Véra Belmont

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Véra Belmont (* 17. November 1931 in Paris) ist eine französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin russisch-polnischer Herkunft.[1]

Leben[Bearbeiten]

Véra Belmont wuchs als Tochter eines jüdischen Schreiners und einer jüdischen Arbeiterin im Pariser Bastille-Viertel auf. Ihre Eltern gehörten der Kommunistischen Partei Frankreichs an. Sie selbst trat als Jugendliche ebenfalls der Partei bei. Ihre schulische Ausbildung war kurz. Mit 14 Jahren arbeitete sie als Näherin, um das Einkommen der Familie aufzubessern. Nach ihrem Ausschluss aus der Kommunistischen Jugend wegen Unterstützung eines in Ungnade gefallenen Kameraden beschloss Belmont, sich als Schauspielerin zu versuchen. Obwohl sie sich früh für das Kino interessierte, spielte Belmont in den 1950er Jahren zunächst Theater. Sie trat unter anderem in Die respektvolle Dirne von Jean-Paul Sartre auf.[1]

Ihre Laufbahn beim Film begann sie als Statistin in zwei französischen Fernsehserien, darunter Die Fälle des Monsieur Cabrol (Les Cinq dernières minutes, 1960). Sie wandte sich dann der Produktion von Filmen zu. Mit dem Thriller Wer zuerst schießt, hat mehr vom Leben (Ça va être ta fête, 1960) produzierte sie ihren ersten Film. Daraufhin gründete sie die Produktionsfirma Stéphan Films, mit der sie José Giovannis Regiedebüt Rache ist nicht nur ein Wort (La Loi du survivant, 1967) realisierte und anschließend mit Regisseuren wie Marcel Carné und Maurice Pialat zusammenarbeitete. Belmont, bekannt dafür junge Talente zu fördern, finanzierte André Téchinés ersten Spielfilm Erinnerungen aus Frankreich (Souvenirs d’en France, 1975), in dem Jeanne Moreau die Hauptrolle spielte. 1979 führte Belmont bei dem Filmdrama Prisonniers de Mao über die Mao-Diktatur erstmals selbst Regie. Einen großen Erfolg konnte sie als Koproduzentin von Jean-Jacques Annauds preisgekröntem Abenteuerfilm Am Anfang war das Feuer (La Guerre du feu, 1981) verbuchen.

Ihr in den 1950er Jahren angesiedeltes Politdrama Rote Küsse (Rouge baiser, 1985), für das sie als Produzentin, Regisseurin und Drehbuchautorin in Erscheinung trat, nahm am Wettbewerb um den Goldenen Bären bei den Filmfestspielen von Berlin teil. Ihre nächste Regiearbeit lieferte sie mit der Filmbiografie Geliebte Milena (Milena, 1991) über die tschechische Publizistin Milena Jesenská. Der Film wurde unter anderem in den Bavaria Filmstudios gedreht. 1994 folgte mit Farinelli die Produktion eines weiteren preisgekrönten Films. Mit dem Historienfilm Marquise – Gefährliche Intrige (Marquise, 1997) verfilmte Belmont die Lebensgeschichte der Marquise-Thérèse de Gorle, einer Schauspielerin zu Zeiten Molières, die im Film von Sophie Marceau verkörpert wurde. Noch im selben Jahr gehörte Belmont zur Jury der 54. Filmfestspiele von Venedig. Im Jahr 2007 nahm sich Belmont der Verfilmung der Autobiografie von Misha Defonseca an. Der daraus resultierende Film mit Mathilde Goffart in der Hauptrolle kam im Januar 2008 unter dem Titel Survivre avec les loups in die französischen Kinos. Einen Monat später gab Autorin Defonseca zu, dass sie ihre Lebensgeschichte frei erfunden hatte.

Aus ihrer Ehe mit Joël Holmès ging ein Sohn, Stephan Holmes (* 1960), hervor, der als Kameraassistent beim Film tätig ist.[2] Nach der Scheidung von Holmès heiratete Belmont den Kameramann Jean-Marie Estève.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Produktion
  • 1960: Wer zuerst schießt, hat mehr vom Leben (Ça va être ta fête)
  • 1967: Rache ist nicht nur ein Wort (La Loi du survivant)
  • 1968: Wie junge Wölfe (Les Jeunes loups)
  • 1968: Nackte Kindheit (L’Enfance nue)
  • 1970: Ein Bulle sieht rot (Un condé)
  • 1970: Die Sünde des Abbé Mouret (La Faute de l’abbé Mouret)
  • 1973: Le Mariage à la mode
  • 1973: Warum Israel (Pourquoi Israël) (Dokumentarfilm)
  • 1975: Der dritte Grad (La Faille)
  • 1975: Erinnerungen aus Frankreich (Souvenirs d’en France)
  • 1976: Im Garten der Qualen (Le Jardin des supplices)
  • 1978: La Jument vapeur
  • 1979: Prisonniers de Mao
  • 1979: Der Polizeikrieg (La Guerre des polices)
  • 1980: Zärtliche Cousinen (Tendres cousines)
  • 1981: Am Anfang war das Feuer (La Guerre du feu)
  • 1982: Die Handlanger (Légitime violence)
  • 1985: Rote Küsse (Rouge baiser)
  • 1987: Zwei halbe Helden (Fucking Fernand)
  • 1987: Das Leben ist schön (La Vie est belle)
  • 1991: Geliebte Milena (Milena)
  • 1994: Farinelli
  • 1997: Die Atempause (La Tregua)
  • 1997: Marquise – Gefährliche Intrige (Marquise)
  • 2002: Marie Marmaille (TV-Film)
  • 2007: Survivre avec les loups
Regie und Drehbuch
  • 1979: Prisonniers de Mao
  • 1985: Rote Küsse (Rouge baiser)
  • 1991: Geliebte Milena (Milena)
  • 1997: Marquise – Gefährliche Intrige (Marquise)
  • 2007: Survivre avec les loups

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Véra Belmont. In: Paule Lejeune: Le Cinéma des femmes: 105 femmes cinéastes d’expression française (France, Belgique, Suisse) 1895−1987. Editions Atlas, 1987, ISBN 2-7312-0575-X, S. 87.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b vgl. canalplus.fr
  2. vgl. lesgensducinema.com