Cajamarca

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Cajamarca
Cajamarca (Peru)
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Koordinaten 7° 10′ S, 78° 31′ W-7.164444-78.510556Koordinaten: 7° 10′ S, 78° 31′ W
Basisdaten
Staat Peru

Region

Cajamarca
Höhe 2750 m
Einwohner 283.767 (2012)
Webauftritt www.municaj.gob.pe/
Politik
Bürgermeister Ramiro Alejandro Bardales Vigo

Cajamarca (Cajamarca-Quechua: Kashamarka,[1] Land der Dornen; Cusco-Quechua Qasamarka,[2] kaltes Land) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der gleichnamigen Region des südamerikanischen Anden-Staates Peru. Das äquatoriale Klima ist mild, trocken und sonnig. Die Jahreshöchsttemperatur liegt bei durchschnittlich 22 °C, die Jahrestiefsttemperatur bei durchschnittlich 5 °C. Cajamarca ist für seine Kirchengebäude, heißen Quellen und Inkabäder bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Cajamarca war eine Residenz des Inkaherrschers Atahualpa, der in einem Bürgerkrieg 1527–1532 seinen Bruder Huáscar besiegt hatte. Hier traf im November 1532 der spanische Eroberer Francisco Pizarro ein und nahm ihn in der Schlacht von Cajamarca gefangen. Dies war ein entscheidendes Ereignis der Spanischen Eroberung Perus.

Im Jahre 1986 erklärte die Organisation amerikanischer Staaten Cajamarca zum historischen und kulturellen Erbe des amerikanischen Kontinentes. Inzwischen befindet sich Cajamarca auch in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO für eine mögliche Nominierung als Weltkulturerbe.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Cajamarca hat sehr fruchtbare Böden und ist vor allem für seine Milch- und Käseprodukte bekannt. Das wohl bekannteste Milchprodukt, das im ganzen Land verkauft wird, ist Manjar blanco.

Es gibt auch mehrere Bergwerke in der Nähe, so zum Beispiel die profitabelste Goldmine der Welt, Yanacocha, im Besitz der Newmont Mining (USA) und von Buenaventura (Peru). Wegen der in den Minen eingesetzten Chemikalien treten in der Region allerdings vermehrt Leukämiefälle auf. Neben der Verknappung der Ressourcen Wasser und Boden führen die Bergbauaktivitäten von Minera Yanacocha zur langfristigen Degradation von Böden und Gewässern. Das Hauptproblem neben dem Natriumcyanid (NaCN) bei der Goldgewinnung ist die Einlagerung von Schwermetallschlämmen in die Böden, die über Jahrhunderte Schäden herbeiführen.

Scharf kritisiert wird das Unternehmen Yanacocha daher von Umwelt,- und Menschenrechtsorganisationen , wie z. B., Rettet den Regenwald e.V[3] und Avaaz[4]. Gegen den Ausbau der Mine wehrt sich die Bevölkerung Cajamarcas mit einem friedlichen Generalstreik wieder seit Anfang Juni 2012, was jedoch auf groben Widerstand seitens der Regierung stößt. Die Erweiterung soll an einer Quelle wichtiger Flüsse und Lagunen entstehen, diese speisen die Region Cajamarcas und deren Einwohner, aber auch das Amazonasbecken mit Wasser[5].

Tourismus[Bearbeiten]

Cajamarca besitzt eine Vielzahl von Kirchen, unter denen die Kathedrale, die Kirche Sankt Franziskus und die iglesia recoleta hervorzuheben sind. Eine große Anzahl von Häusern im Kolonialstil besteht aus kunstvoll behauenem Stein. Eine Eigenheit haben alle Kirchen Cajamarcas: Ihre Türme wurden nie vollständig fertiggestellt. Dies liegt daran, dass das Vizekönigreich Peru jährlich nur einen bestimmten Betrag für nicht fertiggestellte Kirchen zur Verfügung stellte. Die Architektur von Cajamarca ist berühmt für ihren Barock-Stil, den man an keinem anderen Ort Perus findet.

Kathedrale[Bearbeiten]

Diese Kirche wurde im 17. Jahrhundert errichtet und der heiligen Catalina geweiht. Ihre Fassade besteht aus Vulkangestein, sie besitzt fünf auf verschiedene Türme verteilte Glocken. Im Innenraum kann man Bilder der heiligen Rosa de Lima, San Martín de Porres und der Virgen del Carmen betrachten.

Cerro Santa Apolonia[Bearbeiten]

La Silla del Inca

Der Apolonia-Hügel ist ein natürlicher Aussichtspunkt, von dem aus man die gesamte Stadt überblicken kann. Dort gibt es eine kleine Kapelle, die der Virgen de Fátima geweiht ist. Von der Plaza aus muss man 300 Steintreppenstufen hinaufsteigen. Auf dem Hügel befindet sich außerdem la silla del Inca, den Sitz aus Stein, auf dem einst der große Inka Atahualpa gesessen haben soll.

Cuarto del Rescate[Bearbeiten]

Dies ist das einzige sichtbare Zeichen des Inka-Imperiums. Die Inkas füllten dieses Zimmer zweimal mit Silber und einmal mit Gold, um den Inka Atahualpa freizukaufen. Die Spanier hielten allerdings ihr Versprechen nicht und töteten Atahualpa, was den Untergang des Inkareichs bedeutete.

Plaza de Armas[Bearbeiten]

Hauptplatz von Cajamarca

Der Hauptplatz von Cajamarca ist der Ort, an dem der Untergang des Inka-Reiches begann, als dort der Atahualpa gefangen genommen wurde. Die Plaza von Cajamarca ist einer der größten Plätze in ganz Peru, das Monument im Zentrum der Plaza stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Baños del Inca[Bearbeiten]

Los Baños del Inca

Die Bäder des Inka sind Thermalbäder, die sich rund sieben Kilometer östlich von Cajamarca befinden. Dort soll sich Atahualpa befunden haben, als die Spanier in Cajamarca einfielen. Heute kann man das originale Thermalbad, das schon von Atahualpa benutzt wurde, ansehen und sich in den modernen Thermalbädern aufhalten.

Bethlehemkirche[Bearbeiten]

Die Iglesia de Belén (Kirche von Betlehem) ist die älteste und schönste Barockkirche von Cajamarca, vielleicht sogar von ganz Peru. Sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut und von den Jesuiten bis zu deren Ausweisung betreut. Anschließend führten die Bethlehem-Schwestern die Arbeit fort. Bis in die 40er Jahre beherbergte sie in einem Nebenraum auch das einzige Krankenhaus der Region. Heute befindet sich dort ein medizinisches Museum mit vielen Ausstellungsstücken über die lokale Archäologie, bereitgestellt vom nationalen Kulturinstitut (INC).

Iglesia La Recoleta[Bearbeiten]

Dieses Ordenshaus besteht aus der Kirche und dem ehemaligen Franziskanerkonvent. Es unterscheidet sich von den anderen Kirchen durch elegante und sehr feine Bildhauerarbeiten an der Fassade. Der Konvent wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet.

Iglesia San Francisco[Bearbeiten]

Diese Kirche befindet sich direkt an der Plaza von Cajamarca und ist ein Teil des Konvents Sankt Franziskus, der vollständig aus Vulkangestein besteht. Sie wurde im 17. Jahrhundert fertiggestellt und diente ausschließlich Missionszwecken.

Kunturhuasi[Bearbeiten]

Kunturhuasi ist ein Tempelkomplex in der Nähe Cajamarcas, der als kulturelle Wiege der Region gilt. [6]

Siehe auch: Fenster von Otuzco, Cumbemayo

Bilder[Bearbeiten]

Blick über Cajamarca (Nordperu)

Klimatabelle[Bearbeiten]

Cajamarca
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
77
 
22
9
 
 
99
 
21
9
 
 
114
 
21
9
 
 
94
 
21
8
 
 
65
 
22
7
 
 
20
 
21
6
 
 
5
 
21
5
 
 
10
 
22
6
 
 
36
 
22
7
 
 
75
 
23
8
 
 
56
 
21
8
 
 
85
 
22
8
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Cajamarca
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 21,7 21,1 21,1 21,1 21,7 21,1 21,1 21,7 21,7 22,7 21,2 21,7 Ø 21,5
Min. Temperatur (°C) 8,9 8,9 8,9 8,3 6,7 5,6 5,0 5,6 7,2 8,3 7,8 8,3 Ø 7,5
Niederschlag (mm) 77 99 114 94 65 20 5 10 36 75 56 85 Σ 736
Regentage (d) 11 12 12 11 7 3 1 2 5 13 9 11 Σ 97
Luftfeuchtigkeit (%) 65 70 72 70 63 57 55 54 55 62 60 60 Ø 61,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
21,7
8,9
21,1
8,9
21,1
8,9
21,1
8,3
21,7
6,7
21,1
5,6
21,1
5,0
21,7
5,6
21,7
7,2
22,7
8,3
21,2
7,8
21,7
8,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
77
99
114
94
65
20
5
10
36
75
56
85
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cajamarca – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Academia Quechua - Cajamarca
  2. Qheswa simi hamut'ana kuraq suntur: Simi Taqe Qheswa - Español - Qheswa. Cusco, Perú 2006, S. 450.
  3. https://www.regenwald.org/aktion/880/peru-gold-graebt-menschen-das-wasser-ab
  4. http://www.avaaz.org/de/petition/Stop_the_Conga_mining_project_2/
  5. https://www.regenwald.org/aktion/880/peru-gold-graebt-menschen-das-wasser-ab
  6. [1] (Version vom 17. März 2008 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt