ChristenUnie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
ChristenUnion
ChristenUnie.svg
Partei­vor­sit­zender Peter Blokhuis
Partei­führer Arie Slob
Fraktionsvorsitzender Zweite Kammer Arie Slob
Fraktionsvorsitzender Erste Kammer Roel Kuiper
EP-­Delegations­leiter Peter van Dalen
Gründung 15. März 2001
Sitze in der Ersten Kammer 2 (2011)
Sitze in der Zweiten Kammer 5 (2012)
Sitze im Europäischen Parlament 1 (2009)
Mitglie­derzahl 24.701 (2012)
EP-Fraktion ECR
Europapartei ECPM
http://www.christenunie.nl

Die ChristenUnie (ChristenUnion, bisweilen abgekürzt als CU) ist eine christlich-demokratische politische Partei mit orthodox-calvinistischer Ausrichtung[1] in den Niederlanden.

Struktur[Bearbeiten]

Die Partei ist die achtgrößte Partei der Niederlande mit zeitweise mehr als 27.000 Mitgliedern. Die meisten ihrer Wähler gehören mehr oder weniger traditionellen calvinistischen[2] Kirchen an. Die ChristenUnie hat eine Jugendorganisation, PerspectieF, und betreibt ein wissenschaftliches Institut, die Mr. G. Groen van Prinsterer Stichting.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Partei wurde 2001 als Fusion zweier Parteien, der Reformatorisch Politieke Federatie und dem Gereformeerd Politiek Verbond gegründet, die zur Wahl 1998 einzeln angetreten waren. Die Parteien hatten in der Summe fünf (GPV 2, RPF 3) von 150 Sitzen im niederländischen Parlament vor der Wahl 2002. Es wurde mit Zugewinnen gerechnet, doch das Gegenteil trat ein, die ChristenUnie verlor einen Sitz und fiel auf vier Sitze zurück.

Der Vorsitzende war Kars Veling. Nach der Wahl 2002 wurde argumentiert, dass er gut imstande gewesen sei, die Partei, die immer noch im Rahmen der alten GPV-RPF-Linie geteilt war, zusammenzuhalten; er sei aber kein interessanter Kandidat für die Normalbevölkerung gewesen. So wurde André Rouvoet zum neuen Vorsitzenden gewählt. Bei der Wahl 2003 verlor die ChristenUnie einen Sitz und behielt nur 3, bei der Wahl 2006 konnte sie sich auf 4 % der Stimmen und 6 Mandate verbessern. Seit dem Februar 2007 war sie neben CDA und PvdA der dritte Partner in der Regierungskoalition. Sie stellte im Kabinett Balkenende IV zwei Minister: Der Parteivorsitzende Rouvoet übernahm das Ressort Jugend und Familie und amtierte als einer der stellvertretenden Ministerpräsidenten, Eimert van Middelkoop führte das Verteidigungsministerium. Nach dem Bruch der Koalition und dem Rücktritt der PvdA-Minister im Februar 2010 bildeten CDA und CU ein geschäftsführendes Kabinett ohne parlamentarische Mehrheit. Bei der vorgezogenen Neuwahl im Juni 2010 büßte die ChristenUnie mit einem Stimmanteil von 3,2 % ein Mandat ein.

Die ChristenUnie ist ein Mitglied im Verband Europäische Christliche Politische Bewegung (ECPM). Die CU errang bei der Europawahl 2004 einen Sitz. Bei der Europawahl 2009 erreichte man im Bündnis mit der evangelisch-reformierten Staatkundig Gereformeerde Partij zwei Sitze, von denen auf jeder der beiden Parteien ein Sitz entfällt. Bis 2009 gehörte die CU im Europäischen Parlament der europaskeptischen Fraktion Ind/Dem an, danach war sie an der Gründung der neuen Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (ECR) beteiligt. Allerdings gehört die CU anders als die übrigen ECR-Mitgliedsparteien nicht auch der Partei Allianz der Europäischen Konservativen und Reformisten (AECR) an, sondern der Europäischen Christlichen Politischen Bewegung (ECPB). Diese wurde Anfang 2010 als politische Partei auf europäischer Ebene anerkannt.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Wahlergebnisse zur Ersten Kammer (indirekte Wahlen):

  • 2003: 2 Sitze
  • 2007: 4 Sitze
  • 2011: 2 Sitze

Wahlergebnisse zur Zweiten Kammer:

Wahlergebnisse zum Europäischen Parlament (zusammen mit der SGP):

Fraktionsvorsitzende[Bearbeiten]

Erste Kammer:

Zweite Kammer:

Literatur[Bearbeiten]

  • Annette Birschel: Politik mit der Bibel. In Hollands neuer Regierung spielen orthodoxe Calvinisten eine wichtige Rolle. In: Zeitzeichen, August 2007. Heft 3, S. 45-47.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul F. State: A brief history of the Netherlands, S. 244 (Ausschnitt des Werkes auf Google Books)
  2. Vgl. Annette Birschel, Politik mit der Bibel. In „Zeitzeichen. Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft“, Heft 3, S. 45−47