. So lief er an der Bushaltestelle herum und fragte jeden „Ping-Pong? ... Ping-Pong?“. Irgendwann verstand jemand, was er wollte, und veranlasste, dass er mit dem richtigen Bus zum Spielort fahren konnte.
  • Zum ersten Mal wird ein WM-Endspiel im Fernsehen übertragen: Die BBC überträgt das Finale Vana gegen Bergmann.[1]
  • An einigen Tischen wurde testweise am Rand eine Saite gespannt, um Kantenbälle hörbar zu erkennen.[2]

Ergebnisse[Bearbeiten]

Wettbewerb Rang Sieger
Mannschaft Herren 1. Ungarn (Ernö Földi, Victor Barna, Ferenc Soós, László Bellák, Tibor Házi)
2. Österreich (Richard Bergmann, Erwin Kaspar, Alfred Liebster, Helmut Goebel, Karl Sediwy)
3. USA (Bernard Grimes, Louis Pagliaro, George Hendry, James McClure, Sol Schiff)
3. Tschechoslowakei (Václav Tereba, Adolf Slar, Stanislav Kolář, Bohumil Vana, Miloslav Hamer[3])
9. Deutschland (Dieter Mauritz, Helmuth Hoffmann, Erwin Münchow)
Mannschaft Damen 1. ČSR (Vlasta Depetrisová, Jindriska Holubkova, Marie Kettnerová, Věra Votrubcová)
2. England (Dora Emdin, Margaret Knott-Osborn, Phyllis Hodgkinson, Doris Jordan)
3. Österreich (Zita Lemo, Trude Pritzi)
Herren Einzel 1. Bohumil Vana – TCH
2. Richard Bergmann – AUT
3. Victor Barna – HUN
3. Tibor Házi – HUN
Damen Einzel 1. Trude Pritzi – AUT
2. Vlasta Depetrisová – TCH
3. Věra Votrubcová – TCH
3. Betty Henry – USA
Herren Doppel 1. James McClure/Sol Schiff – USA
2. Victor Barna/László Bellák – HUN
3. Stanislav Kolář/Václav Tereba – TCH
3. Hyman Lurie/Eric Filby – ENG
Damen Doppel 1. Vlasta Depetrisová/Věra Votrubcová – TCH
2. Dóra Beregi/Ida Ferenczy – HUN
3. Dora Emdin/Phyllis Hodgkinson – ENG
3. Doris Jordan/Margaret Knott-Osborne – ENG
Mixed 1. László Bellák – HUN/Wendy Woodhead – ENG
2. Bohumil Vana/Věra Votrubcová – TCH
3. Václav Tereba/Marie Kettnerová – TCH
3. Alfred Liebster/Trude Pritzi – AUT

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitschrift DTS, 1990/2 S.24
  2. Zeitschrift DTS, 1956/8 S.6
  3. Oft - auch in der ITTF-Datenbank - wird der Name mit "Hamr" angegeben. In tschechischen Quellen findet sich aber die Schreibweise "Hamer": Filmdatenbank, Pingpong

Weblinks[Bearbeiten]