Tobe Hooper

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William Tobe Hooper (* 25. Januar 1943 in Austin, Texas) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor, der vornehmlich im Genre des Horrorfilms arbeitet. Seine bekanntesten Filme sind The Texas Chain Saw Massacre (dt. Blutgericht in Texas oder Kettensägenmassaker, 1974) und Poltergeist (1982).

Leben[Bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Hooper studierte Film und Drama an der University of Texas und in Dallas. In den frühen Jahren seiner Laufbahn drehte er unter anderem die Kurzfilme Abyss (1959) und Heisters (1963) sowie Dokumentationen fürs Fernsehen, darunter ein Film über die Band Peter, Paul and Mary. Sein erster Spielfilm Eggshells (1969) über eine Hippiekommune wurde zwar auf dem Atlanta Film Festival ausgezeichnet, fand jedoch keinen Verleiher. Frustriert durch diese Erfahrung beschloss Hooper, einen Film in einem bewährten Genre zu drehen, der ihm die Türen zu professionellen Produktionen in Hollywood öffnen würde.[1][2][3]

Karriere[Bearbeiten]

Gemeinsam mit Kim Henkel, seinem Eggshells-Co-Autor, entwickelte Hooper das Drehbuch zu einem Horrorfilm. 1973 gründeten er und Henkel die Produktionsgesellschaft „Vortex Inc.“, und Bill Parsley von der Texas Tech University half, das Startbudget (von insgesamt ca. 80.000 US-Dollar) auf die Beine zu stellen. Im Oktober 1974 startete der fertige Film als The Texas Chain Saw Massacre in den amerikanischen Kinos und entwickelte sich, dank einer geschickten Werbekampagne, zu einem Überraschungserfolg. Wegen der undurchsichtigen Praktiken des Verleihs Bryanston Pictures sahen die Produzenten und die prozentual am Gewinn beteiligten Darsteller und Crewmitglieder nur einen Bruchteil der ihnen zustehenden Gelder. Seitens der Kritik wurde der Film teilweise heftig angegriffen, inzwischen gilt er als Klassiker seines Genres.[3][4]

1979 hatte Tobe Hooper einen weiteren Erfolg mit der TV-Miniserie Brennen muss Salem nach Stephen Kings gleichnamigem Roman, die in Europa auch als Kinofilm ausgewertet wurde. Dagegen wurden seine Filme Blutrausch und Das Kabinett des Schreckens vom Publikum und von der Kritik nur verhalten bzw. gar nicht angenommen. 1982 engagierte Steven Spielberg Hooper als Regisseur für Poltergeist, seinen größten kommerziellen Erfolg, jedoch ließ Spielberg ihm wenig künstlerischen Spielraum und schloss ihn von der Postproduktion aus. 1983 drehte Hooper ein Musikvideo für Billy Idols Single Dancing With Myself. The Texas Chainsaw Massacre Part 2 (1986), die Fortsetzung zu seinem Erfolgsfilm von 1974, wurde mit einem Budget von knapp 5 Millionen US-Dollar vergleichsweise aufwändig produziert, enttäuschte jedoch sowohl finanziell als auch künstlerisch, wie seine anderen beiden Filme für die Produktionsgesellschaft Cannon Films, Lifeforce – Die tödliche Bedrohung und Invasion vom Mars.[5][6]

Seit Ende der 1980er Jahre drehte Hooper wieder vorwiegend geringer budgetierte Spielfilme und Episoden für Fernsehserien, so 2002 für Steven Spielbergs Miniserie Taken. Zudem betätigte er sich als Produzent von Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003), dem Remake seines Films von 1974, und dem Prequel Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006), die zwar bei der Kritik durchfielen, sich jedoch an der Kinokasse als höchst profitabel erwiesen.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Hooper den Horrorroman Midnight Movie und gab damit sein Debüt als Romanautor. Die deutsche Übersetzung erschien 2012 unter dem gleichen Titel.

Am 25. Oktober 2013 feierte Hoopers neuster Film Djinn, mit dem er sich wieder seinem gewohnten Gruselgenre annimmt, Premiere beim Abu Dhabi Film Festival. Der Film entstand ausschließlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, welche die Kosten der Filmproduktion zu einem Großteil mittrugen. Für Deutschland ist jedoch noch kein Starttermin des Horrorschockers bekannt.

Filmografie (Spielfilme)[Bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten]

Hopper wurde für den Film The American Nightmare interviewt.

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Alison Macor: Chainsaws, Slackers, and Spy Kids – 30 Years of Filmmaking in Austin, Texas. University of Texas Press, Austin 2010.
  2. Kurzbiografie von Tobe Hooper auf Filmreference.com
  3. a b Dokumentation Texas Chainsaw Massacre: The Shocking Truth. auf der 2008 erschienenen Blu-ray des Films (Dark Sky Films, USA 2008, Second Sight, Großbritannien 2009).
  4. John Bloom: They Came. They Sawed.[1] in Texas Monthly, November 2004, abgerufen am 15. Dezember 2011.
  5. Tobe Hooper in der Internet Movie Database.
  6. The Texas Chainsaw Massacre 2 in der Internet Movie Database.
  7. http://www.imdb.com/title/tt3083958/?ref_=nm_flmg_dr_37

Weblinks[Bearbeiten]