Weißkugel

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Weißkugel
Weißkugel von Norden, vom Brandenburger Haus (September 2006)

Weißkugel von Norden, vom Brandenburger Haus (September 2006)

Höhe 3739 m
Lage Grenze Österreich (Tirol) / Italien (Südtirol)
Gebirge Ötztaler Alpen
Dominanz 14,5 km → Wildspitze
Schartenhöhe 567 m ↓ Langtauferer Joch
Koordinaten 46° 47′ 52″ N, 10° 43′ 34″ O46.79780510.7261973739Koordinaten: 46° 47′ 52″ N, 10° 43′ 34″ O
Weißkugel (Tirol)
Weißkugel
Erstbesteigung 30. September 1861 durch Joseph Anton Specht, Leander Klotz, Nicodem Klotz (oder Johann Raffeiner)
Normalweg Hochtour über Südgrat

Die Weißkugel (ital. Palla Bianca) ist mit 3.739 Metern nach der Wildspitze der zweithöchste Gipfel der Ötztaler Alpen. Er liegt auf der Grenze zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Südtirol. Der leichteste Anstieg erfolgt als Hochtour von Hintereisjoch aus über den Südgrat.

Der heute gebräuchliche Name der Weißkugel beruht auf einer Missinterpretation des Endonyms Weißkogel. Als ein Kogel wird in Tirol eine spezielle Form des Berggipfels bezeichnet.[1] Aus diesem Grund sprechen manche auch von dem Weißkugel.

Die Aussicht von der Weißkugel ist aufgrund ihrer zentralen Lage eine der umfassendsten in den gesamten Alpen. Sie reicht von den Berner Alpen und einzelnen Gipfeln der Walliser Alpen im Westen über Glarner Alpen, Rätische Alpen und Berninagruppe, Ortler-Alpen, Brenta, Dolomiten und Großglockner bis zur Schobergruppe im Osten. Zuerst bestiegen wurde der Berg am 30. September 1861 von dem Wiener Touristen Joseph Anton Specht und drei Bergführern, wobei nicht ganz klar ist wer diese waren.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Die vollständig von Gletschern umgebene Weißkugel liegt im Schnittpunkt des Schnals- und des Weißkamms. Im Westen liegt der ausgedehnte Hintereisferner, im Westen, jenseits des Hintereisjochs, auf 3460 Metern Höhe gelegen, der Matscher Ferner und im Norden der Langtauferer Ferner. Sie sendet nach Westen, Osten und Süden ausgeprägte Grate. Benachbarte Berge sind im Nordwesten, getrennt durch ein namenloses Joch, der 3553 Meter hohe Innere Bärenbartkogel und im Nordosten, getrennt durch das Weißkugeljoch (3356 m) die Langtauferer Spitze mit 3528 Metern Höhe. Im Verlauf des Südgrats, über den der Normalweg für die Besteigung führt, liegt, getrennt durch das Hintereisjoch (3441 m), die Innere Quellspitze mit eine Höhe von 3514 Metern. Die nächste dauerhaft bewohnte Siedlung ist der Südtiroler Weiler Melag, der etwa sieben Kilometer Luftlinie nordwestlich im Langtauferer Tal liegt.

Besteigungsgeschichte[Bearbeiten]

In einem Protokoll der k.k. Militär-Triangulation von 1854 galt der Berg, damals auch Hintere Wilde Eisspitz genannt, zwar als besteigbar, aber nur bei stabiler günstiger Wetterlage. Ein Versuch wurde nach elf Stunden aufgegeben, ein Vermessungssignal konnte nicht errichtet werden. Erst am 30. September 1861 gelang es dem Touristen Joseph Anton Specht aus Wien den Gipfel zu erreichen. Specht veröffentlichte keine Berichte über seine Bergfahrten, nur im ersten Fremdenbuch von Vent fand sich der Eintrag J. A. Specht aus Wien mit Nicodem und Leander Klotz von Rofen aus den Similaun und die Weisskugel.[2] Theodor Petersen hingegen beschreibt diese Besteigung der Weißkugel anders: J. A. Specht [...] mit den Oetzthaler Führern Johann Raiffeiner und Leander Klotz, sowie einem Passeierer Bauern. Von Kurzras über den Steinschlagferner und Hintereisjoch auf und ab.[3] Nach Franz Senns Touristenkalender schließlich war Specht in Begleitung der Führer J. Raffeiner, Toni Finailer und Leander Klotz.[4]

Touristische Erschließung[Bearbeiten]

Der Weg der Erstersteiger um Specht führte vom Hintereisjoch über den Südgrat zum Gipfel. Dies ist auch heute noch der Normalweg. Der leichteste Anstieg in der Schwierigkeit UIAA I bei normalen Verhältnissen. Verschiedene Schutzhütten können als Ausgangspunkt für die Besteigung der Weißkugel dienen (Gehzeiten laut Literatur):[5]

Literatur[Bearbeiten]

Walter Klier: Alpenvereinsführer Ötztaler Alpen, Bergverlag Rother, München 2006. ISBN 978-3-7633-1123-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hanspaul Menara, Josef Rampold: Südtiroler Bergtouren. Athesia, Bozen 1976, S. 28.
  2. Heinrich Heß in Eduard Richter: Die Erschliessung der Ostalpen, II. Band, Berlin 1894, S. 283 ff.
  3. Theodor Petersen in der Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Band VII, München 1876, S. 221
  4. Gustav Jäger (Hrsg.): Der Tourist, Wien 1869, S. 301
  5. Walter Klier: Alpenvereinsführer Ötztaler Alpen, München 2006, S. 330 ff, Rz 2810 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weisskugel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien