U-Bahnhof Onkel Toms Hütte

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Stationsschild des U-Bahnhofs mit der Linienbezeichnung der heutigen Linie U3

Onkel Toms Hütte ist ein U-Bahnhof im Berliner Ortsteil Zehlendorf des Bezirks Steglitz-Zehlendorf, auf dem heute die Linie U3 der Berliner U-Bahn verkehrt. Er wurde am 22. Dezember 1929 eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnsteig des U-Bahnhofs, rechts ein Teil der Ladenpassage

Mitte der 1920er Jahre stand es nicht gut um das mittlere Stück der heutigen Linie U3. Die Strecke war hoch defizitär, ab Breitenbachplatz fuhr sogar nur ein sogenannter „Solowagen“ (ein Waggon) bis zum Endbahnhof Thielplatz. Die Stadt Berlin sträubte sich sehr dagegen, diese Strecke von der Domäne Dahlem beziehungsweise dem preußischen Finanzministerium zu übernehmen, wozu sie verpflichtet wurde. Doch 1926 verbesserte sich die Situation erheblich: Der preußische Staat wollte die Strecke Berlin unentgeltlich und schuldenfrei übergeben. Gleichzeitig bot der Sommerfeld-Konzern, der große, noch zu bebauende Gebiete im Berliner Süden besaß, kostenloses Gelände und eine Baukostenübernahme für eine Verlängerung bis Krumme Lanke. Somit bekam Berlin drei Kilometer U-Bahn geschenkt.

In diesem Zusammenhang wurde auch der neue U-Bahnhof Onkel Toms Hütte errichtet. Die komplett neue Strecke einschließlich dieses Bahnhofs wurde am 22. Dezember 1929 eröffnet. Den von Alfred Grenander entworfenen Bahnhof ergänzte Otto Rudolf Salvisberg 1931 bis 1932 durch Ladenpassagen an den Längsseiten. Heute verwaltet die Firma Ansorge Immobilien die Anlage. Diese Passagen stellen das Zentrum der Onkel-Tom-Siedlung dar. Im Jahr 2000 wurde der Bahnhof unter anderem von den Architekten Peters und Wormuth saniert.

Der Name dieser Station erinnert an den Roman Onkel Toms Hütte, den Harriet Beecher-Stowe 1853 aus Protest gegen die Sklaverei schrieb. In Anlehnung an diesen Roman nannte man ein 1885 erbautes Lokal in der Nähe so. Es wurde 1979 abgerissen. Der Wirt dieses Lokals hieß damals Thomas; er hatte seinerzeit in seinem Biergarten extra Hütten als Witterungsschutz errichtet. Diese wurden dann „Toms Hütten“ genannt. Da der Name von Beecher-Stowes Roman in aller Munde war, ist der Name Onkel Toms Hütte entstanden. So hieß später auch das Kino in der Ladenpassage Onkel Tom Kino und die Straße, die die U-Bahnlinie kreuzt, vom Grunewald nach Zehlendorf-Mitte führend, heißt noch heute Onkel-Tom-Straße.

Siehe auch ausführlicher zum Namen Onkel-Toms-Hütte: Riemeisterfenn

Der Bahnhof ist bisher nicht barrierefrei zugänglich. Gemäß der zwischen BVG, Berliner Senat und Behindertenverbänden vereinbarten Prioritätenliste war ursprünglich geplant, den U-Bahnhof aufgrund der unbedeutenden Lage erst zwischen 2014 und 2016 mit einem behindertengerechten Zugang auszustatten, hierbei war auch eine Rampenlösung in Diskussion.[1] Im Jahr 2013 begann der Einbau eines Aufzugs, dieser soll bis Mitte 2014 fertiggestellt werden.[2]

Anbindung[Bearbeiten]

Am U-Bahnhof besteht eine Umsteigemöglichkeit von der Linie U3 zur Omnibuslinie 118 der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf
Berlin U3.svg Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Augsburger Straße – Spichernstraße – Hohenzollernplatz – Fehrbelliner Platz – Heidelberger Platz – Rüdesheimer Platz – Breitenbachplatz – Podbielskiallee – Dahlem-Dorf – Thielplatz – Oskar-Helene-Heim – Onkel Toms Hütte – Krumme Lanke

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Prioritätenliste des Aufzugsprogramms des Berliner Senats 2011–2016, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 9. Dezember 2008
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDrucksache 17/12597. Abgeordnetenhaus Berlin, 20. September 2013, abgerufen am 5. Oktober 2013 (PDF; 89 kB).

52.45027777777813.253333333333Koordinaten: 52° 27′ 1″ N, 13° 15′ 12″ O