Ueli Steck

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Ueli Steck (2012)

Ueli Steck (* 4. Oktober 1976 in Langnau im Emmental) ist ein Schweizer Extrembergsteiger. Der gelernte Zimmermann lebt in Ringgenberg bei Interlaken.

Leben[Bearbeiten]

Steck gilt als einer der weltbesten Solokletterer. Schon mit 17 beherrschte er den 9. Schwierigkeitsgrad (UIAA) im Klettern. Als 18-Jähriger durchstieg er die Eiger-Nordwand, dann im Mont-Blanc-Massiv den berühmten Bonatti-Pfeiler. Im Juni 2004 kletterte er mit Stephan Siegrist das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau innerhalb von 25 Stunden. Ein weiterer Erfolg war der sogenannte Khumbu-Express im Jahr 2005[1], für den er vom Klettermagazin Climb! zu einem der drei besten Alpinisten Europas gewählt wurde. Dabei handelt es sich um die ersten Solodurchsteigungen der Nordwand des Cholatse (6440 m) und der Ostwand des Tawoche (6505 m).

Auf der direkten Linie über die Südflanke zum Gipfel der Annapurna im Himalaya kletternd, wurde er 2007 von einem herabfallenden Stein getroffen. Bewusstlos und mit zertrümmertem Helm rutschte Steck mehr als 200 Meter ab, blieb aber bis auf Prellungen und eine Gehirnerschütterung unverletzt.

2008 brach er seine Besteigung der Route ab, um dem spanischen Bergsteiger Iñaki Ochoa de Olza zu helfen. Er konnte Ochoa noch lebend erreichen, dennoch verstarb dieser kurze Zeit später im Beisein von Steck.[2][3] Steck und sein Begleiter Simon Anthamatten wurden mit dem Preis Prix Courage 2008 der Zeitschrift Der Schweizerische Beobachter ausgezeichnet, da sie ihr Leben riskierten, um andere Bergsteiger zu retten.[4]

2008 erhielt Steck für seine bergsteigerischen Leistungen den Eiger Award.[5]

2013 geriet Steck am Mount Everest gemeinsam mit dem Italiener Simone Moro und dem Briten Jonathan Griffith im Lager 2 in eine einstündige handgreifliche Auseinandersetzung mit rund hundert Sherpas, in deren Folge er durch einen Steinwurf im Gesicht verletzt wurde. Aufgrund von Messerattacken und Morddrohungen mussten alle drei Bergsteiger noch vor dem Einbruch der Nacht mit dem Nötigsten bepackt weiter zum Basislager absteigen. Die Expedition wurde daraufhin abgebrochen. Auslöser der Streitigkeiten soll ein verärgerter Sherpaführer gewesen sein, der sich bei seinen Versicherungsarbeiten unterhalb des Lagers 3 von den aufsteigenden Bergsteigern gestört und seine Gehilfen durch herabstürzende Eisbrocken gefährdet fühlte.[6] [7]

Am 9. und 10. Oktober 2013 steigt Steck solo in 28 Stunden (Auf- und Abstieg) durch die Annapurna Südwand. Ein gefeierter und am 29. März 2014 auch mit dem Piolet d'Or ausgezeichneter Quantensprung im Alpinismus. Für diese Begehung fehlen Steck jedoch die Beweise und es gibt viele Ungereimtheiten [8]

Besondere alpinistische Leistungen[Bearbeiten]

  • 1995 Eiger-Nordwand, Heckmair-Route, (1800m AS)
  • 1998 Mönch Hastoncouloir, Solo in 3,5 Std. (1000m AS-)
  • 1999 Eiger Lauperroute, Solo in 5 Std. (1800m AS-)
  • 2000 Eiger-Nordwand, Yetiroute Zweitbegehung (7c/A0)
  • 2000 Mönch-Nordwand, Direttissima Erstbegehung (1000m M5/Wi5)
Erstbegehungsroute der Pumori-Westseite von Bühler/Steck 2001
  • 2001 Grandes Jorasses Walkerpfeiler, Winterbegehung (1200m AS)
  • 2001 Pumori, Erstbegehung Westroute (1400m M4/80 Grad Eis) mit Ueli Bühler
  • 2001 Erstbegehung der Route The Young Spider in der Eiger Nordwand (1800m M7/Wi6; 7a/A2)
  • 2002 Mount Dickey, Alaska Erstbegehung (1700m M7+ AI6 5.9/A1)
  • 2002/03 Zwei Versuche Jannu-Nordwand (7710m) Nepal, zusammen mit Erhard Loretan
  • 2003 Punta Heron (Patagonien)
  • 2003 Rotpunktbegehung La vida es silbar (Eigernordwand 900m 7c)
  • 2004 Trilogie Eiger, Mönch und Jungfrau (Nordwände) in 25 Stunden
  • 2005 Erste Solobegehungen der Tawoche-Ostwand (6515m) und der Cholatse-Nordwand (6440 Meter) (Khumbu-Express)
  • 2006 Solobegehung der Matterhorn-Nordwand
  • 2006 Eiger-Nordwand, Winter-Solobegehung von The Young Spider
  • 2006 Erstdurchsteigung der Nordwand des Gasherbrum II mit Gipfelerfolg am Gasherbrum II Ost (7772 m)
  • 2007 Eiger-Nordwand, Geschwindigkeitsrekord Heckmair-Route in 3:54 Std, solo
  • 2008 Eiger-Nordwand, Geschwindigkeitsrekord Heckmair-Route in 2:47:33 Std., solo[9]
  • 2008 Grand-Jorasses-Nordwand, Geschwindigkeitsrekord Colton-McIntyre-Route in 2:21 Std., solo[10]
  • 2008 Tengkampoche-Nordwand (6500m, Nepal) Erstbegehung mit Simon Anthamatten im Alpinstil (keine Bohrhaken, keine Fixseile, vier Tage für Auf- und Abstieg), ausgezeichnet mit dem Piolet d’Or.[11]
  • 2009 Matterhorn-Nordwand, Geschwindigkeitsrekord klassische Schmid-Route in 1:56 Std., solo[12]
  • 2009 Solo-Besteigung des Gasherbrum II (8034 m).
  • 2009 Makalu (8485 m), Normalroute
  • 2011 Shishapangma (8027 m): Solobegehung der Südwestwand
  • 2011 Cho Oyu (8188 m): In Seilschaft mit Don Bowie, Begehung der Westwand, 18 Tage nach dem Gipfel des Shishapangma
  • 2012 Mount Everest, zusammen mit dem 21-jährigen Sherpa Tensing[13]
  • 2013 Annapurna (8091m): Erste Solobegehung der Südwand, 28 Stunden für Auf- und Abstieg. [14] [15]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht über den Khumbu-Express von Christine Kopp auf www.uelisteck.ch, Zugriff am 1. Juni 2008
  2. Bericht von Ueli Steck zum Tod Ochoas
  3. Bericht zum Tod Ochoas auf www.mounteverest.net
  4. Die Sieger heissen Ueli Steck und Simon Anthamatten in: Der Schweizerische Beobachter vom 26. September 2008
  5. Eiger Award 2008: Laudatio Ueli Steck von Robi Bösch.
  6. Stephan Orth: Schlägerei am Mount Everest: "Die wären fast getötet worden". In: Spiegel Online vom 29. April 2013. Abgerufen am 30. April 2013.
  7. Ueli Steck und seine Kollegen wurden mit dem Tod bedroht. In: Neue Zürcher Zeitung Abgerufen am 24. Juli 2013.
  8. Ungereimtheiten bei Stecks Annapurna Solo. auf: bergsteigen.com Abgerufen am 31. März 2014.
  9. siehe Bericht auf www.bergsteigen.com und Bericht in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens
  10. siehe Bericht des Tagesanzeigers
  11. Expeditionsbericht 2008
  12. Bericht in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens
  13. Gipfelerfolg am Everest ohne Flaschensauerstoff auf uelisteck.ch; Abgerufen am 19. Mai 2012
  14. Ueli Steck durchklettert Annapurna-Südwand auf nzz.ch; Abgerufen am 12. Oktober 2013
  15. Ungereimtheiten bei Stecks Annapurna Solo. auf: bergsteigen.com Abgerufen am 31. März 2014.