Walton Walker

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Walton Walker

Walton Harris Walker (* 3. Dezember 1889 in Belton, Texas; † 23. Dezember 1950 bei Seoul) war ein US-amerikanischer Armeeoffizier im Ersten und Zweiten Weltkrieg und erster Kommandeur der 8. US-Armee im Koreakrieg.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit, Ausbildung, Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Walker, geboren in Belton, Texas schloss die Offiziersausbildung in West Point 1912 ab. Aus dieser Zeit stammt sein Spitzname „Johnnie“ nach seinem Lieblingsscotch, Johnnie Walker (zugleich eine Anspielung auf seinen Nachnamen). Als Leutnant diente er bei der Veracruz-Expedition unter Brigadegeneral Frederick Funston. An der U.S.-Mexikanischen Grenze begann 1916 seine Freundschaft mit Dwight D. Eisenhower.

Im Ersten Weltkrieg kämpfte Walker in Frankreich in der 5. US-Infanteriedivision (die so genannten Roten Teufel). Dabei wurde er für seine Tapferkeit mit dem Silver Star ausgezeichnet.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg diente Walker anfänglich im Generalstab und erhielt Anfang 1942 den Befehl über die 3. US-Panzerdivision, bevor er im September des gleichen Jahres zum kommandierenden General des XX. Korps in George Pattons 3. Armee ernannt wurde. Nach deren Landung in Frankreich befehligte er das Korps während Pattons raschem Vorstoß durch Frankreich, der Schlacht um Metz und den Kämpfen in Saar-Mosel-Dreieck. Im April befreiten Truppen unter Walkers Befehl das Konzentrationslagers Buchenwald. Am 8. Mai 1945 nahm er im österreichischen Kremsmünster die Kapitulation der slowakischen Regierung entgegen. Als 3-Sterne-General diente er am Ende des Kriegs als einer der von Patton am meisten geschätzten Offiziere.

Koreakrieg und Tod[Bearbeiten]

Nach dem Kriegsende wurde er zunächst Kommandeur der 5. US-Armee in Chicago und 1948 der 8. US-Armee im besetzten Japan.

Kurz nach Beginn der nordkoreanischen Invasion in Südkorea, Juni 1950, sollte die schlecht ausgebildete und ausgerüstete 8. US-Armee die Eindringlinge über den 38. Breitengrad zurückschlagen. Erschwerend kam MacArthurs Befehl aus Tokio hinzu, keinen Inch zurückzuweichen. Bevor nennenswerte amerikanische Verstärkungen in Korea eintreffen konnten, hatten die Nordkoreaner die Grenzverteidigungen überrannt und Seoul erobert. Walker erhielt danach zusätzlich den Befehl über die Truppen Südkoreas, wurde aber, unter anderem wegen einer mangelhaften Befehlsstruktur und der Unerfahrenenheit seiner Kommandeure, schließlich auf einen Brückenkopf um Busan zurückgedrängt. Erst durch MacArthurs Landung mit starken Verbänden bei Incheon im September wendete sich die Lage. Im Rahmen der ersten UN-Gegenoffensive überschritt die 8. Armee die Grenze nach Nordkorea und rückte weiter nach Norden vor, was zum Eingreifen Chinas in Form der Entsendung einer "Freiwilligenarmee" im Oktober führte.

Vor der nun einsetzenden chinesisch-nordkoreanischen Gegenoffensive musste sich Walker nach Pjöngjang zurückziehen und räumte dieses später, um südlich des 38. Breitengrads eine neue Verteidigungsstellung zu beziehen.

Walker starb während einer Inspektionsfahrt bei einem Unfall seines Jeep mit einem zivilen Lkw nördlich von Seoul am 23. Dezember 1950. Er wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington in den USA beerdigt. Den Befehl über die 8. Armee übernahm General Matthew B. Ridgway, der im April 1951 MacArthur als US-Befehlshaber in Fernost ablöste.

Walkers Sohn Sam S. Walker, der im Koreakrieg als Offizier diente, wurde später zum General befördert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung der Order of Precedence of Military Awards:

Der M41-Panzer, nach Walker benannt

Außerdem wurden nach ihm benannt:

Südkorea ehrte Walker durch die Benennung eines Hügels am nordöstlichen Stadtrand nach ihm. "Walker Hill" ist heute ein Top-Freizeitzentrum mit Eissporthallen, Vergnügungsparks und mehreren Luxus-Hotels, darunter eines der besten Hotels in Seoul, des Walker Hill Sheraton.

Literatur[Bearbeiten]

  • Clay Blair Jr.: The Forgotten War, Reprint Edition, Naval Institute Press, 2003, ISBN 1-59114-075-7.
  • T. R. Fehrenbach: This Kind of War: A Study in Unpreparedness, 50th Anniversary edition, Macmillan, New York 2001, ISBN 1-57488-334-8.
  • Spencer C. Tucker, Hrsg.: Encyclopedia of the Korean War: A Political, Social and Military History, New Edition, Checkmark Books, Santa Barbara 2002, ISBN 0-8160-4682-4 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walton Walker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien