UPC Cablecom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
upc cablecom GmbH[1]
Logo
Rechtsform GmbH
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Eric Tveter, Geschäftsführer [1]
Mitarbeiter mehr als 1'600 (2013)[2]
Umsatz 1,23 Mrd. CHF (2013)[2]
Branche Telekommunikation
Produkte Internet, Festnetztelefonie, Mobilfunktelefonie, analoges und digitales Fernsehen und RadioVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.upc-cablecom.ch

UPC Cablecom (Eigenschreibweise upc cablecom) ist mit mehr als zwei Millionen Kunden der grösste Kabelnetzbetreiber der Schweiz und entstand 1994 durch die Fusion von mehreren Kabelnetzgesellschaften. UPC Cablecom ist seit 2005 eine Tochtergesellschaft von Liberty Global.[1]

Produkte[Bearbeiten]

Digitales TV und Radio[Bearbeiten]

UPC Cablecom verbreitet digitale TV- und Radiosender. Im November 2012 hob UPC Cablecom die Grundverschlüsselung für das TV-Grundangebot von 55 digitalen TV- und 100 Radiosendern auf. Trotz der Digitalisierung werden über das Kabelnetz von UPC Cablecom je nach Region mindestens 36 TV- und 34 Radiosender analog verbreitet.[3] Der Bundesrat hat im Rahmen des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen eine Must-Carry-Liste für analoge Sender erstellt. Diese enthält vom Bundesrat bestimmte Sender, welche durch UPC Cablecom und andere Kabelnetzanbieter in der gesamten Schweiz analog verbreitet werden müssen. Hierzu gehören neben den sieben Programmen der SRG die ersten öffentlich-rechtlichen Programme der Nachbarländer (ARD, ORF1, Rai Uno und France 2) sowie Arte, 3sat, TV5 Monde und Euronews in der Sprache der jeweiligen Verbreitungsregion.[4] Durch die Aufhebung der Grundverschlüsselung ist die freie Wahl des Endgerätes (TV, Receiver, Recorder, DigiCard) möglich geworden. Für die Benutzung des digitalen Basisangebots wird ein aktiver Kabelanschluss, ein Antennenkabel und ein Fernsehgerät mit integriertem DVB-C Empfänger bzw. einem Umwandler für ältere Geräte benötigt. Um digitale Zusatzangebote via Kabelnetz zu empfangen, braucht es ein Empfangsgerät – entweder eine Set Top Box (Recorder / Receiver) oder eine Smartcard. Mit der Unterhaltungsplattform Horizon (TV, Internet und Telefonie auf einem Gerät, seit 2013) hat man zusätzlich zum HDTV- und dem Video-on-Demand-Angebot die Möglichkeit bis zu vier Sendungen gleichzeitig aufzunehmen und Livesendungen anzuhalten sowie TV-Inhalte via iPhone, iPad und Computer zu streamen. Die Smartcard ermöglicht digitales Fernsehen ohne ein zusätzliches Empfangsgerät. Voraussetzung für den Gebrauch einer solchen Smartcard ist ein CI+-fähiger Fernseher. Das digitale TV-Angebot umfasst drei Produkte. Die drei Senderpakete heissen Compact, Classic und Comfort. Compact steht für das günstigste Senderpaket und umfasst mehr als 80 Sender, davon 40 in HD, inklusive Video On Demand mit mehr als 2000 Filmen, Serien und Konzerten sowie eine Replay-Funktion (kostenloses SRF Videoportal, MTV-Serien und Nickelodeon). Das Produkt Classic umfasst mehr als 130 Sender und Comfort mehr als 175 Kanäle.[3] Die Anzahl TV-Kunden im Digitalbereich beträgt 1'421'700 (Stand 31. März 2014).[5]

Internet[Bearbeiten]

UPC Cablecom bietet einen Breitband-Internet-Anschluss über ihr Kabelnetz an. Das Unternehmen verfügt in diesem Bereich über 675'400 Kunden (Stand 31. März 2014).[5] Das Kabelnetz besteht zu 95 % aus Glasfasern und zu 5 % aus Koaxialkabel, sogenanntes Hybrid Fiber Coax (HFC). Der Vertrieb des Internetdienstes läuft mit dem Übertragungsstandard DOCSIS 3.0.

Seit November 2012 beinhaltet der UPC Cablecom Kabelanschluss auch einen Internetzugang von 2 Mbit/s.[6]

Telefonie[Bearbeiten]

Festnetz[Bearbeiten]

Seit Juli 2003 gibt es bei UPC Cablecom ein Telefonie-Angebot. Es telefonieren 463'000 Kunden (Stand 31. März 2014) über ihr Kabel.[5]

Mobilfunkangebot[Bearbeiten]

Seit April 2014 bietet UPC Cablecom bestehenden Kunden ein Mobilfunkangebot an. UPC Cablecom bietet ihr Mobilfunkangebot auf dem bestehenden Mobilfunknetz von Orange an und wird so zum MVNO (Mobile Virtual Network Operator)-Anbieter. Das Unternehmen erbringt, abgesehen von der Nutzung der Mobilfunkantennen von Orange, alle Services eigenständig. Das Mobilfunkangebot von UPC Cablecom ist vorerst nur für bestehende Kunden des Unternehmens erhältlich. [7]

Geschäftskunden[Bearbeiten]

UPC Cablecom Business bietet seit 1999 Kommunikationslösungen für Unternehmen an. Aktuell hat dieser Geschäftszweig mehr als 9'000 Kunden (Stand 31. Dezember 2013), bestehend aus kleinen und mittleren Unternehmen, Kantonalbanken, Spitäler, öffentliche Verwaltungen etc.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1930er Jahren entstanden die ersten Kabelnetzbetreiber, die mehrere Radioprogramme über Kabel in die Haushalte transportierten. Eine dieser Kabelnetzanbieterinnen war die 1931 gegründete Rediffusion S.A, welche Radiosendungen mittels Drahtrundspruch verbreitete. Ab Ende der 1950er Jahre übertrug die Rediffusion S.A. vom Uetliberg aus erste Fernsehprogramme in schwarz-weiss. 1994 entstand aus der Rediffusion S.A. und anderen selbstständigen Kabelnetzgesellschaften das Unternehmen Cablecom, das den Unternehmen Siemens, VEBA und Swisscom gehörte.[9]

Cablecom integrierte 1998 den Internet-Service-Provider SwissOnline. In den folgenden Jahren wuchs die Kabelnetzbetreiberin weiter, indem sie Kabelnetzgesellschaften (Bsp. Balcab und Sitel) kaufte. Durch diese Übernahmen erweiterte Cablecom ihr Netz in weite Teile der Schweiz. Im Jahr 2000 verkauften die bisherigen Eigentümer Cablecom an die britisch-amerikanische NTL zu einem Preis von 5,8 Milliarden Schweizer Franken. In den Folgejahren konnte das operative Geschäft nachhaltig verbessert werden. Nach finanziellen Schwierigkeiten der NTL verkaufte diese Cablecom im Jahre 2003 an eine Gruppe von Banken und Privatinvestoren.

Auf Mitte Oktober 2005 planten die Besitzer von Cablecom den Börsengang. Nachdem Liberty Global Europe, eine 100-prozentige Tochter von Liberty Global, am 30. September 2005 Cablecom für 2,8 Milliarden aufgekauft hatte, wurde der Börsengang abgesagt.[9] In den darauffolgenden Jahren investierte Cablecom in den Netzausbau. 2007 lancierte das Unternehmen hochauflösendes Fernsehen (HDTV). Zwei Jahre später führte Cablecom erste Kombi-Angebote (Package mit Internet, Telefonie und Fernsehen) ein. Im Jahr 2010 lancierte Cablecom die DigiCard, die es den Kunden ermöglichte digital fern zu sehen, ohne ein zusätzliches Gerät an den Fernsehen anschliessen zu müssen. Seit Anfang 2011 bietet Cablecom Video on Demand mit 3D-Inhalten an.[9]

Im April 2011 wurde Cablecom in UPC Cablecom umbenannt. Durch das Rebranding wurde anstelle des roten Schraubenschlüssels ein neues Logo lanciert.[10]

Am 14. Januar 2013 führte UPC die Set-Top-Box Horizon ein. Bei diesem System handelt es sich um eine Settopbox für digital und HD-TV, vereint mit einem Internetrouter mit W-LAN, IP-Telefonie und einem Festplattenrekorder.

Am 1. August 2014 führte Liberty Global die beiden Schwestergesellschaften upc cablecom und UPC Austria zu einer gemeinsamen Regionalorganisation mit Sitz in Zürich zusammen.

Konkurrenzsituation[Bearbeiten]

Kombi-Angebote[Bearbeiten]

Stärkster Konkurrent von UPC Cablecom ist Swisscom. Bei UPC Cablecom bestehen solche Bundles aus Fernseh-, Internet-, und Telefoniediensten.[11] Vergleichbare Angebote gibt es bei Swisscom und seit Dezember 2011 bei Sunrise.

Fernsehen und Radio[Bearbeiten]

UPC Cablecom liegt mit knapp 1.5 Mio. TV-Kunden vor Swisscom mit rund 1 Million (Stand: 31. Dezember 2013).[5]

Internet[Bearbeiten]

Die Höchstgeschwindigkeit der Internetverbindungen von Swisscom, wie auch von Sunrise liegt aktuell bei 20 Mbit/s (VDSL) bzw. bei 1 Gbit/s (FTTH).[12] Die maximal angebotene Downstreamgeschwindigkeit für Privatkunden im Netz der UPC Cablecom beträgt 250 Mbit/s bei 15 Mbit/s Upstream (Stand: 6. Juli 2014), bzw. 500 Mbit/s in der Region Bern.

Telefonie[Bearbeiten]

Sunrise und Swisscom bieten Abonnemente in der Festnetz-, wie auch in der Mobilnetztelefonie. Alle Anbieter haben Sondertarife, variierend je nach Abonnementstyp.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich
  2. a b upc cablecom: Über uns
  3. a b upc cablecom: Fernsehen
  4. Medienmitteilung vom 9. März 2007: Bundesratsentscheid betreffend analoge Sender
  5. a b c d Medienmitteilung zum Quartalsbericht 1 des Jahres 2014, 7. Mai 2014
  6. cash zweiplus ag: 55 digitale Sender ohne Grundverschlüsselung bei Cablecom
  7. Medienmitteilung zum Mobilfunkangebot, 28. April 2014
  8. upc cablecom business: Über uns
  9. a b c upc cablecom: Geschichte
  10. Medienmitteilung vom 21. März 2011: cablecom wird upc cablecom – Mehr Leistung, mehr Freude.
  11. upc cablecom: Kombi-Angebote
  12. http://www.swisscom.ch/de/privatkunden/kombi-angebote/optionen/1gigabit.html

Weblinks[Bearbeiten]