Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands
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| Basisdaten | |
| Leitender Geistlicher: | Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland |
| Präsident der Generalsynode: | Wilfried Hartmann |
| Präsident des Amtes der VELKD: | Friedrich Hauschildt |
| Mitgliedschaften: | |
| Gliedkirchen: | 7 |
| Kirchengemeinden: | 7.563 (31. Dezember 2010)[1] |
| Gemeindeglieder: | 9.775.066 (31. Dezember 2010)[2] |
| Anteil an der Gesamtbevölkerung: |
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| Anschrift: | Amt der VELKD Herrenhäuser Str. 12 30419 Hannover |
| Offizielle Website: | VELKD |
| E-Mail-Adresse: | Mail VELKD |
Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD, z.T. auch Vereinigte Kirche) ist ein Zusammenschluss von lutherischen Landeskirchen in Deutschland. Sie wurde am 8. Juli 1948 in Eisenach als Nachfolgerorganisation zum Rat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (Lutherrat) gegründet und umfasst heute etwa 10 Millionen Gemeindeglieder in sieben Landeskirchen. Ihr Ziel ist es, die Einheit des Luthertums zu fördern und zu bewahren.
Der Bekenntnisstand der Gliedkirchen umfasst mindestens die unveränderte Augsburger Konfession (Confessio Augustana invariata) und den Kleinen Katechismus Martin Luthers.
Als Pendant zur VELKD gab es bis zum 1. Juli 2003 die Evangelische Kirche der Union und die Arnoldshainer Konferenz, die an diesem Tag in die Union Evangelischer Kirchen aufgingen. Zu ihr gehören überwiegend unierte Landeskirchen.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte der VELKD [Bearbeiten]
Die VELKD wurde am 8. Juli 1948 in Eisenach gegründet. Gründungsmitglieder waren zehn der damals dreizehn lutherischen Landeskirchen (Bayern, Braunschweig, Hamburg, Hannover, Lübeck, Mecklenburg, Sachsen, Schaumburg-Lippe, Schleswig-Holstein und Thüringen). Eutin, Oldenburg und Württemberg traten der VELKD nicht bei. Maßgeblich beteiligt war hieran die als Lutherrat bekannte Fraktion der Bekennenden Kirche.[3] Die Gründung der VELKD steht in Zusammenhang mit der Formierung der Evangelischen Kirche in Deutschland unter starker Beteiligung des Dahlemer Flügels der Bekennenden Kirche. Der Gründungsprozess begann mit der Kirchenkonferenz von Treysa, während der die EKD als Zusammenschluss lutherischer, reformierter und unierter Landeskirchen gegründet wurde. Nach umfangreichen theologischen Diskussionen zwischen den Konfessionen wurde als Kompromiss auf der Kirchenversammlung von Eisenach sowohl die VELKD gegründet als auch am 13. Juli 1948 die Grundordnung der EKD verabschiedet.
Gliedkirchen der VELKD [Bearbeiten]
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
- Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig
- Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers
- Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland
- Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
- Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe
Von den ursprünglich zehn Gliedkirchen der VELKD fusionierten 1977 drei Gliedkirchen, und zwar die Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein mit der Nichtgliedkirche Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin zur Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Damit verringerte sich die Zahl der Gliedkirchen auf acht. Am 27. Mai 2012 (Pfingstsonntag im Jahre 2012) entstand aus der Fusion der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche – in Hamburg und Schleswig-Holstein –, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland. Der VELKD gehören nun sieben Mitgliedkirchen an.
Neben den Gliedkirchen der VELKD existieren weitere Landeskirchen, die sich als lutherische Kirchen verstehen. Dies sind die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg und die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die beide Gaststatus in der VELKD besitzen. Die lutherischen Kirchenglieder der überwiegend reformierten Lippischen Kirche sind in einer Lutherischen Klasse zusammengeschlossen.
Darüber hinaus gibt es in Deutschland auch noch selbständige lutherische Kirchen, die u.a. aus theologischen Gründen Nicht-Mitglieder der VELKD sind, nämlich:
- die Dänische Kirche in Südschleswig (DKS)
- die Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK)
- die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden (ELKiB; nicht zu verwechseln mit der Evangelischen Landeskirche in Baden)
- die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK).
Letztere ist 1972 aus der Fusion mehrerer lutherischer altkonfessioneller Kirchen entstanden. Zwischen der SELK und der VELKD finden in regelmäßigen Abständen Kontaktgespräche statt.
Lutherische Landeskirchen, altkonfessionelle lutherische Kirchen und Einzelgemeinden haben die Möglichkeit, der VELKD beizutreten. Sollten Einzelgemeinden kein eigenes Kirchenregiment besitzen, kann dieses durch die Kirchenleitung der VELKD ausgeübt werden.
Die Gliedkirchen der VELKD, sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden und die Lutherische Klasse der Lippischen Kirche sind Mitglieder des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Das DNK/LWB ist zwar eine eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts, es ist aber strukturell wie personell eng mit dem Amt der VELKD verbunden.
Aufgaben und Leitungsgremien [Bearbeiten]
Die VELKD hat ihren Sitz im Amt der VELKD in Hannover, an dessen Spitze ein Präsident (derzeit Friedrich Hauschildt) steht. Hier werden die Amtsgeschäfte der Leitungsgremien der VELKD und auch des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) geführt. Der Geschäftsführer des DNK/LWB ist Oberkirchenrat Norbert Denecke.
Der Schwerpunkt der VELKD liegt auf theologischer Arbeit, in der Seelsorge, in der einladenden Gestaltung des Gottesdienstes, im plausiblen Gemeindeaufbau und Ökumene. Die einzelnen Landeskirchen nutzen die VELKD für größere Projekte, die die Kirchen einzeln nicht bewältigen können. Hierbei wird die VELKD auch als Dialogpartner von anderen Kirchen und Konfessionen im deutschen und internationalen Dialog bevorzugt angesprochen - hierher gehören die Dialoge mit der römisch-katholischen Kirche, der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland, mit den Anglikanern, den Methodisten und den Mennoniten.[3]
Leitungsgremien der VELKD sind die „Kirchenleitung“ und die „Bischofskonferenz“, denen jeweils der „Leitende Bischof“ vorsteht, sowie die „Generalsynode“. Alle drei Gremien sind verantwortlich für die der VELKD übertragenen Aufgaben.
Kirchenleitung [Bearbeiten]
Die Kirchenleitung besteht aus dem „Leitenden Bischof“, der den Vorsitz innehat, dem stellvertreten Leitenden Bischof, einem weiteren Mitglied der Bischofskonferenz, dem/r Präsidenten/in der Generalsynode und neun von der Generalsynode aus dem Kreise ihrer Mitglieder und deren Stellvertreter zu wählenden Personen. Die Kirchenleitung tritt in der Regel sechsmal im Jahr zu einer Sitzung zusammen.
Der „Leitende Bischof“ wird von der Generalsynode für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt, wobei eine Wiederwahl möglich ist. Er ist der erste Geistliche der VELKD und hat das Kanzelrecht in allen Landeskirchen der VELKD, also das Recht, auf allen Kanzeln der Gliedkirchen der VELKD zu predigen und Hirtenbriefe zu verbreiten. Zusätzlich hat er den Vorsitz des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) inne.
Leitende Bischöfe der VELKD [Bearbeiten]
- 1948–1949: Wilhelm Henke, Landesbischof von Schaumburg-Lippe, er war bei Gründung der VELKD dienstältester Bischof und verwaltete aus diesem Grunde das Amt des „Leitenden Bischofs“
- 1949–1955: Hans Meiser, Landesbischof von Bayern
- 1955–1969: Johannes Lilje, Landesbischof von Hannover
- 1969–1975: Hans-Otto Wölber, Bischof von Hamburg
- 1975–1978: Eduard Lohse, Landesbischof von Hannover
- 1978–1981: Gerhard Heintze, Landesbischof von Braunschweig
- 1981–1990: Karlheinz Stoll, Bischof von Schleswig
- 1990–1993: Gerhard Müller, Landesbischof von Braunschweig
- 1993–1999: Horst Hirschler, Landesbischof von Hannover
- 1999–2005: Hans Christian Knuth, Bischof von Schleswig
- 2005–2011: Johannes Friedrich, Landesbischof von Bayern
- seit 2011: Gerhard Ulrich, ehemaliger Bischof der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (Sprengel Schleswig und Holstein), seit Mai 2012 Vorsitzender der Vorläufigen Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), seit Februar 2013 Landesbischof der Nordkirche
Zur VELKD gehörten sowohl Kirchen der Bundesrepublik Deutschland als auch Kirchen der DDR. Ende der 1960er wurde die Erfüllung gemeinsamer Aufgaben immer schwerer. Daher bildeten die lutherischen Kirchen der VELKD auf dem Gebiet der DDR einen eigenen „Bereich Ost“, die VELK DDR, mit einem eigenen „Leitenden Bischof“. Die VELK DDR löste sich 1988 auf, um den Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zu stärken. 1991 traten die drei ostdeutschen Landeskirchen der VELKD wieder bei. Leitende Geistliche im Bereich Ost waren:
- 1968–1971: Niklot Beste, Landesbischof von Mecklenburg
- 1971–1978: Ingo Braecklein, Landesbischof von Thüringen
- 1979–1981: Heinrich Rathke, Landesbischof von Mecklenburg
- 1981–1983: Johannes Hempel, Landesbischof von Sachsen
- 1983–1986: Werner Leich, Landesbischof von Thüringen
- 1986–1988: Christoph Stier, Landesbischof von Mecklenburg
Bischofskonferenz [Bearbeiten]
Die Bischofskonferenz der VELKD besteht aus 15 Mitgliedern. Ihr gehören die Bischöfe der VELKD-Gliedkirchen sowie fünf weitere ordinierte Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Vorsitzender der Bischofskonferenz ist der Leitende Bischof der VELKD.
Die Bischofskonferenz tritt zweimal im Jahr zusammen. Im Frühjahr behandelt sie ein Schwerpunktthema und im Herbst tagt sie in der Regel im Vorfeld am Ort der Tagung der Generalsynode. Die Aufgabe der Bischofskonferenz ist es unter anderem, bei der Beschlussfassung über Kirchengesetze, über Ordnungen für den Gottesdienst und über Verordnungen mit Gesetzeskraft mitzuwirken.
Generalsynode [Bearbeiten]
Die Generalsynode ist das gesetzgebende Organ der VELKD. Sie wird alle sechs Jahre neu gebildet und tagt in der Regel einmal im Jahr. Die Generalsynode besteht aus 50 Mitgliedern. Hiervon werden 42 von den Landessynoden der VELKD-Gliedkirchen gewählt, die anderen 8 werden vom Leitenden Bischof berufen.
An der Spitze der Generalsynode steht ein Präsidium, das im Verlauf der konstituierenden Tagung gewählt wird. Dessen Vorsitzender ist der Präsident der Generalsynode.
Präsidenten [Bearbeiten]
- 1985–2009: Dirk Veldtrup, Richter am Amtsgericht in Hannover
- seit 2009: Wilfried Hartmann, Professor für Erziehungswissenschaft in Hamburg
Amt der VELKD [Bearbeiten]
- Lutherisches Kirchenamt (bis 31. Dezember 2006) / Amt der VELKD (seit 1. Januar 2007), Hannover
- Leiter des Amtes/Präsident: Friedrich Hauschildt (Leitung und Grundsatzfragen)
- Stellvertretender Leiter des Amtes: Oberkirchenrat Christian Frehrking (zuständig für juristische Grundsatzfragen, Rechtsfragen und die Generalsynode)
Das Amt ist in das Kirchenamt der EKD integriert, das in weiten Teilen Verwaltungsaufgaben für die VELKD mit übernimmt.
Präsidenten des Lutherischen Kirchenamtes [Bearbeiten]
- 1949-1963: Heinz Brunotte
- 1963-1967: Max Keller-Hüschemenger
- 1968-1976: Hugo Schnell
- 1976-1982: Günther Gaßmann
- 1982-2000: Friedrich-Otto Scharbau[4]
- 2000-2006: Friedrich Hauschildt
Präsident des Amtes der VELKD [Bearbeiten]
- seit Januar 2007: Friedrich Hauschildt
Einrichtungen der VELKD [Bearbeiten]
- Verfassungs- und Verwaltungsgericht, Hannover:
- Präsident des Verwaltungsgerichts Bert Schaffarzik
- Gemeindekolleg der VELKD in Neudietendorf bei Erfurt:
- Leiter: Reiner Knieling
- Theologisches Studienseminar der VELKD in Pullach:
- Rektor: Detlef Dieckmann-von Bünau
- Liturgiewissenschaftliches Institut der VELKD in Leipzig:
- Leiter: Alexander Deeg
- Spruchkollegium der VELKD, Hannover:
- Vorsitzender: Karl-Hinrich Manzke
Literatur [Bearbeiten]
- Friedrich-Otto Scharbau: Art. Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands. In: Theologische Realenzyklopädie 34 (2002), S. 581-592 (enzyklopäd. Überblick)
- Thomas Schneider: Gegen den Zeitgeist. Der Weg zur VELKD als lutherischer Bekenntniskirche, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2008 (= Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte, Reihe B: Darstellungen, Bd. 49)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Quelle: http://www.ekd.de/download/Statistik_kurz_und_buendig_2012.pdf
- ↑ Quelle: http://www.ekd.de/download/Ber_Kirchenmitglieder_2010.pdf
- ↑ a b Jeziorowski, Jürgen: Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland. Gründung vor 50 Jahren in Eisenach 1948. Die Wartburg-Stadt ist mit der Geschichte des Luthertums eng verbunden.. In: MFB Verlagsgesellschaft mbH Eisenach (Hrsg.): StadtZeit. Stadtjournal mit Informationen aus dem Wartburgkreis. Juniheft, Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach 1998, S. 36-38.
- ↑ http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2005/2005-119-scharbau.shtml
Weblinks [Bearbeiten]
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