Urk

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Gemeinde Urk
Flagge der Gemeinde Urk
Flagge
Wappen der Gemeinde Urk
Wappen
Provinz Flevoland Flevoland
Bürgermeister Pieter van Maaren
Sitz der Gemeinde Urk
Fläche
 – Land
 – Wasser
118,00 km²
19,64 km²
98,37 km²
CBS-Code 0184
Einwohner 19.465 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 165 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 39′ N, 5° 36′ O52.6583333333335.6Koordinaten: 52° 39′ N, 5° 36′ O
Bedeutender Verkehrsweg N351 N352
Vorwahl 0527
Postleitzahlen 8320–8324
Website www.urk.nl
Lage von Urk in den Niederlanden

Urk ( anhören?/i) ist eine ehemalige Insel und die älteste Gemeinde in der niederländischen Provinz Flevoland mit (Stand 1. Januar 2014) 19.465 Einwohnern. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 118 km² (19,64 km² Land, 98,37 km² Teil des IJsselmeers). Urk liegt an der Westseite des Noordoostpolders, an der IJsselmeerküste. Haupterwerbsquellen sind von alters her die Fischerei, vor allem auf der Nordsee, und die Fisch verarbeitende Industrie.

Sehenswürdigkeiten und Charakter[Bearbeiten]

Das alte Fischerdorf Urk besitzt ein gut erhaltenes, kompaktes Zentrum mit einem alten Fischereihafen, einem Heimatmuseum im Alten Rathaus und vielen alten Häusern. Die streng religiöse, reformierte Bevölkerung hält noch an verschiedenen Traditionen fest. Die Trachten werden jedoch kaum mehr getragen. Beliebt ist das Singen: Urk hat einige bekannte Männerchöre. Aufgrund ihrer Frömmigkeit spenden viele Urker viel Geld für wohltätige Zwecke (unter anderem Hilfe an Völker in Afrika). Auf Urk wird pro Kopf mehr für Wohltätigkeit ausgegeben als in jedem anderen Ort in Westeuropa.

Bevölkerung und Dialekt[Bearbeiten]

Die Form der Bevölkerungspyramide (Stand 2007) ist wegen der nicht vorhandenen Überalterung der Bevölkerung ungewöhnlich für Industriestaaten.

Durch die hohe Religiosität der Bevölkerung besitzt Urk mit 3,23 Kindern pro Frau die höchste Geburtenrate in den Niederlanden. Daher entwickelt sich die Bevölkerung sehr dynamisch und wächst konstant mit einer Rate von 1,53 % pro Jahr.

Auf Urk wird der älteste Dialekt der Provinz gesprochen: das Urkers. Urkers ist eine Übergangsmundart zwischen dem Westniedersächsischen und dem Niederfränkischen. Aufgrund der überwiegend niedersächsischen Sprachmerkmale, die auf die lange Zugehörigkeit der ehemaligen Insel zur Herrschaft Overijssel zurückzuführen sind, wird dieser Dialekt noch dem Niedersächsischen, genauer dem Dialekt des Gelderlands-Overijssel zugeordnet. Urkers ist der einzige Dialekt der Provinz, der sich dem Niedersächsischen zuordnen lässt.

Geschichte[Bearbeiten]

Urk wurde 966 erstmals urkundlich erwähnt. Damals wurde es zur Hälfte an das Kloster St. Pantaleon in Köln geschenkt. Die durch Landverluste an der Westseite immer bedrohte Insel gehörte bis in das Jahr 1660 diversen Mitgliedern der Familie Van de Werve und bis 1792 als Ambachtsherrlichkeit der Stadt Amsterdam, die unter anderem in Deiche und den Hafen investierte. Danach gehörte die Gemeinde Urk zur Provinz Nordholland.

Dr. Pieter Harting von der Universität Utrecht unternahm im Sommer 1852 eine mehrwöchige landeskundliche Untersuchung und Vermessung. Bei seinen Begehungen in der Flur fand er ein bis dahin unbekanntes Gräberfeld mit keltischen Bestattungen und konnte 25 Schädel zur weiteren Untersuchung bergen. Der damalige Grundbesitzer, Baron van Lijnden van Hemmen hatte bereits 1845 am angrenzenden Flurstück Wageningscher Berg menschliche Skelettreste beim Wegebau freigelegt, aber keine Fundmeldung angezeigt. Zum Flurstück Wageningscher Berg konnte Harting auch ermitteln, das einst auf dem Gipfel des Hügels eine frühe christliche Kapelle (Christen-Tempel) stand.[2] Im Jahr 1939 wurde der Deich von Lemmer nach Urk vollendet. 1942 schließlich wurde der Noordoostpolder im Rahmen der Zuiderzeewerke endgültig trockengelegt, womit Urk Bestandteil des Festlandes wurde. Im Jahr 1950 wurde die Gemeinde Urk von Nordholland in die Provinz Overijssel umgegliedert. Schließlich wurde sie in die am 1. Januar 1986 neu gegründete Provinz Flevoland eingefügt. Da es sich bei Urk um eine ehemalige Insel handelt, wird für Urk die Präposition auf verwendet. Man wohnt also "auf Urk" und nicht "in Urk".

Impressionen
Karte der Insel von 1852
Kirchengebäude der Altreformierten Gemeinde auf Urk
Inselbewohner in ihren Trachten
Im Hafen
Hafenquai (kade)
Ansicht der Insel von 1852
Gedenktafel für ehemalige Bürgermeister von Urk
Ein Denkmal in der Ortslage
Das Heimatmuseum
Skulptur ENERGIO von Louis VAN REEDE, 1987

Trivia[Bearbeiten]

1988 wurde ein Marskrater mit einem Durchmesser von 2,8 km nach der Stadt Urk benannt

Geboren auf Urk[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Urk – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Pieter Harting: Het eiland Urk, zijn bodem, voortbrengselen en bewoners. Utrecht 1853. 76 S.