Staatkundig Gereformeerde Partij
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Die Staatkundig Gereformeerde Partij (SGP) ist eine kleine evangelisch-reformierte Partei in den Niederlanden (staatkundig ist ein alter Niederlandismus für "politisch"). Sie wurde 1918 in Middelburg (Zeeland) gegründet und ist damit die älteste noch aktive Partei der Niederlande. Die radikalkonservative, orthodox-calvinistische Partei ist seit 1922 durchgehend im niederländischen Parlament vertreten, aber in den letzten Jahrzehnten nur mit jeweils zwei Abgeordneten. Sie erreicht ihre besten Ergebnisse in dem sogenannten niederländische Bibelstreifen, der sich zwischen Zeeland, dem Süden Südhollands, der Betuwe und Veluwe in Gelderland und dem Nordwesten Overijssels erstreckt. Die SGP hat ihren Sitz in Den Haag.
Die Partei sieht ihre Grundlagen in der Bibel, daneben unter anderem in der Confessio Belgica und dem Heidelberger Katechismus. Sie ist eine der wenigen nicht-islamischen Gruppierungen im heutigen Europa, die eine Theokratie anstreben. Zu ihrem Programm gehört es, "alle Abgötterei und falsche Religion abzuwehren und auszurotten".
Frauen durften bis 2007 weder aktive Mitglieder der SGP sein noch in ihrem Namen Abgeordnetensitze oder Verwaltungsposten bekleiden. Am 7. September 2005 sprach das Landgericht (arrondissementsrechtbank) in Den Haag ein Urteil, demzufolge der niederländische Staat darum der SGP keine Subventionen mehr zahlen dürfte. Der Staat hätte Berufung eingelegt, dürfte jedoch mittlerweile schon nichts mehr zahlen. Innerhalb der Partei entstand dadurch erneut Diskussion über der Frauenmitgliedschaft. Nachdem in den neunziger Jahren schon eine knappe Mehrheit Frauen als vollwertige Mitglieder zulassen wollte, jedoch die benötigte Zweidrittelmehrheit nicht erreicht wurde, sprach März 2007 eine Dreiviertelmehrheit der Mitglieder sich auf einer Generalversammlung der Partei für Änderung der Parteisatzung aus, um die Frauenmitgliedschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig wurde den Fundamentalisten in der Partei versprochen, dass Frauen auch künftig keine Abgeordnetensitze innehaben oder Verwaltungsposten bekleiden würden.
[Bearbeiten] Wahlergebnisse
- 1946: 2,1% - 2 Sitze
- 1948: 2,3% - 2 Sitze
- 1952: 2,4% - 2 Sitze
- 1956: 2,2% - 2 Sitze (nach Parlamentsvergrößerung: 3)
- 1959: 2,1% - 3 Sitze
- 1963: 2,2% - 3 Sitze
- 1967: 2,0% - 3 Sitze
- 1971: 2,3% - 3 Sitze
- 1972: 2,2% - 3 Sitze
- 1977: 2,1% - 3 Sitze
- 1981: 1,9% - 3 Sitze
- 1982: 1,8% - 3 Sitze
- 1986: 1,8% - 3 Sitze
- 1989: 1,9% - 3 Sitze
- 1994: 1,7% - 2 Sitze
- 1998: 1,7% - 3 Sitze
- 2002: 1,7% - 2 Sitze
- 2003: 1,5% - 2 Sitze
- 2006: 1,6% - 2 Sitze

