Verwaltungsgliederung Perus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peru

Die Republik Peru ist nach seiner Verfassung ein in 24 Departamentos gegliederter dezentralisierter Einheitsstaat. Die Departamentos sind in 195 Provinzen (span. Provincias, Sg. Provincia) und diese wiederum in 1828 Distrikte (span. Distritos, Sg. Distrito) gegliedert. Die Stadt Callao hat einen Sonderstatus als Provincia Constitucional, gehört jedoch ebenso wie die Stadt Lima zum Departamento Lima.

Geschichte[Bearbeiten]

Als aus dem spanischen Vizekönigreich Peru die Republik Peru wurde, wandelte man die spanischen Intendanzen Perus im Jahre 1821 in sieben Departamentos um. Nach dieser Umwandlung gab es folgende Departamentos: Arequipa, Ayacucho, Cusco, Junín, La Libertad, Lima und Puno. Diese Departementos waren wiederum unterteilt in 56 Provinzen und 439 Distrikte.

In den folgenden Jahrzehnten bildeten sich mehr und mehr Departamentos, bis im Jahr 1980 Ucayali als letztes (24.) Departamento sich aus dem bestehenden Loreto herausbildete.

Im Jahre 1988 wurden auf Anordnung der Regierung unter Alan García Pérez die 24 Departamentos zu zwölf Regionen zusammengefasst. Mit diesem Schritt begann die etwas überhastete „Regionalisierung“ Perus. Unter Alberto Fujimori, der sich den Zentralismus für seine autoritäre Regierung zunutze machte, wurde der Prozess der Regionalisierung gestoppt und 1992 die Regionen wieder in 24 Departamentos eingeteilt. Erst unter seinem Nachfolger Alejandro Toledo Manrique fand der Prozess der Dezentralisierung eine Wiederbelebung.

Mit dem Gesetz Ley Orgánica de Regionalización vom 16. November 2002 wurde die Selbstverwaltung der 24 Departamentos und der „Provincia Constitucional del Callao“ eingeführt. Im November 2002 fanden die ersten landesweiten Regionalwahlen statt. Mit dem beschriebenen Gesetz von 2002 wurde angestrebt, mehrere Departamentos zu größeren Regionen zu fusionieren. Bei der Volksabstimmung vom 30. Oktober 2005 wurden die Fusionspläne von einer großen Mehrheit verhindert.

Übersichtstabelle[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Volkszählung aus dem Jahr 2007.

Departamentos in Peru
Verwaltungsgliederung von Peru
Nr. Departamento Fläche in km² Einwohner Hauptstadt
1. Amazonas 39.249,13 375.993 Chachapoyas
2. Ancash 35.914,81 1.063.459 Huaraz
3. Apurímac 20.895,79 404.190 Abancay
4. Arequipa 63.345,39 1.152.303 Arequipa
5. Ayacucho 43.814,80 612.489 Ayacucho
6. Cajamarca 33.317,54 1.387.809 Cajamarca
7. Cusco 71.986,50 1.171.403 Cusco
8. Huancavelica 22.131,47 454.797 Huancavelica
9. Huánuco 36.848,85 762.223 Huánuco
10. Ica 21.327,83 711.932 Ica
11. Junín 44.197,23 1.225.474 Huancayo
12. La Libertad 25.499,90 1.617.050 Trujillo
13. Lambayeque 14.231,30 1.112.868 Chiclayo
14. Lima 34.948,57 8.445.211 Lima
Callao 146,98 876.877 Callao
Lima Metropolitana 2.672,28 8.482.619 Lima
Region Lima 32.129,31 839.469 Huacho
15. Loreto 368.851,95 891.732 Iquitos
16. Madre de Dios 85.300,54 109.555 Puerto Maldonado
17. Moquegua 15.733,97 161.533 Moquegua
18. Pasco 25.319,59 280.449 Cerro de Pasco
19. Piura 35.892,49 1.676.315 Piura
20. Puno 71.999,00 1.268.441 Puno
21. San Martín 51.253,31 728.808 Moyobamba
22. Tacna 16.075,89 288.781 Tacna
23. Tumbes 4.669,20 200.306 Tumbes
24. Ucayali 102.410,55 432.159 Pucallpa
Peru 1.285.197,60 27.412.157 Lima


Judikative[Bearbeiten]

Die Gerichtsbarkeit Perus organisiert ihre Tätigkeit durch Gerichtsbezirke (Distritos Judiciales). Insgesamt gibt es in ganz Peru 28 Gerichtsbezirke. Im Gegensatz zur administrativen Aufteilung in Departamentos, wo es um die Identität und historische Wurzeln in einem bestimmten Territorium geht, ging man bei der Aufteilung des Territoriums in Gerichtsbezirke pragmatischer vor. So wurden in die Planung besonders die Kommunikationswege und die Menge an Prozessen, welche jedes Gericht effizient schaffen kann, einbezogen.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • In der Geschichte Perus bildeten sich die Departamentos um eine große Stadt, deshalb tragen auch viele der Departamentos den Namen ihrer Hauptstadt
  • Auch wenn die Departamentohauptstädte meist für sich einnehmen, das ökonomische und kulturelle Zentrum der Region zu sein, gibt es notorische Rivalitäten wie z. B. im Departamento Ancash (Chimbote und Huaraz), im Departamento Apurímac (Andahuaylas und Abancay), im Departamento San Martín (Tarapoto und Moyobamba), im Departamento Moquegua (Ilo und Moquegua), im Departamento Amazonas (Chachapoyas und Bagua) und im Departamento Puno (Juliaca und Puno).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Offizielles Kartenmaterial von Peru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien